Ja, Computer werden langsamer!

Gestern habe ich mal wieder nach meinem Namen gegoogelt. Ich mache das ab und an. Wobei ich mich auf die Links in Groups beschränke. Die anderen Links sind praktisch nicht mehr nachzuvollziehen, da es über 10.000 derer gibt. Neben einem glühenden Plichta Anhänger (leider bar jeder Grundkenntnisse von Thermodynamik) bin ich auch auf ein Statement gestoßen bei dem jemand mal so philosophiert wie ich es gerne tue.

Die Frage die er aufwirft ist natürlich nicht unberechtigt: Wenn es schon 1986 eine grafische Oberfläche gab, warum braucht man heute 1000 mal mehr Leistung dafür? Nun ich denke man muss es differenziert sehen. Das erste ist natürlich, dass die grafische Oberfläche des Amigas (oder Windows 3.1 um einen Vergleich aus dem PC Bereich zu nehmen) mit Vista zu vergleichen. Man täuscht sich gerne über dies hinweg. In der Erinnerung kann man nicht vergleichen. Das wird einem klar, wenn man eine Emulation ansieht. Dann fällt nie niedrige Auflösung auf, die grobe Grafik oder die  wenigen Farben. Einen ähnlichen Effekt kann man auch beobachten wenn man ein altes Spiel heute als Emulation ansieht. Dann fällt einem der Unterschied zu heute auf. Warum man es früher so toll fand? Weil man nichts besseres kannte. Doch das Bessere ist Feind des Guten.

Des weiteren gibt es natürlich auch Verbesserungen im Betriebssystem, die Performance kosten. Wie z.B. echtes Multitasking anstatt kooperativem Multitasking. Beim letzteren, noch bekannt von Windows 3.1 (und auch noch Basis für Windows 95-ME) muss ein Programm von sich aus Rechenzeit abgeben. Beim ersteren kontrolliert das Betriebssystem wie viel Rechenzeit Anwendungen bekommen. Trotzdem staune ich immer noch, dass Probleme mit der Internetverbindung heute immer noch den ganzen Computer lahmlegen können. So ausgereift ist es wohl noch nicht.

Doch das ist nur eine Seite. Worauf ich immer staune sind die mobilen Rechner. Also nicht Netbooks sondern Organizer oder PDA’s. Die haben eine CPU der 200-500 MHz Klasse eingebaut. Dazu einige 100 Megabyte Flash Speicher und 64-128 MByte TAM, erweiterbar mit SD-Karten um ein vielfaches. Das ist die mehrfache Leistung eines Windows 3 oder 95 PCs, also PC Hardware von vor 10-15 Jahren. Trotzdem scheinen die Pocket Word / Excel Versionen Nicht dass ich viel von Word halte – Die Stabilität dieses Produktes ist für größere Texte nicht ausreichend. Aber eines kann man von ihm behaupten: Mit Word 2.0, also dem Stand von 1992, konnte man schon alles was Textverarbeitung können muss: Gliederungen erstellen, Formatvorlagen anwenden, Inhaltsverzeichnisse verwalten und Bilder einfügen. Word 2.0 lief gut auf einem 80386 Prozessor mit 33 MHz und 4 MByte RAM. Die Organizer haben heute die 10 fache Leistung, aber diese Pocket-Word Versionen sind nur wenig besser als das WordPad von Windows. Das gleiche gilt für das Excel, dem viele Funktionen fehlen. Nicht dass jemand auf die Idee kommt ein Buch auf einem Organizer zu schreiben, aber es ist wichtig Dokumente verlustfrei zwischen PC und Organizer austauschen zu können

Das ist ein typisches Beispiel wie Computer langsamer werden oder mehr Speicherplatz verbrauchen, einfach weil die Zeit weitergeht. Wir hören zwar immer das eine neue Version schneller sein soll als die Alte, doch das stimmt eigentlich fast nie. Zumindest nicht wenn man es nachprüft und auf gleicher Hardware vergleicht.

So nun komme ich noch zu einigen Kommentaren zum Blog.

