Asteroid Mining mit dem Starship

SimonVr‘s Kommentar zu Einsatzmöglichkeiten des Starships (wie immer bei den Amis wird übertrieben – Sterne wird es nie erreichen ….) hat mich auf die heutige Idee gebracht. Das Thema ist ja nicht neu. Jesco von Puttkamer brachte es schon in seinem Buch „Der erste Tag der neuen Welt“ als Zukunftsvision. Auch für die kostengünstige Bergung hatte er eine Lösung: Als Metallschwamm sollen Metalle so leicht sein das sie auf dem Meer schwimmen. Allerdings bedeutet das auch mehr Widerstand beim Wiedereintritt und damit höhere Verlustraten durch Verdampfen als bei einem Metallbrocken, der so dicht ist das er ab einer relativ kleinen Mindestgröße nahezu ungebremst die Atmosphäre passiert.

Noch weiter gingen andere Projektionen. So habe ich in den Achtzigern auch schon mal Abbildungen gesehen, in denen ein Asteroid erst bergmännisch erschlossen und dann, da man dies nicht von der Oberfläche aus getan hat, sondern nur an einer Seite das innere ausgehöhlt, als Siedlung genutzt werden, indem Menschen sich im Inneren ansiedeln.

Auf der anderen Seite bin ich schon vor Jahren über einen Artikel eines Nobelpreisträger gestolpert, in dem er vorrechnete das mit dem Space Shuttle irgendeine Produktion im Weltraum nicht kostendeckend ist, da der Preis für den Transport von Material höher sei als der (damalige) Goldpreis. Daran hat sich auch heute nicht viel geändert. Beim aktuellen CRS-2 Contract zahlt die NASA für den Transport von 87.900 kg Fracht eine summe von 6.310.000.000 Dollar an die Firmen, pro Kilogramm im Schnitt also 71.871 Dollar. Der Goldpreis liegt heute bei 58.448 Dollar pro Kilogramm.

Nun mag der eine oder andere Leser einwenden, dass man ja bei CRS Fracht in den Orbit bringt, ich aber von der Bergung rede. Das ändert aber nicht viel. Es ändert nur dahin gehend was, das man einen leeren Frachter in den Orbit schickt und ihn dann befüllt. Das macht den Frachter zuerst mal billiger, weil bei dem Vehikeln etwa ein Drittel der Masse auf die Fracht entfällt. Auf der anderen Seite überstehen die meisten Vehikel nicht den Wiedereintritt und bei der Dragon wo das als einziger Fähre der Fall ist. Das wiegt an der ISS etwas über 12 t was mit dem Treibstoff um die ISS zu erreichen dann in Richtung 13 t geht und kann maximal 3,3 t zurückbringen. Das sind gerade mal etwas mehr als ein Fünftel der Gesamtmasse. Vor allem aber muss ja die Nutzlast erst mal in einen LEO kommen und das ist bisher nicht machbar.

Aber nun kommt ja das Starship, das 100 t zur Erde zurückfuhren kann, und das für 2 Millionen Dollar pro Start. Ich habe mir mal den Spaß gemacht auszurechnen, ob es sich lohnt so Asteroiden auszubeuten.

Wie würde das ablaufen? Auch bei 2 Millionen Dollar pro Start – an die nicht mal SimonVr glaubt (und das will was heißen) ist es logisch das man bei 100 t Kapazität nur Wertvolles zur Erde bringt, denn 100 t Eisen kosten z.b. keine 2 Millionen Dollar. Man wird also auf dem Asteroiden eine Fabrik bauen müssen, die aus dem Gestein die wertvollen Elemente extrahiert, so wie man das heute auch tut, z.B. bei der Goldgewinnung. Ich ignoriere mal das diese Fabrik völlig wartungsfrei im Vakuum unter nahezu Null Gravitation (alle erriechbaren Asteroiden sind samt und sonders kleine Körper mit maximal einigen Kilometern Durchmesser und entsprechend kleiner Gravitation) funktionieren muss und das man sie natürlich auch erst errichten muss, was weiteren Aufwand und vor allem Fracht bedeutet. Das gängige Verfahren der Goldextraktion entweder mit Cyanid oder Quecksilber funktioniert so z.B. nicht mehr. Es geht mir nur um die Flugzahl eines Starships das ja mit einem Preisschild versehen ist, für die maximal 100 t Fracht pro Flug – weniger als die volle Fracht zu transportieren wäre weniger lukrativ das man ja immer das Starship mit zum Asteroiden befördern muss.

