Corona-Schnelltests

Ich habe mich bisher im Blog mit Kommentaren hinsichtlich der Coronastrategie der Bundesregierung und den 16 Landesfürsten, die jeweils eigene Süppchen kochen, dezent zurückgehalten. Im Prinzip kann man da es Änderungen im Wochenabstand gibt auch wöchentlich, was dazu schreiben. Das ganze Konzept ist voller Widersprüche. Vor allem ist es unlogisch. Da öffnen Friseure wo man engen Kontakt, ja Hautkontakt hat und andere Geschäfte, wo man Abstandsregeln viel besser einhalten kann, bleiben zu. Oder ketzerisch formuliert: wenn die Friseure aufmachen, könnten auch die Bordelle wieder öffnen. Viel mehr Kontakt gibt es dort auch nicht, zumindest ist er meist kürzer 😉

Nun sollen Museen, botanische Gärten und Zoos öffnen können, Schwimmbäder, an denen ich interessiert bin, bleiben aber zu. Dabei geht es in beiden Fällen um die Beschränkung der Besucherzahl und Abstände und im Schwimmbad wo jeder ja Platz haben will sind die besser einzuhalten als vor einem Van Gogh Gemälde oder dem Menschenaffenkäfig, wo alle hinwollen. Zudem ist das Wasser gechlort und Chlor auch in der Atmosphäre und Chlor tötet auch Viren zuverlässig durch Oxidation ab.

Diese Woche nun die Ankündigung von Schnelltests als Bestandteil einer Strategie für „mehr Normalität“. Auf den ersten Blick sieht das logisch aus – man kann mehr öffnen, wenn die Leute vor Ort einen Schnelltest machen. Gut, die Probanden müssen dann immer noch 15 Minuten warten, bis das Messergebnis da ist. Aber dann kann man rein. Wenn die Schnelltests wirklich zuverlässig wären, dann müsste man, da ja alle negativ getasteten nicht infiziert wären, nicht mal Abstände einhalten. Leider sind sie das nicht, sodass die anderen Regeln weiter in Kraft bleiben müssen. Es soll auch einen kostenlosen Selbsttest pro Woche für zu Hause geben. Reicht für einen gelegentlichen Besuch in der Galerie oder Shopping, wäre für mich, da ich dreimal pro Woche Schwimmen gehe, zu wenig.

Das Konzept ist aber nicht zu Ende gedacht. Denn was ist mit den positiv getesteten? Bisher lief das so, das die Tests seitens offizieller Stellen erfolgten. z.B. weil jemand infiziert war und man nun alle Personen testete, mit denen er in Kontakt war. War jemand da positiv, musste er in die Quarantäne und manchmal wurde die auch kontrolliert. Doch was passiert, wenn ich einen positiven Test vor einem Einkauf habe? Der Geschäftsinhaber wird sicher nicht das Gesundheitsamt verständigen. Ob ich mich dann freiwillig in Quarantäne begebe oder nicht, ist meine Sache. Erst recht ist das bei Selbsttests, die jeder selbst kaufen und dann natürlich zu Hause machen kann, so. Für die sehe ich auch keinen rechten Sinn, außer der die Neugier zu befriedigen, Denn sie nutzen ja nicht mal was, wenn ich sie nutzen will, um wo hinzugehen, wo ein Test erforderlich ist und ich mir die Wartezeit sparen will. Wie will man dort kontrollieren, ob der Test von heute ist, und nicht schon von gestern. Trotzdem waren die Selbsttests, obwohl nicht gerade billig – 25 Euro für fünf Tests – bei ALDI, nach Medienberichten, schon kurz nach Ladenöffnung ausverkauft.

Ja Corona-Leugner und andere Idioten, die meinen, Corona wäre gar nicht so schlimm und alle Vorsichtsmaßnahmen nur Schikane, könnten auf die Idee kommen bei einem positiven Selbsttest dann gerade Menschenmassen aufzusuchen, die es nach wie vor gibt, vor allem beim öffentlichen Nahverkehr. Einfach mal den ganzen Tag Bus oder S-Bahn Fahren und schon ist man ein Super-Spreader wie das neudeutsch heißt (ich würde es als „infektiöser Depp“ eindeutschen).

Eine Zwangsmeldepflicht für alle, die einen Selbsttest anbieten um ihr Geschäft am Laufen zu halten, will ja niemand und mit der freiwilligen Eintragung der persönlichen Daten in Listen wie bei der Gastronomie im letzten Sommer klappt es ja auch nicht. Viele nahmen das nicht ernst und gaben falsche Angaben oder Fantasienamen dort an.

Meine Meinung: Wie immer im letzten Jahr ein Konzept bei dem mann nur die Hälfte durchdacht hat, oder frei nach Schiller: Das war kein Heldenstück, Angela!

One thought on “Corona-Schnelltests

  1. Ich lach mich immer scheckig, wenn ich höre oder lese „ja die Menschen sind doch vernünftig und halten die Vorsichtsmassreglen schon ein“. Klar, die meisten vielleicht schon. Blöderweise reicht dann eine kleine Minderheit, um alles wieder niederzureißen. Woher kommen denn die ganzen Superspreader Events, wenn sich alle richtig verhalten würden?
    Bei den Selbsttests bleibt doch auch ein Restrisiko. Erstens dadurch, dass die Tests keine 100% Trefferquote bringen (können), zweitens dadurch, wie Du schon schreibst, niemand zwangsweise in Quarantäne geht wenn der Test positiv anschlägt.

    Oder so ähnlich: „Schatzi, gibtst Du mir mal Dein Testergebnis von heute morgen, ich will jetzt ins Kino“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.