Auf die Nachkaufmasche falle ich schon lange nicht mehr rein. Auf meinem Computer ist das einzige kommerzielle Programm RAD Studio 2007 für die Programmierung und der IGraphix Designer für Grafikbearbeitung. Die Windows Lizenz und Expression Web gab es als Mitarbeiter einer Hochschule umsonst, sonst wäre es wohl das zweite. Alles andere ist Freeware. Die Bücher schreibe ich z.B. mit OpenOffice. Was gekauft ist sind im wesentlichen Spiele, doch die sind meist gut abgehangen, da ich dafür ungern viel Geld ausgeben, mein PC alt ist und mein Lieblingsgenre (rundenbasierende Strategiespiele) heute weitgehend ausgestorben ist.

Ich gehöre nicht zu den Linux Freaks, aber ich denke der normale Softwarenutzer kommt auch ganz gut ohne kommerzielle Software von MS aus, außer vielleicht beim Betriebssystem. Zum Updaten? Wozu, wenn’s läuft? Das kann auch bei freier Software nach hinten los gehen. Ich denke hier an den VLC, der mit der neuen Oberfläche die Fähigkeit verloren hat H264 Videos einfach in der Mitte oder einer beliebigen Position abzuspielen, ohne fast eine Minute zu brauchen bis das Bild wieder sauber ist.

Das das Moorsche Gesetz so am Ende ist habe ich schon mal besprochen. Bei Festplatten ist es schon recht deutlich. Die ersten 1 TByte Platten erschienen im zweiten Quartal 2007. In knapp 2 Jahren sind es nun 2 TByte geworden, das ist ein weitaus langsamer Anstieg als in den letzten Jahren. Bei den Taktfrequenzen (das meint Michael K.) ist schon seit 6 Jahren bei etwa 3 GHz Schluss. Das auf dem PC Bereich die meisten Dinge nicht paralellisierbar sind und mehr als 2 Core wenig mehr Performance bringen war an dieser Stelle schon Thema.

Ich selbst bin seit 2 Jahrzehnten "Mittelklasse Käufer", das heißt ich kaufe meistens PCs im preislichen und leistungsmäßigen Mittelfeld. Ich denke da bekommt man das Optimum für das Geld.

Zur ESC-B: Mit der Doppelstartfähigkeit bei planetaren Bahnen ist es nicht so ganz einfach. Ich hatte das auch mal als Vorschlag, aber wegen dem Buch habe ich mich mehr mit der Oberstufe beschäftigen müssen. Bei einem Doppelstart muss der obere Satellit (der als erstes ausgesetzt wird) in den GTO Orbit gelangen, sonst würden ja beide Missionen auf Fluchtkurs gehen. Damit ist der erste Orbit ein GTO Orbit. Das Aussetzen des Satelliten dauert etwas und in der Zeit gewinnt die Stufe höhe, so dass die erneute Zündung energetisch ungünstig wird und eventuell die Geometrie der Bahn auch ungünstig wird. Die Lösung wäre es die ESC-B mit zweiter Nutzlast einen Orbit durchfliegen zu lassen und dann erneut zu zünden. Derzeit ist aber die Stufe nur für maximal 5 Stunden qualifiziert. Ein GTO Orbit hat aber eine Umlaufszeit von 10 Stunden. Die einfachste Lösung wäre es ein Überdruckventil einzubauen und mit etwas Treibstoffverdampfen zu leben.

Ach ja noch ein Musiktipp: Aus Cloud No 9, weil es gerade heute auf meinem MP3 Player lief und 600 Stufen zum Geschäft so viel leichter fielen….

4 thoughts on “Ja, Computer werden langsamer!

  1. II? Ich habe Freeciv und es sieht eher wie die I Version ohne die Einspiler mit den Figuren auf. Angesichts dessen das Civilization gute 15 Jahre auf dem Buckel hat kein Ruhmesblatt für die Szene. Auch Wesnoth erinnert mich mehr an alte DOS Spiele….

    Also wenn, dann Jagged alliance 2! (gibts inzwischen auch als freeware)

    Ansonsten willkommen von de.sci.raumfahrt in meinem Blog…. Bitte lass aber die braune Carla dort!

  2. Keine Angst, die brrrrrrraune Carrrrrrrrla ist mit Plänen für ihre Machterrrrrrrgrrrrrrreifung zum hundertjährigen Jubiläum am 30. Januar 2033 beschäftigt… schließlich soll das ja noch was werden in diesem Jahrhundert mit der rrrrrrrrreichsdoitschen Titan-Kolonie!

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