Nach dem Wikipediaartikel ist der günstigste Asteroid, was das dV angeht Ryugu, der erst kürzlich von der japanischen Raumsonde Hayabusa-2 besucht wurde. Das dV beträgt reaktiv zur Erdebahn (hin und zurück) 4,863 km/s.

Doch erst mal muss man die Erde verlassen. Bringt man dabei gleich die Geschwindigkeit für den Hinflug auf (2,432 km/s, also die Hälfte) so kann man den hyperbolischen Exzess ausnutzen. Aus einer 200-km-Bahn beträgt dann die aufzubringende Geschwindigkeit 3.493 m/s. Beim Rückweg kommt man um die 2,432 km/s nicht herum. Aber man muss nicht wieder in einen LEO einschwenken. Es reicht ein elliptischer Orbit. Ein 200 x 80.000 km Orbit wäre ausreichend. Diesen könnte man durch Aerobraking dann langsam absenken. Eventuell könnte das Starship auch direkt landen, ohne vorher in einen Orbit einzutreten. Angekündigt hat Musk das zumindest. Aber nach Mussks Ankündigungen sollte es auch schon fliegen. Beim Einschwenken in einen elliptischen 200 x 80.000 km Orbit wären nochmals 672 m/s aufzubringen. Das gesamt dV relativ zu einem 200 km kreisförmigen LEO Orbit wäre somit 5.925 bzw. 6.507 m/s.

Das Starship benötigt Treibstoff, der muss für die Hin- und Rückreise in den LEO gebracht werden. Den auf Ryugu gibt es nichts, woraus man Treibstoff gewinnen könnte. Ich rechne nun nur mal die günstigere Variante aus. Das muss man in zwei Stufen tun. Denn das Starship hat ja nur beim Rückflug Fracht an Bord. Dann wiegt es 220 t (120 t leer + 100 t Fracht) und muss mindestens 2432 m/s aufbringen. Das entspricht nach der Ziolkowski Gleichung bei dem von SpaceX gewünschten spezifischen Impuls von 3730 m/s 420,3 t Startmasse – 220 t Starship und 200,3 t Treibstoff. Beim Hinflug sind es 3.493 m/s Geschwindigkeitsänderung, aber nun beträgt die Endmasse nur 320,3 t – das heißt die 200,3 t Treibstoff und das 120 t schwere, leere Starship. Trotzdem liegt dann die Startmasse bei 818 t. Das sind also insgesamt 698 t Treibstoff die man zusätzlich zum Starship erst mal in einen LEO bringen muss.

Als reiner Tankerflug (ohne Nutzlast) hat ein Starship nach meinen Simulationen bei 100 t prognostizierter Nutzlast, wenn es leer startet, noch 117 t Treibstoff. Die 17 t mehr rühren daher, das ja schon vom Start her es 100 t weniger wiegt, die 100 t also die Stufen gar nicht beschleunigen müssen. Teile ich 698 t durch 117 t, so komme ich auf 6 Starts.

Nun die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wie schon gesagt unter der optimistischen Annahme, das die Gewinnung der Rohstoffe nichts kostet, SpaceX Wunschvorgaben hinsichtlich Massen, spezifischen Impulsen und Kosten alle eingehalten werden können (nicht mal SimonVr glaubt bei den Kosten daran). Dann entspricht das 7 x 2 Millionen Dollar = 14 Millionen Dollar für 100 t Nutzlast, mithin 140 Dollar pro Kilogramm. Silber liegt heute drüber (890 Dollar/kg), Kupfer mit 17,5 Dollar/kg drunter. Bei 20 Millionen Dollar pro Flug ist es nur noch für wenige Edelmetalle wie Gold, Platin, Iridium lukrativ sie bergmännisch zu gewinnen.

