Hab‘ ich es nicht schon immer gesagt?

Eigentlich habe ich für heute schon einen Blogeintrag für SpaceX vorgehabt, das sich als Nachlese mit dem geplanten „Reflight“ einer Erststufe und mit einem Interview vor 13 Jahren beschäftigt an dem schon erkennbar ist, wie realitätsfern Musk damals war. Dazu komme ich aber weiter unten, denn SpaceX sorgt ja derzeit für andere Schlagzeilen.

Wie bekannt ist die Falcon 9 beim Betanken bei einem Test vor dem Start explodiert. Nach dem Video begann die Explosion in der Mitte der Oberstufe nahe der Trennebene zwischen beiden Tanks und zwar urplötzlich. Auch Musks Tweed gibt nicht viel mehr her. Die Ursache ist auch für SpaceX unbekannt.

Ziehen wir mal Bilanz. Bisher gab es folgende Anomalitäten bei SpaceX-Starts:

  • Erster Start: Die Oberstufe taumelt im Orbit, dieser ist stark elliptisch. SpaceX erklärt den Start für erfolgreich. Wäre die Nutzlast eine Dragon gewesen wie geplant für diesen Flug. So wäre sie verloren gewesen, weil ihre Solarpaneele so nicht auf die Sonne ausgerichtet werden können. Auf ähnliche Weise ging vor zwei Jahren eine Progress verloren. Die Wiederzündung der zweiten Stufe scheitert.
  • Zweiter Start: Beschädigung des Starturms, erst nach dem Start bekannt wurde ein verfrühtes Abschalten eines Merlin Triebwerks in der ersten Stufe. Er wirkte sich nicht aus, weil die Nutzlast nur 5,2 t schwer war.
  • Vierter Start: Triebwerksausfall in der ersten Stufe, diesmal mit der Auswirkung, dass die Bahn zu niedrig war und die Sekundärnutzlast ohne eigenen Treibstoff verloren ging. Auch hier: Bei einem GTO-Start wäre der Satellit ein Versicherungsfall gewesen, da seine Lebensdauer durch höheren Treibstoffverbrauch gesunken wäre.
  • Sechster Start: Wiederzündung der zweiten Stufe scheitert erneut.
  • 19-ster Start: Explosion der Oberstufe während des Fluges. Verlust der Dragon
  • 29-ster Start: Explosion der Rakete bei der Betankung.

Man kann nun über Erfolg und nicht Erfolg debattieren. Für SpaceX sind alle erfolgreich. Für mich ist ein Start erfolgreich, wenn die Missionsziele voll erreicht wurden. Gerade bei Kommunikationssatelliten haben wir ja in den letzten Jahren oft den Fall, das eine Bahn erreicht wurde aber nicht die gewünschte. Die Starts galten alle als Fehlstarts. Ich erinnere mal an den zehnten Ariane 5 Start, als das Apogäum 10.000 km zu niedrig war. Da braucht man nur etwa 100 m/s mehr, eine Geschwindigkeit, die auch der Kommunikationssatellit noch als Reserve hatte. Trotzdem wurde er als Fehlstart deklariert. Die japanische Nutzlast wurde zum Versicherungsfall, die europäische erreichte mit ihren elektrischen Triebwerken noch die Bahn und arbeitete über ihre geplante Betriebsdauer.

Doch, wenn ich das ausblende, so sind zwei Dinge auffällig. Das eine ist, das die ersten Fehlstarts den Erfahrungswerten gehorchen: Die Rakete ist neu. Es gibt Kinderkrankheiten. Es treten Dinge auf, die man nur im Flug beobachten kann, wie die taumelnde Stufe (Parallele: zu geringes Rollkontrollsystem beim Zweiten Ariane 5 Start führt zum vorzeitigen Brennschluss der EPC) oder die Wiederzündung der Oberstufe scheitert durch ausgefrorenen Treibstoff. So was beobachtet man vielen Trägern bei den ersten Starts, das ist mehr oder weniger Normal.

