Die Dreistufen-Lösung für den Weltraumtourismus

Ein Geschäftszweig, der seit Langem auf seinen Durchbruch wartet, ist der Weltraumtourismus. Erste Mitfluggelegenheiten gab es erst während der Aufbauphase der ISS. Russland kündigte zwar an, die Mir für Touristen zu nutzen doch zu einer Umsetzung kam es nie. Solange die ISS nicht genügend Strom und Platz hatte, konnten nur zwei Astronauten auf ihr wohnen. Eine Sojus hat drei Sitze. Der Dritte wurde für Kurzbesuche genutzt oder für Touristen. Da üblicherweise die alte Besatzung erst nach der neuen zurückkehrte, waren so etwa 7 Tagesaufenthalte möglich. Das ende mit dem Vollausbau der ISS 2009. Bis dahin gab es in acht Jahren acht Flüge von sieben Personen (Charles Simony ist zweimal geflogen). Kurzum: Das ist ein Markt, der angebotsbegrenzt ist. Ich denke es gibt mehr Interessenten als Fluggelegenheiten. Schwer also diese Vorlage als Basis zu nehmen, ob sich das Ganze lohnt.

Nun wird der Weltraum ja schon kommerziell genutzt. Wenige Jahre nach Beginn der Raumfahrt gab es die ersten von Firmen finanzierten Kommunikationssatelliten. Seit der Jahrtausendwende ist die kommerzielle Erderkundung hinzugekommen und seit einigen Jahren auch der rein kommerzielle Start (das man mit schon existierenden und mehr oder weniger von anderen Institutionen finanzierten Raketen kommerzielle Starts durchführt, gab es schon vorher). Warum also nicht auch den Tourismus kommerzialisieren? Continue reading „Die Dreistufen-Lösung für den Weltraumtourismus“

Wie groß ist der Markt für Weltraumtourismus?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Für echte Weltraumtouristen, also welche die in einen Orbit gelangten gab es erst wenige Fluggelegenheiten, die noch dazu sehr viel teurer wurden. Gerade wurde bekannt dass nun Sarah Brightman ihr Training für ihren Trip zur ISS aufnimmt. Dies wird sie und eine Investorengruppe 50 Millionen Dollar kosten. Die ersten Touristen flogen noch für 20 Millionen Dollar zur ISS. Bisher gab es nur acht Flüge seit 2001. Seit 2009 gab es keinen mehr. Continue reading „Wie groß ist der Markt für Weltraumtourismus?“

Ist die bemannte Raumfahrt ein Geschäftsmodell?

In einigen der Kommentare zu einem der letzten Blogs wurde vorgeschlagen doch anstatt der ISS entweder eine große Raumstation (dazu komme ich später zurück) oder das ganze privat zu machen. Es gibt derzeit soweit ich weiß nur eine Firma die bemannte Raumfahrt privat vorhat, das ist Bigelow mit den aufblasbaren Modulen. Unabhängig von der technischen Umsetzung ist für jede Firma ein Geschäftsmodell wichtig, das bedeutet: rechnet es sich?

Zuerst einmal eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. In der gesamten Raumfahrt gibt es nur ein Geschäftsfeld, dass komplett ohne staatliche Unterstützung auskommt: das ist der Start von Kommunikationssatelliten jeder Art, egal ob niedrig fliegende Systeme wie Iridium, mittelhohe wie O3B oder die breite Palette der geostationären Satelliten. Alle anderen kommerziellen Projekte sind zumindest teilweise auf staatliche Unterstützung angewiesen. Fotoaufklärer auf NSA und Co, welche die meisten Bilder abnimmt, bei manchen Satelliten sogar alle und dann sie nur noch in reduzierter Auflösung weiter in den freien Verkauf abgibt. Launch Service Provider werden zumindest bei der Entwicklung von staatlichen Stellen unterstützt. Daneben buchen diese auch Starts. Der einzige LSP, der weniger als 50% Staatsanteil an den Aufträgen hat, ist Arianespace. Bisher wurde auch keine Rakete rein privat entwickelt, SpaceX war z.B. bis zum Abschluss des COTS Programms zu 85% von der NASA und USAF finanziert und die CRS Flüge machen mehr als die Hälfte ihres Auftragspolsters aus. Continue reading „Ist die bemannte Raumfahrt ein Geschäftsmodell?“

