Die Falcon 9 – zum Nachrechnen

Nun, da man sehr bald meine Wette einlösen kann – der nächste Start wird der letzte der „v1.0“ Version sein. Diese war die, die aktuell war als ich die Wette vor vier Jahren startete.Ich will an der Stelle mal eigen, warum ich mir damals so sicher war, dass die Angaben falsch waren. Meine Werte kamen durch Simulation mit Nutzung der damals bekannten Angaben von SpaceX und Ergänzung durch Schätzung aufgrund bekannter Werte ähnlich aufgebauter Werte zustande, doch will Ich hier mal zeigen wie auch ein Laie mit einem Taschenrechner sehr einfach beweisen kann, dass SpaceX da einen Wurm drin hat, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Es geht im detail um die angaben für GTO und LEO. Basis ist dafür nicht die dauernd sich ändernden Angaben auf der Website, sondern der seit 2009 unveränderliche Users Guide, der sich an zahlende Kunden wendet. Man sollte diese Angaben also als Verbindlich anzusehen.

Auf S.19 des Users Guide wird eine Angabe für die LEO Nutzlast gemacht: 10.454 kg in einen 200 km hohen Orbit mit einer Inklination von 28,5 Grad. Die Nutzlast in Standard GTO (Apogäum 35786 km, 28,5 Grad Inklination) beträgt nach S.23 des Users Guide 4536 kg. Auf der Websitewird der spezifische Impuls zu der zweiten Stufe zu 342 s = 3354 m/s angegeben.

So nun der Ansatz wie man eine Schätzung der Prüfung der Werte machen kann. Eigentlich ist der Ansatz dazu gedacht, die Trockenmasse der zweiten Stufe abzuschätzen, doch wenn man ihn durchrechnet, so wird man sehen, dass da etwas nicht stimmt.

Die Überlegung ist folgende: Der geostationäre Orbit hat einen höheren Geschwindigkeitsbedarf als ein 200 km zirkularer Orbit. Er kann bei einem gemeinsamen Perigäum vojn 200 km und unveränderter Inklination leicht zu 2454,7 m/s berechnet werden. Aufgrund der höheren Geschwindigkeit muss die Nutzlast abnehmen. Die Zielgeschwindigkeit einer Stufe ist nach Ziolkowski leicht berechenbar nach v = spezifischer Impuls * ln (Startmasse / Brennschlussmasse)

Nun der Ansatz: die Falcon 9 ist eine zweistufige Rakete. Sie hat nach COTS Presskit eine Startmasse von 314 t. Da diese Mission in den LEO Orbit geht dürfte dies der Maximalnutzlast entsprechen. Was verändert sich, wenn nun ein GTO Start durchgeführt wird?

Nun für die erste Stufe wenig. Die Startmasse sinkt von 314 auf 308 t. Die Brennschlussmasse ist unbekannt, doch nimmt man eine Schätzung basierend auf Erfahrungswissen an, so dürfte die Erste Stufe rund 260 t wiegen und die zweite etwa unter 50 t. Die Brennschlussmasse liegt dann bei etwa 70 bis 75 t. Kurzum, das verändert den Teiler Startmasse / Brennschlussmasse bei der ersten Stufe kaum. Als Resultat müsste die Geschwindigkeit die die erste Stufe aufbringt bei beiden Fällen in etwa die gleiche sein.

Die zweite Stufe wird den Hauptteil der Geschwindigkeit aufbringen müssen. Für sie ändert sich vor allem die Brennschlussmasse. Die Startmasse wird nun bei 54 bzw. 60 t liegen. Die Brennschlussmasse dagegen bei 13 bzw. 7 t. Der Teiler beträgt dann einmal 7,7 und einmal 4,6 weshalb die kleinere Nutzlast mit einer höheren Geschwindigkeit korrespondiert.

