Der Windows Schweinezyklus

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Glaubt man den Presseberichten so wird Windows 8 eine Katastrophe werden. Der Grund ist, das Microsoft mit Windows 8 auch in dem boomenden Markt der Tablett PC’s mitmischen will und auch die Windows Mobile Serie wird nun in Richtung Windows 8 laufen, sodass diese Linie wohl wahrscheinlich aufgegeben wird, wie dies bei der Client Version von Windows NT/2000 auch der Fall war.

Nun gegen das Vorhaben habe ich nichts. Es wird vielleicht sogar nicht schlecht sein, wenn man bei einem Tablett schon alles so vorfindet, wie man es vom Desktop her kennt. Das Problem scheint zu sein, dass auch für Desktop Systeme die gesamte Gestaltung und Bedienung übernommen wurde. Also statt einem Desktop findet man in Kacheln die letzten „Apps“ vor. Das ganze System scheint auf Gesten ausgelegt sein, und wer wie beim Desktop üblich alles mit Maus und Tastatur bedient, muss viel klicken und tippen. Alles in allem soll beim Desktop die Bedienung im Vergleich zu Windows 7 ein Rückschritt sein.

Erinnert sich der eine oder andere noch an Vista? Auch dem wurde trotz neuer Oberfläche die dauernden Nachfragen, also eine Verkomplizierung der Bedienung ein Flop. Selbst Computerhersteller wollten von Microsoft weiter Windows XP haben. Ich befürchte es wird Windows 8 genauso gehen. Zumindest die ct sieht dies anders und meint es würde durch die Zwangsinstallation bei Hardwareherstellern anders kommen. Ich glaube, wenn dem so ist wie in den Vorberichten, wird es aber anders kommen. Zum einen ist nur im Einzelhandel die alte Version aus den Regalen verschwunden. Von Microsoft kann man sie als Hersteller immer noch bekommen. Derzeit ist z.B. noch Windows XP erhältlich. Das ganze endet wenn auch der erweiterte Support ausläuft, doch das ist noch einige Jahre in der Zukunft. Ich vermute man wird dann wieder aufwachen und eine nachgebesserte Version schnell nachschieben, so wie auf Windows Vista ganz schnell Windows 7 kam (zumindest schnell, wenn man den Zeitabstand zwischen XP und Vista ansieht). Der Konsument der eine Version kauft, muss ja auch nicht Windows 8 kaufen, sondern kann sein bisherige Lizenz auf einem neuen Rechner installieren.

Das ist allerdings nichts neues. Denn das sich gute und schlechte Windows Versionen abwechseln ist fast schon Tradition:

  • Windows 1.0 war nichts mehr als eine Demo. Sie lief nur auf den aktuellsten PC’s hinreichend schnell, brauchte viele Ressourcen (Festplattenspeicher, Arbeitsspeicher, schnellen 80286 Prozessor) und Anwendungen gab es auch keine
  • Windows 2.0 war die fehlerkorrigierte Variante bei der Funktionen nachgeschoben wurden, die Excel und Word brauchten. Eigentlich wollte man damals das Betriebssystem nach dieser Version beerdigen.
  • Windows 3.0 wurde dann wieder ein Erfolg, setzte sich breit im Massenmarkt durch, auch weil man nun endlich das System im Protected Mode laufen lassen konnte und damit unabhängig von abstürzenden DOS Programmen war.
  • Windows 95 wurde angekündigt als noch viel besseres 32 Bit System, doch neben dem hohen Ressourcenverbrauch (just zu einem Zeitpunkt als gerade auch die Speicherpreise enorm ansteigen) hatte es nur eine bessere Oberfläche, aber intern waren eben noch viele Altlasten verbaut. Windows 95 wurde zwar nicht der Flop, aber auch nicht der Verkaufserfolg den man sich erhoffte.
  • Windows  98 bzw. Windows 98 SE, beseitigten die Windows 95 Nachteile, unterstützten endlich größ0ere Festplatten und hatten mehr 32-Bit Anteile im System.
  • Windows ME war der offensichtliche Versuch die Benutzer im einjährigen Abstand zu einem Neukauf zu bewegen. Es war träger, fehleranfälliger als Windows ME und wer noch DOS nutzte (für Spiele hatte große Probleme dieses nun zu booten.
  • Windows XP war (und ist in meinen Augen) das beste System – nun endlich durch Verheiratung mit der Windows NT Linie ein echtes 32 Bit System mit einem geschützten Kernel und Benutzerverwaltung. Wer die grellbunte Teletubbie Farbgebung nicht mochte konnte immer noch auf die Windows 2000 Oberfläche wechseln.
  • Windows Vista fing an als große Neuerung (noch sicherer, Datenbankbasiertes Dateisystem) und endete als kleines Update (neue Oberfläche, Kopierschutz für Streaming Inhalte, Indexfunktion im Dateisystem) und nervte vor allem durch zahlreiche Nachfragen die bei jeder Installation / Update oder Zugriff ins Programmverzeichnis nervten.
  • Windows 7 ist im Prinzip Vista mit leichter Oberflächenoptikverbesserung und Modi um alte Programme den Schreibzugriff in ihre Programmverzeichnisse nach der Installation zu erlauben und einem einstellbaren Nachfragemodus

