Vergleich: C64 vs Sinclair Spectrum

Ich habe vor Jahren in meiner Serie „die schlechtesten Computer aller Zeiten“ über den C64 geschrieben. Der Beitrag rutsche dann, wie es bei Blogs der Fall ist ins Vergessen. Seit etwa einem Jahr ist er in einem C64 Forum verlinkt und seitdem gibt es alle paar Monate (wohl wenn er durch einen Post im Forumsbeitrag wieder in der Hauptseite des Forums erscheint) wieder mehr Seitenabrufe und dann natürlich auch Posts. Es reicht den dortigen Leuten, die dann natürlich eine einseitige C64-positive Meinung haben, nicht nur einen Kommentar zu hinterlassen, manche müssen das sogar mehrmals unter verschiedenen Pseudonymen tun. Offenbar gehen Leute, die zwar einen C64 hatten aber nur damit spielten, davon aus, das andere genauso wenig Ahnung von Computer haben wie sie und nicht erkennen können, dass der Post von ein und derselben IP-Adresse kommt. In dem Falle lösche ich alle Posts dieser Person. Sie kann ja gerne mehrfach posten aber bitte unter einem Pseudonym, das jeder erkennen kann, was dahinter steckt.

Aber zurück zum Artikel. Ich habe den C64 mit dem CPC 6128 verglichen (den ich übrigens nie besessen habe, ich hatte einen CPC 464) und das kam nicht gut an. Ich meine noch heute der Vergleich ist legitim, es sind zwei Rechner derselben Preisklasse und ähnlichen Eigenschaften. Aber er hakt natürlich. Die CPC-Serie ist jünger und wurde als Komplettsystem verkauft. Daher habe ich mir vorgenommen nochmals einen Vergleich zu machen, diesmal mit dem ZX-Spectrum, denn der ist aus der gleichen Zeit, sogar noch etwas früher erschienen (April 1982, in Deutschland aber in etwa zeitgleich mit dem C64).

Gehäuse und Tastatur

Der ZX Spectrum kommt in einem sehr kleinen Gehäuse mit nur 40 Gummitasten, die bis zu siebenfach belegt sind. Der C64 kommt in einem deutlich größeren Gehäuse mit echter Schreibmaschinentastatur und weniger Belegungen und 66 Tasten. Das Gehäuse des Spectrums sieht deutlich schicker aus, auch wegen der Kleinheit „schnuckelig“. Das Ursprungsgehäuse des C64 erhielt wegen der hohen Bauform bald den Beinahmen „Brotkasten“, wurde aber später deutlich verbessert. Was allerdings zählt, ist weniger das Gehäuse als vielmehr, wie man mit der Tastatur arbeiten kann und da sind die Gummitasten die auf eine Folie münden des Spectrums deutlich der Schreibmaschinentastatur des C64 unterlegen.

Anschlüsse

Ich lasse in beiden Fällen Fernsehanschluss über die Antennenbuchse und Stromanschluss weg, weil die selbstverständlich sind.

Der Spectrum geizt mit Anschlüssen für Peripherie. Er hat nur einen Anschluss für einen Kassettenrekorder und einen Platinenstecker mit 54 Signalen der CPU zur Erweiterung des Systems „Systembus“ oder „Erweiterungsbus“. Beim C64 sind es deutlich mehr. Es gibt an der Seite zwei Anschlüsse für Gameports im 9.Poligen Standardformat, wie es der Competition Pro einsetzt. Neben dem Antennenanschluss hat der C64 auch eine achtpolige Audio/Videobuchse, mit der man ihn an einen Monitor anschließen kann. Für den Anschluss eines Diskettenlaufwerks oder eines Druckers gibt es eine IEEE 488 Schnittstelle, einen 12-poligen Userport, den man mit einem Modull zum Anschluss eines Druckers nach Centronics oder V24 Standard nutzen kann, ebenfalls den Erweiterungsbus, hier mit 44 Leitungen und einen sechspoligen Anschluss für eine Datasette. Außerdem hat er einen Resteschalter. Selbst der fehlt beim Spectrum. Hinsichtlich Anschlüssen punktet der C64 also klar. Er ist was die Zahl der Anschlüsse betrifft dem Spectrum deutlich überlegen. Allerdings sind bis auf die Gameports alle Anschlüsse nach Commodore Standard nicht nach damals gängigen Industriestandards (5-Polige DIN Buchse für Kassettenrekorder, Centronics für Drucker).

