Laien und Raumfahrt

Ich möchte heute mal ein Thema anschneiden, auf das ich gekommen bin als ich mir das mal über die Moonhoaxer angeschaut habe. Eine sehr gute Auseinandersetzung übrigens. Dort wird auch gesagt „Mathematik“ wäre eine Geheimsprache und Physiker würden sich in dieser „Geheimsprache“ unterhalten. Ich will mal das in anderer Weise aufgreifen, weil ich mir ja auch schon mal anhören musste. ich hätte das nicht studiert und würde mich daher nicht auskennen.

Braucht man, um sich mit Raumfahrt näher zu beschäftigen, ein abgeschlossenes Luft & Raumfahrtstudium? Ich sage nein und ich denke das kann ich auch ganz gut begründen. Zum einen sind die Vorlesungsmanuskripte aus deutschen Hochschulen herunterladbar und die Lehrbücher kann man kaufen und lesen. Wer dies tut wird feststellen, das es ein normales ingenieurwissenschaftliches Studium ist. Es handelt sich wie bei anderen Ingenieursstudiengängen um die Vermittlung von technischem Wissen, in diesem Falle ein Aufbaustudiengang eines Maschinenbaustudiums. (mehr …)

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Ein Flug mit der Tycho Brahe

Einige Leute haben mich auf den geplanten Start der ersten dänischen Rakete „Tycho Brahe““ hingewiesen. Also kommentiere ich das mal. Warum geht es? In der endgültigen Fassung soll sie eine Person auf 100 km Höhe bringen. Ich habe das mal mit der Brennzeit der Tycho Brahe simuliert. Ein Schub von 28 kN reicht dazu bei 60 s Brennzeit und 1.300 kg Startgewicht aus. Es ist nicht der gleiche Schub wie bei der Tyhco Brahe weil dieser nicht konstant ist (dazu später mehr). Bei einem spezifischen Impuls von 2.500 bis Brennschluss ansteigend auf 2560 m/s braucht man dazu rund die Hälfte der Startmasse als Treibstoff. Ohne Luftwiderstand aber unter Berücksichtigung von Gravitationsverlusten errechne ich eine Gipfelhöhe von 112,8 km, eine Brennschlusshöhe von 30,7 km und eine Geschwindigkeit von 1225 m/s (ohne Gravitationsverluste: 1808 m/s). Der Treibstoffanteil liegt bei knapp der Hälfte der Startmasse (664 kg) (mehr …)

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Raumfahrträtsel 17

Skylab StartSo langsam wird es mir unheimlich. Ja Tobi hatte recht. Beim Start von Skylab gab es noch ein zweites Vorkommnis: Der rund 5 t schwere Zwischenstufenadapter zwischen erster und zweiter Stufe löste sich nicht wie geplant 30 s nach Zündung der S-II ab, sondern gelangte auch in den Orbit. Trotzdem hatte die S-II noch rund 8 t Resttreibstoff – bei einer Apollomission waren 3 t üblich. Obwohl also die Nutzlast 5 t höher war als geplant hatte die Stufe noch mehr Reserven als bei einem Mondflug – sie hätte rund 100t anstatt der 95 t, welche die NASA als Nutzlast annahm befördern können. Zusammen mit der ausgebrannten Stufe und dem Adapter zu Skylab gelangten 144.750 kg in den Orbit.

Ich bin darauf erst gestoßen, als ich für mein Buch nach den genauen Nutzlastmassen recherchierte (eigentlich für die bemannten Missionen, denn die in der Wikipedia und anderen Webseiten angegeben Nutzlastmassen sind viel höher als die maximale Nutzlastlast einer Saturn V, was aber (außer mir) anscheinend keinem auffällt …) Ich habe dazu die Flight Performance Reports der NASA studiert und bin dabei auf dieses Detail gestoßen, das komischerweise auch in keinem der Bücher erwähnt ist. (mehr …)

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Raumfahrträtsel 16

CopernicusTja was war denn nun das besondere an OAO-3? Vielleicht ist das was ich gesucht habe zu prosaisch, aber es ist der erste Satellit, von dem ich weis, das er einen Namen bekam. Vorher gab es in den USA, aber auch anderen Ländern Programme mit Kleinserien von Satelliten – Explorer, Mariner, Pioneer, OAO, OGO, OSO, ESRO, Lunk, Mars, Venera, Sputnik oder Kosmos mal als Beispiele.

OAO 3 wurde auf den Namen „Copernicus“ zu Ehren des 500.sten Geburtstags von Nikolaus Kopernikus. (Nicht der einzige, auch ein Interkosmos Satellit erhielt diesen Namen). Und er markiert eine Wende: Weg von Programmen mit laufenden Nummern für Satelliten und Raumsonden, hin zu sprechenden Bezeichnungen, wahlweise als Beschreibung der Mission („Mars Observer“, „Solar Maximum Mission“) oder mit einem poetischen Namen (Galileo, Dawn, Curiosity). Das korrespondiert auch mit weniger Missionen, die allerdings länger dauern und ambitionierter als die frühen Satelliten und Raumsonden waren, bei denen man mit einem Betrieb über einige Monate oder einem kurzen Vorbeiflug rechnete. (mehr …)

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Änderungen bei den ATV

Das ATV wurde mal konstruiert um der vielseitigste Transporter zu sein. So wie es aussieht wird das aber nicht gebraucht und er wird nicht optimal ausgenutzt werden. Das hat zwei Gründe. Dass eine ist der Ausfall des Space Shuttles. Dieser hätte fast ausschließlich Fracht im Druckmodul transportiert: Gegenstände, Essen, begrenzt auch Waser, Ersatzteile, neue Racks. Wasser wird weniger gebraucht werden, weil die NASA es doch noch auf den letzten Drücker geschafft hat ein weiteres Wasseraufbereitungssystem zu installieren, das auch Sauerstoff gewinnt. Dazu kommt der veränderte Zeitplan: Anstatt in Zeiten erhöhter Sonnenaktivität wird die Station in Zeiten niedriger Aktivität ihren Betrieb aufnehmen. Es ist also weniger Treibstoff zum Aufrechterhalten der Bahn nötig.

Daher wird es Änderungen den folgenden ATV geben. Es wird mehr trockenes Frachtgut transportiert werden und weniger Treibstoff und Flüssigkeiten. Weiterhin ist die mittlere Dichte des Frachtgutes geringer und liegt bei 200-250 kg/m³ anstatt bei 500 m³, wie 1995 noch geplant. Für diese Menge wurden die Transportracks ausgelegt. Das hat zwei Folgen zum einen sind die Racks zu schwer und zum anderen steht nicht das Volumen zur Verfügung, das benötigt wird. Anstatt maximal 5.500 kg wird ein ATV mit der derzeitigen Konfiguration und derzeitigen Fracht, die recht voluminös ist, so maximal 3.200 kg im Druckbehälter transportieren können, obwohl mehr wünschenswert ist. Dazu kommt, dass auch nicht so viel Treibstoff und Wasser benötigt wird. Das bedeutet dass ohne Veränderung die ATV teilbeladen starten müsssten. Sie könnten mehr transportieren, aber das was sie transportieren können, wird nicht benötigt. (mehr …)

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