Also mit wenigen Ausnahmen folgte auf eine gute eine schlechte Version, eben der Windows Schweinezyklus. Für mich ist es klar, ich werde meine Windows 7 Lizenz weiter verwenden, wenn der nächste Rechner ansteht. Das einzige, was Windows 8 für mich interessant macht, ist eine Funktion die es aber nur bei Volumenlizenzen gibt: Windows To Go. Das ist ein Windows , dass von einem mobilen Datenträger bootbar ist und auch von dort läuft und alles wieder dorthin schreibt.

Technisch ist das kein Problem. Sogenannte2Live-Lunxe“ gibt es ja schon lange und auch das normale Windows 7 installiert beim ersten Start automatisch die richtigen Treiber bzw. auch im laufenden betrieb wenn sich was ändert. Wenn man nicht unbedingt Spezialtreiber braucht mit den Tuning Einstellungen dann reicht das und selbst wenn, für Leute die es nicht mit Hunderten von Hardwarekonfigurationen zu tun haben, sondern einigen wenigen, kann man diese auch installieren und hat sei beim nächsten Start dann installiert.

Wer wie ich Vorlesungen halten muss und sich dann immer mit wechselnden Arbeitsumgebungen rumschlagen muss indem geliebte Programme fehlen, oder bei Kunden Programmentwicklung treibt und dann jedes Mal das Entwicklungsstudio installieren, mit Komponenten ausrüsten und dann noch eigene Codeteile dazu nehmen muss, verbringt dafür viel Zeit und muss zudem noch alles synchronisieren. Ein Windows auf USB-Festplatte das man booten könnte, wäre DIE Lösung. Das es derzeit noch langsamer ist, spielt wnn man immer mit den gleichen Programmen arbeitet keine große Rolle, denn nach dem ersten Start sind die meisten DLLs im Speicher. Und wenn USB 3.0 Standard ist hat sich auch dieses Problem erledigt.

Der Grund dürfte wohl die Lizensierung sein. Doch wenn diese anders gelöst ist, also nicht wie bisher über die Zusammenstellung von Prozessorseriennummern, Motherboard Kennungen und Netzwerkadressen, sondern z.B. über eine Festplattenseriennummer oder vielleicht sogar der Anwender bei der Installation die Wahl hat (wollen sie ein mobiles oder stationäres Windows), dann wäre die Sache doch auch für Microsoft gelöst. Ehrlich schade, denn das wäre wirklich ein Kaufargument für Windows 8 gewesen.

