Der Traum von den unnützen Dingen

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Auf mein heutiges Thema kam ich durch eine Fernsehsendung in der jemand einen Chopper geschenkt bekam. Nun da mir das nichts sagte schaute ich mal nach. Und siehe da ein Chopper (als Fahrrad) ist ein tiefergelegtes Modell, das wohl irgendwie an ein Motorrad erinnern soll. Dazu gehören unterschiedliche Reifen (hinten 20 Zoll, vorne 24) und hinten meist auch erheblich dicker. Andere Bezeichnungen sind auch Beach Cruiser. Irgendwie erinnerte mich das an ein Fahrrad das ich in meiner Jugend gerne gehabt hätte – ein Bananenfahrrad, oder wie es korrekt heißt „Bonanzarad“. Ich habe seit ewigen Zeiten keines mehr gesehen. Eine kleine Recherche zeigte dann auch das sie seit 1980 nicht mehr gebaut werden. Früher fand ich einfach nur das Aussehen „cool“ mit dem Bananensattel und der V-förmigen Vordergabel. Nachdem ich nun weiß, das es ein Vorläufer des BMX Fahrrades ist und nur 20 Zoll Räder hat (bei Jugendlichen kein Ding, aber als Erwachsener kann man da ziemlich strampeln) wäre es wohl nichts für mich. Trotzdem habe ich nachgeschaut und siehe da, eine Firma fertigt bis heute Bonanzaräder, wie z.b. das hier. Da gibt es dann auch abgefahrene Chopper Bikes. Mein Liebling ist das hier mit V-Gabel.

Sowohl Chopper wie auch Bonanzarad haben einen gravierenden Nachteil für mich: sie sind unnütz. also sie sehen toll aus, man kommt mit ihnen auch von A nach B, aber ich fahre nicht zum Selbstzweck, sondern zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Schwimmen. Immer habe ich etwas dabei oder kaufe was ein. Die Räder haben aber keinen Gepäckträger und mit nur einem Gang tut man sich auch schwierig. Also hügelig ist es bei und nicht, doch eben auch nicht. 30 bis 60 m Höhenunterschied gibt es schon und da mir in den letzten beiden Wintern schon die Gangschaltung eingefroren ist weiß ich wie das mit nur einem Gang ist. Beim Chopper ist der hintere Reifen recht breit – hoher Rollwiederstand und auch die Position beim Strampeln ungünstig. Kurzum: sieht toll aus, ist aber äußerst unpraktisch. Ich befürchte auch ich bin für beide Räder zu groß. Zumindest beim Bonanzarad habe ich angesichts dieses Bilds meine Zweifel.

Das ist nicht das einzige. Vor ein paar Jahren bin ich mal bei einem Schwertshop vorbeigekommen und seitdem schaue ich immer wieder mal rein. wozu ich ein Schwert brauche? Keinen blasen Schimmer, macht sich aber sicher gut im Zimmer – wenn ich Platz dafür hätte. Dann träume ich seit Jahren von einem 6 Zoll Refraktor, dabei komme ich nicht mal dazu mit den beiden Teleskopen die ich habe zu beobachten und immer wieder liebäugele ich mit einer Spiegelreflexkamera wie der EOS 1100D. Ich habe mir 1989 eine Spiegelreflex gekauft um Himmels Fotografie zu betreiben aber dann auch so fotografiert. Die Möglichkeiten vor allem mit dem geschickten Einsatz von Unschärfe sind schon ganz nett, aber Astrofotografie mache ich seit längerem nicht mehr und beim normalen Fotografieren reicht meine Canon S1 auch aus. Auch den Computer könnte man noch aufpimpen, z.b. mit einem NAS als Backup. Nur habe ich nur einen Computer, da reicht auch eine externe Festplatte und zwei 27 Zoll  Monitore, hochkant wären auch besser als die derzeitige 24 / 20 Zoll Kombination.

