Vorsicht vor dieser Website

 175 total views,  2 views today

Zu meiner in letzter Zeit sowieso schlechten Laune haben einige Mails beigetragen, die ich in der letzten Woche bekam. Den Anfang machte eine Klage, dass meine Artikel ohne Referenzen sind. Die Dame hat zuerst mal Copyright und Referenzen durcheinander gebracht (keine Referenzen = kein Copyright). Das aber bei der Antwort dann eingesehen. Ich bin mir dessen durchaus bewusst. In neuen Aufsätzen baue ich in den Fließtext Links ein, manchmal auch unten, aber in einem Großteil gibt es keine. Bei den alten weil ich es damals nicht für nötig hielt. Bei ganzen Gruppen wie Computer oder Lebensmittel/Ernährung weil ich nicht nachschlagen muss bzw., wenn, dann kann ich eben nur ein Fachbuch angeben.

Die Dame meinte, dass „Deshalb ist eine Seite, die selber keine Quellenangabe macht, keine Referenz für solche Artikel auf wikipedia oder sonst wo im Internet. Geschweige für Studienarbeiten in Papierform. Ich weiß, Sie haben sich den Inhalt auf Bernd-Leitenberger.de nicht ausgedacht und sind auch nicht von selbst darauf gekommen. Deshalb gilt Ihre Seite nicht als vertrauenswürdige Referenz und Quelle.“.

Ich habe ihr angeboten, wenn sie sich auf einen bestimmten Artikel bezieht ich nachschauen kann. Beim Durchlesen komme ich meist drauf woher ich es habe und sie wäre nicht die erste der ich so helfen konnte, aber sie hat sich nicht mehr gemeldet. Aber wenn jemand von der Wikipedia hier mitliest: merkt euch das ist keine zuverlässige Quelle, wenn ihr das auch meint, dann entfernt die 321 Links auf meine Seiten.

Dann bekam ich die schon eher verständliche Frage, warum in meinen Artikeln kein Datum drin ist. Und das setze ich nun auch wirklich um. Das Dateidatum ist leider nicht brauchbar, weil die meisten Webseiten ja über mehrere Computergenerationen umgezogen sind und ich auch den Quelltext mit einem Programm bearbeite, z.B. um Werbung zu entfernen oder einzufügen oder VG-Wort Marken einzufügen. Immerhin. Der Schreiber reagierte nicht verärgert, im Gegensatz zum nächsten.

Er fragte zuerst nach ob eine Überarbeitung des RTG Artikels geplant ist weil doch dort viele Rechtschreibfehler drin seien. Ich verweise dann immer, weil die meisten Schreiber ja meinen es wäre ein oder zwei Artikel die man korrigieren müsste, das es derzeit 1050 Artikel mit einer Gesamtlänge von 33 MB sind, oder wenn man es in Normbuchseiten ausdrückt: rund 15000 Seiten. Das ist meiner Ansicht nach einfach nicht in endlicher Zeit machbar. Ich habe dann auch dazu geschrieben, dass ich weiß das ich eine gewisse Betriebsblindheit habe, also Dinge die anderen auffallen nicht bemerke, einfach weil ich so schreibe, auch wenn’s nicht grammatikalisch korrekt ist.

Auf Verständnis traf ich nicht. Hier die Antwort.

„das ist aber mal eine lustige Antwort ! *LOL* Das mit dem Korrekturlesen verstehe ich nicht ganz – man liest doch automatisch beim Schreiben mit > Korrektur in Echtzeit. So daß pro A4 Seite vielleicht mal ein (in dem Fall tolerierbarer) Fehler auftritt. Also ich auf meiner verspielten Experimentier- und Hobbyseite könnte mir ja jede Menge Fehler leisten, aber jemand, der seriöses Fachwissen verbreiten will…………..nun ja. Die Erfahrung zeigt allerdings: Wertschätzung der Sprache geht Hand in Hand mit Wertschätzung der Solidität des dargebotenen Fachwissens. Immerhin ist Ihre Antwort dennoch wertvoll, weil man jetzt die Personen, die einem lieb und teuer sind, davor warnen kann, sich Ihrer Seite zwecks Erkenntnisgewinn zu bedienen; dafür meinen Dank.“

Also wenn ihr eine Website besuchen wollt, bei der grammatikalisch alles in Ordnung ist, dann geht mal zu http://www.letterchip.de/.

Na gut was soll man dazu sagen.? Ich muss mich nicht beweisen. Ich habe Links von Raumfahrtagenturen und Lehrstühlen die L&R unterreichten. Ein Professor in Aachen hat sogar Seiten in Gutenberg Manier kopiert und in ein Skript eingebunden. Beim Themengebiet Computer und Lebensmittelchemie kann ich auf zwei Abschlüsse verweisen mit einem Notendurchschnitt der in beiden Fällen deutlich über „gut“ lag. Trotzdem ärgere ich mich über solche Mails immer wieder, denn im Prinzip sagt er ja etwas höflich: „wer Fehler in Deutsch macht, der ist auch fachlich inkompetent“ und er ist nicht der erste.

