Neues von der Bücherfront

Nachdem ich von BOD erfahren habe wie sie es bei Neuauflagen bei auslaufenden Verträgen handhaben, also ab wann die neuen für Autoren wesentlich günstigeren Konditionen gelten, habe ich mich entschlossen bei innigen Büchern neue Auflagen herauszubringen. Der Grund liegt einfach darin, dass eine 50% Marge bei ebooks nur bei Neuauflagen geht. Das bringt aber nicht nur mir was, sondern auch dem Käufer, weil das Buch dann nur knapp etwas mehr als die Hälfte der Printausgabe kostet (nicht ganz die Hälfte, weil 19% MWST noch drauf kommen).

Gerade gab ich eine neue Auflage von Ariane 1-4 in Auftrag – ergänzt um das Kapitel über die Ariane 4 XXL und ein Abkürzungsverzeichnis. Es wird eine Neuauflage von Gemini folgen, mit mehr Daten über den Gemini Bordcomputer und MOL, sowie etwas mehr zu den Trägerraketen. Bei dem Buch über die Diamant und Black Arrow nutze ich die Gelegenheit dort noch die OTRAG reinzupacken, ist ja auch eine „nationale“ Trägerrakete. Nur eine Neuauflage, ohne das ich was am Inhalt ändere, missfällt mir noch ein bisschen, daher bleibt es auch erstmal bei diesen drei neuen Titeln.

E-Books ziehen langsam an. Vor einem Jahr machten sie noch rund 10% des Umsatzes aus, Letztes Quartal waren es schon 30%. Sie fangen so auch den Rückgang bei den Verkäufen in Papierform auf, die für mich aber immer noch der wichtigere Weg ist. Ich bin halt „old fashinoned“ und das haptische Gefühl eines Buchs, das schnelle suchen beim Durchblättern, das kann mir ein e-Book nicht ersetzen. Immerhin sind die Grafiken bei den ebooks in Farbe – auch bei mir sind sie im Farbe, werden nur beim Druck eben nur in Schwarz/Weiss ausgegeben.

Inzwischen habe ich auch die Grenzen von Amazon ausgelotet, denn das bei Createspace veröffentlichte neueste Buch (Europäische Trägerraketen: Von der Diamant zur Ariane 6) gibt es nicht für den Kindle. Verrückt? Weil Kindle Direct Publishing doch die Hausplattform von Amazon ist? Ja, aber sie haben ein sehr komisches Vergütungsmodell. Es gibt zwei Gruppen: 35% und 70%. Das 70% Modell ist natürlich attraktiver, auch wenn es nicht Netto ist, es gehen noch „Transportkosten“ ab (ja das Verschicken von Büchern in elektronischer Form kostet bei Amazon was….). Das dumme ist nur: das 70% Modell hört bei 9,99 Dollar Verkaufspreis auf. Und 540 Seiten im A-4 Format, mit dem Inhalt aus zwei Bänden kann ich nicht für 9,99 Dollar, also weniger als 7 Euro verramschen. Mit dem 35% Modell ist der Band als e-book aber teurer als die Papierausgabe, zumindest wenn ich dieselbe Verdienstspanne haben will.

Das neue Buch ist aber in Papierform verfügbar, siehe dieser Link und ich habe mir gleich ein Exemplar und Michel Van für zwei Covergrafiken ein weiteres bestellt. Wer bisher noch nicht die beiden Bände hatte und sie ergänzt, um ein OTRAG Kapitel erweitert und in A-4 Format in einem Band schon immer haben wollte, sollte zugreifen. So viel Bernd Leitenberger für so wenig Geld gab es noch. Wenn ihr euch über den komischen Preis von 40,65 Euro wundert – Amazon sagte leider nicht, dass die 7% MWST noch drauf kommen, ich gab 37,99 Euro an.

Das wird nur der Anfang sein. Weitere Neuauflagen sind in Planung. Natürlich das Raketenlexikon 2, dann aber auch so in einem halben Jahr nach der Mission des letzten ATV George Lemaitre eine letzte Auflage des ATV Buchs  als Reminiszenz an ein Projekt das der ESA nun ja zu wenige „Herausforderungen“ bietet. wie kann man auch die Idee haben das Raumtransporter primär etwas transportieren sollten und nicht dazu dienen dauernd was neues zu entwickeln.

