Das Bild des 20-sten Jahrhunderts

So, da meine Aufsätze in die sehr viel Arbeit geflossen sind, offensichtlich keinen interessieren, heute ein kurzer Blog über ein Thema, zu dem man nur eine Meinung haben muss. Es geht um das „Foto des 20-sten Jahrhunderts“. Es wurde so von Teilen der US-Presse genannt. Es ist eine Schrägaufnahme des Kraters Kopernikus, aufgenommen von Lunar Orbiter 2 aus 46,9 km Höhe, 240 km südlich des Kraters.

Die Lunar Orbiter hatte die Aufgabe mit Film die Landeplätze für Apollo und Surveyor mit hoher Auflösung zu kartieren, um die richtige Stelle zu finden. Dazu hatte man die E-2 Kamera des Samos Satelliten umgebaut. Sie setzte erstmals die Entwicklung von Film im Orbit ein. Samos wurde eingestellt, allerdings nicht, weil das Konzept nicht funktionierte, sondern weil die Bergung des Films die bei Corona parallel erprobt wurde, auch funktionierte und man in einem normalen Labor viel mehr Möglichkeiten bei der Entwicklung und Auswertung hatte. Continue reading „Das Bild des 20-sten Jahrhunderts“

Corona oder Gambit zum Mond?

Beim Apolloprogramm hatte man auch mal die Planung einer Apollo I Mission. Wie der Buchstabe verrät, war diese zwischen den ersten bemannten Mondlandungen (Apollo H: Apollo 11-14) und den erweiterten Mondlandemissionen (Apollo J: Apollo 15 – 17) geplant. Als man diese plante, ging man auch davon aus, dass es einen größeren zeitlichen Abstand zwischen der letzten Apollo H und der ersten Apollo J Mission geben würde. Das war durch Verzögerungen im Programm nicht der Fall. Zudem führte die Reduktion ab 1970 von vier auf zwei Missionen pro Jahr dazu, dass es keine Lücke gab. Programmtechnisch wäre es am besten gewesen die Apollo I vor den H durchzuführen, man hätte dann mehr Erfahrung mit dem CSM im Mondorbit gehabt, inklusive Einflüsse durch die Mascons unter den Mare, die ja bei Apollo 11 dazu führten, dass Apollo 11 den geplanten Landeplatz um mehrere Kilometer verpasste und in der Endphase der Landung dann wegen des Landens in einem felsenübersäten Gebiet recht spannend wurde. Continue reading „Corona oder Gambit zum Mond?“

Faktenbasierte Politik: Drogenpolitik

In meiner lockeren Reihe über Politik, die sich an Fakten hält, in der Folge sind es sogar passend zum Beruf unserer Kanzlerin naturwissenschaftliche Erkenntnisse, sollten ihr also echt liegen geht es heute um die Drogenpolitik.

Die Situation

Die Situation ist relativ einfach. Es gibt zwei legale Drogen: Alkohol und Tabak. Alles andere ist verboten. Unser Betäubungsmittelschutzgesetz ist bei den strengeren, die es im weltweiten Vergleich gibt, einzusortieren: Während bei vielen anderen Staaten der Konsum von Cannabis straffrei ist, ist der bei uns auch verboten. Da das gegen das Grundgesetz verstößt, hat man den Passus der „geringen Menge“ eingeführt, der den Konsum aber nicht legalisiert, sondern nur von einer Straftat zu einer Ordnungswidrigkeit herunterstuft.

Woanders sieht es anders aus. Zum einen ist die Legalisierung von Cannabis am Fortschreiten. Dieses Jahr folgten weitere US-Bundesstaaten und Kanada. Auf der anderen Seite ist der Zugang zu Alkohol in einigen skandinavischen Ländern limitiert und war früher in den USA verboten. Tendenziell geht der Trend dazu das auch die beiden erlaubten Drogen Alkohol und Tabak mehr und mehr Einschränkungen bei Werbung oder Handel hinnehmen müssen. Continue reading „Faktenbasierte Politik: Drogenpolitik“

Die Lösung für ein überflüssiges Problem – Überlegungen für einen Erderkundungssatelliten

Heute ein komplexeres Thema, ich erspare es mir auch alles vorzurechnen und verweise nur auf die Stellen in der Wikipedia, wo man die entsprechenden Formeln findet.

Wenn man einen Erdbeobachtungssatelliten designt, gibt es viele Dinge zu beachten, ich will mich auf die folgenden konzentrieren:

  1. In welchem Orbit soll er landen?
  2. Wie schwer wird die Optik?
  3. Kann ich die gewünschte Datenmenge gewinnen und speichern?
  4. Kann ich die Daten auch an den Boden übertragen, bevor ich neue Daten gewinne?

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Helden des Alltags – die angesagteste Disco Band

Eigentlich arbeite ich an einem neuen Grundlagenartikel, doch da mir da immer noch Dinge einfallen, die ich in mein Programm einbaue, zieht sich das hin. Daher heute als kurze Einstreuung zur allgemeinen Unterhaltung ein kleiner Blog. In meinem Aldi-Prospekt ist mal von den Helden des alltags die Rede gewesen. Da will ich euch einen vorstellen: Colonel Poor. Ich verspreche: Der Name ist Programm.

So nun komm­t der Teil der Ariane42L besonders freuen wird, der harte Bruch nach der Einleitung mit einem Text der mit dem ersten Absatz nur wenig zu tun hat. Gehen wir mal in die Vergangenheit, so 50 Jahre zurück. Die USA haben schnell Ende der Fünfziger Jahre bis Mitte der Sechziger Jahre mehrere Generationen von ICBM entwickelt. Es kam zuerst die Atlas in drei stationierten Varianten (Atlas D-F) dann die Titan I. Ihr folgte Anfang der Sechziger die Titan II und schließlich die Minuteman. Während die beiden letzten Muster über 20 bzw. 30 Jahre im Dienst blieben, wurden Atlas und Titan I nach wenigen Jahren ausgemustert. Continue reading „Helden des Alltags – die angesagteste Disco Band“