Alle Dinge könnte ich mir bequem leisten aber kein einziges werd ich mir kaufen. Warum? Weil ich Vernunftsmensch bin. Ich brauche die Sachen nicht, ich habe keine Verwendung für sie, oder keine Zeit. Was aber Spaß macht isst ab und an sich vorzustellen man hätte die Sachen. Ich denke ich bin aber die Ausnahme, die meisten haben sicher etliche Sachen die sie nicht brauchen. Vor allem Frauen sammeln Dinge wie Schuhe und Handtaschen, die so ab 20 bis 30 Stück sicher nicht mehr notwendig sind. Aber meiner Meinung nach ist das Stöbern viel spaßiger. Wer auch so was mag: PEARL verkauft neben sinnvollen Sachen auch viel überflüssiges Zeug und Sachen die man wirklich nicht braucht wie USB-Raketenwerfer, Hubschrauber die im Zimmer fliegen können etc.

Habt ihr auch so Sachen die ihre eigentlich nicht braucht und ab und doch danach stöbert. Oder seid ihr solchen Wünschen nachgegangen und habt etwas gekauft was ihr nicht braucht?

16 thoughts on “Der Traum von den unnützen Dingen

  1. Nach solchen Dingen stöbern die man gerne haben würde aber nicht braucht mache ich meist, wenn ich mal Zeit und Langeweile hab und einfach so im I-Net rumdaddel. Abgesehen von ein paar Ausnahmen bleibts auch meist nur bei der Vorstellung. Aber wenn ich doch mal zuschlage und mir was hole, benutze ich es dann auch.
    Was bei mir nur aufgefallen ist, in den letzten Jahren wurden hin und wieder ältere Sachen durch neuere (gebrauchte) ersetzt. Bspw. Laptop/Handy. Die Alten funktionieren noch einwandfrei, allerdings haben sich meine Anforderungen erhöht. Teilweise liegt das allerdings auch an den Hardwarevoraussetzungen aktueller Software. Zwar habe ich bei Linux immer auch aktuelle Software, welche sehr geringe Anforderungen hat, aber bspw. für Online Videos (mediathek, youtube etc…) braucht man halt meist aktuellen, aufgeblasenen Kram mit höherer Hardware Anforderung. Man kann sicher auch diese Sachen mit den alten Rechnern und aktueller Software hin bekommen, dies ist jedoch weniger bequem.
    Die alten Sachen sammeln sich nun über die Jahre an und ich kann mich nicht dazu überwinden sie zu entsorgen. Sie funktionieren ja noch! Verkaufen lohnt nicht, aber wenn ich die Gelegenheit habe verschenk ich immer mal was an Freunde oder Bekannte, die noch gar kein Laptop/Handy/wasauchimmer haben.

  2. Das Stöbern auf Raumfahrtseiten könnte man auch dazu zählen. Selbst wenn man das Geld hätte – wie kriegt man eine Saturn V ins Wohnzimmer? 🙂

    Für die Datensicherung bei nur einem Rechner braucht man keine externe Festplatte, eine zweite interne tut es auch. Das spart Geld und man hat nicht noch einen Kasten mehr rumstehen.

  3. Zur Saturn: Man kann sie fürs Wohnzimmer kaufen In der Form:
    http://www.amazon.de/Revell-04805-Modellbausatz-Apollo-MaÃYstab/dp/B000JI69OY
    Wenn ich nicht zwei linke Hände hätte, hätte ich mir das schon lange gekauft.

    Zum Gebrauchten: Ich habe als meine Canon S1 IS kaputt war eine weitere gebrauchte gekauft, anstatt einer neuen mit viel mehr Megapixel. lieber gute Bilder mit 3 MP auch bei schlechtem Licht, als verrauschte 10 MP.

  4. Ich stehe auf alte, analoge Synthesizer. Davon habe ich mir auch schon ein paar gekauft, wohl wissend, dass ich wahrscheinlich sowieso keine Zeit habe, damit Musik zu machen. Für gelegentliches Rumklimpern sind die zu teuer, das beste Stück hat knapp 3000DM gekostet. Aber es ist zumindest gut zu wissen, dass ich mittlerweile bei eBay dafür bestimmt 5000€ bekommen könnte.

  5. Ich stöbere auf Flohmärkten, Werkstoffhöfen (die, die stöbern noch erlauben) und manchmal im Internet nach alten C64.
    Die repariere ich dann, warte sie (Elkos austauschen, Schutzdioden einbauen etc.) und motze sie auf (Verpasse dem Gehäuse EMV-Abschirmung, sockel die ICs, tausche ICs gegen stromsparendere Äquivalente). Danach verkaufe ich sie weiter für wenig Geld.