Aber es ist klar, warum dem nicht so ist. Denn dann würde sich das gesamte Modell wie es heute betrieben wird in Frage gestellt. Bisher ist es so, dass viele schon mehr als einen Computer haben: Einen Desktop Rechner und ein Notebook. Bald kommt dann noch ein Tablett dazu. Wenn man Windows auf einem USB-Stick oder einer Festplatte installieren kann, dann muss man nicht dreimal Windows kaufen, sondern steckt einfach um. Für den Benutzer bequemer – immer due gleiche Umgebung und billiger (ein Bootlaufwerk anstatt drei), aber für Microsoft eben nur eine verkaufte Lizenz anstatt drei. Kein Wunder, dass es Windows To Go nur bei Volumenlizenzen gibt …

21 thoughts on “Der Windows Schweinezyklus

  1. Hm… – Ich hatte im letzten halben Jahr öfter mal die Möglichkeit mit der Linuxdistribution Ubuntu zu arbeiten. Dessen Oberfläche (Unity) die seit der Version 11 dabei ist, scheint zumindest optisch auch eher auf die Bedienung von Tablet-PCs ausgelegt zu sein. Und diese Oberfläche ist arg gewöhnungsbedürftig, um es mal freundlich auszudrücken.
    Aus dieser Perspektive betrachtet würde ich auch sagen, dass eine Bedienung von Desktop-PCs, die der von Smartphones oder ähnlichen Geräten nachempfunden ist, einen Rückschritt darstellt.

  2. Irgendwie hab ich das Gefühl, daß Windows 8 in Vista 2 umgetauft werden könnte. Genau so am Bedarf der Anwendern vorbei programmiert.
    Langsam rächt sich eben das schlampige Grundkonzept (gab es jemals eins?) von Windows. Keine klare Trennung von Systemkern und Nutzeroberfläche. Bei Linux ist das kein Problem, es gibt mehrere grafische Nutzeroberflächen, und jeder sucht sich die aus die ihm am besten gefällt. Eigentlich so wie immer: Der einzige der etwas nicht kann ist mal wieder der Marktführer.

  3. Tja, diese „Strategie“ ist wohl noch ein Relikt aus dem Browserkrieg, den die Firma einst gegen Netscape geführt hat. Den Konkurent als Firma haben sie zwar besiegt, aber das Produkt an sich lebt unter neuem Namen fröhlich weiter.
    Damals war es ja erklärte Absicht, den IE so tief ins System zu verankern, das man ihn so gut wie nicht mehr entfernen kann. Bei Win95 war es trotzdem noch möglich, auch wenn man dafür weitreichende Kenntnisse der Systemprogrammierung brauchte. Inzwischen ist es so, das der IE ein Teil der Grafischen Nutzeroberfläche ist, welche ohne Komponenten des IE nicht mehr funktioniert. Ein Trauerspiel!

  4. > Client Version von Windows NT/2000 auch der Fall war
    was meinst du damit? NT4.0 und Win2000 waren sehr erfolgreich in Firmen. Sie wurden nur nicht auf consumer PCs installiert. Ich kenne immer noch firmen wo diese laufen.

  5. Na ja von der NT Schiene gibt es immer noch die Server Versionen (Windows 2008 Server etc). Client ist eben das was auf deinem Rechner installiert ist für das direkte Login, also das was du unter NT4 und 2000 verstehst.

    Ich weis auch dass viele Firmen damit lange gearbeitet haben.2003 habe ich noch NT4 auf neuen Rechnern installiert. Aber mit XP hat man die Windows 95-ME Linie mit der NT-2000 Linie zusammengeführt.

    @Hans so ganz erfolgreich ist der IE aber nicht. Nur 24% der Besucher nutzen ihn. Tendenz seit Jahren fallend.

