Ein Flug mit der Tycho Brahe

Einige Leute haben mich auf den geplanten Start der ersten dänischen Rakete „Tycho Brahe““ hingewiesen. Also kommentiere ich das mal. Warum geht es? In der endgültigen Fassung soll sie eine Person auf 100 km Höhe bringen. Ich habe das mal mit der Brennzeit der Tycho Brahe simuliert. Ein Schub von 28 kN reicht dazu bei 60 s Brennzeit und 1.300 kg Startgewicht aus. Es ist nicht der gleiche Schub wie bei der Tyhco Brahe weil dieser nicht konstant ist (dazu später mehr). Bei einem spezifischen Impuls von 2.500 bis Brennschluss ansteigend auf 2560 m/s braucht man dazu rund die Hälfte der Startmasse als Treibstoff. Ohne Luftwiderstand aber unter Berücksichtigung von Gravitationsverlusten errechne ich eine Gipfelhöhe von 112,8 km, eine Brennschlusshöhe von 30,7 km und eine Geschwindigkeit von 1225 m/s (ohne Gravitationsverluste: 1808 m/s). Der Treibstoffanteil liegt bei knapp der Hälfte der Startmasse (664 kg) (mehr …)

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Raumfahrträtsel 17

Skylab StartSo langsam wird es mir unheimlich. Ja Tobi hatte recht. Beim Start von Skylab gab es noch ein zweites Vorkommnis: Der rund 5 t schwere Zwischenstufenadapter zwischen erster und zweiter Stufe löste sich nicht wie geplant 30 s nach Zündung der S-II ab, sondern gelangte auch in den Orbit. Trotzdem hatte die S-II noch rund 8 t Resttreibstoff – bei einer Apollomission waren 3 t üblich. Obwohl also die Nutzlast 5 t höher war als geplant hatte die Stufe noch mehr Reserven als bei einem Mondflug – sie hätte rund 100t anstatt der 95 t, welche die NASA als Nutzlast annahm befördern können. Zusammen mit der ausgebrannten Stufe und dem Adapter zu Skylab gelangten 144.750 kg in den Orbit.

Ich bin darauf erst gestoßen, als ich für mein Buch nach den genauen Nutzlastmassen recherchierte (eigentlich für die bemannten Missionen, denn die in der Wikipedia und anderen Webseiten angegeben Nutzlastmassen sind viel höher als die maximale Nutzlastlast einer Saturn V, was aber (außer mir) anscheinend keinem auffällt …) Ich habe dazu die Flight Performance Reports der NASA studiert und bin dabei auf dieses Detail gestoßen, das komischerweise auch in keinem der Bücher erwähnt ist. (mehr …)

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Raumfahrträtsel 16

CopernicusTja was war denn nun das besondere an OAO-3? Vielleicht ist das was ich gesucht habe zu prosaisch, aber es ist der erste Satellit, von dem ich weis, das er einen Namen bekam. Vorher gab es in den USA, aber auch anderen Ländern Programme mit Kleinserien von Satelliten – Explorer, Mariner, Pioneer, OAO, OGO, OSO, ESRO, Lunk, Mars, Venera, Sputnik oder Kosmos mal als Beispiele.

OAO 3 wurde auf den Namen „Copernicus“ zu Ehren des 500.sten Geburtstags von Nikolaus Kopernikus. (Nicht der einzige, auch ein Interkosmos Satellit erhielt diesen Namen). Und er markiert eine Wende: Weg von Programmen mit laufenden Nummern für Satelliten und Raumsonden, hin zu sprechenden Bezeichnungen, wahlweise als Beschreibung der Mission („Mars Observer“, „Solar Maximum Mission“) oder mit einem poetischen Namen (Galileo, Dawn, Curiosity). Das korrespondiert auch mit weniger Missionen, die allerdings länger dauern und ambitionierter als die frühen Satelliten und Raumsonden waren, bei denen man mit einem Betrieb über einige Monate oder einem kurzen Vorbeiflug rechnete. (mehr …)

