Irrsinn am Sonntag

Heute nur ein kurzer Blog, da ich ja nun weiss das die meisten von euch den Blog in der Frühstücks/Mittagspause lesen. Sonst reicht euch die am Montag nicht…

Es geht um den ganz realen Irrsinn. Also was muss z.B. Thilo Sarrazin noch machen, damit man ihn aus der SPD ausschließt? Mein Tipp: sich für die Linkspartei stark machen – da versteht die SPD keinen Spaß, aber rassistische Aussagen tätigen? Nö deswegen doch nicht. Spricht viel dafür dass die SPD nun politisch irgendwo zwischen CSU und NPD steht. Viel weiter rechts geht es nicht mehr.

Dann noch unsere liebe Kernkraftlobby. Seit Jahren predigen sie: Ohne verlängerte Laufzeiten bricht alles zusammen! Dann bleiben die Lichter aus und die PC’s auch. Der Zusammenruch des High-Tech Standorts aufgrund von Strommangel. Nun kommt eine Brennelementesteuer und plötzlich heißt es „die Kraftwerke sind nun so unwirtschaftlich wir müssen sie vorzeitig abschalten“. Aha, also erst geht das abschalten auf keinen Fall und nun plötzlich vorzeitig? Dabei können die Konzerne nicht rechnen. Denn die Regierung will 2,3 Milliarden Euro von Ihnen. Jedes der 17 deutschen Kernkraftwerke ist aber für Einnahmen von 300 Millionen Euro pro Jahr gut. 0,300 x 17 sind aber mehr als 2,3 Milliarden…. Aber ich wage schon jetzt eine Prophezeiung: Der Strompreis wird genau mit dieser Begründung der neuen Steuer erhöht, werden. Wie schon immer. Denn das in den letzten zwei Jahren die Preise an der Leipziger Strombörse um 35% gesunken sind, haben sie ja auch nicht bei ihrer Rechnung gemerkt: Im Gegenteil! (mehr …)

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Chefsache Bildung

Geht es nach der CDU so ist doch alles in Ordnung: Nur das Ressort Forschung und Bildung erhält mehr Geld, sonst wird gespart. Also doch alles Paletti bei der Chefsache Bildung? Nicht ganz. An dieser Stelle mal ein paar Bemerkungen auch zu den Kommentaren anderer Parteien.

Erstens: Die Sache mit den Eliten. Ich habe nichts gegen Elite-Unis. Soll es sie geben. Doch damit ist es nicht getan. Schon heute gibt es besonders gute Absolventen unserer Unis. Aber sie bleiben nicht im Land. Die meisten bleiben nicht im Lande. Man muss nur mal gucken wo die letzten Nobelpreisträger geforscht haben, die mal in Deutschland studiert haben – die meisten in den USA. Es muss auch danach ein attraktives Arbeitsumfeld in Deutschland geben. Mehr noch als Elite-Unis halte ich aber von einzelnen Instituten Warum soll es nicht möglich sein an einer Uni in einem bestimmten Gebiet Spitzenforschung zu treiben und in anderen eben nicht? Diese Institute könnten aus dem Nachwuchs, der an dieser Uni existiert, die fähigsten herauspicken und fördern. Und es gäbe keine Zweiklassengesellschaft und jede Uni wäre attraktiv nicht nur die Eliteunis. Besonders finde ich befremdlich, wie manche Parteien auf die 300 Euro/Monat für die besten 10% reagieren. Hier eine Reaktion von SPD-Vitzechefin Dagmar Ziegler:: „Die Krankenschwester finanziert mit ihren Steuern das Stipendium für den Ärztesohn.“. Ah ja. Also nach SPD Ansicht sind alle Arbeiter zu dämlich für ein erfolgreiches Studium. Gabs nicht mal in Russland so eine Art „Arbeitergenetik“? Es ist ein Anreiz mehr zu leisten. Mehr auch nicht, denn von 300 Euro kann man ein Studium nicht finanzieren, zumal ja inzwischen pro Monat auch bei den meisten Unis 100 Euro/Monat an Studiengebühren anfallen. Im täglichen Leben gilt auch: Wer mehr leistet, verdient mehr. Warum soll das nicht beim Studium auch so sein? Man kann es auch anders sehen: Die besten studieren meistens kürzer und sparen so Kosten ein. Natürlich befähigen die 300 Euro auch eventuell auf einen Nebenjob zu verzichten und so auch schneller fertig zu werden. (mehr …)

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Raumfahrträtsel 9

Atlas AbleEs gibt bekanntere Raumsonden und unbekanntere. Zu den bekannteren zählen sicherlich die beiden Mars Rover, Cassini oder Voyager. Unbekanntere sind vielleicht der Mars Observer, die Pioneer Sonnensonden. Das absolut unbekannteste ist aber ein Programm, bei dem man nicht mal den Namen so genau weiß, denn keine Sonde startete erfolgreich und so wurde es niemals offiziell.

Während der Entwicklung wurde das Programm nach der Trägerrakete bezeichnet (das war auch bei den Vanguard Satelliten so und den ersten Pioneer Mondsonden auch zuerst „Thor Able“. Und so hieß dieses Programm daher auch erst mal „Atlas Able“.