  6. @Bernd: okay, das mag sein. Aber ich meinte auch nicht jenen Teil, der sich auch als Webbrowser präsentiert, sondern die darunter liegenden Teile wie die Renderengine, den HTML-Parser und solche Sachen, die ja auch vom GUI benutzt werden. Natürlich kann man da wieder fragen, ob diese Teile wirklich noch zum IE oder doch eher zum GUI gehören. Aber eine Diskussion über diese Frage ist wahrscheinlich so ergibig wie die Erörterung, ob ein Glas Wasser halb voll oder halb leer ist.
    Ein Beispiel zur Systemverquickung: Die Entwicklungsumgebung Borland C Version 6 benötigte einen installerten IE ab Version 6, soweit ich mich erinnere. Wenn der nicht vorhanden war, brach die Installation mit einer entsprechenden Meldung ab. Da stellt sich mir die Frage: was will die IDE einer Programmiersprache mit dem Internet Explorer? – Anscheinend stellte der IE wohl Funktionen zur Verfügung die das GUI erweiterten und von denen die IDE oder andere Teile des Entwicklungssystems eifrig gebrauch machten. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, warum der IE für ein einwandfreies funktionieren der BC IDE nötig gewesen sein sollte.

  7. @Hans: Da Du Korrektor bei den Computergeschichte(n) warst, dürftest Du wissen, dass mir dieser Tatbestand nicht entgangen ist. BC 6 ist doch recht alt und ich denke damals hat man noch keine Möglichkeit gehabt zu prüfen ob ein anderer Browser installiert ist, zudem kann es auch sein, dass borland damals Features genutzt hat die es nur im IE gab. Wer sich an die Zeit zurückerinnert als der Browserkrieg tobte kennt nicht das Phänomen von Seiten die man nur in einem Browser ansehen konnte und im anderen nicht.

    Nebenher gab es ja im Prozess als Microsoft behauptete der IE sei so tief im System vergraben, dass man ihn nicht entfernen konnte das Highlight, das sich der Richter demonstrieren lies, wie jemand in 10 Minuten den IE durch Netscape ersetzte und das System weiter lief – und zwar ohne Programmierkenntnisse.

    Was Tatsache ist, ist das heute die kompiliert Help Hilfe das standardhilfeformat ist (Endung .chm) und ich finde das auch gut so, denn es ist nu viel einfacher Hilfeseiten zu erstellen, es ist immer so aktuell wie der aktuelle Webstandard. Das das Betriebssystem dafür eine Renderengine braucht und dies eben dann die des eigenen Browsers ist, das dürfte klar sein und das halte ich auch nicht für verwerflich. Fürs Surfen kann man dann eine eigene Lösung installieren. Wenn ich wegkomme vom Privatrechner auf zahlreiche Rechner die irgend etwas steuern oder als Server dienen – die müssen auch funktionieren ohne das man einen Webbrowser installiert hat.

  8. > …zudem kann es auch sein, dass borland damals Features genutzt
    > hat die es nur im IE gab.

    Das ist natürlich möglich, kann ich aber weder bestätigen noch dementieren.

    > Wer sich an die Zeit zurückerinnert als der Browserkrieg tobte kennt nicht das
    > Phänomen von Seiten die man nur in einem Browser ansehen konnte und im anderen

    > nicht.

    Davon hab ich gehört, es aber nur am Rand erlebt. Meisst durch Hinweise wie „Best viewed with…“

    > Nebenher gab es ja im Prozess als Microsoft behauptete der IE sei so tief im
    > System vergraben, dass man ihn nicht entfernen konnte das Highlight, das sich
    > der Richter demonstrieren lies, wie jemand in 10 Minuten den IE durch Netscape
    > ersetzte und das System weiter lief – und zwar ohne Programmierkenntnisse.

    Echt!? – Das hab ich gar nicht mitbekommen. Habe nur mal gelesen, das ein Professor mit einer Gruppe Studenten ein Programm entwickelt hat, womit man den IE aus dem System entfernen konnte. Und die waren hinterher so freundlich und haben die Quellcodes alle an MS übergeben.

    > Was Tatsache ist, ist das heute die kompiliert Help Hilfe das standardhilfeformat
    > ist (Endung .chm) und ich finde das auch gut so, denn es ist nu viel einfacher
    > Hilfeseiten zu erstellen, es ist immer so aktuell wie der aktuelle Webstandard.