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Änderungen bei den ATV

Das ATV wurde mal konstruiert um der vielseitigste Transporter zu sein. So wie es aussieht wird das aber nicht gebraucht und er wird nicht optimal ausgenutzt werden. Das hat zwei Gründe. Dass eine ist der Ausfall des Space Shuttles. Dieser hätte fast ausschließlich Fracht im Druckmodul transportiert: Gegenstände, Essen, begrenzt auch Waser, Ersatzteile, neue Racks. Wasser wird weniger gebraucht werden, weil die NASA es doch noch auf den letzten Drücker geschafft hat ein weiteres Wasseraufbereitungssystem zu installieren, das auch Sauerstoff gewinnt. Dazu kommt der veränderte Zeitplan: Anstatt in Zeiten erhöhter Sonnenaktivität wird die Station in Zeiten niedriger Aktivität ihren Betrieb aufnehmen. Es ist also weniger Treibstoff zum Aufrechterhalten der Bahn nötig.

Daher wird es Änderungen den folgenden ATV geben. Es wird mehr trockenes Frachtgut transportiert werden und weniger Treibstoff und Flüssigkeiten. Weiterhin ist die mittlere Dichte des Frachtgutes geringer und liegt bei 200-250 kg/m³ anstatt bei 500 m³, wie 1995 noch geplant. Für diese Menge wurden die Transportracks ausgelegt. Das hat zwei Folgen zum einen sind die Racks zu schwer und zum anderen steht nicht das Volumen zur Verfügung, das benötigt wird. Anstatt maximal 5.500 kg wird ein ATV mit der derzeitigen Konfiguration und derzeitigen Fracht, die recht voluminös ist, so maximal 3.200 kg im Druckbehälter transportieren können, obwohl mehr wünschenswert ist. Dazu kommt, dass auch nicht so viel Treibstoff und Wasser benötigt wird. Das bedeutet dass ohne Veränderung die ATV teilbeladen starten müsssten. Sie könnten mehr transportieren, aber das was sie transportieren können, wird nicht benötigt. (mehr …)

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Raumfahrträtsel 15

Ja er wars – Christopher C. Kraft. Er steig vom Flugleiter bis zum Leiter des Manned Space Center auf, das er von 1972 bis 1982 leitete und prägte und zu einem der größten NASA Zentrum (wenn nicht mit 3.200 Angestellten bei insgesamt 18.000 NASA Angestellten überhaupt größten NASA Zentrum) machte und dessen Position innerhalb der NASA zementierte. Er ist auch heute noch einer der öffentlich aktivsten ehemaligen NASA Mitarbeitern.

Soviel zur Biographie. Ich kann ihn nicht leiden. Ich habe seine Autobiographie Flight: My Life in Mission Control gelesen, und auch was andere über ihn geschrieben haben. Wenn man das zusammen nimmt, dann gewinnt man den Eindruck eines Menschen der auf dem Standpunkt steht, er habe immer recht und andere nicht und der keine Fehler verzeiht. Ein paar Beispiele gefällig? Sy Liebergott schreibt unter Kraft wäre er wohl sofort aus dem Team geflogen, als er in Simulationen Probleme nicht sofort lösen konnte, Gene Kranz berichtet er wurde bei einem Fehler bei Mercury „angezählt“ mit dem Hinweis, beim nächsten Mal bist Du weg. Carpenter durfte nicht mehr fliegen nachdem er zu viel Treibstoff bei seiner Mission verbrauchte und sich seiner „Experimentierfreude“ hingab. Als bei der Apollo 7 Missionen Eisele und Cunningham nicht gegen ihren Kommandanten stellten (Walter Schirra beschwerte sich, auch gezeichnet durch eine Erkältung mehrfach über das Arbeitspensum, er hatte aber schon vorher angekündigt danach die NASA zu verlassen) dürften sie nicht mehr fliegen. Rusty Schweickhart bekam Übelkeit bei seiner Apollo 9 Mission und das bedeutete schon das Aus für einen Job als LM-Pilot bei einer Apollomission. Als einige Jahre später die Skylab 4 Besatzung sich wegen Arbeitsüberlastung beschwerte, war damit auch klar, dass sie nicht mehr fliegen dürften. (mehr …)

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