Hardware

Der Minimalismus zieht sich weiter beim internen Aufbau. Der Spectrum besteht, wenn man die Logikbausteine der 74xx Serie mal außer Betracht lässt, praktisch nur aus CPU, ULA, RAM und ROM. Der C64 ist deutlich besser ausgestattet. Töne produziert ein eigener Soundchip, der SID, die Grafik nicht nur ein Videocontroller, sondern ein Videoprozessor, der VIC. Dazu kommen zwei I/O Bausteine und ebenfalls ein ULA. Es ist klar, das der C64 daher viel mehr Fähigkeiten in der Hardware hat, als der Spectrum, bei dem das ULA sowohl die Grafikerzeugung wie auch Kommunikation mit Keyboard und Kassette und die Tonerzeugung übernehmen muss. Erneuter Punktgewinn für den C64.

Software

Beide Rechner haben den damals obligaten BASIC Interpreter, der zugleich Betriebssystem ist. Beide BASIC Interpreter basieren auf Vorgängern. So versteht der Spectrum die Programme der beiden Vorgänger ZX80 und ZX81, verfügt aber über weitere Befehle für das Zeichnen und setzen von Farben. Das BASIC des C64 wurde unverändert von den CBM Bürocomputern übernommen, die keinerlei Grafikfähigkeiten- und Soundfähigkeiten haben. So fehlen alle Befehle, die damit zu tun haben im Befehlssatz. Was die Größe angeht so punktet der C64 mit 20 KByte ROM, die aber auch darauf beruhen das er zwei Zeichensätze hat die alleine 4 KByte belegen, während es beim Spectrum nur einer ist. Beide Rechner haben Blockgrafikzeichen in den oberen 128 Codes um damit Grafiken zu erstellen. Da man mit dem Spectrum Interpreter die Fähigkeiten der Hardware ausreizen kann, auch wenn sie schlechter als die des C64 sind. Punktet hier der Spectrum.

Speicher

Den Spectrum gab es mit 16 oder 48K Arbeitsspeicher, wobei weil der Bildschirmspeicher etwa 7 KB belegt praktisch nur die 48K Version verkauft wurde. Der C64 hat wie sein Name schon andeutet 64 KByte RAM. Bei beiden Rechnern geht davon der Bildschirmspeicher und etwas Speicher für Systemvariablen ab. Das ROM belegt auch einen Teil de Adressbereiches, der so nicht nutzbar ist. Beim Spectrum schließt es unten an den Arbeitsspeicher an und belegt so die ganzen 64 K Adressbereich. Beim C64 verdeckt es den oberen Speicher. Diese 20 KByte sind unter BASIC nicht nutzbar und indirekt nur nutzbar, wenn man in den 4 KB des Zeichensatzes ein Maschinenprogramm unterbringt. Die anderen 16 KB sind nicht nutzbar, wenn das Betriebssystem und BASIC Interpreter aktiv sein sollen. Beim Einschalten hat man unter BASIC beim C64 somit nur 38,9 K frei, beim Spectrum, der eigentlich 16 KB weniger Speicher hat sind es in der 48 K Version dagegen 41,5 K, also leicht weniger. Hier punktet der Spectrum.

Grafik und Sound

Beide Rechner haben eine Bildschirmverwaltung, die heute nicht mehr bekannt ist. Beim Spectrum gab es einen 6 KB großen Speicher für die Pixelinformation von 256 x 192 Punkten in monochrom. Zusätzlich einen Farbspeicher von 32 x 24 Zeichen. Für jedes Zeichen konnte man für Vorder- und Hintergrund eine von 16 Farben setzen. Die Bitmaps haben also eine Auflösung von 256 x 192 Pixeln, aber je 64 Pixel teilen sich eine Vorder- und Hintergrundfarbe.

Der C64 hat ebenfalls einen getrennten Bitmap- und Farbspeicher. Hier gibt es einen Textspeicher der 40 x 25 Zeichen aufnimmt und einen Farbspeicher, der wie beim Spectrum für jedes Zeichen eine Vorder- und Hintergrundfarbe definiert. Neben diesem Standardmodus beherrscht der VIC noch zwei weitere. Einen hochauflösenden Modus in dem man alle 320 x 200 Pixel ansprechen kann, aber nur monochrom und einen Multicolormodus, bei dem die Auflösung geringer ist, dafür es 4 oder 16 Farben gibt. Diese Modi sind von BASIC aus aber nicht zugänglich. Beliebige Bitmap Grafik, also nicht unter Verwendung des Standardzeichensatzes, konnte man erzeugen, indem man den Zeichensatz in das RAM kopierte und dort veränderte. Die meisten Spiele nutzten denn auch diese Methode.