Nicht normal ist aber das wir in den folgenden 20 Einsätzen nun wieder zwei Verluste haben, von Fehlstart kann man beim Zweiten ja schon nicht mehr sprechen. Das ist heute schon ungewöhnlich. Vor allem finde ich die Ursachen für heutige Verhältnisse sehr seltsam. Wenn man sich die letzten Fehlstarts Revue passieren lässt, dann sind das meist Triebwerksausfälle. Die Triebwerke sind die teuersten und hochgezüchteten Teile der Rakete. Sie haben bewegliche Teile und bestehen aus zahlreichen Komponenten. Strukturen sind dagegen relativ einfach und bei LOX/Kerosin auch nicht gewichtskritisch. Beide Explosionen beruhen aber auf dem Versagen von Strukturen. Man muss wirklich lange zurückgehen, bis man auf solche Fälle in der Raumfahrtgeschichte der USA kommt. Beim der Explosion im Flug bin ich mir nicht sicher, aber ich komme auf die erste Atlas Centaur die 1962 startete und bei der Explosion auf der Startrampe auf eine Atlas Able.

Mich wundert nicht, das man hier auf diese frühen Termine kommt, denn wenn man sich die frühen Atlas und Titan ansieht so sieht man deutlich, wie das Strukturgewicht bei den späteren Trägern der zweiten Generation zunahm. Man hat wohl gelernt und diese strukturell verstärkt. Ich kann mich noch an einen Kommentar erinnern, als ich das Strukturmassenverhältnis von 30 bei der Falcon 9 bezweifelt habe. Da verwies der Kommentator darauf das die frühen Titan und Atlas (ICBM Versionen) tatsächlich in diese Region kamen (erreicht wurde etwa 24). Heute ist eher 18-20 üblich.

Die beiden Explosionen lasen für mich zwei Schlüsse zu. Zum einen, dass SpaceX es mit der Leichtbauweise etwas übertrieben hat und vielleicht einen Schritt zurück machen muss. Das zweite ist, das das Konzept die nötigen Reserven hat, man aber bei der Qualitätssicherung schlampt. Das habe ich schon vor sechs Jahren prognostiziert, schon bevor die Falcon 9 geflogen ist. Dazu gehört ehrlich gesagt nicht viel. Man muss nur von anderen Trägern die Kostenstruktur kennen und wissen das die Qualitätssicherung der größte Kostenfaktor ist. Wenn man dann noch eine realistische Einstellung hat und nicht annimmt, dass alle Konkurrenten seit 40 Jahren alles falsch gemacht haben aber ein Neuling alles richtig macht, dann kommt man fast automatisch drauf. Woanders kann man nicht so viel sparen.

Nach den beiden letzten Fehlstarts würde ich SpaceX raten, für die Flüge mit den schon gelandeten Stufen nicht 30% abzuziehen, sondern 25% aufzuschlagen. Denn seit gestern macht der scherzhafte Ausdruck „flight proven“ für die wiederverwendete Stufe bei SES-10 richtig Sinn. Ja wenn die Stufen mal geflogen sind, dann sind sie sicherer. Hätte nie gedacht, dass die Wiederverwendung bei SpaceX Sinn macht, aber es ist so. Das ist wohl das Gegenstück zum früher bei PC‘s üblichen „Burn-in Tests“.

Das leitet  mich zum nächsten Thema über. Die Wiederverwendung. Auch hier: Es freut mich, Recht zu haben! Die erneut eingesetzte Stufe wird den Start bei SES-10 um 30% verbilligen. Auch das habe ich schon vor Jahren so berechnet. Auch dazu: Es gibt alle Daten im Netz. Man weiß, was bei anderen Trägern der Start (nur Druchführung) kostet, man kennt den Anteil der ersten Stufe an den Produktionskosten und so kann man leicht eine Abschätzung machen, was die Wiederverwendung bringt, ich bin auf etwa 25 bis 30% gekommen. Auch Musk hat vor einigen Jahren mal 25% als Ziffer genannt, dann aber zu dem Thema geschwiegen. SpaceX Fanboys haben hier ja viel höhere Zahlen „durchgerechnet“. Man muss einfach nur die Start und Bergungskosten auf Null setzen und mit 50 oder 80% Gewinn rechnen schon kommt man auf bessere Werte (aber auch nur wenn die Firma dann auf die hohe Gewinnspanne verzichtet …).