So nun ein Ansatz mit dem ich normalerweise eine Abschätzung der Trockenmasse der zweiten Stufe mache. Der Ansatz ist folgender: Wir gehen davon aus, dass bei einer GTO Mission nicht die Nutzlast kleiner ist, sondern die Differenz an Nutzlast zum LEO Orbit in Form von Treibstoff transportiert wird. Sobald die Geschwindigkeit des LEO Orbits erreicht wird, besteht die „Nutzlast“ dann noch aus 4536 kg Satellit und 104354-4536 = 5918 kg Treibstoff. Das reduziert die Zahl der Unbekannten (Vollmasse / Leermasse beider stufen) von 4 auf 1. Die Frage ist nun, ob diese Vereinfachung zulässig ist. Nun man kann diese Methode ja bei anderen Raketen durchführen und wird feststellen, dass sie eher zu niedrige Werte für die zweite Stufe liefert, die jedoch nahe an den realen sind. Sie ist deswegen „optimistischer“, weil in der Natur natürlich die gesamte Masse nicht nur aus Treibstoff besteht, sondern auch aus Tanks.

So nun der Ansatz. Wir können folgende Gleichung aufsetzen:

2454,7 m/s = 3354 m/s * ln ((10454 kg + x) /( 4536 kg + x))

(nach Ziolkowski unter Benutzung oben angegebener Werte)

x ist die Trockenmasse der zweiten Stufe. Wir formen nun um:

0.7318 = ln ( (10454 + x) / (4536 + x ))

2.079 = (10454 + x) / (4536 + x)

9200,4 + 2.079 x = 10454 + x

1.079 x = 1253,6 kg

x = 1162 kg

Nach dieser Rechnung sollte die zweite Stufe leer nur 1161 kg wiegen. Doch dies kann nicht sein. Andere Angaben von SpaceX über Schub und Brennzeit der zweiten Stufe sprechen lassen die Treibstoffzuladung auf 47 t berechnen. Ein Merlin 1C wiegt 640 kg, das würde heißen, wenn man Schubgerüst, Lenkung etc. noch vollständig ignoriert, dürften die Tanbks nur 500 kg wiegen, und das ist unrealistisch. Andere Dokumente die inzwischen vorliegen, sprechen von einer Leermasse von 2957 kg, ich hatte damals 3000 kg angesetzt. Die Folge ist natürlich, dass bei 3000 kg Leermasse die Nutzlast (wenn die für den LEO korrekt ist) nur noch 2698 kg beträgt.

Doch es kommt noch schlimmer. Wenn man versucht mit realistischen Werte zu arbeiten die man von anderen Raketen kennt, dann kommt man auch nicht auf die 10,5 t LEO Nutzlast, sondern nur etwas über 8,2 t. Ich glaube auch, dass diese Nutzlast beim letzten Flug nicht überschritten wird, denn nach SpaceX Angaben hat die Dragon (mit 20% Sicherheitsreserve) eine Startmasse von 4,9 t trocken und fasst 1,29 t Treibstoff. Die letzte Nutzlast war mit Verpackung knapp unter 1 t schwer. Das sind zusammen dann 7,19 t. Wenn also SpaceX nicht beim letzten Flug nochmals 3 t mehr transportiert habe ich meine Wette gewonnen.

Man kann das aber auch an der nun angekündigten „v1.1“ Version sehen. Ihre Startmasse ist um 52% höher. Die LEO-Nutzlast aber nur um 26 %, die GTO Nutzlast steigt aber nur um 6,9%. Tja, da sieht man dann dass man doch nicht einfach die Physik mit Planvorgaben umgehen kann. Daher zum Abschluss mal noch eine kleine Tabelle, welche die sich laufend ändernden Nutzlastangaben von SpaceX veranschaulicht:

 

September 2005 März 2006 Juni 2006 August 2007 Juni 2008 Juli 2008 Januar 2009 März 2010 / Users Guide Juli 2010 Dezember 2010 Mai 2011 (für Starts ab 2013) Mai 2012
Nutzlast
LEO (kg)
8.700 9.300 10.320 10.400 12.500 9.900 10.450 10.454 11.500 9.800 16.000 (v1.1)
10.450 (v 1.0)
13.230 kg
Nutzlast
GTO (kg)
3.400 3.400 4.536 5.070 4.640 3.600-4.680* 4.536 5.000 (v1.1)
3.000 (v1.0)
4.850 kg
Nutzlast
SSO (kg)
8.560
Startkosten
(Millionen Dollar):
27 35 57,75 46,8 36,75-57,75 49,9-56,6 54-59 54
Bemerkung: neue Version „v1.1“ neue Version „v1.1“

 

Offensichtlich sind die Falcon 9 Raketen die andauernd ihre Leistungsdaten verändern …. Zwischen höchster Angabe und niedrigster liegt fast der Faktor 2.