    Nun, gegen stadardisierte Hilfedateien hab ich auch nichts. Und beim chm-Format handelt es sich ja um ein speziell verwurstetes HTML. Allerdings ist das auch wieder ein Microsoftspezifischer „Standard“, den man unter den diversen Unix-Systemen nur mit Zusatzsoftware lesen kann. (Ist aber mit den Unix man-pages nicht viel anders…)

    > Das das Betriebssystem dafür eine Renderengine braucht und dies eben dann
    > die des eigenen Browsers ist, das dürfte klar sein und das halte ich auch nicht
    > für verwerflich. Fürs Surfen kann man dann eine eigene Lösung installieren.

    Womit wir bei der Frage wären, ob ein Wasserglas halb voll oder halb leer ist. Ich bin nämlich der Meinung, dasss das BS bzw. die GUI ihre eigene rendermachine haben sollte, auf die dann auch der MS eigene Webbrowser zurück greift. Aber nicht umgekehrt, also eine spezielle Software, die für das korrekte Funktionieren der GUI eigentlich nicht nötig ist, sich in die GUI einklingt, um die Hilfedateien für die Software anzeigen zu können, die auf der GUI aufsetzt.

    > Wenn ich wegkomme vom Privatrechner auf zahlreiche Rechner die irgend etwas
    > steuern oder als Server dienen – die müssen auch funktionieren ohne das man
    > einen Webbrowser installiert hat.

    Das bestreite ich auch nicht, da Steuerrechner oder Server meisst keinen Browser brauchen. Und zusätzliche Software (z.B. für Wartungszwecke) kann man ja auf einem USB-Stick o.ä. installieren, von dem die dann läuft.

  9. Also zumindest bei mir kann man mit der Systemsteuerung den IE entfernen. Ich bin mir recht sicher, das es auch unter Windows XP schon ging, weil MS ja verdonnert wurde Browser und BS zu trennen, also dürfte genau deine Forderung schon seit 11 Jahren erfüllt sein….

  10. Ein gemeinsamer Bootstick für alle Rechner wird wohl auch in absehbarer Zeit noch ein reiner Wunschtraum bleiben. Schuld daran ist aber diesmal weniger MS, als vielmehr die Hardwarehersteller. Solange nicht in jedem Rechner die gleiche (oder zumindest treiberkompatible) Hardware steckt, müssen eben für jedes Gerät andere Treiber installiert sein.
    Das wäre zwar prinzipiell lösbar, aber dann müßte für jedes Gerät eine extra Windows-Installation auf dem Stick sein, und man müßte sich die passende per Bootmenü selbst aussuchen.

  11. Wie schon gesagt: Windows erkennt beim ersten Booten ja die Hardware. Ich habe bei Windows 7 zum ersten Mal keine Hardwaretreiber mehr installieren müssen.

    Das ging auch schon sehr begrenzt bei Windwos xp. Auf der zweiten Platte ist Windows xp noch vom alten Rechner drauf und ich habe mal überlegt es zu reaktivieren. Nach dem Booten ging erstmal gar nichts, aber nach und nach poppten die üblichen Dialoge für die Hardwareinstallation auf und bei „im Internet nach Treibern suchen“ erweis sich als erfolgreich. Hat nur eben rund 2 Stunden gedauert bis alles drauf war.

    Ich glaube auch das ein portables Windows nicht alles können muss. Es würde reichen, wenn man nach dem Start die Kernfunktionalität hat, also die Treiber fürs Motherboard und Grafik (zumindest in nicht beschleunigter Form) hat. Damit kann man dann den Rest für exotische oder angesteckte Hardware nachinstallieren. Das sollte, weil es nicht mehr so viele verschiedene Chipsätze gibt kein Problem sein.