Da SES auch beim ersten kommerziellen Start nur 450 anstatt 54-59 Millionen Dollar mit denen die Falcon 9 damals auf der Webseite stand, zahlte denke ich sind die jetzigen 30% auch die Obergrenze und langfristig werden es eher 25% sein. Dafür das ganze TamTam? Alleine die Verlagerung der Produktion bei dem Übergang von der Ariane 5 auf die 6 soll diese von 160 auf 90 Millionen verbilligen, also viel stärker, und die Ariane 6 ist technisch nur eine recycelte Ariane 5.

Bleibt noch die Frage zu den Auswirkungen. Es sind einige. Die unmittelbare Folge für SpaceX ist, das es nun deutlich schwerer wird, neue Aufträge zu akquirieren. Die gingen ja schon zurück nach dem letzten Fehlstart. Lediglich drei verzeichnet ihre Webseite seit Jahresanfang. Neben dem Vertrauensverlust durch den letzten Fehlstart war das primär die Auswirkung dessen auf das Startmanifest zudem konnte man bis dahin auch schon sehen das SpaceX in 6 Monaten etwa 6 Starts schaffte, aber nach ihrem Manifest 24-mal pro Jahr und nicht 12-mal starten soll. Inzwischen haben alle kommerziellen Kunden die Falcon heavy verlassen bzw. Back-up-Optionen gebucht. Der Fehlschlag ist noch gravierender als der Letzte. Zum einen kommen Schäden an der Startanlage hinzu, die bezahlt werden müssen. Nach der Sprengung der Antares vor em Aufschlag wurde das Pad beschädigt das kostete 15,2 Millionen Dollar. Die Falcon 9 ist doppelt so schwer und die Explosion geschah näher am Boden. Mal sehen, wie teuer das ist. Bezahlen wird es SpaceX, auch wenn die Startanlage nur gemietet ist. Zudem fällt die Startanlage so für Monate aus. Von ihrem Weltraumbahnhof bei Brownsville wurden in den letzten zwei Jahren kaum Fortschritte gemeldet und ob Pad 39A schon bereit für Starts ist? Lediglich die wenigen polaren Starts in Vandenberg könnten durchgeführt werden.

Das Zweite ist, das dieser Start ein kommerzieller war. Beim letzten Fehlstart ging eine Dragon verloren, der war nicht versichert. Nun werden die Versicherungsprämien deutlich steigen, alleine der Satellit war 200 Millionen Dollar wert. Rechnet man Rakete, Inbetriebnahme hinzu, kommt man in die Nähe von 250 Millionen Dollar und Versicherungen haben nun eine Hausmarke für die Zuverlässigkeit der Falcon 9 von 90%. Bei durchschnittlich 250 Millionen Dollar pro Start macht das, wenn die Versicherung eine Prämie von 25 Millionen also 10% der versicherten Summe verlangt, einen schönen Aufpreis und die Falcon 9 ist nicht mehr so billig.

Freuen wird das ILS. Arianespace musste schon beim Fehlstart letztes Jahr Kunden abweisen, weil sie ausgebucht sind, auf Jahre schon durch den OneWeb Deal mit über 30 Starts. Die Proton hat in den letzten Monaten einige Aufträge ergattern und auch die Atlas, obwohl Kunden sie für viel zu teuer halten, doch wenn es keine andere Alternative gibt?

Ich persönlich würde mir wünschen das man vielleicht noch mal über die Ariane 6 nacheenkt. Sie ist zwar formell beschlossen, aber seit dem Beschluss hat sich das Konzept nun doch gravierend geöändert, was meist einen zweiten beschluss nötig macht. Zudem ist nach zwei fehlstarts nun nicht mehr so viel Angst mit dem Buzzwort SpaceX zu machen. Wie man heute weiß ist SpaceX das China im Raketenbau – billig, aber nicht zuverlässig. In einem Business, in dem gerade das letzte wichtiger als Performance oder Kosten ist, ist das eigentlich ein gravierendes Gegenargument.

