Werbungssplitter

Als kleiner Zwischenblog, mit keinem großartigem Thema einige Dinge, die mir in der Radiowerbung und so aufgefallen sind.

Da gibt es die Werbung von Meica für ihre Bratwürste wie den „Bruzzler“ oder „Bratmaxe“. Die ist mehrgleisig. Zum einen mit Prominenten wie Atze Schröder und Dieter Bohlen, zum anderen mit Normalos. Beide haben aber eine Gemeinsamkeit. Sie sind irgendwie proletenhaft. Gut mit Atze Schröder kann es nicht anders laufen. Das ist schließlich seine von ihm kreierte Figur selbst. Aber die anderen Spots? Kostprobe: „Können wir am Vatertag mal was anderes machen als Grillen?“ „Hmmm könnten wir (Pause) machen wir aber nicht BRATMAXE“ oder „Liebling auf dem Einkufszettel steht nur ‚Grillen‘. Was soll das heißen“ Natürlich BRATMAXE“. Das Großgeschriebene dann jeweils gebrüllt. Also auf mich wirkt das proletenhaft. Ich weiß auch nicht ob das das Publikum anspricht. Klar, das Produkt ist nicht für jeden etwas – ich würde, wenn man schon im freien grillt, Fleisch bevorzugen, da meiner Erfahrung nach gegrillte Würste nicht viel anders schmecken als wie gebratene. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Käufergruppe gibt, die gerne Bratwürste isst und auf diese Werbung steht.

Der zweite Werbungssplitter zaubert mir jeden Tag ein Schmunzeln auf das Gesicht. Es ist die Werbung eines Outlet-Zentrum. Und es ist wegen dem Ort, der erwähnt wird: „Robbenheim des Style Outlets“. Da man sich ja nicht die Mühe gegeben hat, den zweiten Teil einzudeutschen komme ich immer darauf auch den ersten Teil als englisches Wort zu sehen und „rob“ heißt ja räubern bekannt von Filmen wie „Rob roy“. Also über setzt mein Gehirn immer Robbenheim mit „Räuberheim“ und das zusammen mit einem Verkauf ist nicht gerade gut für den Verkäufer.

Dann gibt es die Discounterrivalen ALDI und LIDL. Hier verlaufen deren Strategien völlig entgegengesetzt. Zur Erklärung: Ostfildern ist eine durch Zusammenschluss entstandene Kreisstadt mit 6 separaten Ortsteilen. LIDL war zuerst da mit Filialen in Ruit, wo ich wohne und einer anderen Gemeinde. Als der sechste Stadtteil entstand (vorher war dort eine US-Kaserne) hat Lidl die Filialen geschlossen und dort eine neue aufgemacht – klar beim Bau auf der grünen Weise hat man mehr Platz. Macht die Kette aber nicht sympathischer. ALDI kam erst danach und hat inzwischen zwei Filialen in Ostfildern. Darunter netterweise auch eine in Ruit. Seitdem kaufe ich natürlich dort ein. In den letzten Jahren haben sich zumindest hier die beiden Discounter in zwei unterschiedliche Richtungen entwickelt. ALDI will seine Filialen nach und nach umrüsten in Richtung hochwertiges Image. Dazu gehört vor allem Optik. Aber es wird weniger Plastik z. B. Beim Gemüsestand. Die Filiale in Ruit ist da Vorreiter sie wurde im April umgebaut. Schon vorher waren wir bei anderen Innovationen wie Backstation anstatt Backautomat (allerdings nur bei den kleinen Backwaren – das Brot wird nach wie vor schon vorgebacken, tiefgefroren angeliefert) bei den ersten Filialen in der Umgebung. LIDL verärgert mich dagegen durch Umstellung der Anordnung alle paar Jahre, d.h. man räumt alle paar Jahre die Regale um und es dauert Wochen, bis ich wieder das finde, was ich suche. Vor allem wird der Markt hier immer „kruschteliger“. Es gibt immer mehr Regale. Dadurch anstatt wie bei ALDI viel Platz zwischen den Regalen wird es eng, mit den Folgen, das man anderen Kunden dauernd ausweichen muss. Vor allem gibt es keine Systematik. Kaffee gibt es im Regal neben der Marmelade – aber auch in einem Aktionsregal irgendwo anders. Mensch, räumt die Aktionsware doch zur regulären rein. Kurz, ich kaufe inzwischen nur noch ungern bei Lidl im Laden ein und dann nur um dort was einzukaufen das ich beim ALDI nicht bekomme, weil das Sortiment größer ist. Dafür scheint ALDI den Online-Trend verschlafen zu haben. LIDL hat einen eigenen Shop. Dort gibt es weitaus mehr als im Laden. Und es gibt dort Dinge, die man im Laden nicht verkaufen kann wie Gartenmöbel oder Fahrräder. Den nutze ich inzwischen recht häufig. Man ist nicht abhängig von Aktionswochen, den die dortigen Artikel gibt es meist viel länger als in der Filiale. ALDI hat so was nicht. Nur sperrige oder teure Artikel gibt es neuerdings per „ALDI liefert“. Aber auch nur wenige. Mein Vorschlag: weitet das aus. Zumindest auf Artikel, die sperrig sind. Denn einen Kundenstamm scheinen beide Discounter nicht im Blick zu haben: Fußgänger und Fahrradfahrer. Bei beiden Discounter gibt es einen Fahrradstellplatz der so groß ist wie zwei Autoparkplätze und für acht Fahrräder reicht. Dagegen gibt es (geschätzt) rund 50 Parkplätze für Autos. Jetzt im Sommer sind die immer voll, wenn ich hinkomme. Unverständlich, vor allem bei der ALDI-Filialie die ja erst vor einigen Monaten umgebaut wurde – warum nicht zwei weitere Parkplätze für Autos opfern und die doppelte Zahl an Fahrradstellplätzen zur Verfügung stellen? Es lohnt sich doch, denn man kann so viermal mehr Kunden mit Stellplätzen versorgen. Vor allem geht der Trend ja zu dem E-Bike und da sind immer mehr unterwegs, die sonst selten Fahrradfahren. Jedes Zweite, das ich sehe, ist schon ein E-Bike und es wird immer voller. Fahrradfahrer (aber auch Fußgänger) können aber nicht alles kaufen. Alles, was sperrig ist, scheidet, aus. Zumindest das sollte ALDI in seinem „ALDI lieferet Service aufnehmen“. Zum Schluss fällt mir aber noch was ein, was bei LIDL besser ist: Sei haben kleine Einkaufswagen. Die normalen Einkaufswagen sind ja „Schlachtschiffe“. Riesengroß. Ab und an finde ich ja Kunden, die sie wirklich voll bekommen, wenn das dann auf dem Band landet, rätsele ich immer, ob es eine Großfamilie ist oder sie für eine Jugendgruppe einkaufen oder für eine Gaststätte (hängt von den Waren ab. Wenn jemand der südländisch aussieht, bei einer Aktionswoche jede Menge italienischer Pasta kauf,t tippe ich dann eher auf Gaststätte). Ich glaube zumindest für die meisten Ein- bis Zweipersonenhaushalt reichen die kleineren Einkaufswagen, die auch nicht kleiner sind, als die, die ich von meiner Jugend kenne und da kaufte ich damit für drei bis vier Personen ein völlig aus. Da man mit ihnen viel besser vorwärtskommt und sie auch weniger Platz wegnehmen sowohl draußen wie im Laden verstehe ich nicht, warum sie bei Lidl noch eine Ausnahme sind (eine von vier Reihen) und es bei ALDI sie gar nicht gibt.

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