Die wiederverwendbare Rakete

So heute komme ich wieder mal zu einem Block. ich habe die letzten Tage vor allem an meiner Wetterstation gearbeitet die doch erheblich mehr Arbeit erforderte als gedacht. Dazu folgt in den nächsten Tagen noch ein weiterer Block. Doch heute widme ich mich wieder mal einem Raumfahrthema: der wiederverwendbaren Rakete. SpassX Fans können übrigens ihre Zeit sparen, es geht nicht um diese Firma und auch nicht um ihre Konzepte.

Tr(e)ue Blockleser wissen ja, ich halte nicht viel von wiederverwendbaren Raketen. Bisher gab es ja auch nicht viele Erfolge mit dem Konzept. es wurde zahlreiche Male theoretisch untersucht so wollte mal die S-I Stufe der Saturn V verwenden. Dei ESA untersuchte das für die erste Stufe der Ariane 1 und den Triebwerksblock der Ariane 4. (Erfolgreich) eingesetzt wurde es nur bei den Shuttle Solid-Rocket Boostern. Die Ariane 5 Booster wurden eine Zeitlang auch geborgen aber nur zu Inspektionszwecken. SpaceX Versuche die erste Stufe bergen scheiteten bei zwei Konzepten – dem reinen ballistischen Bergen bei der Falcon 1 und zwei Falcon 9 Flügen und dem gesteuerten Flug bei den folgenden Falcon 9 Flügen. Dabei weiß man wenn es gelingt immer noch nicht ob es wirklich wirtschaftlich ist. Beim Space Shuttle hat sich das wiederverwendbare Raumfahrtgefährt als nicht wirtschaftlich herausgestellt.

Doch ich muss eingestehen ich habe mich geirrt: Es gibt ein wiederverwendbares Raketensystem. Es ist wirtschaftlich, es hat eine hohe Nutzlast, niedrige Transportkosten und ist umweltverträglich

Das folgende System hat einige Vorteile gegenüber anderen Konzepten der wiederverwendbare Rakete, die man wie folgt zusammenfassen kann:

  • RaketeHohes Nutzlastvermögen. Bei vielen anderen Konzepten der Wiederverwendung sinkt dieses gegenüber einem gleichartigen, nicht wiederverwendbaren Gefährtes ab. Dies kann man am Anteil der Nutzlast an der Gesamtmasse oder auch dem reinen Strukturgewicht festmachen. Entsprechend sind die Gefährte riesig. Man denke nur an die Größe des STS verglichen mit einer Trägerrakete gleicher Nutzlast wie der Titan 3 oder Proton. Das vorliegende Gefährt hat eine sehr hohe Nutzlast die bei einem Mehrfachen des Strukturgewichtes liegt. Normalerweise liegt bei raketen die Nutzlast in einem Bereich bei einem Drittel des Strukturgewichtes. Hier sind es ein mehrfaches des Struktur Gewichtes!
  • Sehr oft wiederverwendbar. Das Gefährt ist nicht nur fünfmal oder zehnmal wiederverwendbar sondern bei entsprechender Wartung sehr viel öfter. Ich schätze es ist im Laufe der Zeit mehrere Hundert mal eingesetzt worden. Bisher wurden die SRB im Durchschnitt einige male wiederverwendet. Die Raumfähren selbst maximal 39-mal (Discovery OV-103) und die Triebwerke sind auf 55 Einsätze spezifiziert, kein einziges hat aber 30 Flüge erreicht.
  • Niedrige Nutzlastkosten. Wie von Elon Musk versprochen, ist bei diesem Gefährt der Transportpreis sehr viel geringer als bei konventionellen Raketen. Der Hauptanteil machen die Herstellungskosten aus, die aber auf viele Einsätze verteilt werden, dazu kommen noch geringe Wartungskosten, die nur alle paar Jahre anfallen (bzw. bisher war noch gar keine Wartung nötig) und der Treibstoff macht einen sehr kleinen Teil der Gesamtkosten aus.
  • Langlebig: das beschriebene Gefährt ist sehr lange im Einsatz. Es ist nicht nachprüfbar wie lange, doch eine Recherche im Internet zeigt, dass es schon in den fünfziger Jahren entwickelt und erstmals eingesetzt wurde, also genauso lange im Einsatz ist, wie die R-7 (Sojus) Rakete.
  • Ökologisch: Der Großteil des Gefährtes besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, der Treibstoff sogar zu 100%. Konventionelle Raketen nutzen Erdöl (Kerosin, Hydrazin) aus Ausgangsbasis doer gewinnen Wasserstoff aus Erdgas/Erdöl. Auch das Verflüssigen von kryogenen Treibstoffen oder Sauerstoff kostet bei diesen sehr viel Energie. Diese Rakete kann man mit Treibstoffen aus der heimischen Landwirtschaft antreiben.