Das betrifft auch den anvisierten Regierungsmarkt den Musk schon 2003 (s.u) anstrebte. Die Chancen das SpaceX ULA bei Aufträgen des DoD und NRO verdrängen kann stehen nach zwei Fehlstarts schlecht. Bisher gingen von über 60 EELV Starts keine einzige Nutzlast verloren und die sind extrem teuer. Das gleiche wird für wissenschaftliche Missionen der NASA gelten. Anders sieht es bei den CRS-Missionen aus. Hier ist SpaceX nur eine von drei Firmen und Orbital hat auch einen Fehlstart auf der Liste und der Dreamchaser fliegt noch nicht. Bei den bemannten Flügen denke ich werden wie aber nach zwei Fehlstarts wohl eher mehr Starts des Boeing Raumschiffs sehen, denn die Atlas steht bisher makellos da. Unterperformance konnten durch Reserven aufgefangen werden.

Die Frage ist natürlich auch wie glaubhaft jemand ist der einerseits dauernd von Flügen zum Mars redet und Riesenraketen, die er ganz alleine ohne staatliche Finanzmittel entwickeln will und andererseits nicht mal eine zehnmal kleinere in der Auslegung ganz konventionelle Trägerrakete für Satellitentransporte auch nur betanken kann. Aber ich denke SpaceX Fans wird es nicht stören. Sie treiben sich eben in ihrem Forum rum wo nur sie posten. Dort glaubt man alles, was anonyme Leute, die man nur von einem Nickname kennt, posten sofern es Pro-SpaceX ist. Erinnert mich irgendwie an die Anhänger der AFD. Auch die haben ein völlig anderes Bild von der Situation als der Rest der Bevölkerung.

Autosuggestion ist doch was Faszinierendes.

Zuletzt noch ein Interview von 2003, das ich von Musk fand. Es zeigt schon, wie er damals völlig abseits jeden Realismus war. Das Interview ist vom Juli 2003 datiert. Elon Musk: „By the end of next year we will do at least two launches and maybe three“. 2-3 Starts, wenn es gerade mal Jahresmitte ist, bei (siehe unten beim Interview) 22 Angestellten in der Firma? Tatsächlich fand der erste Start am 24.3.2006 statt, also fast drei Jhre später. Die versprochenen zwei Starts hat er am 21.3.2007 erreicht, fast vier Jahre später.

Acht Jahre später kündigt er die Falcon Heavy im April 2011 für „Ende 2013“ an. Wenn sie vor Ende 2017 kommt, wäre ich schon überrascht. Kunden hat sie ja ehe keine mehr.

30 thoughts on “Hab‘ ich es nicht schon immer gesagt?

  1. „Da sind die Fans schon weiter, die haben die Ursache schon erkannt: Sabotage durch Arianespace“

    Meine Quellen berichten von Brie-Spuren in der Turbopumpe. Mysteriös… 😉

  2. Tjoar…
    Nichts desto trotz ist das schon respektabel, was da ein Mann angestoßen hat. Und ich glaube, dass von sämtlichen Lesern hier niemand den Schritt gewagt hätte ein Raumfahrtunternehmen zu gründen. Ansonsten schließe ich mich Björn an. Ich lese wirklich gerne hier, aber ihre Artikel zu spacex sind einfältig und beleuchten das Thema selten von mehreren Seiten. Ich muss es ja nicht verstehen, warum das so ist.
    Ob das Konzept aufgeht wird die Zukunft zeigen. Oder ob Musk sich auf dem Mars beerdigen lassen will? 🙂

  3. @Pddow

    „Nichts desto trotz ist das schon respektabel, was da ein Mann angestoßen hat.“

    Die systematische Misshandlung von Mitarbeitern.

    Eine technisch zweitklassige Trägerrakete bauen.

    Intransparente Firmenpolitik, sprichwörtlich Lügen was Fehler und Probleme angeht.

    Hauptsache es gibt noch Leute die auf den Hype hereinfallen.