    Weniger weil ich jetzt unbedingt löten und umbauen will. Ganz bestimmt nicht wegen dem Geld, weil ich immer auf Verlust arbeiete.
    Nein, weil ich verhindern möchte, dass die Lieblinge meiner Jugend auf dem Müll landen.
    Generell landet bei mir fast nie Hardware auf dem Müll, der noch irgendwie verwendbar ist. Eine Kaufentscheidung treffe ich bei Hifi und Computerausrüstung immer nach dem Gesichtspunkt, ob zu erwarten ist, dass das Teil mindestens 8 bis 10 Jahren ordentlich verwendet werden kann.

  6. Ich hab hier noch meinen alten Commodore 128 samt Monitor, Diskettenlaufwerk und Drucker. Dazu noch einen Amiga 500 mit Monitor und so diversen anderen Kram, den ich nie wirklich Nutzen kann oder werde. Vor allem hab ich mir mal jede Menge Bücher zu Themen gekauft, die ich zwar Interessant und auch nützlich fand, komme aber kaum dazu, sie zu lesen.
    Und Schwerter wirken sich an den Wänden sehr dekorativ, wenn man einen Sinn dafür hat. Viele sind ja auch nur zur Deko da. Wenn man versucht, damit zu fechten, dann bricht die Klinge relativ schnell knapp unter der Parierstange ab, weil sich da meisst die Sollbruchstelle befindet. Ein Schaukampf taugliches Schwert kostet mindestens um die 300€ und die Investition lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn man mit dem Ding auch umgehen kann. Aber so ein Teil darf dann auch nicht mehr so einfach an der Wand hängen. D.h. es darf schon noch an der Wand hängen, aber nicht ohne grösseren Aufwand (mehrere Schrauben lösen) abnehmbar sein.

    Und was die Raketenmodelle angeht: Da wird sich doch sicher jemand finden, der Dir das Teil zusammen baut, oder nicht? – Ich würde mir wahrscheinlich dieses Modell ins Zimmer stellen. Und wo wir gerade dabei sind: Als Kind hab ich mal gesehen, wie einer ein ganze menge Modellflugzeuge an der Zimmerdecke hängen hatte. Bei einer entsprechenden Wohnung mit mindestens 3,5 meter hohen Wänden würde ich das auch machen…

  7. @ Michael,
    ich hab nen C64 vom Sperrmüll gerettet, kann so was einfach nicht liegen lassen. Damals hatte ich keinen, war mir zu teuer und heute, wenn ich ehrlich bin hab ich keine Lust zu testen ob das Ding noch funktioniert. Hab auch keinen Bilschirm, Netzteil oder Software.

  8. @frank (eic): Also was den Bildschirm angeht, so genügt ein Fernseher, sofern der noch über die gewöhnliche Antennenbuchse verfügt. Der Netzstecker (am Gerät) ist ein 7 poliger DIN-Stecker, wie es sie auch an HiFi-Geräten gab, bevor die Cinch-Stecker den Markt erobert haben. Die Belegung ist (ohne Gewähr!):
    1: GND (Masse)
    2:
    3:
    4: N.C. (Not Connected)
    5: 5V DC (5V Gleichspannung)
    6: 9V AC (9V Wechselspannung)
    7: 9V AC (9V Wechselspannung)

    Wenn ich das in dem Buch, aus dem ich die Pinbelegung abgeschrieben habe, richtig deute, scheinen die Pinne 2 und 3 auch mit Masse belegt zu sein, bin da aber nicht sicher.

  9. Sehr sinnvolle Einstellung. Ich kenne so viele Menschen, die sich den ganzen Tag von ihrem ultrahart erarbeiteten Geld Dinge kaufen, fuer die sie nicht die Spur einer Zeit (und nebenbei auch keine Verwendung) haben. Paradebeispiel ist sicherlich die Digitale Spiegelreflex (weiss nicht, was Belichtungszeit bedeutet, braucht aber eine 1000 Euro-Kamera) und die Gitarre („ich wollte das schon immer mal lernen“), kann aber in der Disco noch nichtmal im Takt mit dem Kopf wippen…

  10. @Elendsoft: Eine interne Festplatte ist nur so schwer jeden Tag ein- und auszubauen… 😉 Sprich: Ein Backup auf einer internen Festplatte, also 1 cm neben der „Hauptfestplatte“, bringt absolut gar nichts, denn wenn sie Dir den Rechner klauen oder die Bude abbrennt, kannst Du Dir Dein Backup in die Haare schmieren 😉 Deshalb ist die einzig sinnvolle Moeglichkeit tatsaechlich eine externe Festplatte, die man an einem anderen Ort lagert, oder eben in der Cloud.

