Das Regieren wird schwieriger

Ich glaube dieses Resümee kann man nicht nur aus den letzten drei Wahlen ziehen. Wenn man das ganze aus einer etwas übergeordneten Perspektive ansieht, dann gibt es doch ein paar Tendenzen in unserem Wahlsystem:

Es gibt immer mehr Parteien

Nach Gründung der Bundesrepublik ging die Zahl der Partien zuerst zurück. 1949 waren noch neun Parteien im Bundestag, 1963 nur noch sechs, 1957 nur noch vier und seit 1963 gab es immer die Konstellation CDU-SPD-FDP. Bis 1983. Damals zogen erstmals die Grünen ein. Auch steigen die Wahlerfolge der kleinen Parteien, vor allem die Linke hat in den letzten Jahren kräftig zugelegt. Heute ist es schwer vorstellbar, dass eine Partei wie die CDU zwischen 1969 und 1980 nach der absoluten Mehrheit strebt (und ganz knapp auch zweimal verfehlt hat). Mehr noch: Vor allem die Volksparteien verlieren massiv an stimmen, während FDP, Grüne und Linke das Potential haben zweistellige Ergebnisse zu erzielen. Damit kann man sich aber leicht ausrechnen reicht es auch nicht mehr für die klassische Konstellation „Große Partei“ + „Kleine Partei“. Wobei hier die SPD besonders stark leidet. Sie hat links von sich die Grünen und die Linken, mit jeweils etwas anderer Ausrichtung (ökologisch / fundamentalsozialistisch). Die CDU verliert an die FDP, die aber auch von der SPD zugewinnt. Sie profitiert aber davon, dass es keine Partei im Bundestag mit einem bürgerlichen Programm rechts der CDU gibt. Da gibt es erst nichts und dann kommen gleich die rechtsradikalen Parteien. Wenn irgendwann mal sich ein Ableger von der CDU abspalten würde, dann könnte sich dies ändern. (mehr …)

WeiterlesenDas Regieren wird schwieriger

Der Terrorstaat Schweiz muss weg!

Ja, das habe ich heute in den Nachrichten gehört. Gaddafi hat in der UN Vollversammlung den Antrag eingebracht die Schweiz unter den Nachbarländern aufzuteilen, wobei der deutschsprachige Teil zu Deutschland kommen soll. Die Schweiz würde den Terrorismus unterstützen. Hintergrund war eine Verhaftung von Gaddafis Sohn und dessen schwangerer Frau vor einem Jahr. Seitdem tobt eine diplomatische Krise. Ich habe dann zuerst mal auf den Kalender geguckt: Nein wir haben nicht den 1. April. Ausgerechnet Gaddafi wirft der Schweiz vor ein Terrorstaat zu sein! Gaddafi, der bis vor wenigen Jahren selbst Terroristen unterstützte und versuchte (unter anderem mit deutschen Firmen) an Chemiewaffen und Kurzstreckenraketen zu kommen. Feierte man nicht erst vor ein paar Wochen den freigelassenen Lockerby Attentäter dort wie einen Nationalhelden? Hat man inzwischen vergessen, dass der lybische Geheimdienst hinter dem Attentat auf die Disko „La Belle“ in Berlin steckte? (mehr …)

WeiterlesenDer Terrorstaat Schweiz muss weg!

Ist das Internet das TV 2.0?

FDS VoyagerEigentlich wollte ich heute mal wieder was über die Wikipedia schreiben, aber ich denke man kann es allgemeiner sehen. Ich bin in der deutschen Wikipedia beim Artikel über den RCA 1802 darauf gestoßen, dass er in Viking und Voyager eingesetzt wurde. In der Diskussionsseite wurde auf mich verlinkt und darauf hingewiesen, dass dies schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich war. Hintergrundinfo: Der RCA 1802 war einer der ersten Mikroprozessoren und wurde Anfang 1976 vorgestellt. Viking startete 1975 und Voyager im Sommer 1976. Da eine Raumsonde bei der Konzeption (die bei Voyager 1972 stattfand) schon existierende Teile verwenden muss ist der RCA 1802 ausgeschlossen. Nun ist das nicht nur meine Meinung, sondern man kann es auch bei der NASA nachlesen. Voyagers und Vikings Bordcomputer bestanden nicht aus einer CPU sondern einigen Dutzend Schaltungen in MSI Technologie. Links z.B. das FDS von Voyager.