Soviel zu den guten Nachrichten. Nun zu den schlechten Nachrichten: bemannt geht das nicht. Sowohl die Hinreise wie auch Rückreise dauern jeweils 226 Tage als Hohmanntransferbahnen. Daneben kann man nicht sofort zurück, sondern erst beim nächsten Startfenster. Eine Besatzung würde während dieser Zeit viel zu viele Ressourcen benötigen, mal abgesehen davon, dass sie anders als bei Marsmissionen immer 0 G ausgesetzt wäre. So müsste man auch eine Fabrik und andere Gerätschaften dort aufbauen ohne das jemand eine Montage durchführt. Das stelle ich mir schwierig vor.

Für eine wirklich wirtschaftliche Ausbeutung sind auch die Startfenster, für die die obigen Geschwindigkeiten gelten, zu selten. Optimale gibt es alle 1.878 Tage. Mit etwas höherer Geschwindigkeit kann man aber ausnutzen, dass die Umlaufsdauer von Ryugu mit 1,3 Jahren nahe dem Wert von 4/3 Jahren ist, sodass auch ein Startfenster alle vier Jahre resultiert – nur dazwischen steigt der Geschwindigkeitsbedarf eben rasant an.

Auch ungeklärt ist, wie viele der wirklich wertvollen Metalle Ryugu enthält und ob sich ein Abbau lohnt. Die Ziffer, die in der Wikipedia steht, gilt ja für den ganzen Asteroiden und alle Elemente. Vereinfacht gesagt: es mag dort zwar Vorkommen an Elementen geben, die auf der Erde verkauft viel Geld einbringen würden, aber die ganz teuren die es sich lohnt abzubauen, können in nur geringer Konzentration vorkommen, sodass es sich nicht lohnt. Gerade die schweren Elemente kommen vornehmlich nur Eisenasteroiden vor, die jedoch sehr selten sind. Ryugu ist nicht einer von ihnen. Da gerade ie Proben von Hayabusa angekommen sind, wird man vielleicht bald mehr wissen, denn die Konzentration der meisten wirtschaftlichen ausbeutbaren Elemente ist zu klein um sie in den bisherigen Analysen durch das Spectrometer von Hayabusa detektieren zu können, das konnte nur die Silikate näher bestimmen.

Dazu kommt noch das Problem von Angebot und Nachfrage. Angenommen es klappt tatsächlich so Elemente zu bergen, dann könnte wenn diese auf den Markt kommen, die Preise sinken. Der derzeit hohe Goldpreis entstand ja dadurch das seit 2008 immer mehr Leute Gold als vermeintlich sicherer Geldanlage wählen. So ist Gold mittlerweile teurer als Platin und Osmium, die da seltener früher teurer als Gold waren. Umgekehrt kann dann natürlich ein Überangebot an Gold den Goldpreis sinken lassen.

Immerhin: Dem Gold macht es nichts aus wenn das Starship wie gestern landet….

13 thoughts on “Asteroid Mining mit dem Starship

  1. Hayabusa 2 zeigt erst mal das es möglich ist Material von einem Asteroiden abzubauen und zu Erde zu bringen. Hierfür ist ein Ionen Antrieb jedoch die wesendlich bessere Wahl.
    Wenn es ein Raumschiff gäbe das sich dauerhaft im Weltall befindet und mit einem Ionen Antrieb vom LEO zu Asteroiden fliegt, wäre das wohl Sinnvoller.
    Doch ich vermute das es sich auch dann nicht lohnen wird. Hayabusa 2 hat immerhin 7 Jahre gebraucht.

    Wie schätzen Sie den Abbau auf dem Mond ein?
    Mal angenommen es wird dort Gold oder ein anderes teures Metal gefunden.