Ach ja und hier die Nachlese zum angeblichen Superstart im Oktober, wenigstens von der NASA erfährt man einiges was schiefgegangen ist. So verwendet das „für bemannte Einsätze“ vorgesehene Dragon Raumschiff Computer ohne strahlengehärtete Elektronik, die dann auch schon einen Tag nach dem Start ausfällt….

http://www.spaceflightnow.com/falcon9/004/121114anomalies/#.UKSekYeqkmw

23 thoughts on “Die Falcon 9 – zum Nachrechnen

  1. Ich bin dem Link gefolgt und habe das durchgelesen.
    Da braucht man bei einer bemannten Mars-Expedition mit Space-X Technologie wirklich keine Rückkehr-Mission.

  2. Der User’s Guide bezieht sich aber auf den nie gebauten Block 2 der Falcon 9 (v1.0). Von daher ist deine Wette hinfällig, weil SpaceX inzwischen ihre Pläne geändert haben.

    Was die Kunden angeht kann es denen herzlich egal sein, ob die Rakete beim Start 330t oder 480t wiegt. Solange die versprochene Leistung zum versprochenen Preis geliefert wird. Denn SpaceX verkauft keine Raketen, sondern Dienstleistungen.

    In der Hinsicht hat SpaceX wegen des verlorenen Orbcomm Satelliten ein Problem, auch wenn dort wohl im Vorfeld klar gesagt wurde, dass er eine Sekundärnutzlast ist und deswegen keine Priorität geniesen wird.

  3. Na klar, SpaceX hat die nicht gebaut, da sie sonst die Wette verloren hätten….
    Auch eine neue Sicht der Dinge. Das Block II Design sollte nur etwas schwerer als die „v1.0“ sein (333 zu 314 t). Damit kann man dann nicht den gravierenden Unterschied begründen. Im Prinzip ist es diesselbe Rakete, nur mit etwas schubstärkeren Triebwerken und daher stärker gefüllten Tanks. Das bringt dann etwas doch eben keine 200% mehr Nutzlast. Dass die nun um 60% schwerere Falcon 9 „v1.1“ nur 10% mehr transportiert zeigt, ja dass die Nutzlast irrealistisch ist.

    Übrigens hat das DLR auch die Rakete durchgerechnet (stand in einer der letzten Countdown Ausgaben) und ist zum selben Ergebnis gekommen.

    Zum Orbcomm: Dass er keine Umlaufbahn erreichte, obwohl die Dragon sehr leicht war (7,2 t also weit unterhalb der „offiziellen“ Nutzlast und unterhalb der realistischen Nutzlast) zeigt, wie es um die „Engine Out capability“ bestellt ist – sie ist gegeben, nur muss dann die Nutzlast deutlich kleiner als die angepriesene Maximalnutzlast sein. So gesehen relativeren sich auch die Preise.

  4. Auf der Seite des Econmist ist ein Interview mit Herrn Musk gepostet. Ich hab’s mir noch nicht angucken können, nur den Beginn, und er sagt etwas von den vertikalen Landemöglichkeiten der zukünftigen Version seiner Falcon 9 Rakete auf der Erde, wenn diese zurück aus dem All kommt… http://www.economist.com/blogs/pomegranate/2012/11/palestine-refugees-and-conflict-syria?bclid=0&bctid=1982006903001
    Obwohl der Name des links vermuten lässt, dass er nichts mit Space X zu tun hat, führt er seltsamerweise dennoch zum Video. Hab’s gerade ausprobiert.

  5. Tja Musk schlägt jede Satire die ich mal unter „Leon Kums“ (anagramm) hier gepostet habe…. Bevor die Firma den bach runter geht werden die Anklüdnigungen immer unrealistischer. Wie siehts aus?
    Börsengang mehrfach verschoben (da müsste man Bilanzen vorlegen)
    Bisher Flaocn 1 entwickelt, 5 Flüge, dann wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.
    Falcon „v1.0“ entwickelt. 4 Flüge, wird ebenfalls wegen Unwirtschaftlichkeit eingesetzt.
    Aber die „V1.1“ soll alles schlagen. Und die Heavy erst. Nur hat die Heavy gerade mal einen gebuchten Starts und alle Starts in den GTO von SpaceX könnten ILS oder Arianespace innerhalb eines Jahres ausführen. Die Kunden haben zudem soweit bekannt Ausstiegsklauseln und Backupflüge gebucht.