Ich finde das nicht nur ziemlich unverschämt, es ist leider auch ein Ausdruck der Mentalität die sich so in den letzten Jahren eingeschlichen hat. Diese Art Ansprüche zu stellen. Anstatt sich zu freuen, wenn man etwas aufbereitet findet, wofür man sonst Stunden bis Tage suchen müsste um die Informationen zusammenzutragen. (Einfach mal alles was im RTG Artikelan Fakten drin steht in anderen Quellen suchen und schauen wie lange man braucht, bis man alles gefunden hat, dann weiß der Leser wovon ich rede) muss alles perfekt sein. Das es sich um die Website einer Privatperson handelt, nicht die einer Zeitung oder einer Raumfahrtagentur, wo bezahlte Redeakteure alles verfassen, fällt unter den Tisch, dasselbe Anspruchsniveau wird angelegt.

Vor allem weiß ich nicht wie ich das Problem lösen sollte. Eine Grammatikprüfung habe ich nur in Libreoffice, doch den HTML Code den das produziert ist voller Spezialtags. Ich kenne das Problem schon wenn ich Texte von den Büchern übernommen habe. Aber erst alles dort verfassen und dann bereinigen führt zu HTML Dateien die fürchterlich aussehen. Also eine Lösung ist das nicht, zumal das Paket meinen Schreibstil nicht bemängelt, sondern nur offensichtliche Fehler. Jeden Artikel nachkorrigieren kann ich auch nicht lassen (dazu fehlen schon Korrektoren) und wenn dürfte ich ihn danach ja selbst nicht mehr editieren. Vielleicht sollte ich eine Warnung bei jeder Website anbringen wie diese:

11 thoughts on “Vorsicht vor dieser Website

  1. Also dazu kann ich nur sagen, ich finde diese Einstellung: “wer Fehler in Deutsch macht, der ist auch fachlich inkompetent” einfach nur dämlich, bzw. im Grunde sogar asozial. Denn es kann nicht jeder Mensch in allem perfekt sein. Wenn ich dann sowas hier lese: „Das mit dem Korrekturlesen verstehe ich nicht ganz – man liest doch automatisch beim Schreiben mit > Korrektur in Echtzeit. So daß pro A4 Seite vielleicht mal ein (in dem Fall tolerierbarer) Fehler auftritt.“ kann ich dazu nur sagen, dass ich selten so einen Schwachsinn gelesen habe. Korrekturlesen in Echtzeit. Das mag vielleicht funktionieren, wenn man mit 10 Fingern blind schreibt, aber bei mir zumindest nicht, weil ich nach wie vor mit 4-Finger Suchsystem tippe. Und da schleichen sich nun mal öfter Fehler ein. Ich wollte zwar schon öfter mal das 10-Fingersystem lernen, hab es bisher aber nie zustande gebracht. Bin ich deshalb auch ein „unseriöser Trottel“?

    Das erinnert mich auch irgendwie an die Argumente der Gegner der Rechtschreibreforn in den 90er Jahren. Die waren auch der Ansicht, das sich eine klare Argumentation nur durch eine saubere Rechtschreibung bewerkstelligen liesse. Das mag in speziellnen Fällen zutreffen, aber generell sehe ich das nicht so. Und was ist mit den Leuten die zwar bestens argumentieren, aber gar nicht lesen können? – Die soll es ja auch geben.

    Vermutlich wollen die Leute die so argumentieren damit von ihrer eigenen Inkompetenz ablenken. Man sieht ja schon mal Leute, die so sehr auf Kleinigkeiten fixiert sind, dass sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Oder wie es in der Bibel heisst: „sie sehen den Splitter im Auge des Anderen und übersehen den Balken im eigenen Auge.“

    Und diese Dame, die die Seiten wegen der mangelnden Quellenangaben nicht für Vertrauenswürdig hält, verwechselt wahrscheinlich eine einstmals private Homepage mit einer wissenschaftlichen Arbeit. Ausserdem gibt es ja Quellenangaben. Die sind zwar nicht so exakt, wie man sie für ein Referat an der Uni oder gar für eine Diplom- oder Doktorarbeit erwarten kann, aber das kann und will die Seite in meinen Augen ja auch nicht sein. Oder wollte sie damit implizit ausdrücken, dass die Inhalte der Webseite alle irgendwo abgeschrieben sind? – Dann kann ich nur sagen, dass das bei den Texten, die ich dahin gehend beurteilen kann, nicht der Fall ist. Zum Beispiel der Grundlagenartikel über Satellitenorbits und die Berechnungsformeln dazu. Die findet man zwar auch in Physikbüchern, aber nicht so ausführlich erklärt. Und wer mit höherer Mathematik, hier meisst Differential- und Integralrechnung auf Kriegsfuss steht, kann mit den meissten Büchern über Raumfahrt nichts anfangen weil die in der Regel die Kenntniss derselben voraus setzen. Deshalb eignen sie sich schlecht zum abschreiben.

