Ein „vernünftiges“, bemanntes Mondprogramm, Teil 1

Heute mal weider ein Gastblog von Thomas. Ich wünsche ihm möglichst viele Kommentare (Obwohl die neuen Buzz-Words“Ares“ und „DIRECT“ etwas unterrepräsentiert sind).


Bernds Artikel über eine Alternative zu Bushs Mondprogramm hat mich dazu gebracht, diesen Blogeintrag als Gastautor zu erstellen.
Die von Bernd geschilderte Alternative ermöglicht es zwar, mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln vergleichbare wissenschaftliche Resultate zu erzielen, aber sie unterscheidet sich von vergleichbaren Programmen wie Apollo, Space Exploration Initiative und Constellation dadurch, dass der Mensch den Mond nicht mehr betritt.
Die folgenden Ziele werden mit Bernds Vorschlag erreicht (zu einem Bruchteil der Kosten der amerikanischen Programme ! ):

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Dann klappts auch mit der Ares…

Ares ist derzeit in der Diskussion: Einige Jahre nach Beschluss für die heutige Konfiguration propagieren noch immer Lockheed und Boeing ihre Raketen als Alternative: Es käme billiger und ginge schneller. Auch DIRECT propagiert eine Alternative unter der Verwendung schon bewährter Technologie – diesmal rekrutieren sich die Befürworter aus den eigenen NASA Reihen. Gleichzeitig gibt es Probleme mit den Vibrationen der Booster bei der Ares I+V. Zeit für einen Eintrag in der Rubrik „Gut das wir es besser wissen“. Also wie hätte ich Ares durchgeführt? Fangen wir mit der Ares I an. Diese soll sind 25 t zur ISS befördern. Brauche ich dazu eine neue Rakete? Nein, dazu hätte man die Heavy Versionen der Delta und Atlas nehmen können. Die NASA hat diese Konfigurationen auch untersucht, meinte aber sie wären zu teuer in der Entwicklung und Betrieb und vor allem nicht sicher genug. Das LOC Risiko (Loss of Crew) wurde mit 1:1000 beziffert. Ares I soll bei 1:2000 liegen. Beginnen wir mit dem letzten: Wie gut ist die NASA im Berechnen des LOC Risikos? Vor dem Verlust der Columbia lag es nach NASA Angaben bei 1:424. Danach revidierte man es zu 1:80. Nach Challenger lag es bei 1:26. Wie hoch es vorher war, wissen wir nicht, aber ich wette die NASA bezifferte es nicht zu 1:26, sonst hätte sie sicher keine Astronauten fliegen lassen. Also stellen wir fest: Im Berechnen dieses Risikos hat sich die NASA also zweimal gravierend geirrt und dies bei Raumfahrzeugen, die über Jahre oder gar Jahrzehnte im Einsatz waren. (mehr …)

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Die Crux der bemannten Raumfahrt

Ich greife mal die Frage von Thomas auf: „Wie würde denn ein “vernünftiges”, bemanntes Mond-/Marsprogramm aussehen ?„. Das bringt es auf den Punkt. Die Crux eines bemannten Programmes ist: Will man mehr erreichen, dann steigt der Aufwand gleich enorm an. Schlicht und einfach deswegen, weil Menschen immer Platz, Nahrung, Sauerstoff, Wasser bnenötigen Und je ausgedehnter die Aktivitäten sind, desto höher wird das Gewicht das transportiert wird.

Das Gegenteil ist bei unbemannten Missionen der Fall. Man muss sich vielleicht einfach einmal mal ansehen, was sich hier in 40 Jahren getan hat: Man möge mal die instrumentelle Ausstattung des Lunar Orbiters und des Lunar Reconnaissance Orbiters vergleichen. Oder was die MRO heute leistet und Mariner 6+7 vor 40 Jahren. Durch zunehmende Miniaturisierung werden unbemannte Sonden laufend leistungsfähiger. Wenn ein Mensch auf dem Mond aber mehr leisten will, so muss viel mehr Aufwand getrieben werden – Anstelle eines einfachen Landers muss dann eine Mondstation gebaut werden, es muss Energie bereit gestellt werden, Nahrung, Gase, wasser, und das für jeden Tag. (mehr …)

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Wer aus Fehlern nicht lernt, muss sie wiederholen

So allmählich erinnert mich das Constellation Programm in bestimmten Dingen an die ISS und dem Space Shuttle..Warum?

Nun das Constellation Programm wurde uns versprochen als die Rückkehr zum Mond, finanziert ohne nennenswerte Erhöhung des NASA Budgets. Es sollte viel billiger als das Apollo Programm in den 60 ern sein (inflationskorrigiert).Das sollte 165 Milliarden Dollar im 2005 Wert entsprechen. Constellation sollte nur 104 Milliarden kosten, 124 mit ISS Versorgung. Inzwischen ist die Rede von 230 Milliarden. Constellation wird teurer als Apollo und es dauert länger. Bei Apollo gab es die erste Mondlandung 8 Jahre nach der Ankündigung. Constellation wird dafür 16 Jahre brauchen.

Versprach nicht der Shuttle auch alles billiger zu machen? Wurde er nicht teurer als jede Einwegrakete? (mehr …)

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Der Fehler des linearen Denkens

Ich habe ja eine neue Seite online gestellt, in denen man empfehlenswerte Raumfahrtbücher angeben kann. Nicht ohne Hintergedanken: So kann ich auch meine eigene Bibliothek ergänzen. Die drei älteren von Michel Van empfohlenen habe ich mir dann auch gleich über Amazon Marketplace bestellt. Man merkt da wie optimistisch 1973 die Zukunft noch gesehen wurde: Nukleare Triebwerke – Einsatzbereit vor 1980. Was dann kommt? Marslandung, Flug zu den äußeren Planeten und bald drauf dann die erste interstellare Reise. Steinhoff ist da nicht der einzige. Ich kann mich noch an ein Kinderbuch erinnern in dem so um das Jahr 1972 die Welt im Jahre 2000 beschrieben wurde – mit fliegenden Autos, Wohnen auf dem Meeresgrund, Roboter als Haushaltshelfer. Warum sahen alle diese die Zukunft so optimistisch? Weil sie alle linear weiter gerechnet werden. Beispiel Raumfahrt: Man hat in 10 Jahren den Mond erreicht, die Nutzlast von Trägerraketen von 1 auf über 100 t gesteigert und wenn man das so linear weiter rechnet ist man eben 10 Jahre später bei 3000 t für eine Marslandung. (mehr …)

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