    Elon steht für eine Art von egozentrischen, realitätsfremden Greenwashing Unternehmern die einen absolut widerwärtigen Personenkult kultivieren.

    Aber auch wirtschaftlich muss so ein Unternehmen ja nicht sein, Investoren alle 1-2 Jahre mit absolut lächerlich realitätsfremden Phantasieprojekten zum investieren bringen.

    Ganz unabhängig von der Person Musk was ist an SpaceX so besonders dass man ein solches Verhalten akzeptieren sollte ?

    Die Mitarbeiter rennen bereits in Scharen weg, da die Arbeitsbedingungen absolut unmenschlich sind dass sich da Fehler einschleichen wundert niemanden.

    Hauptsache Nachhaltigkeit und Progressivität auf die Fahne schreiben nicht wahr?

    Es gibt zum Glück Menschen wie Bernd und einige User hier die hinter diese Fassade sehen.

  4. „Nichts desto trotz ist das schon respektabel, was da ein Mann angestoßen hat“.

    Elon Musk intesessiert mich im Augenblick gar nicht. Weder, was er angestoßemn hat (ja, schon bewundernswert), noch die Firmenkultur (wohl eher speziell…) noch seine Zeitvorhersagen (Na, ja, fünf Jahre drauf mindestens ist immer noch besser als der ESA/NASA Durchschnitt Jahrzehnte für eine Powerpoint Präsentation) noch seine Langzeitpläne (wäre schon toll, aber naja).

    Es geht schlicht darum, dass zum jetzigen Zeitpu8nkt absolut gar nichts bekannt ist. Wenn Herr LKeitenberger einen solchen Artikel nach dem Unfallbericht veröffentlicht hätte, weil es ihm offenbar immer doll wichtig ist, Recht behalten zu haben, wäre dies in Stil und Form mir vielleicht nicht sehr sympathisch gewesen, aber vollkommen legitime Autorenmeinung.

    Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt nur das Urtiel: In Häme und Inhalt schäbig.

  5. @Björn und PDOW:

    Ich befasse mich ja nicht erst seit gestern mit Spacex, wenn man hier im Blog sucht wird Artikel bis 2006 zurück finden.

    Wenn man in die mal reinschaut wird man etlich Pro-SpaceX Leute finden, die nach einigen erfolgreichen Starts hämische Kommentare abgaben wie falsch ich doch liege. Einige haben auch tolle Rechnungen gemacht wie viel billiger die Wiederverwendung wird und sind auf Startpreise unter 10 Millionen Dollar gekommen.

    Wer den Blog regelmäßig verfolgt kennt die inzwischen ja schon namentlich. Ich verweise eigentlich nur auf Dinge die ich schon vor Jahren gesagt habe. Das ist nachprüfbar und bisher habe ich auch immer recht behalten, so verrückt das ist wenn die Firma doch eigentlich alle Daten hat und trotzdem falsche veröffentlicht.

    Elon Musk ist recht öffentlichkeitswirksam, ich kann ihn aber nicht ernst nehmen. Er und seien Firma kündigen immer dinge an die dann nie oder erst viel später kommen. Vor allem muss man sich bei seinen Marsunternehmen mal fragen wie die finanziert werden sollen. Durch die Starts der Trägerraketen bestimmt nicht, das wirft viel zu wenig ab und ein NASA-Programm bei dem er sich beteiligen könnte gibt es auch nicht, zudem ginge das ja viel zu langsam.

    Und wenn ich schon höre „selbst wenn es 5 Jahre mehr werden“. Hallo? Also der Mann ist Chef einer Firma hat alle Daten die er braucht um eine gute Schätzung zu machen wann das möglich ist und dann geht das nicht? Man muss sich nur mal über die Wayback Mchine mal frühere Ankündigungen von Musk anschauen wie Flacon Heavy „Start Ende 2013“ oder COTS „Start September 2008“ oder mal die Startmanifests der letzten Jahre ansehen. Verzögerungen um Jahre sind die Regel. Wenn ich natürlich alles negative ausblende kann ich sicher sagen, „Der mann hat einiges bewegt“ (zu 70 % übrigens vom Steuerzahler finanziert)

  6. Es geht mir ja auch nicht darum, hämische Kommentare zu verfassen, oder hier pro / contra Musk zu stimmen.
    Klar,wer ankündigt, der muss auch liefern. Und die zeitlichen diskrepanzen zwischen angekündigten Daten und tatsächlichen sind manchmal doch sehr groß.