Leider geht es problemlos nur bei auslaufen Verträgen, in meinem Fall, alles was ich 2010/Anfang 2011 abgeschlossen habe. Einige Bücher die recht gut laufen wie die Computergeschichten sind aber deutlich jünger, da brächte mir eine Neuauflage nichts, denn in den Genuss der neuen Konditionen komme ich nur bei neuen Verträgen oder eben Altverträgen mit weniger als 1 Jahr Restlaufzeit.

4 thoughts on “Neues von der Bücherfront

  1. Ich finde ein Buch aus Papier immer noch angenehmer als ein e-book. Einen e-book reader nutze ich erst seit ein paar Monaten, dafür aber sehr intensiv, um Sachen zu lesen, die ich sonst online im Webbrowser lesen würde. (Oder ausdrucken würde.)
    Ein e-book reader (Hardware) hat im Vergleich zum Lesen am Bildschirm
    den Vorteil:
    – ich kann ohne Brille lesen
    – ich kann auf dem Sofa oder im Sessel lesen
    – der Text ist scharf (kein Antialiasing)
    – der Text ist in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund
    – ich bekomme keinen steifen Nacken
    – ich kann auch in der Straßenbahn oder im Zug lesen
    den Nachteil:
    – ich muß die Texte runterladen und auf den e-book reader transferieren (ist äquivalent zu drucken, und die Ausdrucke lesen)
    – blättern ist langsam (aber ok für Fließtext)
    – springen auf Lesezeichen, etc. ist zu langsam für Seiten, die man regelmäßig nachschlagen muß
    – Akkulaufzeit ist gerade so ausreichend für ein langes Wochenende (im Urlaub muß man den e-book reader aufladen können).
    – Bilder bzw. Zeichnungen in Graustufen sind möglich, aber nicht so recht vorgesehen. Auflösung ist dafür sehr begrenzt.
    – Farbe ist nicht möglich (es gibt farbige e-book reader, aber damit fallen ein Großteil der Vorteile weg. Dann besser ein Tablet.)

    Aus meiner Sicht für Romane, Novellen, Kurzgeschichten und alle Artikel, die man seriell von vorne bis hinten durchliest sehr schön, für alles worin man springen muß/will ist ein Buch aus Papier besser. (Ausdrucke auf Papier helfen hier auch nur, wenn man sie entweder bindet, oder an einem großen Schreibtisch sitzt.)

  2. Was mich noch abhält von den Ebooks, ist die Unsicherheit, was mit den Dateien im Fall eines Defekts passiert. Ein gedrucktes Buch stelle ich mir ins Regal, solange das Haus nicht abbrennt oder überflutet wird habe ich das Ding sicher. Bei Dateien geht das nicht so einfach, die sind bei gekauften Ebooks, Filmen, Musik usw. dann auch noch kopiergeschützt (was ja verständlich ist).

  3. Ein Buch ist auch noch lesbar, wenn ein Becher Cola oder Kaffee darüber verschüttet wurde. Bei E-Books ist meistens dann nicht nur eine Datei sondern viele futsch – mitsamt dem Lesegerät. Wie Andreas Buschmann erläutert hat hängt viel von der Art der Lektüre ab. Ich habe fast immer nur den Fall das ich was nachschlagen und suchen muss und wenn man nicht linear liest haben die Geräte eher mehr Nachteile als Vorteile (wenn man nur die Handhabung als Kriterium nimmt)

    Ach noch ein Tipp für Andreas Buschmann: man kann bei BOD auch Bücher drucken ohne dass sie in den Handel kommen, das kostet sogar gar nichts (BOD Fun). Einfach PDF hocchladen, ein Cover schnell auswählen und Titel anlegen und ausdrucken – schon hat man es als Buch anstatt als Papierstapel.
    Bei 200 Seiteen lägen die Herstellkosten eines 17 x 22 S/w Buvhes z.B. bei 5,60 Euro. Selber Drucken ist billiger, aber nicht viel billiger und dann hat man eben nur den Papierstapel denn man auch noch heften lassen muss.
    http://www.bod.de/verlage/preiskalkulation.html

  4. Ganz „interessant“ fand ich noch den Fall vor ein paar Jahren, als Amazon einfach gekaufte „Exemplare“ (oder wie nennt man das eigentlich?) von „1984“ und „Farm der Tiere“ von Geräten bei Kunden gelöscht hat, weil die Bücher „irrtümlich“ angeboten worden waren und Amazon eigentlich gar keine Rechte daran hatte.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/e-reader-kindle-amazon-loescht-digitale-exemplare-von-1984-a-637076.html

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzwelt-ticker-us-schueler-verklagt-amazon-wegen-geloeschten-orwells-a-639994.html

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