  2. Hallo Bernd,
    danke für die Analyse.
    Zuerst ein Kommentar zum Namen Starship – der Name ist sogar konsequent. Fremde Sterne wird Starship nie erreichen, allerdings sollen damit Astronauten fliegen, der Name Astronaut kommt ja vom lateinischen Astra = Stern. (Hier sind die Russen mit dem Begriff Kosmonauten eigentlich präziser.) Auch orbitale Waffen im Rahmen des SDI-Projektes werden inzwischen Stars Wars genannt, obwohl damit ja keine Sterne bekämpft werden sollen . Im Star-Wars-Universum gab es sogar „Sternenzerstörer“, mit denen nicht mal ein Planet zerstört werden konnte, dafür brauchte man ja einen „Todesstern“. Dieser war zwar tödlich, aber genaugenommen auch kein Stern. Der Starman, der im alten Tesla von Musk seit drei Jahren unterwegs ist, wird auch keine fremden Sterne besuchen…

    Themenwechsel: Du schreibst: „Auch bei 2 Millionen Dollar pro Start – an die nicht mal SimonVr glaubt (und das will was heißen) …“ Was meinst Du genau damit? Sind Dir irgendwelche meine Äußerungen bzgl. SpaceX bekannt, die Du als äußerst unrealistisch angesehen hast? Falls ja, könntest Du mir an die erinnern?
    Die Möglichkeit der Asteroiden-Mining habe ich ja mit den Worten begonnen: „Wenn wir uns soweit Richtung Science-Fiction bewegen wäre langfristig noch ein Bereich interessant: Gewinnung der Rohstoffe.“ Natürlich ist das alles sehr langfristig. Allerdings wird es hier vermutlich irgendwann noch zwei Aspekte geben: Erstens Rohstoffe für den Orbit, zweitens Rohstoffe für die Kraftstoffe. Falls es erreichbare kleine Himmelskörper mit Wasser und/oder Kohlenstoff gibt, dann wäre vielleicht irgendwann eine Kraftstoffproduktion im Orbit möglich. Warum riesige Krafstoffmengen verbrauchen um etwas Methan/Wasserstoff von der Erde in den Orbit zu brignen, wenn man den Krafstoff direkt im Orbit herstellen kann? Energie dafür könnten ja Solarzellen liefern. E-Fuels sollen ggf. auf der Erde eine gewisse Rolle spielen, warum langfristig nicht im All? Das wäre wieder eine Aufgabe für Dich zu berechnen, was sich energetisch besser lohnt, Kraftstoff von der Erde hochzubringen, oder von Asteroiden? Man müsste natürlich zuerst geeignete Himmelsköper mit entsprechenden Rohstoffen finden. Ich befürchte, Kometen kommen nicht in Frage, oder? Dort gibt es zwar mehr als genug Wasser bzw. Kohlenstoff, aber wegen dV vermutlich außerhalb der Reichweite?
    Zweites Thema könnte Produktion im All sein. Falls man Rohstoffe für zukünftige 3D-Druchkferfahren direkt in der Nähre der Asteroiden verarbeiten könnte, würde ein Teil der Transportkosten entfallen. Ein wenig in Richtung des Konzepts einer „Von-Neumann-Sonde“.
    Beide Themen werden sicherlich in diesem Jahrzehnt keine Rolles spielen, aber langfristig wer weiß…

    1. Für dein Gedächtnis:
      https://www.bernd-leitenberger.de/blog/2021/02/01/die-februarnachlese-zu-spacex/#comment-90647
      „Die 2 Millionen pro Start sind wohl eine rein theoretische Grenze, in der Praxis könnten in einigen Jahren, falls alles optimal läuft, eher 20 Millionen ein Ziel sein.“

      Erreichbar und Wasser / andere flüchtige Stoffe schließen sich gegenseitig aus, weil der Körper dann während der letzten 4,5 Milliarden Jahre alle flüchtigen Stoffe verloren hat. Nicht mal der Mars, größer als alle Kleinplaneten zusammen, kann Wasser langfristig halten.