Nun werdet ihr euch fragen, was das für eine Rakete ist und wie ich darauf komme? Nun ich kannte diese Rakete bisher auch nicht, obwohl ich seit Jahren in Besitz dieser Rakete war! Alles fing damit an, dass ich das schöne Wetter nutzen wollte mal einiges zu streichen und ich dachte mir, unser alter Handkarren/Leitrwagen den wir haben, seit ich denken kann, also bestimmt seit 40 eher noch mehr Jahren, könnte auch mal einen Neuanstrich vertragen. Als ich da erstmals die Vorder- und Hinterplatte der Plattform sah, die sonst immer vom Überbau verdeckt wird, entdeckte ich dieses Schild:

Rakete Leiterwagen

Das ist doch mal eine Rakete oder? Und sie ist wiederverwendbar, preiswert, hat eine hohe Nutzlast und verwendet nur ökologische Treibstoffe. (sie nutzt sogar nur nachwachsenden Treibstoff und braucht keine Erdölprodukte). Sie ist sogar noch gut für die Gesundheit. Eine Internetrecherche ergab, das diese wohl in den fünfziger Jahren gefertigt wurden was auch dazu passt, dass wir danach ein Auto hatten und man damit vielleicht bequemer, aber sicher nicht umweltfreundlicher etwas transportieren kann. Ich fürchte nur es ist die einzige so umweltfreundliche Rakete. Da die Höchstgeschwindigkeit auf etwa 10 km/h beschränkt ist und sie nur innerhalb der Erdatmosphäre arbeiten kann, ist sie leider keine Alternative für den Satellitentransport.

Immerhin fanden ähnliche energiesparende Konzepte schon in der Raumfahrt Anwendung. So setzten die Missionen Apollo 13 und 14 ähnliche Transportvehikel ein.

One thought on “Die wiederverwendbare Rakete

  1. Hallo Bernd,
    endlich einmal ein Thema, bei dem ich einen meiner bekannten inhalts- und sinnvollen
    Beiträge (Senf) dazugeben kann…

    Beim umweltfreundlichen Treibstoff wäre ich vorsichtig!
    Bei bestimmten Sorten Treibstoff der Kreuzblütler-Klasse (z.B. Rosenkohl) werden größere Methanmengen, eventuell mit aromatischen Kohlen- und Stickstoffwasserstoffen ausgestoßen, die die Schubkraft nicht erhöhen, aber Treibhausgase sind.

    Auch die Verbrennungsgeräusche werden wesentlich phoniger (db(A))!

    Aber jetztmal etwas ernsthafter!

    Ich persönlich bin kein Raketenspezialist, aber ich glaube daß Feststofftriebwerke
    die besseren Wiederverwendungsmöglichkeiten bieten:

    Keine kompizierten Mechaniken (gegenüber Flüssigkeitstriebwerken), leichtere Wiederbefüllung, leichtere Kontrolle von Schäden.

    Also gut für die erste Stufe, oder als Startkick.

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