Das Programm muss im damaligen politischen Umfeld gesehen werden. Es tobte noch ein Wettlauf der Systeme – nicht technisch sondern politisch. Es ging darum erster zu sein. Das ging schon damals unter (die amerikanischen Satelliten, obwohl viel kleiner aus die russischen machten die Entdeckungen, Russland ging es nur um Propaganda. So entdeckte Explorer 3 den Van Allen Strahlungsgürtel und Pioneer 3+4 verfeinerten die Messungen. So waren auch die nächsten Schritte ambitioniert:

Das Pioneer P Programm sollte einen Mondorbit einschwenken – sieben Jahre vor Luna 10. Von dort aus waren zahlreiche Messungen geplant. Die wichtigsten waren Strahlungs- und Partikelmessungen um das interplanetare  Magnetfeld und die Plasmaumgebung der Erde zu bestimmen. Die von Arne angesprochene „KameraW war eine Photodiode. Sie liefert den Helligkeitswert eines Bildpunktes. Durch Bewegung der Photodiode und die Rotation der Raumsonde baut sich so ein Bild auf. (Analog funktionierten auch die „Kameras“ von Pioneer Venus Orbiter und Pioneer 10+11). Ziel war vor allem die von der Erde aus nicht beobachtbare Rückseite des Mondes zu beobachten.

Anders als Arne mutmaßt war aber nicht der Grund für die Programmeinstellung die ersten Bilder der Mondrückseite durch Luna 3 am 4.10.1959. Es war das keine einzige Sonde erfolgreich startete. Der Grund war die Kombination der bisher noch nicht als Weltraumträger erprobten Atlas und der Oberstufen der Vanguard Able und Altair. Zum ersten: Die Atlas durchlief zu diesem Zeit noch ihr Entwicklungsprogramm. Die NASA war so eifrig, dass sie die neunte produzierte Atlas, noch von der „C“ Version einsetzte. Die Versionen A-C waren reine Entwicklungsmuster und die D-F die Einsatzversionen. Die Rakete waren noch nicht erprobt und hatte auch noch ein paar Jahre später zahlreiche Fehlstarts (selbst im Mercury Programm). (mehr …)

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Raumfahrträtsel 8

Jerry RossNun hat Julian doch das letzte Rätsel recht schnell geknackt. Ja an diesem Tag wurde Jerry Ross der erste Mensch der siebenmal im Weltraum war. Ich will das mal nutzen, um die ganze Sache mit dem bemannten NASA Programm genauer zu beleuchten. Zum einen ist auffällig bei den Shuttle Missionen wie stark dort die Astronauten im Vordergrund stehen. Ich habe mir mal das Missionskit für STS-132 als Beispiel genommen. Die Nutzlast macht sechs Seiten des Kits aus, die Biographie der Besatzung allerdings zehn Seiten. Mehr noch auch die anderen Seiten, welche die Mission beinhalten sind voll mit Schilderungen der Besatzung und ihrer Tätigkeiten und vor allem: vieler Fotos.

Wer also glaubt sich anhand der Missionskit über die ISS und ihre Fertigstellung zu informieren wird enttäuscht sein. Das war nicht immer so. Die Presskits der Apollo-Ära und von Gemini sind heute online verfügbar. Sie beinhalten auch Informationen zur Besatzung, aber im Verhältnis weitaus weniger als heute. Meiner Meinung nach ist dies kontraproduktiv, denn die Leute interessieren sich nicht so für die Astronauten. Ich denke die meisten haben Probleme ein paar der aktuellen Astronauten (wenn es nicht gerade Deutsche sind) namentlich zu nennen und seid mal ehrlich: Wer wusste ohne Nachschlagen dass Jerry Ross der erste war mit sieben Weltraumaufenthalten?

Noch schlimmer: Man sollte meinen es gäbe davon viele. Schließlich flog ein Space Shuttle im Mittel sechs Mal pro Jahr, jeweils mit 6-7 Besatzungsmitgliedern. Das macht 36-42 Mann/Jahr. Zur Spitzenzeit der Apollo Ära gab es vier starts mit je drei Astronauten pro Jahr also 12 Mann/Jahr, weniger als ein Drittel. Man sollte also annehmen die Astronauten würden viel öfters fliegen, vor allem die Piloten die ja nicht auf eine spezielle Mission trainieren müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Schon Deke Slayton monierte dies in seinen Memoiren. Seiner Ansicht nach hätten alle Flüge mit 50 Astronauten durchgeführt werden können. Jeder wäre mindestens einmal pro Jahr geflogen. Missionspezialisten die ja vor allem das gleiche immer wieder machen müssten sogar 6-7 mal pro Jahr Doch schon 1980 hatte das Astronaut Office 100 Mitglieder Tendenz steigend. Was mich selbst wundert: Die Bezeichnung Missionsspezialist suggeriert ja dass sie für jede Mission eigens spezialisiert sein müssten. Im Vergleich zu den Piloten – das Shuttle steuern ist doch eigentlich immer der gleiche Job. Trotzdem sind alle Rekordhalter heute Missionsspezialisten. (mehr …)

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