  11. Dann muß diese externe Platte aber auch wirklich nach jeder Datensicherung woanders hin geräumt werden. Am besten gleich in ein anderes Haus. Meistens bleibt die aber neben der Kiste liegen.

  12. Moin,

    zählen wir mal die unnützen Dinge in meiner Wohnung:

    – Ich besitze drei antike Nähmaschinen, die älteste, eine elektrische Pfaff 30, ist 105 Jahre alt, auch wenn die Pfaff 130 Doppelnadelmaschine eigentlich für alles was ich nähe reicht.

    – Ich besitze ein Segelboot, auch wenn ich weiß das bei andern mit segeln oder chartern erheblich günstiger ist.

    – Ich besitze einen Typenraddrucker und einen Schneidplotter die beide nur wenige male im Jahr in betrieb sind. Und ich spiele mit dem Gedanken mir einen HP12C zu kaufen, so lange es den noch gibt.

    – Ich habe zwei Android Geräte (Defy+ und Nexus 7), die eigentlich immer aus sind, weil ich bisher noch keinen Nutzen darin gefunden habe. Eigentlich wollte ich mir mal Android Programmierung anschauen, aber der Fluch des Programmierers sind unendliche Ideen vs. endliche Zeit.

    – Ich habe etliche Meter Bücherregale, obwohl ich alle Bücher schon gelesen habe.

    – Auch meine Schallplattensammlung wird immer noch größer, auch wenn mp3’s aus dem Internet umsonst sind.

    Was ich nicht unnütz finde, und hier genannt wurde: Ich habe 3 USB-Festplatten für Backup, die wöchentlich rotieren. Eine davon ist am Rechner angeschlossen, eine ist im Regal, und eine beim Nachbarn.

    ciao,Michael

  13. Zur Festplatte: ich mache beides. ein automatisches Backup sowohl filebasiert wie auch mit True Image auf die zweite interne und dann regelmäßig auf die USB Platte.

    Cloud hat noch den Nachteil, dass alle Programme einen eigenen Ordner erwarten und nicht die Ordner sichern die man schon hat. Schön Das wenigstens Michael K. was überflüssiges hat. Wobei ich Bücher nicht dazu zählen würde. Mir widerstrebt es ein Buch wegzuwerfen nur weil ich es mal gelesen habe (mal abgesehen von den Büchern die man sowieso mehrmals lesen oder zum Nachschlagen braucht).

  14. @Michael K:
    Ein Bücherregalt mit Büchern, die man schon gelesen hat, finde ich nicht sinnlos. Schließlich greife zumindest ich immer wieder mal da rein um Sachen nochmal zu lesen.

    Was ich absolut sinnlos halte sind Bücherregale, wo Bücher drin stehen, die niemals gelesen werden.
    Habe ich schon oft gesehen.
    Bei mir aber nicht! Mein Bücherregal ist eh schon genug vollgestellt.

  15. Moin,

    > Was ich absolut sinnlos halte sind Bücherregale, wo Bücher drin stehen, die niemals gelesen werden.

    das nennt sich dann Fachbereichsbibliothek, oder?

    ciao,Michael

  16. Nicht bei den Fächern die ich studiert habe. Da standen die Bücher die man zum Nachschlagen brauchte wie Rechtsvorschriiften, Urteile, Analysenverfahren für nicht gängige Stoffe, Spektren zum Vergleich …

    Bei Informatik habe ich die Bibliothek vor allem in den ersten Fächern gebraucht, weil wir da ein sehr hardwareorientiertes Grundstudium hatten und Bücher über Elektrotechnik, Digitaltechnik und Elektronik brauchte ich nun wirklich keine über die drei Semester hinaus.

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