    @abm
    Und sich jetzt hier auf eine Diskussion über die Firmenkultur einzulassen, das bringt rein gar nichts. Es ist wie überall – gefällt es dir nicht und du kannst es nicht ändern oder akzeptieren, dann gehst du.
    Intransparente Firmenpolitik – wo gibt’s die nicht? Niemand lässt sich gerne in die Karten schauen. Irgendwas bleibt immer verdeckt oder ein Ass im Ärmel.
    Und zu den Investoren – tja, solange die so doof sind und noch Geld hinterher werfen – lass sie doch. 😉
    Muss ja jeder wissen, was er mit seinem Geld macht. 🙂
    Den Königsweg wird es niemals geben.

  7. Oh und ich hab noch eine Frage.
    Die Tanks der Raketen werden doch vor dem Start mit Druck beaufschlagt, richtig?
    Während des Fluges, da leert sich der Tank ja doch recht zügig. Wird der fast leere Tank dann im Flug mit Umgebungsluft geflutet oder wie verhindert man eine implosion? Oder reicht der verdampfende Treibstoff um das zu verhindern?

  8. @Pddow
    Der Druck wird bei allen Trägern mit Helium aufrechterhalten. Das befindet sich je nach Auslegung in Druckgasflschen oder im superkritischen Zustand ebenfalls in einer Flasche (die trotz des Namens aber kugelförmig ist). Bei LOX geht auch das Erhitzen eines Teils des Sauerstoffs am Triebwerk und Rückleitung in den Tank.

    Die Ursache des letzten Fehlstarts der Falcon 9 war z.B. eine solche Heliumflasche die sich aus der Verankerung riss, undicht wurde und das gas freisetzte. Das sprengte den Tank.

  9. Es gab früher die Regel dass Träger etwa zwei Fehlstarts bei den ersten vier, drei bei den ersten zehn und vier bei den ersten 20 haben. Dann sollten die Kinderkrankheiten ausgeräumt sein.

    Das galt aber zu Zeiten wo man noch keine Rakete im Computer durch simulieren konnte wie heute. Moderne Träger haben diese hohen Versagerquoten nicht so lange, wenngleich der erste Start immer riskanter ist.

    Das Paretoprinzip ist nicht anwendbar weil es konstant ist. Bei Trägern wird die Bilanz dagegen immer besser, zumindest bei den meisten (Proton ist die Ausnahme). Zu dem gibt es auch hier einen Aufsatz:
    http://www.bernd-leitenberger.de/blog/2010/05/10/das-paretoprinzip/

  10. In den letzten Monat ist tatsächlich der Lack bei „Messias“ Musk ziemlich abgekratzt.

    Seine Reaktion auf die Tesla Unfälle waren für einen brillianten PR-Mann, der er nun wirklich ist, mehr als peinlich.

    Seine geplannte Übernahme von Solar City ist bei seinen Aktionären ebenfalls teilweise umstritten. Sehr böse Zungen meinen sogar, er will nur seinem Cousin, dem die Firma ja gehört, aus der Patsche, denn bislang macht die Firma ziemliche Verluste.

    @Marsrakete:

    Hier frage ich mich immer nur eines:

    Woher will er das Geld dafür bekommen?

    So manche SpaceX Fans spekulieren ja, das er der U.S. Regierung ja ene Art Mars Komplettpaket verkaufen will. (= Er liefert die Idee, sie sollen zahlen.)

    Und bei der Big Falcon Rocket oder wie sie heißt, behaupten dieselben ja auch seit Jahren wenn hier SpaceX eine bessere und billigere Rakete als das verhasste SLS kreiert, ist die NASA gesetzt „verpflichtet“ diese zu verwenden… (Klingt wie das übliche Wunschdenken.)