    Und wie schon gesagt – für alle Rechner muss es nicht sein. Wenn man 5 verschiedene Konfigurationen ablegen könnte, wäre ich schon zufrieden. Dann noch ein Bootmenü, bei dem man die richtige schon beim Start auswählen kann … das wärs

  12. So hatte ich das mit dem Stick aber gar nicht gemeint. Ich hab nur daran gedacht, das auf dem Stick Zusatzsoftware intalliert ist, die auf dem Rechner, in dem er gesteckt wird, nicht vorhanden ist, und dort in der Regel auch nicht gebraucht wird. Wenn man dann spezielle (Service-) aufgaben an dem Rechner verrichten will/soll, die mit der vorhandenen Software nicht machbar sind, kommt die Software vom Stick zum Einsatz. Hat also mit booten vom Stick nichts zu tun.

  13. Es stimmt nicht das der Windows NT/2000 Client Ersatzlos ausgelaufen wäre, im Gegenteil. Es gab zwei Windows-Familien, einmal die Windows 95/98/ME Familie und die Windows-NT Familie, beginnend bei Windows NT 3.1, das optisch wie Windows 3.1 aussah aber auf Basis von OS/2 entwickelt wurde. Windows 95 war dagegen der verbesserte DOS-Aufsatz von alten 3.11er.

    Die 95er Familie wurde mit ME (glücklicherweise) beerdigt, die NT bis heute weiterentwickelt. So sind NT und 2000 die direkten Vorfahren von XP, Vista, 7 und 8. Das gilt auch für die Server-Varianten. Der Kernel von Server 2000 ist mit dem von Windows 2000 identisch, Server 2003 entspricht einem XP 64-Bit, Server 2008 einem Vista, Server 2008 R2 einem 7 und Server 2012 wird ein Windows 8 sein. Das die Server zusätzliche Programme haben und ein leicht verändertes Ressourcen-Management haben ändert am eigentlichen OS nichts.

    Unter Linux z.B. gibt es gar keine echten Server-Varianten, die laufen immer auf der selben Codebasis wie die Desktop-Versionen.

  14. Zitat: „… sodass diese Linie wohl wahrscheinlich aufgegeben wird, wie dies bei der Client Version von Windows NT/2000 auch der Fall war.“

    Nur wurde die NT-Linie nicht aufgegeben, genau genommen ist Windows 8 eigentlich Windows NT 6.2, und es leidet an vielen Stellen an Code der seit 10 Jahren nicht mehr angefasst wurde. So sind zahlreiche der versteckten Einstellungs-Dialoge aus dieser Ära.

    Daher gab’s bei XP (Windows NT 5.1) auch nichts zu verheiraten, nur weiterzuentwickeln. Der Großteil der Arbeit um mit alten 9Xer Anwendungen zu laufen wurde bereits mit W2K erledigt. Übrigens eine großartige Version.

  15. Okay, falsch ausgedrückt. Weiter unten steht ja das ich verheiraten meine. Was ich damit ausdrücken will ist das die Windows mobile Linie aufgegeben wird, darauf bezog sich der Satz nicht aufs letztere. Windows xp ist ein Mischmasch von ME und NT3/2000, wobei mehr 2000 drin steckt als me, aber von dort kommen z.B. die gesamten Spieleschnittstellen (direectx …) und Teile des Usability Konzepts-

  16. Immer noch knapp daneben 😉

    Die Grundlagen der GUI wurden unter 95 und NT 4.0 gelegt. Auch DirectX war in beiden Versionen bereits vorhanden. Mit W2K gab es eigentlich kaum ein Programm oder Spiel das nicht darunter lief.

    Me erschien nach W2K und hat dessen leicht aufgehübschte GUI und einige Features geerbt, sonst blieb es ein instabiles 9x. Mir fiel auf Anhieb nichts ein was XP von Me übernommen haben könnte, und sogar die Wiki findet nur das öffnen von ZIP-Dateien im Explorer und die WIA-Schnittstelle. Für eine Hochzeit ist das etwas … dürftig.

    Das es Windows 8 mit seiner aufgezwungen Metro-GUI schwer haben wird, da sind wir der selben Meinung. Microsoft hat jetzt schon die Upgrade-Preise auf lächerliche $40 runtergeschraubt.