      Nur weil andere in den USA seit Jahren von den Sternen reden muss man denselben Fehler ja nicht wiederholen. Bei Musks Ankündigungen wäre Marsship sinnvoller.

      1. Du findest also die vorsichtige Einschätzung: „Die 2 Millionen pro Start sind wohl eine rein theoretische Grenze, in der Praxis könnten in einigen Jahren, falls alles optimal läuft, eher 20 Millionen ein Ziel sein.“ als äußerst unrealistisch? Schön, dann halte ich das fest.

        Was Deine Einschätzung zum Wasser auf Asteroiden betrifft dann schau Dir den folgenden Link an:
        https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/news/2010/asteroid-mit-eiskruste/
        Auszug aus dem Text:“ Modellrechnungen zeigen, dass sich schon wenige Meter unter der Oberfläche Eis über mehrere Milliarden Jahre halten könnte.“

        Den Starship „Marsship“ zu nennen wäre, wie ich finde, keine gute Idee. Es ist in Amerika nicht wirklich üblich die Raketen nach den jeweiligen Zielen zu benennen. Dir ist sicherlich bekannt, dass die Antares-Rakete niemals Antares erreichen wird, die 600 Lichtjahre bis zum Stern Antares sind eindeutig zu weit. Beim Mercury-Programm verfolgte man auch nicht das Ziel, auf dem Planeten Merkur zu landen. Die Saturn V Rakete hat ebenfalls den Planeten Saturn nie erreicht, war auch nicht beabsichtigt. Findest Du alle diese Namen unpassend, oder bist Du nur bei SpaceX so kritisch?

  3. „Bei Musks Ankündigungen wäre Marsship sinnvoller“

    Ich lese ihre Beiträge seit Jahren mit Großem Vergnügen. In punkto Musk sind sie me aber einfach zu harsch.

    Er ist großspurig, vorschnell und sicherlich in vielerlei Hinsicht manisch. Trotzdem hat er die Raumfahrt um Größenordnungen schneller voran gebracht als jedes bürokratische Proporz Projekt von ESA und co. Das sollte man einfach anerkennen. Die Aussage wäre auch gültig wenn spacx morgen Insolvenz anmelden müsste , die einmal entwickelte Technik ist ja weiterhin in der Welt.

    Was mir bei Ihnen, bei aller berechtigten Kritik an SpaceX fehlt ist die Freude an der Tatsache, das jemand, der seine Aufmerksamkeit und sein Kapital auch Koks, Jachten oder sonstigem Humbug widmen könnte, stattdessen in eine Vision investiert die die Menschheit einer interplanetaren Existenz zumindest näher bringt.

    Anders gefragt: wäre es ihnen lieber wenn Musk seine tesla Profite mit irgendwelchen anderen nazistischen Schwachsinn verjubeln würde? Den Eindruck machen Ihre Beiträge nämlich teilweise

    1. Da das Starship zum Mars fliegen und dort landen soll halte ich es für einen viel passenderen Namen.

      Ich halte Musk nicht für einen Visionär, dem es um den Mars geht, sondern um jemand der einen hype verursacht um den Wert seiner firmen zu steigern und so reich zu werden.

      Tesla hat bisher in keinem Jahr Gewinn gemacht (siehe: https://www.finanzen.net/bilanz_guv/tesla ) die Verkaufserlöse, Anzahl der Mitarbeiter etc liegen bei weiterem unter denen anderer Automobilhersteller. Trotzdem ist die Aktie rapide gestiegen und dadurch ist er immer reicher geworden. Als es letztes Jahr einen Schadensersatzprozess gab gab Musk an überhaupt kein Vermögen zu haben:
      https://www.businessinsider.de/tech/elon-musk-gerichtsprozess-verleumdung-paedophil-2019-12/#:~:text=W%C3%A4hrend%20des%20Prozesses%20gab%20Musk,18%20Milliarden%20Euro)%20gesch%C3%A4tzt%20wird.
      „Die Leute denken, ich hätte viel Geld. Das habe ich aber gar nicht“, sagte Musk. „Ich besitze Aktienanteile von SpaceX und Tesla, und Geldschulden, die dagegen halten.“