  11. Eine positive Sache kann ich dieser Explosion abgewinnen:
    Ich hab irgendwo im Internet (sorry, Link verloren) eine Gegenüberstellung der Explosion mit der Zündung des Rettungssystems der Dragon gesehen.
    Es ist ziemlich offensichtlich dass bei dem Fall, dass die Kapsel bei der Explosion bemannt gewesen wäre, das System die Astronauten problemlos gerettet hätte.

    Hätten die nur sowas bei dem Shuttle gehabt…

  12. Es gibt noch eine andere Ausnahme von dieser „abnehmnenden Fehlstartrate“-Regel: die von Elon Musk so gehassten „staatlichen“ Saturn-Raketen der NASA hatten stets eine Zuverlässigkeit von 100%, und das vor ca. 50 Jahren…

  13. Bezüglich des Dragon-Rettungssystems habe ich immer noch Zweifel. Rechtzeitig ausgelöst hätte es die Kapsel zwar schnell genug von der Rakete getrennt (siehe verlinkter Videobeitrag in meinem anderen Kommentar), aber wie wird das Rettungssystem ausgelöst? Auf dem Video ist zunächst alles normal, und urplötzlich explodiert die 2. Stufe. Es gibt also z.B. keinen Druckabfall, oder eine Beschleunigungsminderung (die Rakete war ja noch gar nicht abgehoben), den das Telemetriesystem hätte erkennen können, und das Rettungssystem rechtzeitig aktivieren können.

    Es geht halt nichts über RL- Tests, trotz Computersimulationen.

  14. Ich denke mal durch die Explosion sollte in einem Bruchteil von Sekunde die gesamte Telemetrie der 2. Stufe ausgefallen sein. Wenn das kein Grund für die automatische Auslösung des Rettungssystems ist, was dann?

    Und selbst wenn: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man keine Sensorik zum Feststellen einer totalen Explosion einbauen kann. Ich meine, das ist doch die gängigste Angst bei einem Start, oder?

  15. @Athomas: Natürlich schwankt der Druck in den Treibstofftanks heftig, wenn diese explodieren. Erst steigt er an, während sich die Explosionsfront im Tank ausbreitet, dann sinkt er, weil die Tankwand ja plötzlich weg ist… Dass solche Druckschwankungen dann automatisch das Rettungssystem auslösen, dürfte nicht sonderlich schwierig zu implementieren sein.

    Ansonsten schließe ich mich Björn an: Ich finde es schon etwas merkwürdig, dass sich Bernd SICHER ist, dass dieses Mal wieder Strukturen versagt haben. Dazu sind mit dem wenigen, was wir wissen (i.W. das Video der Überwachungskamera, das die Explosion zeigt, sowie die Aussage von SpaceX, dass alles binnen 35 bis 55 ms passiert ist) einfach zu viele Möglichkeiten offen. Von Knallgas im Sauerstofftank, das über einen Funken gezündet wurde, über versehentliches Auslösen der Selbstzerstörungs-Sprengladung bis hin zu Sabotage gibt es genügend andere Szenarien, was passiert sein kann.

  16. Heil der Druck nur abhängig von den Molen eines Gaes ist, aber nicht dessen Masse. Helium ist das leichteste Gas das nicht reagieren kann (anders als Wasserstoff). Bei einigen Hundert Kubikmetern Volumen im Falle einer Falcon 9 und etwa 2-3 Bar in den Tanks macht das eine beträchtliche Gewichtserparnis aus. Bei 3 Bar z.B. über 3 kg pro Kubikmeter Tank und davon hat die erste Stufe ungefähr 400 m³.

  17. @kai Petzke:
    Strukturen in dem Sinne dass man alles was nicht zum Triebwerk gehört zu den Strukturen zählt also auch pyrotechnische Sprengvorrichtungen, Heliumflaschen etc. Ist im Englischen mit „Structures“ etwas weiter definiert als im deutschen.