    Na ja und nun natürlich das Marsprogramm für ein Drittel des Preises der ISS bei 80.000 Kolonisten. Nächsten Monat kommt bestimmt die Tankstelle auf Titan die alles noch billiger macht und übernächsten Monat wird man dann bei Uranus und Neptun nach Diamanten bohren und SpaceX wird jedem Einwohner der Erde ein Diamantenkollier schenken….

  6. Mittlerweile sind Musks megalomanische Phantasien auch auf Spiegel Online aufgetaucht: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/elon-musk-traeumt-von-mars-kolonie-fuer-80-000-menschen-a-869116.html
    Auch der Spiegel-Reporter scheint es nicht so richtig glauben zu können. Ich selbst schwanke etwas zwischen Unglauben, Bestürzung und Belustigung.
    1. Wir leben in einer Kultur der Meinungsfreiheit, aber DARF man tatsächlich solchen Unsinn erzählen? Nun, anscheinend. Darf man ihn für bare Münze verkaufen? Anscheinend!
    2. Vollständig wiederverwertbare Rakete! Ohne Mehrstufensystem schafft das Ding es nie über den LEO hinaus! Sie soll mit Sauerstoff und Methan angetrieben werden. Hierzu nur folgender Link, ohne Kommentar: http://www.bernd-leitenberger.de/blog/2009/01/09/fluessiges-methan-als-raketentreibstoff/ Die vollständige Wiederverwertbarkeit wird das System mit höherer Trockenmasse und damit geringerer Leistungsfähigkeit bezahlen. Auf den Mars oder zur Erde? Glaube ich nicht!
    3. Praktisch kaum „harte“ Fakten, der Rest liest sich wie ein Märchen, das der Großonkel seinen kleinen Neffen vorliest. 500.000 $ pro Ticket, 80.000 Kolonisten! Und das in naher Zukunft?? Was hat der Typ für ein Gras geraucht? Nichts zur Infrastruktur, die aufgebaut werden muss, fast nichts zu den Beförderungsvehikeln zum Mars (die pro Flug zumindest einige hundert Tonnen befördern können müssen), völlig abwegige Preisvorstellungen, nichts über die Finanzierung, neee!
    Ich habe manchmal das Gefühl, dass einen Typ Mensch gibt, der meint, durch Worte die Realität nach eigenen Wünschen formen zu können. Und damit das, was erwünscht wird, vielleicht irgendwann eintritt, wird erst einmal kräftigst übertrieben, damit nach den nötigen („realistischen“) Abstrichen überhaupt etwas übrig bleibt. Das ist die Rechnung des auf Eigengewinn bedachten Geschäftsmannes oder Politikers. Er vergisst nur, dass alle Glaubwürdigkeit dabei flöten geht und er seiner Sache damit letzten Endes einen Bärendienst erweist.
    Schade drum…

  7. @Philipp K.: Es gab bis vor kurzem noch einen Mann, der meinte, „durch Worte die Realität nach eigenen Wünschen formen zu können“.

    Er hat es aber im Unterscheid zu Leon Musk 😉 auch geschafft. Er war zuletzt hauptsaechlich im „Telefongeschaeft“ aktiv 😉

  8. Ich bin voll dafür, das SpaceX ihre 160 bis 200t Raketen entwickelt! (Anmerkung von Phillip K. zum Raptor und LNG/LOX)
    Das beschleunigt den Niedergang der Firma rapide.
    Der Markt für eine solche Rakete ist – Moment ich muss genau nachrechnen – er ist genau Null. In Europa will man eine kleinere ariane 6 bauen, die Falcon heavy hat gerade mal einen einzigen gebuchten Start und SpaceX plant eine 5-10 mal größere Rakete…. Selbst unter günstigen Umständen kostet das eine Menge Entwicklungskosten die nicht wieder reinkommen.

