Meine Wünsche an den Raspberry Pi 3

Heute ist erneut kein Raumfahrt Blog dran sondern es geht um ein Computerthema. Alle nur an Raumfahrt interessieren können nur weiter wandern. Es ist ja nun seit einigen Monaten der Raspberry Pi Modell 2 draus und nach einigen Wochen der Tests möchte ich mal resümieren und meine Wünsche an das Modell 3 kund geben.

Der Raspberry wurde mal entwickelt um Leute an Computer heranzuführen oder Programmieren zu lernen. Daneben soll er einen Desktop ersetzen können. So scheibt es die offizielle Webseite:

„It is a capable little device that enables people of all ages to explore computing, and to learn how to program in languages like Scratch and Python. It’s capable of doing everything you’d expect a desktop computer to do, from browsing the internet and playing high-definition video, to making spreadsheets, word-processing, and playing games. „.

Was ihn von einem Desktop-PC, selbst einem preiswerten unterscheidet ist die Armut an Schnittstellen. Beim Model 1 waren es zwei USB-Ports, einen Netzwerkport, eine HDMI Schnittstelle einen 3,5 mm Soundausgang einen Anschluss für die Kamera und einen I/O-Port. Der alte Prozessor, ein ARM11 mit 600 MHz war lahm und der Speicher mit 256/512 MByte klein. Gegenüber einem gleich großen und etwa gleich teuren Arduino liegt der Unterschied darin dass der Computer geringere I/O Fähigkeiten hat, nicht vom PC aus mit einer IDE programmiert werden kann und ein Linux von SD-Karte startet anstatt im internen Speicher das Programm für einen Microcontroller.

Kurzum, er sitzt so zwischen den Stühlen, zwischen Arduino und Intel-NUC. Entsprechend gibt es bei den Umsetzungen zwei Zweige. Die einen funktionieren den Rechner als Desktop-Ersatz um. Man kann einen Raspbery als Mailserver, Printserver, Retrogame Engine oder Mediaplayer nutzen. Die zweiten nutzen die I/O Fähigkeiten für einen Plotter, die Steuerung einer Fotokamera oder um auf Rüben Schlagzeug zu spielen. Es gibt mit dem Modell 2 nun auch zwei USB-Ports mehr, 1 GByte RAM und vor allem einem schnelleren Prozessor mit 900 MHz und 4 Kernen.

Ich habe beide in Betrieb gehabt. Modell 1 war so langsam, dass man damit zwar Surfen konnte, aber es war eine Geduldsprobe. Ich habe den Rechner im Urlaub genutzt. Surfen und Mail ging, aber bei komplexeren Seiten musste man ewig warten und auch Lazarus und Libreoffice reagierten zäh sodass man nach einem Satz eine Pause hinlegte ob denn auch alles angekommen ist. Wie man dieses System zur Programmentwicklung oder als Desktopersatz nutzen will ist mir schleierhaft. für Steueraufgaben, Server oder auch als Emulator für Heimcomputer taugt es.

Die neue Version ist noch nicht so schnell wie ein billiger PC, aber hinreichend schnell für tägliche Aufgaben. Die 1 GByte RAM wirken sich aber auch aus – ich würde nicht mehr als ein Programm zur gleichen Zeit laufen lassen. Ich werde es als Zweitrechner im Wohnzimmer nutzen, wenn ich mal kurz in einer Werbepause was nachschauen will. Eventuell wandert auch einer in unser Ferienhaus als Rechner für die Gäste zum Surfen. Das alte Model 1 ist nun mit OpenElec als Medienspieler am Fernseher im Einsatz. Mein Toshiba Regza spielt nämlich nur Fotos und Musik von USB-Medien ab.

Trotzdem, man kann noch was verbessern. Es gibt einige Mängel Raspberry. Hier mal meine Wunschliste:

Netzanschluss: Der Raspberry kommt mit einem USB-Anschluss für die Stromversorgung. Das ist einer für den ich zumindest kein Standardkabel hat. Ich habe einige Mirko-USB Kabel für MP3-Player und Kamera, aber keines passt. So betreibe ich ihn mit einem Steckernetzteil wie die meisten. Meiner Ansicht nach gehört entweder eine richtige Stromversorgung dazu oder man nimmt einen normalen Port – wenn man keine Peripherie dranhängt reichen die 500 mA eines Standard USB 2.0 Ports aus. Die USB 3.0 Ports liefern noch mehr Strom (manche USB 2 auch, verletzen aber den Standard). Mein USB Hub z.B. liefert (auch entgegen dem Standard) Strom in die für Peripherie gedachten Anschlüsse. Sobald der Raspberry hochgebootet ist kann ich bei angeschlossenem Hub dann das Steckteil entfernen und das auch beim neuen Modell.

