Ein neuer Vorstoß von Airbus/EADS zum Thema Wiederverwendung

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Nachdem EADS/Airbus vor einigen Wochen Adeline vorstellte, eine neue Erststufe für die Zeit nach der Ariane 6 die wiederverwendbar sein soll, aber viel geringere Nutzlastverluste als SpaceX Konzept hat, hat nun der Konzern eine Lösung für die Ariane 6 vorgestellt. Adeline (Advanced Expendable Launcher with Innovative engine Economy) wird von der ersten Stufe nur Triebwerk mit der dort angebrachten Avionik bergen die 80% des Wertes der Stufe ausmachen. Anstatt kostbaren Raketentreibstoff für die Landung zu verwenden wird Adeline durch zwei Turbofantriebwerke und Winglets wie ein Flugzeug landen. Auch ULA will nur den Triebwerksblock bergen, allerdings diesen im Flug durch Helikopter fangen. Continue reading „Ein neuer Vorstoß von Airbus/EADS zum Thema Wiederverwendung“

Eine Oberstufe für die Vega

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Die Vega mag ja einige Nachteile haben, aber sie hat einen Vorteil: sie ist sehr flexibel. Durch die rund 500-600 kg Treibstoff in der VEB kann die Rakete auch höhere Bahnen erreichen, ohne das wie bei anderen Modellen mit Feststoffantrieben die Nutzlast aufgrund dann notwendiger langer Freiflugphasen stark abnimmt. Was sie allerdings nicht leisten kann, ist eine nennenswerte Nutzlast auf Fluchtgeschwindigkeit zu beschleunigen, weil dann die rund 500 kg schwere VEB praktisch die Nutzlast gegen Null gehen lassen würde. Continue reading „Eine Oberstufe für die Vega“

Was mich nervt

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Es gibt immer wieder Dinge die mich nerven. Heute war wieder so ein Tag. Ich gehe beim Metzger einkaufen und möchte ein Pfund Schweinebraten. Also holt die Verkäuferin ein Stück her, von dem man gleich sieht, dass es mehr als 500 g sind und legt es auf die Waage – 802 g. Natürlich verbunden mit der Frage. „Ist etwas mehr, geht das in Ordnung?“. Nein, ich will ein Pfund. Also sollte man annehmen, dass, nun da das Gewicht bekannt ist, sie wohl ein Drittel davon abschneidet und dann kommt sie immer noch auf ein gutes Pfund.

Was macht die gute Frau – sie schneidet nicht ein größeres Stück ab sondern eine Scheibe, legt das ganze nochmals auf die Waage – 648 g. Nein sage ich, ich will ein Pfund. Nun schneidet sie eine noch kleinere Scheibe ab, anstatt eine gleich große und tut es erneut auf die Waage – 592 g. Da ich nun befürchtete, es geht in noch dünneren Scheiben weiter, habe ich Ruhe gegeben. doch dann ging es weiter. Anstatt 100 g Kalbleberwurst gibt es 118 g, selbst bei der Schnittwurst immer über 100 g. Eine Frau neben mir die 50 g Wurst haben wollte wurde zuerst ein Reststück angeboten das 152 g wog. Also scheint da System drin zu sein. Continue reading „Was mich nervt“

Setzen! Sechs!

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Derzeit kämpfe ich mich gerade durch die NASA Technischen Memoranden X-648008 bis 64826, jedes einige Hundert Seiten stark. Das ist die Dokumentation zu Skylab und selbst beim flüchtigen Überfliegen, bis man wieder eine allgemein interessante Stelle trifft, (das ganze geht natürlich viel tiefer als für mein Buch notwendig) ist es eine ganze Menge Arbeit.

Aber: es gibt wenigstens die Dokumentation öffentlich verfügbar. Das ist ein Riesenunterschied zu Europa. Ich will daher mal meine Erfahrungen mit Raumfahrtfirmen und Raumfahrtagenturen in den letzten Jahren schildern. Mein Bestreben ist es ja, möglichst umfassend über eine Mission zu berichten. Das ist manchmal möglich indem man die Webauftritte, Infobroschüren etc. verwendet. Manchmal sind aber auch die nur sehr kurz, oder an eine allgemeine Öffentlichkeit gerichtet und enthalten wenige technische Details. Dann versucht man es eben, indem man die Gesprächspartner direkt anschreibt. Continue reading „Setzen! Sechs!“

Der Stillstand in der Raumfahrt

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Ich kaufe mir gerne bei Amazon auf Marketplace alte Raumfahrtbücher. Sie sind meist billig und vieles über alte Programme findet man alten Büchern. Aber man bekommt auch einen Einblick in die Zeit. Was jedem auffällt: wer Bücher aus der Ende der sechziger liest ist der enorme Optimismus. Eine bemannte Marlandung bis 1986 sollte möglich sein. Verwirklicht mit nuklearen und Ionentriebwerken. Ich habe das schon einmal thematisiert. Ein Grund war eine lineare Prognose der Entwicklung von 1958 bis 1968. Vergleicht man den Sprung bei den Trägerkapazitäten dem Erreichten bei der bemannten und unbemannten Raumfahrt.

Aber es gibt auch einen anderen Grund: Damals wurde viel mehr neues entwickelt. Schauen wir uns die Antriebstechnologie an. Die USA haben von 1958-1972 in Angriff genommen:

  • Wasserstoff als Treibstoff
  • Expander Cycle als Antriebstechnologie
  • Entwicklung von wiederzündbaren Triebwerken mit nicht hypergolen Treibstoffen
  • im Schub regulierbare Triebwerke

Im nächsten Jahrzehnt kam dann noch das Staged Combustion Prinzip dazu. Seitdem ist es still geworden – neue Treibstoffkombinationen, Hybride Treibstoffe das alles wurde nicht angegangen. Auch die Entwicklungen bei Ionentriebwerken blieb beim Stand der sechziger Jahre stehen. Das nukleare Triebwerke nicht weiter verfolgt werden verwundert nicht wobei die Einstellung allerdings noch in den Zeiten erfolgte als man bedenkenlos an die Kernenergie glaubte. Continue reading „Der Stillstand in der Raumfahrt“