  9. Ach Bernd, ich glaube, Du verstehst den Mann nicht. Der macht es genauso wie man es beim Space Shuttle gemacht hat: Erst bauen, und dann mal sehen, was man damit machen kann. Ideen gibt es ja anscheinend genug. Ob der „Frachtraum“ der Rakete dann am Ende auch richtig dimensioniert ist, wird man sehen, ansonsten muss man halt die Nutzlasten entsprechend anpassen… – und wer weis, vielleicht überrascht er uns demnächst ja doch noch mit irgendeiner Antigravitationstechnologie, die bisher noch streng geheim ist…. 😀

    Und falls es jemand nicht verstanden hat: Dieser Beitrag ist natürlich Satire.

  10. @Pragmatiker:
    Meinst Du Steve Jobs? Ja, ich gebe zu, es gibt Menschen, deren Worte tatsächlich die Realität bis zu einem gewissen starken Ausmaß formen. Grundsätzlich tut es jedes Wort, wie auch jede Handlung, nur in höchst unterschiedlichem Ausmaß. Der Angelhaken: Wenn es funktioniert, dann unvorhersehbar, wie lange und wie lange gut. Für Hitler lief’s ja eine Zeit lang auch gut, aber irgendwann klappte es nicht mehr mit dem Realitätformen durch Worte.
    @Bernd:
    Grundsätzlich spricht gegen eine richtig große Schwerlastrakete ja nur, dass der derzeitige kommerzielle Satellitenmarkt diese nicht braucht. Den kommerziellen Satellitenmarkt brauchte man allerdings auch erst, als es diesen schon gab. Selbst zu Zeiten der Industrialisation kam die Menschheit noch lange ohne Satelliten aus. Mit anderen Worten: Sollte es irgendwann nötig sein, schwere Infrastruktur in den Orbit zu befördern, braucht man solche Raketenmonster mit über 100 t Tragkraft in den LEO (vielleicht sogar darüber hinaus). Das wird allerdings erst dann geschehen, wenn der Mensch Ressourcen im All entdeckt, die die Erde ihm nicht liefern kann. Wir sind perfekt an unseren Planeten angepasst, bis jetzt konnte er uns mit allem versorgen, was wir brauchen. Ob das die Firma Planetary Resources ändern wird? Irgendwie zweifle ich daran, aber es ist zumindest ein Schritt in die Erschließung des Weltalls, der irgendwann Schwerlastraketen notwendig werden lassen könnte. Hängt natürlich davon ab, was dort gefunden wird!
    @Hans:
    Dass Musk noch nicht in die Entwicklung eines effizienten nuklearen MHD-Generators investiert hat, verstehe ich nicht…:-)
    Siehe hier: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/24112012212740.shtml

  11. Mal ganz allgemein, vielleicht schreib ich das auch noch mal als email.

    Beim letzten Kommentar von Philipp K. liesst man unten von einem „nuklearen MHD-Generator“. Was zum Geier bedeutet MHD in diesem Zusammen jetzt wieder? – Habe jetzt zwar auch das Glossar auf der Webseite entdeckt, aber da steht es nicht drin, es sei denn, es ist tatsächlich die „Magnetohydrodynamik“ gemeint, was die Wikipedia als eine mögliche Begriffserklärung liefert.

    Das Glossar begrüsse ich übrigens sehr. Aber das könnte wirklich noch ausgebaut, und vor allem alphabetisch sortiert werden. Ach ja, und ich suche sowas nicht in einer Unterrubrik wie Grundlagen, sondern auf einer Hauptseite. Folglich finde ich es auch erst irgendwann einmal (oder auch nicht), obwohl ich die Seite prinzipiell schon ein paar Jahre kenne…

    Als weitere Begriffe schlage ich folgende vor: Die Namen L1..L5 der Librationspunkte noch mal extra aufzuführen, ebenso wie die Bezeichnung „Lagrange-Punkte“.
    Und die vielen Abkürzungen für Treibstoffe, wie LOX, LHD, wwi (das steht für „Was Weis Ich“)

    Ich glaube, dazu wird noch mehr von mir kommen…

  12. Na ja das wird jetzt schon ziemlich off-topic. Obige Website ist ja primär ein Nachrichtenportal mit Forum. Aber es ist gemeinnützig und wird nicht von Journalisten betrieben. Während bei den Nachrichten in den US-Medien daher jeder Fachbegriff erklärt wird und alle möglichen Sachen noch als Hintergrundinfos erläutert werden fällt das dann leicht unter den Tisch, weil man es selbst ja kennt. Dafür sind Nachrichtenmeldungen auf US-Seiten auch ziemlich lang mit wenig Informationsgehalt. Ich schaue trotzdem da zuerst nach und nicht bei Spiegel, Raumfahrer.net oder Zeit, weil ich möglichst an der Quelle unverfälscht alles lese. Bei mir gibts übrigens auch kein Glossar.