Beim Sound gibt der Spectrum nur einen Ton über einen kleinen eingebauten Lautsprecher aus. Der SID des C64 ist dagegen dreistimmig und hat neben den bei Soundchips üblichen Hüllkurvenmodulatoren auch Amplitudenmodulatoren und Oszillatoren und geht damit über die Soundfähigkeiten der meisten Heimcomputer hinaus, während der Spectrum dahinter bleibt. Sein einstimmiger Ton ist, wenn man es auf die Musk überträgt, genauso wie der Vergleich von jemanden der ein Instrument, spielt mit dem einer Band mit drei Instrumenten. Das macht bei der Musikuntermalung von Spielen einen großen Unterschied.

Beim Ton punktet also ganz klar der C64. Bei der Grafik ist es so, das der C64 prinzipiell besser ist, aber in der Basisaustattung dies nicht nutzbar ist.

Erweiterungen

Beide Systeme hinsichtlich Erweiterungen zu beurteilen, ist schwierig und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Beim ZX Spectrum ist das Hauptproblem, das es nur einen Erweiterungsbaus gibt und der nun alle Erweiterungen aufnehmen soll. Die offiziellen Erweiterungen wie ZX-Interface 1 und 2 schleifen den Bus daher durch, doch es ist eben ein Platinenstecker nicht einer der feste Kontakte oder gar Klammern hat, um Stecker zu befestigen. Das war mechanisch instabil und mehr als ein Interface machte so Probleme. Ohne Interface kam man nicht aus, weil man weder einen Drucker noch einen Massenspeicher anschließen konnte. Selbst für Joysticks fehlte der Anschluss. Da sie auch im Betriebssystem nicht vorgesehen waren simulierten sie Tasten und so gab es zwei verschiedene Standards für die belegten Tasten von Sinclair und einem Fremdhersteller. Sinclair propagierte als Massenspeicher das Microdrive. Das war ein Endlosbandlaufwerk. Doch es war erst 18 Monate nach Ankündigung lieferbar und entpuppte sich als nicht sehr zuverlässig. Zudem waren die Cartridges sehr teuer. Ein Floppylaufwerk konnte es schon wegen des fehlenden wahlfreien Zugriffs nicht ersetzen, vielmehr diente es zum Speichern von Programmen. Direkt anschließen konnte man eigentlich nur den ZX Printer. Doch das war ein Thermodrucker der nur 256 Bits breit druckte und dies auf empfindlichem aluminiumbeschichteten Thermopapier. Dagegen war der Nadeldrucker VC 1526 von Commodore vergleichbar dem anderer Nadeldrucker dieser Zeit. Die Marktbedeutung des C64 führte aber dazu das es nach einigen Jahren eigene Versionen von Farbdruckern gab, die direkt an den C64 angeschlossen werden können.

Der C64 hat hinsichtlich Schnittstellen zwar die Nase vorn, er verwendete aber keine genormten Schnittstellen. Das bedeutet, man war entweder auf die Peripherie von Commodore festgelegt (Parallele zu Sinclair) oder man musste zusätzliches Geld investieren, um z.B. am Userport eine Centronics Schnittstelle nachzurüsten. Beim Floppylaufwerk war es so, das man bei der ersten Serie aus Kostengründen die Zahl der Leitungen von acht bei der CBM Serie auf eine reduziert hatte. Später galt das nicht mehr doch aus Kompabilitätsgründen nutzte das Betriebssystem nur eine Leitung. Die Lösung waren Floppy Disk Beschleuniger, die dann aber auch extra kosteten. Ohne diese war das Floppylaufwerk aber nicht wesentlich schneller als ein Kasetteninterface (300 Byte pro Sekunde, andere Rechner erreichten 2400 (Atari 400) bis 15.000 Byte/s (Apple).. Der Anschluss an einen Monitor ist zwar gut gemeint, angesichts der niedrigen Auflösung der Ausgabe bei beiden Rechnern aber nicht nötig. Immerhin ist dann das Bild stabiler und schärfer. Allerdings kostete ein Farbmonitor damals mehr als ein C64.