      Er steckt auch kein eigenes Geld mehr in die Firmen, sondern verkauft Anteile, das klappt weil diese Firmen eben hoch eingeschätzt werden. Wie in dem Artikel
      https://www.forbes.com/sites/daviddawkins/2020/10/23/elon-musks-spacex-gets-bullish-100-billion-valuation-from-morgan-stanley-double-what-investors-said-it-was-worth-in-august/#:~:text=While%20Morgan%20Stanley%20values%20SpaceX's,up%20from%20235%20million%20to
      klar wird beruht das aber vor allem auf Hoffnungen, denn von den 100 Mrd die SpaceX wert sein soll, entfallen auf den Geschäftsbereich den es schon gibt nur 12 Mrd und selbst das ist mehr als die Firma jemals durch Starts eingenommen hat.

      Ich prognostiziere: bevor dieses Modell kollabiert wird Musk seine letzten Anteile abgestoßen haben und seinen Reibach gemacht haben. Denn nur darum geht es, seine bisherigen Firmen hat er ja auch immer verkauft wenn der Kurs hoch war. Wie wahrer Firmenwert und Börsenwert auseinandergehen das zeigte ja das Beispiel Wirecard.

      1. Hallo Bernd, Du schreibst:
        „Ich prognostiziere: bevor dieses Modell kollabiert wird Musk seine letzten Anteile abgestoßen haben und seinen Reibach gemacht haben. “
        Könntest Du auch prognostizieren bis wann spätestens dieses Modell kollabieren wird? Vielleich eine langfristige SpaceX-Wette daraus machen? Ich würde sehr gerne dagegen wetten, sobald ein Datum feststeht. Deine Prophezeiung ohne Datum ist bei genauerem Hinsehen schlau gemacht: Du kannst eigentlich nicht verlieren. Beziehungsweise kann die Prophezeiung erst dann überprüft werden, nachdem „das Model“ kollabiert ist. Solange dieses Modell nicht kollabiert, wird diese Prophezeiung auch niemals falsch. Egal wie erfolgreich SpaceX oder Tesla wird, man kann immer behaupten, dass Pleite nur eine Frage der Zeit ist.
        Mit einem Datum funktioniert das aber nicht. Deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass Du Dich nicht trauen wirst hier ein Datum zu nennen. Oder?

    2. „Trotzdem hat er die Raumfahrt um Größenordnungen schneller voran gebracht als jedes bürokratische Proporz Projekt von ESA und co.“

      Das lese ich immer wieder aber ich lese nie glaubhafte Beispiele dazu.

      Reiht sich ein in andere Thesen wie „es wird mindestens 10-fach verbilligt und schafft sich seinen eigenen Markt“. Wie realistisch das ist und wie gut das klappt sieht man ja an den derzeitigen Starts der F9.

    3. So schön das auch ist, dass sich mehr Menschen für Raumfahrt begeistern.
      Das Problem ist, das viele Leute, die auf den SpaceX-Zug aufspringen völlig utopische Vorstellungen haben.
      Und die wenigsten schaffen es irgendwann aus diesem Hype auszubrechen und sich sachlich mit dem Thema zu beschäftigen.

      1. Hinzu kommen noch alte New Spacer Lügen wie die angebliche „Vernichtung“ der alten Apollo Blaupausen.

        https://space.stackexchange.com/questions/20302/were-the-saturn-v-construction-plans-destroyed

        Ich verwende hier mit Absicht das Wort Lüge, da ich Lewis Buch kenne und den dort verwendeten Zusammenhang. (Er verglich hier die angebliche Vernichtung der Blaupausen mit der Zerstörung der chinesischen Entdeckerflotte und machte in beiden Fällen Beamte/Bürokraten dafür verantwortlich. Was kompletter Unsinn ist.)