  13. Natürlich gibt es einen Markt für große Raketen in den USA, sogar per Gesetz festgelegt, namentlich dem „National Aeronautics and Space Administration Authorization Act of 2010“ – Abschnitt 301, der die Entwicklung einer Rakete mit 70-100t Nutzlast, ausbaufähig auf wenigstens 130t, bis Ende 2016 gesetzlich festgeschrieben hat.

    Wenn man sich anschaut, wie der korrupte Haufen rund um die Ares-5/SLS dabei vorgeht und Milliarden über Milliarden verschwendet, hat SpaceX alle Chancen auf dieser Grundlage ihre Raketen zu verkaufen … zu einem Bruchteil der Entwicklungs- und Baukosten.

    Die US Regierung hat sich für SpaceX bisher jedenfalls als sowohl dankbarer als auch dringend bedürftiger Kunde erwiesen.

  14. Moin,

    > Das Gesetz beauftragt aber eine Regierungsorganisation eine zu entwickeln, nicht eine zu kaufen….

    um so besser. Dann darf SpaceX Powerpointless Folien verkaufen, ohne den Zwang den Scheiß auch produzieren zu müssen. Wir wir alle wissen, ist das der Bereich wo sie wirklich gut sind.

    ciao,Michael

  15. @Bernd:

    > Bei mir gibts übrigens auch kein Glossar.

    Häh? und was ist das? http://www.bernd-leitenberger.de/raumfahrtbegriffe.shtml

    @Philipp K.:
    Ah, danke für die Info. Übrigens: wenn ich es mit recht überlege, werden wir in einigen Jahren (Jahrzehnten?) wahrscheinlich wirklich Schwerlastraketen brauchen. Ob die dann 50 oder 100 Tonnen ins All heben ist dann wie heute auch eine Frage der Anwendung. Ich denke aber, das man dann hingehen wird, und beispielsweise eine Raumstation aus grösseren Modulen aufbaut, als jene, aus denen die ISS besteht. Und die können damit auch gleich voll bestückt gestartet werden, und nicht wie bei der ISS, dass Module erst dann vollständig ausgerüstet werden, wenn sie schon um die Erde kreisen.

  16. Ein Markt ist, wenn es Produzent und Kunde gibt. Einen „Markt“ ohne Kunde nennt man einfach Müllhalde. Daran kann auch ein ganzes Gesetzbuch nichts ändern.

    Sicher wäre eine Schwerlastrakete für den Bau einer Raumstation nützlich. Das setzt allerdings voraus, daß eine gebaut werden soll, und im Moment ist nichts in der Richtung geplant. Eher ist zu erwarten, daß die Produktion dieser Schwerlastrakete wie die Saturn 5 eingestellt wird, bevor man sie wirklich braucht. Die nicht vorhandene Planungssicherheit bei der NASA machts möglich.

  17. Ja okay, die nicht vorhandene Planungssicherheit bei der NASA ist wirklich ein Problem. Aber ist das eigentlich bei der ESA viel anders? – Hab mich damit noch nicht wirklich beschäftigt.

    Und was die Raumstation angeht, so war die nur eine Idee. Ich schätze, sobald wieder grössere, umfangreichere Planetenmissionen kommen, wird man sie auch brauchen können. – Vor allem, wenn man Satelitten in Bahnen um Uranus, Neptun oder gar im Plutosystem plazieren will, wird da ja einiges an Treibstoff zum Bremsen nötig…

  18. Schwere Planetensonden sind vor allem eins: teuer. 100 Milliarden für eine bemannte Raumstation – kein Problem. 5 Milliarden für eine unbemannte Mission – viel zu teuer. Siehe Hubble, und das kommt noch ohne Schwerlastraketen aus. Solange da kein radikales Umdenken erfolgt, wird es mit Schwerlast-Planetensonden wohl nichts.

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