Staatlich lizensierte Lärmbelästigung

Heute war mal wieder lautes Bumm-Bumm zu hören. Nein, nicht die Nachbarn haben die Musik laut aufgedreht, sondern unsere Stadt. Im Scharnhäuer Park finden öfters „Events“ statt, wie das so auf neudeutsch heißt. Im Sommer z.B. ein Feuerwerk mit Musik. Das ist so laut, wie mein Fernseher. Diese Lautstärke wird bei geschlossenem Fenster schon gut wahrgenommen. Iim Sommer, wenn man einschlafen möchte, und vielleicht die Fenster offen lassen möchte, echt störend. Bevor nun jemand sagt „Augen auf bei der Wohnortwahl“ – der Scharnhäuser Park ist der nächste Stadtteil, 1.5 km Luftlinie von mir entfernt. Man kann sich also denken, wie das für die direkten Anwohner ist. Ich bin mir relativ sicher, wenn eine Privatperson nur einen Bruchteil dieser Musikbelästigung produzieren würde, dann stände bald die Polizei da. Eine Privatperson hat gar nicht die Chance auch nur annähernd so laut Musik zu machen wie eine große Anlage der Stadt, das man sie sie noch in 1,5 m Entfernung als störend wahrnimmt. Aber wenn die Stadt es betreibt, dann ist es okay? Was ist das für eine Welt wo so mit zweierlei Maß gemessen wird.

Dann ist nun die Cherry G80 angekommen und ich bin begeistert. Also die Cherry G83 ist ja schon besser als die meisten mitgelieferten Standardtastaturen (und dabei mit rund 20 Euro durchaus erschwinglich), doch die G80 übertrifft sie noch bei weitem. Ein sauberer Druckpunkt, und diese satte Klack-Klack als akustische Rückmeldung. Also wenn ihr mal im Fernsehen Tastaturen hört (so Hacker oder ähnliches), dann ist es genau das Geräusch. Ich fühle mich ein bisschen in die achtziger Jahre zurückversetzt als die Standardtastaturen alle so waren. Ich verstehe nicht so richtig, warum viele Leute an den Eingabegeräten, also Tastatur und Maus sparen, aber andererseits dann wenn sie was besseres kaufen, viel Geld für Schnick-Schnack ausgeben anstatt auf eine gute Bedienung. Also es gibt viele, die geben viel Geld für Gamer- oder Multimediatastauren aus mit Spezialtasten um Anwendungen zu starten oder drahtlose Geräte, anstatt auf eine gute Bedienung zu achten. Genauso denke ich reicht eine optische Maus mit einem Scrollrad, aber guter Verarbeitung (ich habe eine Logitech M-BT58, auch seit mindestens 8 Jahren) ausreicht anstatt mit zig verschiedenen Zusatztasten. Echte Qualität ist Zeitlos. Der wesentlichste Unterschied zwischen der G80 und G83 war auch der dass die G83 einen PS/2 Anschluss mit USB-Adapter hat und die nun jüngere G80 einen USB Anschluss mit PS/2 Adapter…. Die G83 wird nun weiter ihren Dienst in der DHBW tun, wo ich Dozent bin. Die leisten sich dort zwar gute Rechner, aber absolute Schrotttastauren, Mäuse und Bildschirme mit knalligen, nicht realistischen Farben.

Steigern kann man die Cherry G80 wohl nur noch durch die IBM Modell M Tastaturen. Noch massiver, noch lauter, mit noch mehr haptischem Feedback. Bei Ebay gibt es noch welche von 1984 zu kaufen – das spricht für sich. Ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, aber den Ausschlag gab das ich Cherry schon kannte und es sie auch überall gibt. Die Modell M Tastaturen werden heute von Unicomp produziert und ich habe nur einen deutschen Distributor gefunden. Bei dem waren sie noch dazu doppelt so teuer wie in den USA (107 Euro zu 79 Dollar).

Dann habe ich mir eure Tipps für das Absturzproblem zu Herzen genommen. Der Rechner ist nun an einer eigenen Steckdose, die Spannung des RAM von 1,8 auf 1,95 V erhöht und dann habe ich auch die Taktfrequenz von 742 auf 650 MHz abgesenkt. (Die ergab sich aus dem Takt von 2.600 MHz). Seitdem gibt es keine Probleme, doch wenige Tage sind zu wenig Zeit, um eine endgültige Aussage zu machen. Wenn ich Mitte November mal wieder nach Stuttgart komme werde ich mir wohl auch neuen Speicher kaufen.

Dann kam am Donnerstag ein Film, den ich in der Vorschau ziemlich interessant fand. „Das große Comeback“. Es sah im Trailer wie eine gute Mischung aus Comedy und Satire“. Das war auch die erste Viertelstunde so, wo gezeigt wurde wie ein Fernsehsender auf die Idee kam sich an der Erfolglosigkeit eines Schlagerstars zu ergötzen – genauso so wie dort gezeigt, stelle ich mir auch die Vorgänge in den Redaktionen von Sat1, RTL, Pro7 und RTL2 vor. Doch dann glitt das ganze in eine Liebesgeschichte ab. Ein Highlight war allerdings die schauspielerische Leistung von Andrea Sawatzki, die ich bisher eher in mehr stereotypen Rollen gesehen habe. Nächste Woche ist sie in der kleinen Serie „Die Borgia“ zu sehen. Mal sehen wie das wird.

Dann fiel mir die Dacia Werbung auf, die seit einiger Zeit damit wirbt, das dieses Auto etwas wäre für Leute die unter dem „Problem“ Statussymbole leiden. Früher war das Lustig. Da ist der Juppie, der mit seinem Auto beim Rendezvous angeben will und nur Mitleid erntet. Nun werden Überwachungsvideos gezeigt von Leuten die Dacias demolieren weil sie unter Statussymbolen leiden. Hallo? Wie geht es im Land der grenzenlosen Dummköpfe? Ihr wollt ein Auto verkaufen und suggeriert das die Käufer dann damit rechnen müssen, das ihnen Rückspiegel abgebrochen werden und die Scheiben eingeschlagen werden? Da hilft dann auch kein Carglas mehr….

2 thoughts on “Staatlich lizensierte Lärmbelästigung

  1. Die Werbung von Dacia ist mir auch unverständlich, aber man merkt sich so etwas. Darum geht es wohl. Ich bin mal gespannt wenn die Chinesen im PKW Sektor „angreifen“ bisher ist Mechanik nicht so deren Stärke. Aber mein heimliches „Traumauto“ im Billigsegment ist der TATA nano aus Indien. Dort kostet er 2.000 USD (plus Steuern). Selbst wenn er mit europäischer Sicherheitsausstattung in Deutschland 3000 € kosten würde, das wär echt eine Überlegung wert. Geld das man nicht ausgibt kann man auch beim Wertverlust (oft über 50% in 4 Jahren und vielleicht 60.000 km) nicht vergeuden.

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