  18. Die Verwendung von Helium hat einen einfachen Grund: Stickstoff ist 7 mal so schwer. Bei den benötigten Mengen beträgt der Unterschied selbst bei kleinen Stufen schon einige Kilogramm. Und für flüssigen Wasserstoff ist Stickstoff schon gar nicht verwendbar, weil die Temperatur unterm Schmelzpunkt von Stickstoff liegt.
    Denkbar wäre eine Verwendung von Wasserstoff für den Brennstofftank, für den Sauerstofftank sollte man dann aber doch lieber bei Helium bleiben.

  19. Space X – Explosion war Sabotage?

    Im Umfeld der diverse einschlägiger Seiten im Web wird noch eine weitere mögliche Ursache ins Spiel gebracht – Sabotage!
    Auf den Original – Aufnahmen sieht man ein sehr schnell fliegendes Objekt, das genau im Moment der Explosion über oder vor der Rakete hinwegfliegt. Sehr gut zu sehen im hier verlinkten Video oder auch auf zahlreichen Youtube – Videos.

    Ich zitiere:
    „Es gibt mehrere Meinungen dazu, was dieses vorbei fliegende Objekt gewesen sein könnte. Einige sagen, es handelt sich nur um einen Vogel, aber dafür war es viel zu schnell. Andere sagen, es war ein Insekt vor der Kameralinse. Kann auch nicht stimmen, denn das Objekt fliegt hinter einer der Türme vorbei. Dann gibt es die Behauptung, es handelt sich um ein „UFO“. Vielleicht war es aber auch ein abgeschossenes Projektil oder eine besonders schnell fliegende Drohne?“

    Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Hat ein Objekt die SpaceX-Rakete zerstört? http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2016/09/hat-ein-objekt-die-spacex-rakete.html#ixzz4JHeOApGr

    Vermutlich war es wirklich nur ein Insekt oder ein Vogel nahe der Linse, aber wer weiß……

  20. „Strukturen in dem Sinne dass man alles was nicht zum Triebwerk gehört zu den Strukturen zählt also auch pyrotechnische Sprengvorrichtungen, Heliumflaschen etc. Ist im Englischen mit „Structures“ etwas weiter definiert als im deutschen.“

    Das stimmt nicht. Unter „Structures“ zählen alle Bauteile deren primäre Funktion ist mechanische Lasten aufzunehmen. Dazu zählen Halter, Schubgerüst und Zwischenstufen. Alles was mit Treibstoff und Druckregelung zu tun hat, Ventile, Druckregeler oder auch Leitungen fällt unter „Funtional“. Heliumflaschen auch! Alles was mit Sprengstoff oder ähnlichem zu tun hat, insb. Neutralisierungsladungen, haben ihre eigene Kategorie: „Pyro“. Heliumflaschen odet Neutralisierungsladungen wird kein Raketenbauer jemals zu „Structures“ zählen.

  21. Zu dem fliegenden Objekt, das auf den Aufnahmen zu sehen ist: Was auch immer das ist, es hat ja noch nicht einmal die Rakete erreicht, da beginnt bereits die Explosion! Dagegen, dass das Ding etwa ähnlich weit weg von der Kamera war, wie die Rakete, spricht auch die Geschwindigkeit, die es dann gehabt hätte, nämlich in etwa Schallgeschwindigkeit mit hunderten Metern pro Sekunde. Dafür benötigt man aber einen starken Antrieb, und dafür war das Ding dann wiederum zu klein. Also halt doch eher ein Insekt, das in der Nähe der Kamera durch’s Bild fliegt.

  22. Meine Meinung: ich habe noch nie bei einer Rakete eine solche Explosion gesehen selbst auf dem Pad. Ich habe keine Ahnung was das ausgelöst haben könnte und wenn man keine Ahnung hat (und das scheint auch SpaceX zu haben – beim letzten Mal kam ja nach kurzer Zeit immerhin die Erklärung das ein Überdruck die Oberstufe gesprengt hat) dann ist es am schlausten gar nichts zu sagen und sich bei Spekulationen nicht zu beteiligen. (außer es gibt ein schönes Thema für die Münchhausen-Kolumne ab, aber die darf man ja auch nicht ernst nehmen).

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