Deutsche Sprache, Schwere Sprache
Vorgestern bin ich beim Zappen über eine Wiederholung von Maybritt Illner auf Phoenix hängen geblieben. Es ging um Deutsch und zwar verschiedene Aspekte (die offensichtlich Frau Pooth überforderten, die dem raschen Wechsel nicht folgen konnte). Es ging um das Denglisch, um die Forderung einiger CDU Politiker ins Grundgesetz aufzunehmen, dass Deutsch die Sprache hier ist und um Förderunterricht für Deutsch.
Bei der zweiten Forderung waren sich bald alle einig: Das kann man so ins Grundgesetz schreiben, das ändert aber nichts. Es wird sicher nicht dazu kommen, das Leute die nicht Deutsch können, hier nicht arbeiten dürfen. Amtssprache wird auch immer Deutsch sein, ohne dass dies im Grundgesetz so steht. Aber vielleicht gibt es kleine Änderungen. Mir war neu, dass man den theoretischen Führerschein heute in 11 Sprachen ablegen kann. Eine Forderung war dies zu streichen, gerade um auch der Tatsache zu begegnen, dass viele ausländische Mitbürger (vor allem aus der Türkei) heute kaum Deutsch können. Es geht hier auch um Integration und die schließt das Beherrschen der deutschen Sprache mit ein.
Das nächste waren dann die Förderkurse, die es für unterschiedlichste Gruppen gab: Kinder im Vorschulalter, die nicht Deutsch können (offenbar mit großem Erfolg) und ALG-II Empfängern, die nicht Deutsch können, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Bei letzteren ist es eine verordnete Maßnahme und wie zu erwarten, kam die Hälfte der Leute nicht zur Maßnahme. Das hat mich ehrlich gesagt nicht überrascht,
Wie passend zum Blog hat das Kabinett beschlossen, sich an einer EU Mission zur Bekämpfung der Piraterie am Golf von Somalia zu beteiligen. Doch wie! Die Bundeswehr soll weder Piraten verhaften, noch Schiffe aufbringen oder gar versenken. Nur sie davon abhalten Handelsschiffe zu kapern. Nicht einmal Soldaten dürfen auf Handelsschiffen zum Schutz mitfahren. Hallo? Habt ihr in Berlin denn vollständig den Verstand verloren? Was soll ein solcher Einsatz? Davon wird das Problem doch nicht gelöst und die betreffenden Soldaten müssen sich doch zu Recht verarscht vorkommen. Es ist der Tiefpunkt in der Weise wie mit der Bundeswehr umgegangen wird. Bis zur Wiedervereinigung war es relativ einfach: Die Bundeswehr hatte nach Grundgesetz nur die Aufgabe der Landesverteidigung und dürfte nur in Friedensmissionen der UNO teilnehmen, aber nicht in Kampfeinsätzen. Dann meinte man, wir müssten mehr tun und hat das Grundgesetz zu ändern: Mit dem Resultat, dass der erste Kampfeinsatz der Bundewehr kein UNO sondern ein NATO Einsatz war, also völkerrechtlich nicht ganz eindeutig, auch wenn angesichts der Politik von Serbien zwingend notwendig. Seitdem soll nach dem Willen der Regierung die Bundeswehr überall mit dabei sein, ohne dass man sich allzu sehr nass machen will. Es könnte ja gefährlich werden. So schauen sich die Soldaten in Afghanistan die Opiumplantagen an, weil wenn man was dagegen tut, könnte man die Unterstützung der Warlords verlieren und nun sollen sie Piraten vertreiben ohne welche gefangen zu nehmen oder die Schiffe zu versenken. Das letzte halte ich für das wichtigste: Wenn man sich schon scheut die Piraten vor Gericht zu stellen, weil es rechtliche Probleme geben könnte (es fand ja alles im Ausland statt) oder diese einen Asylantrag stellen können. Dann sollte man wenigstens die Schiffe versenken und die Piraten beim nächsten Landgang wieder von Bord schmeißen.