Laschet vs. Söder

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Mein letzter Blog zur Wahlnachlese beschäftigt sich noch einmal mit dem Feind im eigenen Partei, respektiere Bruderpartei. Ich meine das Söder mit seinen Sticheleien oder offenen Angriffen gegen Laschet einen guten Teil der Verantwortung für das Wahlergebnis trägt. In Teilen der CDU hält man ihn ja für den besseren Mann, manch einer meint, mit ihm wäre das Debakel nicht groß gewesen. Nun kann man vielerlei Meinung sein, man kann aber auch Fakten bemühen. Beide sind ja Ministerpräsidenten und jede Wahl ist auch eine Abstimmung über die Politik im eigenen Land. Ich habe mir mal die Wahlergebnisse aller Wahlen rausgesucht, seit die beiden antreten, jeweils bezogen auf das eigene Bundesland.

Laschet

Wahl CDU NRW vorher CDU NRW nachher Veränderung
Landtagswahl 14.4.2017 26,3 Prozent 33,0 Prozent +6,7 Prozent
Europawahl 2019 NRW 35,6 Prozent 27,9 Prozent -7,7 Prozent
Kommunalwahl 2020 37,5 Prozent 34,3 Prozent -3,2 Prozent
Bundestagswahl 2021 33,7 Prozent 26,0 Prozent -6,7 Prozent
Mittelwert: -2,7 Prozent

Söder

Wahl CSU Bayern vorher CSU Bayern nachher Veränderung
Landtagswahl 14.10.2018 47,5 Prozent 37,2 Prozent -10,5 Prozent
Europawahl 2019 Bayern 40,5 Prozent 40,7 Prozent +0,2 Prozent
Kommunalwahl 2020 39,7 Prozent 34,5 Prozent -5,2 Prozent
Bundestagswahl 2021 31,7 Prozent 31,7 Prozent -7,1 Prozent
Mittelwert: -5,6 Prozent

Also Söders Bilanz ist noch deutlich schlechter als die von Laschet. Dabei ist zu berücksichtigen, das Laschet als Herausforderer 2017 antrat gegen Hannelore Kraft von der SPD. Unter ihm legte die SPD zu. Dagegen trat Seehofer schon im März also sieben Monate vor der Wahl von seinem Amt als Ministerpräsident von Bayern zurück und Söder kam an die Macht, startete also mit einem Amtsbonus. Trotzdem verlor die CSU 10,5 Prozent!!! Das wird nur noch von Andres Scheuer übertreffen der es fertig brachte in seinem Wahlkreis in zwei Bundestagswahlen von 50 auf 30 Prozent abzurutschen.

Wer so unbeliebt im eigenen Land ist, sollte sich meiner Ansicht nach weder für ein Bundesamt bewerben, noch Kritik an einem Bewerber aus der eigenen Schwesterpartei üben.

2 thoughts on “Laschet vs. Söder

  1. Ist eine schöne Statistik, hat aber wenig Aussage, da es hier sehr viele einzeleffelte gibt.

    Zu Söder kann man als Gegner sagen, dass er sich wendet wie ein Fähnchen im Wind. Andersherum gesehen erkennt er frühzeitig was die Menschen wollen und tritt dan dafür ein.
    Ob das nun die Flüchtlingskrise war, bei der er sich gegen Merkel und ihr „wir schaffen das“ profilierte. Damit sprach er der überwiegenden Mehrheit der Menschen aus dem Herzen.
    Bei „Rettet die Bienen“ hat er quasie die Seiten gewechselt, als klar war das ein Großtil der Bevölkerung dahinter steht. Er hat, obwohl das nicht nötig war den Wortlaut des Volksbegehrens 1 zu 1 in Gesetzesform umgesetzt.
    Er ist extrem lernfähig und kein Dogmatiker.
    In der Coronakriese hat er erkannt das die Menschen klare Entscheidungen und kein rumgeeiere oder politikergeschwurbel wollen. Er hat den Leuten genau das Gegeben. Der Rest der Republik ist seinen Entscheidungen ständig 2 Wochen hinterhergelaufen.
    Er hat sich damit auch bei vielen Menschen die anders Wählen als Fähige Führungspersönlchkeit etabliert und hätte als Kanzler eine hohe zustimmung gehabt. Die Prognosen sind auf 40% gegangen und es hätte sehr wahrscheinlich Schwarz grün gegeben, mit einer mehrheit mit der man Grundgesetzänderung hätte vornehmen können.
    Leider hat die CDU das alles kaputtgemacht und somit haben die Wähler in Bayer bei der Bundestagsewahl die Union abgestraft.
    Aber bestimmt nicht Söder so wie es die Statistik oben suggerieren soll.
    Gerade für den Klimawandel wäre Schwarz/Grün mit mehr als 2/3 ein segen gewesen. Man hätte Windausbau und Netz- und Speicherausbau ins Grundgesetz schreiben können und die Einspruchmöglichkeiten von Anwohnern und Umweltverbänden einschränken müssen.

  2. Sehe ich auch so: es ist nicht alles schlecht am Söder. Schon in der Bibel wird der reuige Sünder (der halt eine Meinung auch mal ändert) dem bornierten Dogmatiker (der bei einer Meinung bleibt auch wenn sich die Bedingungen längst geändert haben) vorgezogen.
    Das schlechte Abschneiden hat der Laschet aber auf jeden Fall zu guten Teilen auch dem Söder zu verdanken, der mit seinen Äußerungen den Laschet schlecht gemacht hat, so sehe ich es.
    Das war in meinen Augen vorsätzlich und rücksichtslos, vielleicht war es aber auch ehrlich. Ob es ggf. auch frustriert und kleinkariert war, da hadere ich mit meiner Einschätzung. Letztlich möchte ich den Söder nicht zum Feind haben…..
    Daher meine ich, dass der Scholz dem Söder zu tiefen Dank verpflichtet ist.
    Da hat jetzt einer Gewonnen ohne eigene Aussagen, ohne Mimik, ohne Emotion, mit dem was man aus der Presse entnehmen kann eventuell schwerwiegenden Gedächstnislücken, der Löcher in der Finanzgesetzgebung in seiner Amtszeit an mehreren Stellen meiner Ansicht bedenklich zögerlich durch sein Amt stopfen lies.
    In meinen Augen frage ich mich schon was den Scholz für den Job des Bundeskanzlers qualifiziert hat.
    Wenn ich es zynisch sagen will: Da hat jetzt Thypus gegen Pest und Cholera gewonnen – wie gesagt zynisch: keiner der Beteiligten ist eine Krankheit oder ähnliches. Da hat jeder seine Qualitäten. Den Gegner des Herrn Scholz sind halt auch doofe Fehler passiert, bzw. da wurden Dinge zum Aufreger gemacht, wo es mehr um Form als Inhalt geht.
    Für mich wirkt der Scholz halt inhaltlich ziemlich dünn – am dünnsten – siehe oben herzlichen Dank an Herrn Söder.

    Auch wenn der Laschet bei mir jetzt alles andere als Begeisterung geweckt hatte, finde ich ihn ein respektable Person.
    Da bin ich beim Söder etwas reservierter, dito Scholz

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