Weltraum-Tourismus for the Masses

Mit dem Weltraumtourismus ist das so eine Sache. Da gibt es zum einen seit Jahrzehnten Pläne von Hotels in der Umlaufbahn, zur Zeit der Mondlandung war man so optimistisch, das Reisebüros sogar Reservierungen für Mondreisen annahmen. Praktisch ist es aber so, dass die derzeit einzigen Möglichkeiten entweder ein suborbitaler Hopser von einer Viertelstunde Dauer mit SpaceShip Two oder ein Flug an Bord einer Sojus sind. Das erste dauert nur kurz, ist mit 200.000 Dollar aber noch bezahlbar, wenn auch nicht für Jedermann. Die letzten Touristen mussten dagegen 25 Millionen für einen Trip auf der Sojus aufbringen, intensives Training auf sich nehmen. Das ist nur was für Superreiche. Bedenkt man wie viel mehr die NASA in den letzten Jahren für einen Sitz zahlen musste, so wird es wahrscheinlich noch erheblich teurer. Sarah Brightman zahlte 2012 rund 50 Millionen Dollar.

Was fehlt ist die finanzielle Mitte dazwischen und auch in der Dauer dazwischen. Diesen Markt will nun SpaceTravel angehen, die letztes Jahr gegründete Firma hat am Donnerstag angekündigt schon 2017 den ersten Orbitalstart durchzuführen. Das besondere ist das sowohl Ticketpreis wie auch Dauer zwischen den Extremen liegen. Das Konzept setzt auf geringes Risiko, indem man schon vorhandenes nimmt. Continue reading „Weltraum-Tourismus for the Masses“

Weltraumrourismus – suborbital

Gestern habe ich gerade noch das Ende einer Dokumentation auf ARTE gesehen über Weltraum-Tourismus, genauer gesagt die suborbitale Variante, wie bei Space Ship One. Der Beitrag war zweifellos etwas älter, weil von 2007 und 2008 gesprochen wurde als läge diese Daten in der Zukunft und die Prognosen, dass es heute 4-5 Unternehmen gibt, die Passagiere auf Parabelflüge gebracht haben ist noch nicht eingetreten. Aber nehmen wir mal an, es gäbe einen Markt – ginge es diese Hopser wirtschaftlich auszuführen? Ein Ticket soll zwischen 120.000 und 200.000 Dollar kosten, das klingt nach viel, doch wie ich seit ein paar Tagen weis, kostet eine Flugstunde im Eurofighter auch 38.000 Euro. Mal sehen wie dies wirtschaftlich klappt.

Spaceship One war ein Flugzeug mit Raketenantrieb. Das hat einige Vorteile und Nachteile. Der Hauptvorteil ist, dass die Landung recht einfach ist – es kann wie ein Segelflugzeug landen. Es hat genügend Flügelfläche, um nicht wie ein Space Shuttle als Stein vom Himmel zu fallen. Auf der anderen Seite ist der Start schwieriger: Das Trägerflugzeug dient nicht dazu, Spaceship One auf Höhe zu bringen oder die Startgeschwindigkeit zu erhöhen. Es dient nur dazu einen fliegenden Start mit dem Raketentriebwerk zu ermöglichen, der auf der Erde wohl schnell das Fahrwerk wegbrechen würde. Für Transporte viel wichtiger: Wie bei jedem Flugzeug ist die Kabine, also der Bereich wo die zahlende Kundschaft sitzt, klein im Vergleich zur Gesamtgröße des Flugzeugs. Das macht den Transport ineffektiv und teuer. Continue reading „Weltraumrourismus – suborbital“