Vergleichstest

Ich will zwei Szenarien untersuchen: Die „offizielle“ Nutzung dieser Rechner zum Erlernen von BASIC und zum Programmieren. Ich habe „offiziell“ geschrieben, weil die Leute die ich damals kannte und natürlich auch ich, die Computer wirklich programmiert haben und dabei auch nützliche Programme herauskamen, die man im Studium nutzen konnte. Wie die Antworten auf den obigen Blog zeigen und ich inzwischen auch im Gespräch mit anderen rausfand, war das die Ausnahme. Die Rechner wurden damals vorwiegend als Ersatz für eine Spielkonsole gekauft und damit gedaddelt. Daher der Vergleich dieser beiden Einsatzgebiete: Programmieren in BASIC und Spielen. Die fehlenden Joystickanschlüsse beim Spectrum beruhen auch darauf, das Sinclair den Rechner zum Programmieren vorgesehen hatte, und er war sehr verärgert, als er sah das die meisten ihn nur zum Spielen nutzen.

Das BASIC des Spectrums schlägt das des C64. Die Fähigkeiten, die der Spektrum hat, kann man damit ausnutzen. In der Geschwindigkeit sind beide Modelle unter BASIC etwa gleich schnell, das ergaben Benchmarks. Der BASIC-Interpreter des Spectrums ist daher etwas ineffizienter, denn bei der Taktfrequenz von 3,58 MHz sollte er etwa 20 % schneller als der C64 sein. Beim Start hat der Spectrum 48K unter BASIC noch 41,5 KByte frei, beim C64 sind es dagegen nur 38,9 KB. Wie das? Beide Rechner haben ein ROM, das im Adressbereich liegt, doch das ist, beim C64 4 KByte größer und reduziert so den verfügbaren Speicher. Bedeutender ist aber das das ROM 20 KByte des Speichers verdeckt, der so unter BASIC nicht nutzbar ist. Die oberen 20 KByte hätte man so wenigstens als Bildschirmspeicher, der beim C64 ohne spezielle Tricks 8 KByte groß ist, nutzen könnte, doch dieser liegt auch im unteren Bereich, sodass beim Einschalten der höheren Bildschirmmodi nochmals Speicher verloren geht. Allerdings erfordern diese Modi Maschinensprache. Für in BASIC programmierte Spiele wird man aber den Zeichensatz kopieren und umprogrammieren, das schluckt 2 KByte. So ist der BASIC-Programmierer beim C64 im Nachteil, sowohl was die Sprachmöglichkeiten angeht wie auch der verfügbare Speicher. Es gab um das Manko zu beseitigen Erweiterungsmodule. Populär war z.B. das Simons BASIC. Doch das war zum einen eine zusätzliche Ausgabe. Zum anderen verkleinerte das Modul, das ja auch Speicher belegte, den Speicher unter BASIC weiter auf 30 KByte.

Bei den Spielen gibt es die Beschränkungen nicht. Spiele können das Betriebssystem nutzen, müssen es aber nicht. Beim C64 muss man praktisch die beiden Coprozessoren direkt anzusprechen, weil das Betriebssystem sie ja nur rudimentär unterstützt. Dann steht beim C64 mehr Speicher zur Verfügung, auch die ausgeblendeten 20 KByte des ROM sind dann nutzbar.

Bei Spielen gelten die Begrenzungen unter BASIC nicht. Dann profitiert der C64 von einem Grafikprozessor der Spielfiguren (Sprites) selbst animieren kann, verschiedene Grafikmodi beherrscht und dazu von einem Soundprozessor unterstützt wird. Bei Spielen schlägt der getrennte Farb- und Darstellungsspeicher des Spectrums dagegen negativ zu Buche. Da für je 1 Zeichen (64 Bit) dieselbe Farbe gewählt wird, wird eine bewegte Spielfgur die einen andersfarbigen Bereich erreicht Farbfehler aufweisen oder sie springt eben gleich um ein Zeichen (8 Pixel( weiter. Dieser „Color Clash“ war berüchtigt bei Spectrum Spielen, die daher oft nur wenige Farben einsetzten oder wenn es viele Farben waren, dann bewegten sich die Figuren meist ruckartig. Bei Spielen punktet also eindeutig der C64.