    Ach ja, bezüglich „korrekturlesen in Echtzeit“: An diesem Kommentar hab ich jetzt über eine Stunde, genauer sogar ein einhalb Stunden ge_arbeitet_ und ihn dabei bestimmt 10 mal durchgelesen, Tippfehler beseitigt, Sätze umgestellt und zu weitgehende Abschweifungen, die mir beim schreiben in den Sinn kamen, wieder heraus geworfen. Ich bin eben auch kein Journalist, der auf anhieb Druckreif formulieren kann. – Wobei noch die Frage zu klären wäre, ob das auch wirklich alle Journalisten können…

  2. ….ist ja auch zu ärgerlich, wenn man den Inhalt dieser Website nicht per copy-and-paste in seine Doktorarbeit übernehmen kann.
    Ist eigentlich nicht zumutbar, dass man selber dann noch die Quellen suchen muss und die Schreibfehler korrigieren….

    Also ehrlich, Bernd.
    ’nen bisschen mehr Rücksicht auf unseren akademischen Nachwuchs könntest du schon nehmen!

    LOL

    Bernd

  3. Ich hätte den Link nicht anklicken sollen, konnte mich aber nicht beherrschen. Zum Glück habe ich es ohne akuten Augenkrebs überlebt. Als Elektroniker habe ich erst mal seine tollen Anleitungen bewundert, die nicht viel weniger Rechtschreibfehler beinhalten als Deine Artikel (weitaus mehr als 1 pro Din-A4 Seite), habe dann aber bei folgendem Satz aufgehört, der sich mit Kühlung von Halbleitern beschäftigt:
    „Ich will versuchen, ein paar einfache Tips zu geben, wie man vielleicht einige unnötige Silikon-Sterbefälle vermeiden kann“
    Da gibt es doch einen viel einfacheren Tipp: Brustvergrößerungen nur von erfahrenen plastischen Chirurgen oder besser gar nicht durchführen lassen.
    Lass Dir bloss nicht von solchen Typen die Laune verderben…

  4. Persönlich bevorzuge ich die gemäßigte deutsche Rechtschreibreform und nenne das im Zweifel ergebnisorientiertes Schreiben. Mir kommt es bei diesem Blog auf den Inhalt und meine persönliche Freude an der Sache an. Wenn jemand eine Arbeit mit wissenschaftlichem Anspruch schreiben muß, findet er hier bei Bernd hinreichend Hinweise und Anregungen. Die können dann ja problemlos mit zitierfähigen Quellen weiter belegt werden. Dann klappts auch mit der Doktorarbeit!

  5. Es kommt darauf an, ob der Inhalt richtig ist. Wen die schlechte Rechtschreibung zu sehr stört, der kann sich ja mal die Mühe machen, alle
    Artikel auf Fehler zu durchforsten.

  6. Solche Mecker-Tanten und -Onkel hat man halt immer, daß wird man nie ändern können. Das sollte und darf einen einfach nicht entmutigen.

    Richtig ist, daß es immer mal wieder Rechtschreibfehler in deinen Texten gibt, aber ich habe bei der Masse deiner Beiträge vollstes Verständnis für deine Begründung.

    Ich beobachte deine (Raumfahrt-)Seite schon sehr, sehr lange (denke, mindestens 8 Jahre). Du hast mir die Grundlagen beigebracht, den Sinn für die Zusammenhänge geschärft. Z.B. warum ein Space-Shuttle nach einem Unfall eben mal nicht so einfach zur ISS fliegen konnte, um dort notanzudocken.

    Ich hab gerade nochmal bei Wikipedia nachgeschaut: Die Raketengrundgleichung würde ich aufgrund der dortigen Erklärung wohl bis heute nicht verstehen. Nachdem ich deine Raketenseiten allerdings „intus“ hatte, war die Berechnung einer fiktiven Rakete mit einer vorgegebenen Endgeschwindigeit kein Problem mehr.
    Gut, daß Wikipedia ja hierzu auch gleich wieder auf deine Seite verlinkt.

    Wenn ich also die Wahl habe, zwischen zwar korrektem Deutsch, bei dem ich aber fachlich nur Bahnhof verstehe, und einer topnachvollziehbaren Erklärung, die vielleicht an der ein oder anderen Stelle sprachlich nicht ganz korrekt ist, was würde ich wohl wählen? 😉

    Gruß Christian,
    der dir mal Danke sagen möchte

  7. Vielen Dank auch für Deine Raumfahrtseiten. Es ist viel schwerer Sachverhalte geordnet und gut verständlich darzustellen, als Rechtschreibfehler in einem bestehenden Text zu finden. Ich habe schon einige Doktorarbeiten korrekturgelesen, nichts verstanden, aber bei der Rechtschreibung helfen können. Also ruhig weiter so in gewohnter Qualität. Der Inhalt entscheidet.

  8. Grunsätzlich ist ja korrekte Rechtschreibung eine nur sehr niedrige kognitive Leistung, da hier nur gelerntes reproduziert wird – daher auch aus meiner Sicht weitgehend langweilig und ab einem gewissen niveau völlig uninteressant.

Schreibe einen Kommentar zu Vineyard Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.