Nun habe ich mir die Mühe gemacht dem Ursprung dieser Information nachzugehen. Das erste offensichtliche ist, dass es in der englischen Wikipedia auch so steht. Ich glaube dass die einzelnen Ausgaben voneinander abschreiben, was natürlich nicht deren Zuverlässigkeit steigert. Wikipedia blendet nun ja Warnungen ein, dass man alles mit Quellen belegen soll, doch das hilft nichts wenn die Quellen selbst falsch sind. Ich meine dass die primäre Quelle für die falschen Informationen diese ist. Das trickreiche ist dass eine falsche Information mit einer richtigen gemischt wurde: Während der RCA 1802 nicht an Bord von Viking und Voyager war, befanden sich dagegen etliche RCA 1802 in Galileo. Fast jedes Experiment hatte einen und weil der Mikroprozessor langsamer als die aus diskreten Bauteilen aufgebaute CPU von Voyager war, besaß der Bordcomputer sogar sechs davon. (mehr …)

WeiterlesenIst das Internet das TV 2.0?

Kostenersparnis bei der Raumfahrt

So lange ich denken kann hat die Raumfahrt das Henne – Ei Problem. Wenn die Transportpreise sinken, so wird prognostiziert, würden sich viele andere Anwendungen lohnen. Aufgrund der angeblichen Kostenreduktion beim Space Shuttle wurden damals eine Reihe von möglichen neuen Einsatzgebieten vorgeschlagen – von der Energieproduktion im Weltraum bis hin zur sicheren Atommüllentsorgung. Ich habe da meine Zweifel. Zum einen würden selbst wiederverwendbare Raumtransporter nur die Kosten auf die Hälfte bis ein Viertel senken, was aber dann immer noch 2500 bis 5000 Dollar pro Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit entspricht. Ich denke aber es geht wirklich billiger, und zwar bei den derzeitigen Anwendungen, den Satelliten. Es gibt hier eine Industrie, die schon weitgehend ihre Protzesse optimiert hat: Die Hersteller von Kommunikationssatelliten. Diese werden in Kleinserien gebaut. Dabei gibt es einen Bus der eine bestimmte Leistung zur Verfügung stellt, der die Lageregelung durchführt und auf diesem wird eine Kommunikationsnutzlast montiert. Jeder Hersteller wie Loral, Hughes oder Thales-Alenia bietet mehrere dieser Busse an, die nach Leistung gestaffelt sind. Also Folge kostet ein Kommunikationssatellit „nur“ das Doppelte seines Starts, bei garantierten Betriebsdauer von 12-15 Jahren – viel mehr als heute ein Forschungssatellit aufweist. (mehr …)

WeiterlesenKostenersparnis bei der Raumfahrt

Wahlk(r)ampf

Es ist in wenigen Wochen Bundestagswahl und morgen geht es schon in einigen Ländern zur Sache. Zeit, dass ich mich damit mal beschäftige. Ich gehöre zu den Politikverdrossenen. Nicht in dem Sinne, dass ich nicht (mehr) wähle – seit ich 18 bin habe ich keine Wahl ausgelassen, egal ob Kommunalwahl oder Bundestagswahl. Aber ich habe den Glauben verloren, dass sich was ändert. So werde ich auch diesmal wieder, wie seit 20 Jahren die Grünen wählen. Nicht wegen der Überzeugung, sondern eher weil es noch das kleinste Übel ist. Die Grünen sind nicht mehr wirklich grün. In Zeiten in denen es offensichtlich ist, dass das was sie seit 30 Jahren sagen, getan werden muss sind sie angepasst geworden. Umweltschutz machen inzwischen die anderen auch. Doch angesichts Klimakollaps und Ende der fossilen Rohstoffe sind nicht nur ein bisschen Ökosteuer und ein paar Tausend Elektrofahrzeuge nötig, um was zu bewegen. Die Krise jetzt wäre die Gelegenheit, für einen Einstieg in eine alternative Gesellschaft gewesen, aber was macht der Staat – er finanziert Industrien wie die Automobilindustrie, die dem Tod geweiht sind.

Gegen wir weiter. Die FDP war früher mal eine freiheitlich-liberale Partei, die auch liberale Steuergesetzgebungen forderte. Seit Guido Westerwelle sie anführt, ist das aber ihr einziger Punkt: Weniger Steuern für Besserverdienende. Es muss angesichts ihrer letzten Wahlerfolge eine Menge davon geben, oder die Normalverdienenden wählen inzwischen auch schon FDP, in der Hoffnung Steuern zu sparen. (mehr …)

WeiterlesenWahlk(r)ampf