Kosten

Bei beiden Rechnern ist es so das die Basisrechner relativ preisgünstig waren, dann mit der Peripherie aber Zusatzkosten auf den Anwender zukamen.

Spectrum Hardware Preis 1/1984 (Ausgabe ct 1/1984)
Spectrum 48K 525.- (16 K-Version: 398)
Gameport Interface mit Joystick / Competition Pro 98 / 129.-
Centronics Interface 170.-
Tastatur Umrüstsatz 190.-
Drucker mit Interface 864.-
ZX Interface 1 200.-
Microdrive 250.-
C64 / Zubehör Preis 1/1984 (Ausgabe ct 1/1984)
C64 674
Joystick Competition Pro 60.-
Drucker VC 1526 889.-
Floppy VC 1541 720.-
Simons BASIC Erweiterungsmodul 175.-
Datasette 129.-

Wer spielen wollte, kam in beiden Fällen eigentlich mit einem Kassettenrekorder aus. Die meisten Spiele gab es auf Kassette, und wenn pro Kassette nur ein Programm drauf ist, entfällt auch das Spulen. Dann muss man nur warten, denn beide Rechner lesen relativ langsam (Sinclair 1500 Baud, Commodore 1174 Baud). Bei Commodore kann man keinen handelsüblichen Kassettenrekorder anschließen, sondern hat wegen des eigenen Busses nur die Möglichkeit eine Datasette, im Prinzip auch nur ein Kassettenrekorder jedoch ohne Lautsprecher, anzuschließen. Der war aber rund 50 DM teuerer als ein Kassettenrekorder, denn man meistens sowieso hatte. Mit einem Joystick wurde man so 654 (Spectrum) bzw. 863 DM (C64) los.

Beim Programmieren ist es schwer, einen Vergleich zu ziehen. Die Microdrives sind einfach nicht mit einem Diskettenlaufwerk zu vergleichen. Sie sind zwar schneller haben aber keinen wahlfreien Zugriff und die Folgekosten für die Cartriges sind höher. Ich habe daher den Massenspeicher weggelassen. Aber man benötigt doch einen Drucker, um mal auch Ergebnisse oder Grafiken auszudrucken. Der Spectrum benötigt fürs Programmieren aber auch eine ordentliche Tastatur und der C64 ein ordentliches BASIC. Beides sind Aufrüstoptionen, die sein müssen. Dann ist man zusammen bei 1.749 bzw. 1.867 DM (C64). Der Spectrum ist also immer etwa 120 bis 300 DM billiger, wobei der Unterschied bei der größeren Summe nicht so relevant ist. Spiele kosteten für beide etwa gleich je nach Titel zwischen 27 und 40 DM. Da man Kassetten aber leicht kopieren kann und das sogar ohne Computer wurde aber mehr getauscht als gekauft.

Ich denke als Spielplattform war der C64 trotz etwas höherer Kosten die bessere Wahl, einfach weil die Hardware, die ja bei Spielen in Assembler direkt angesprochen wird, viel leistungsfähiger war. Der Spectrum war in der Basisversion besser fürs Programmieren geeignet. Allerdings hat man dann bald Probleme mit dem Limit an Schnittstellen, sodass die Erweiterung teuer wird und wenn man eine echte Tastatur haben will, wird’s auch teuer. Diskettenlaufwerke waren für beide nicht zu empfehlen. Beim C64 durch die extreme Langsamkeit und beim Sinclair gab es sie gar nicht vom Hersteller, nur Fremdlösungen. In beiden Fällen verschwand der Preisbonus durch Nachrüstungen. Mit dem Wissen, das ich heute über Computer habe, würde ich wohl keinen der beiden kaufen. Stattdessen einen Dragon 32. Der hat zwar nur 30 K frei verfügbares RAM, aber eine echte Tastatur und ein BASIC das die Hardware unterstützt. Eine vernünftige Discstation gab es auch für ihn. Er kostete zur gleichen Zeit 688.- also etwas mehr als ein C64. Geahnt, dass beide Rechner nicht das Ideale für mich sind, habe ich aber schon damals, denn ich lies mir mit dem Kauf solange Zeit, bis ein Computer erschien, der das bot, was ich erwartete. Das wurde der CPC 464, dem ich dann neun Jahre die Treue hielt.

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