  17. Hm… wenn man da noch ein paar Schritte weiter in die Vergangenheit zurück geht, würde mich doch mal interessieren, vieviel Code des WinGUI bei Win 95 noch vom OS/2 Presentation Manager übernommen wurde? – Angeblich ja gar nichts, und die Bedienung ist (war) auch etwas anders gestrickt. Aber ich kann mir schwer vorstellen, dass Microsoft das Rad komplett neu erfunden hat. Ich tippe da eher auf den Versuch einer Neuentwicklung. Um im Bilde zu bleiben: Die Speichen und die Aussenverkleidung (Radkappe) haben sie übernommen, die Nabe und die Lauffläche (Radreifen) aber neu gebaut.

    Das mit der Hochzeit der 2 Windowslinien ist so zu deuten, das es ab XP eben nur noch eine Linie gab, die dann für beide Anwendungsschwerpunkte taugten. Also entweder für Spiele und ein klein wenig HomeOffice oder eben für SOHO und sonstige Businessaktivitäten. Und die Serverlinien werden ja immer noch separat geführt.

  18. Ich glaube von der OS/2 GUI dürfte so ziemlich gar nichts in NT eingeflossen sein. Das war schon Radikal anders in jeder Beziehung. Das sah man auch, wenn man Win 3.11 Programme in OS/2 am laufen hatte.

    Spätestens mit W2K war klar das die Strategie von zwei grundverschiedenen BS, eines für Consumer, eines Business nicht aufging. Ich würde das weniger als eine Hochzeit denn einen Todesfall charakterisieren weil es von der Me-Schiene wenig gab das sich zu bergen lohnte. Die meisten Features waren ja Backports aus der NT-Welt.

    Die Serverlinien werden gar nicht so separat geführt wie man denkt. Es sind im Grunde die Client-Kernel mit einigen Optimierungen und Zusatzprogrammen. Es gibt etwa keinen technischen Grund warum man auf Windows 7 keinen Exchange-Server installieren kann, nur Microsoft will es eben nicht.

    Besonders „hübsch“ sieht man das am gerade vorgestellten Server 2012, der hat allen Ernstes die Metro-GUI verpasst bekommen, natürlich ohne Apps, daher ist sie bis auf die Systemsteuerung völlig leer.

  19. @Hans weil du das mit den Manpages ohne Zusatzsoftware gesagt hattest hab ich das gerade mal ausprobiert.
    Die Manpages sind Textdateien (häufig jedoch gezippt) allerdingt enthalten sie noch Formatierungscode. Hat ein bischen was von Latex oder html. Also durchaus ohne Zusatzprogramm lesbar allerdings ohne tolle Formatierung und mit nervigem Zwischencode.

    Zu Windows 8: Das Microsoft etwas tun musste im Hinblick auf Touchgeräte war eigentlich klar (Die Tablettpcs ware unter anderem deshalb ein Flop). Ich hatte zwar bisher kein Windows 8 in der Hand aber ein WP7 Handy und da ist das eigentlich nicht schlecht.

    Allerdings ist es vermutlich schon eher so das Win8 nicht so toll werden wird, weil da vermutlich wieder ein paar hackelige Dinger drinnen sind. Die Mausbedienung und die Integration des Legacy-Desktop wird vermutlich etwas komisch sein.
    Auch Vista hatte ein paar nette Dinge aber erst Win7 war dann Vista in gut. Und zu XP: Wenn ich mich an die Zeit der Einführung von XP erinnere gab es da auch genug Leute die erstmal kein XP verwendet haben weil es ihnen zu Ressourcenfressend war und dieses Teletubie-Design ihnen zu schlimm aussah und die dann noch ewig 98 oder W2K verwendet haben.

  20. @Manuel: Mit der Hakeligkeit hast Du schon jetzt Recht – das erste Microsoft „Surface“ Tablet ist direkt bei der ersten Vorfuehrung in Los Angeles vor laufenden Kameras abgestuerzt 🙂

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