      2. Es gibt sicherlich viele Leute, die bezüglich SpaceX utopische Vorstellungen haben. Gleichzeitig gibt es aber auch Leute die im Jahr 2021 immer noch nicht verstanden haben, dass Wiederverwendung der Raketenteile das Potential hat die Raumfahrt merklich zu verbilligen. Hier leistet SpaceX durchaus Aufklärungsarbeit.

        1. Eben das stimmt nicht. Wie schon einmal geschrieben gibt es keine glaubwürdigen Kostenrechnungen seitens SpaceX, wie sehr sich die Wiederverwertung der Erststufen, inkl. der Absenkung der Nutzlast, überhaupt lohnt. Nur immer völlig übertriebene Angaben, die später von SpaceX still und heimlich revidiert werden oder einfach von der Website verschwinden.
          Im Moment ist es ebenso möglich, dass die Firma nach dem Discounterprinzip das bei Investoren und der NASA eingesammelte Geld nutzt um Starts unter dem Selbstkostenpreis anzubieten.
          Der Begriff Aufklärungsarbeit ist daher auch sehr unglücklich gewählt, denn Aufklären macht SpaceX eben nicht.

          1. Eine glaubwürdige Kostenrechnung wird es wohl niemals geben, warum sollte SpaceX dem Wettbewerb solche Geschenke machen? Hier muss man schon selbst nachdenken, die Startzahlen, die Preise etc. vergleichen und die richtigen Schlüsse ziehen.
            Um SpaceX richtig einzuordnen sollte man diese Firma nicht mit den Angaben vergleichen, die tatsächlich nicht selten übertrieben sind, sondern mit dem Wettbewerb. Erst dann kann man die Firma richtig einordnen.

            Du schreibst: „Im Moment ist es ebenso möglich, dass die Firma nach dem Discounterprinzip das bei Investoren und der NASA eingesammelte Geld nutzt um Starts unter dem Selbstkostenpreis anzubieten.“
            Ja, theoretisch möglich ist es, aber sehr unwahrscheinlich. Dafür dauert das Ganze bereits zu lange. Mit sehr unwahrscheinlich meine ich übrigens nicht, dass es fast 100%-Wahrscheinlichkeit gibt, dass SpaceX immer erfolgreich wird. Dafür investiert und damit riskiert SpaceX zu viel, um eine 100% Sicherheit zu haben.
            Auf der anderen Seite bietet SpaceX nicht nur Startmöglichkeiten für die Kunden an, sondern entwickelt Starlink und Starship, beides kostet viel Geld. Zum Vergleich zitiere ich die deutsche Wikipedia: „Die Entwicklungskosten der Ariane 5 betrugen etwa 5,8 Milliarden Euro“. Geld, das der Steuerzahler bereitgestellt hatte, was ich persönlich für richtig halte. Die Entwicklung der Ariane 6 wird voraussichtlich 4 Milliarden Euro kosten. (Ob dieses Geld genauso gut angelegt ist, bin ich nicht mehr so sicher, vielleicht ja, vielleicht nicht). Für die Entwicklung des Starships hat SpaceX Gelder vom Statt in der Größenordnung 400 Millionen $ erhalten, der Rest wird von den Privaten Investoren oder aus Eigenmittel bereitgestellt.
            Dazu kommen riesige Investitionen in Starlink, die sich wohl frühestens in einigen Jahren zurückzahlen werden.
            Die Investoren sind dabei keine Kiddies die auf den Börsen spielen, sondern erfolgreichste Firmen, die es aktuell gibt, wie z.B. Google/Alphabet. Dabei fließen keine geringen Beiträge, sondern Milliarden. Deswegen halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass SpaceX hier ein falsches Spiel spielt, und es von den Investoren nicht bemerkt wird. Die Vorschritte bei Starship und Starlink sind durchaus vorhanden.

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