USB/Netzwerk: Eine Schwäche des Raspberry Pi ist, dass er einen Chip für USB und Netzwerk nutzt. Die Datenraten sind daher auf beiden Schnittstellen bescheiden. ich habe selten mehr als 11 MBit über das Netzwerk transferieren können und auch bei USB sind die Datenraten bei einem Drittel der nominellen USB 2.0 Geschwindigkeit. Ein USB-Port wäre auch nicht schlecht.

Sound: Nicht von mir getestet, da ich ihn nicht als Mediaplayer nutze sollen die Soundeigenschaften auch schlecht sein. Auch hier hat man wohl stark gespart. Auch hier gibt es eine Reihe von Ersatzlösung ab 10 Euro aufwärts.

Speicher: Mit der genügenden Geschwindigkeit des Modells 2.0 ist nun der Arbeitsspeicher der begrenzende Faktor für viele Anwendungen. Desktop geht, nur muss man dann eben wenn man Libreoffice startet den Browser schließen -. das ist schon ungewohnt. 2 GB sind heute nicht viel und das wären schon doppelt so viel wie derzeit verbaut ist.

Massenspeicher: Es gibt ja einige Nachahmer des Raspberry Konzeptes. Alle haben eines nicht übernommen: Der Massenspeicher auf einer SD/Mikro-SD Karte. Stattdessen haben sie 2-4 GB internen Flashspeicher. Zum einen kann man auf den schneller zugreifen als wie auf eine externe Karte, zum anderen sind diese für Kameras gedacht – auf sie sollten ab und an größere Fotos gespeichert werden, aber nicht dauernd kleine Dateien oder in eine Auslagerungsdatei. Sicher das Konzept hat Vorteile: man kann einfach die Karte austauschen und aus dem PC-ersatz wird ein Mediaplayer oder eine Retrokonsole. Aber ehrlich gesagt: wer macht das? Der Rechner fehlt dann doch für den anderen Zweck stattessen wird man sicher einen zweiten Raspberry kaufen. ein interner Speicher von 4 GB reicht aus, die meisten Distributionen belegen 2 GB und so viel kommt nicht hinzu. Daten wird man auf einer externen Festplatte oder USB-.Stick ablegen.

Klar das macht den Rechner teurer, aber derzeit kostet der Raspberry auch nur nackt 44 Euro. Wenn man ein Netzteil, Gehäuse und eine SD-Karte dazu nimmt dann ist man schnell bei 70 Euro. Intern eingebauter Speicher ist billiger als die SD-Karte, Gehäuse und Stromversorgung in Großserie wird auch billiger und die eingesparten Euros kann man dann in einen 2 GB RAM Chip und einen zweiten Kommunikationschip investieren – wenn der Rechner etwas größer ist so schadet das nicht, denn er ist ja jetzt schon recht klein. Trotzdem würde sicher ein solcher Raspberry Pi 3 deutlich unter 100 Euro liegen und so in einem Bereich wo man so was mal „so eben zum Ausprobrbieren“ kauft.

Ich denke einiges wird sich sicher im nächsten Modell finden, denn es gibt ja schon ähnliche Kleinrechner die nun sicher einen Einfluss auf das Modell 2 hatten. Konkurrenz belebt eben das Geschäft.

One thought on “Meine Wünsche an den Raspberry Pi 3

  1. Es gibt eine ganze Reihe Konkurenten zum Raspberry Pi 2, die alle das eine oder andere Feature extra haben.
    Der große Pluspunkt des Raspberry Pi ist, daß er HD Videos abspielen kann. (Das einzige Gerät für das es Linux Treiber dafür gibt.)
    Der große Pluspunkt von allen diesen Kleincomputern ist, daß sie geräuschlos sind.

    Ich nutze z.Z. einen Desktop mit AMD E-450 APU als Arbeitsplatz. Der reicht nicht zum Videos abspielen. (Treiber unter Linux.) Bedient aber z.Z. zwei Monitore und zwei Netzwerke.

    Den alten MiniITX Rechner mit Via C3 Eden (Lüfterlos), den ich als Xterminal benutzt habe mußte ich aufgeben nachdem es keine libgtk-1.2 basierenden Webbrowser mehr gibt. (Und mein alter FireFox v2.0.0.20 kann nur noch wenige Seite einigermaßen ordentlich anzeigen.)

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