Mal so zwischendurch

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Ein paar Gedanken zu ein paar Themen die gerade so aktuell sind.

Da bekam Alexander Gerst heute das Bundesverdienstkreuz bekommen. Das ist ja eine inflationäre Auszeichnung. Wer prominent ist, bekommt es mehr oder weniger automatisch, auch wenn er nur Geld durch Schallplatten verdient hat und nichts spezielles für die Allgemeinheit getan hat, wie es ja auch der Fall sein kann. Bei Alexander Gerst spielt eine rolle das es nicht so viele deutsche Astronauten gibt. Er verdient weil er doch sehr öffentlichkeitswirksam war, was ja nicht sein Primärjob ist (zumindest offiziell) vielleicht sogar eines. Verwundert hat mich ein Absatz der Radio kam:

„Ein Mann, der es beruflich mit der kosmischen Ordnung der Dinge zu tun hat, ist ganz einfach zu beneiden. Das Weltall erforschen, die Ordnung des Universums wissenschaftlich immer genauer erkunden und dabei immer wieder neu die Schönheit der himmlischen Phänomene erfahren“.

Nun ist Gerst von Beruf Vulkanologe und mit der Erforschung des Weltalls hat seine Mission rein gar nichts zu tun. Ansonsten war die Rede nicht so schlecht, zumindest erkennbar nicht von einem Redenschreiber verfasst.

Dann macht noch PEGIDA von sich Schlagzeilen. Jetzt gerade wieder weil sie an die Toten von Paris gedacht haben. Aus ihrer Sicht ja logisch, schließlich sind sie ja gegen Islamisierung und das sind Opfer des islamischen Terrors. Ich finde es nur peinlich. Vor allem ärgern mich zwei Dinge: Warum gibt es diese Proteste vor allem im Osten, die ja schon früher durch Anschläge auf Asylbewerberheime und durch das Wählen von rechtsradikalen Parteien aufgefallen sind? Wenn dieser Landstrich so übervölkert mit Ausländern oder Deutschen die nicht hier geboren sind wäre, könnte ich das ja noch verstehen, aber die meisten Immigranten leben im Westen, den Osten haben ja schon viele Deutsche in den letzten 25 Jahren verlassen. Leipzig musste ganze Stadtteile abreisen. Ich glaube in West- und Mitteleuropa wird man wenige Gebiete mit einer kleineren Ausländeranteil finden als in den neuen Bundesländern. Wer will freiwillig nach Dresden? Noch unverschämter ist die Übernahme der Parole „Wir sind das Volk“ – nein das seid ihr nicht, sondern ein kleiner Haufen von Meckerfritzen und Rechtsradikalen.

Viel besser ist unsere Politik aber auch nicht. Da gibt es Millionen von Flüchtlingen aus Syrien von Afrika und werden bei uns welche aufgenommen? Nein die sollen ruhig da bleiben wo sie in die EU einreisen also in Italien oder Griechenland. Vor 25 Jahren ging die Integration von viel mehr Ostdeutschen auch. Der Angelpunkt ist unser Asylrecht. Die müssen dann auf engstem Raum warten, bis sie anerkannt werden oder abgelehnt. Stattdesseen sollte man dafür Sorge tragen, dass Flüchtlinge möglichst bald für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können, Deutschkurse und ähnliches anbieten um sie schnellstmöglich zu integrieren und ja, auch Wirtschaftsflüchtlinge sollten bleiben können, weil in meinen Augen auch Armut ein guter Grund ist sein Land zu verlassen, zumindest wenn sie sich selbst versorgen können.

Jetzt wurden ja die Anforderungen für eine doppelte Staatsbürgerschaft gelockert, meiner Ansicht nach sind die Hürden noch zu hoch. Wer hier auf Dauer bleiben will und sich in die Gesellschaft eingliedert, der sollte auch eine zusätzliche deutsche Staatsbürgerschaft erwerben können. Denn meiner Ansicht nach ist jemand Deutscher wenn er deutsch spricht und unsere Gesetze und Werte achtet. Ich habe da schon einiges erlebt. Schwarze Schulkinder die breites Schwäbisch reden und blonde, hellhäutige Teenager die sich nur in russisch unterhielten. Nur am Aussehen und der Herkunft kann man sicher nicht festmachen wer „Deutsch“ ist. Die meisten PEGIDA Anhänger sprechen ja auch kein richtiges Deutsch sondern nur Sächsisch und niemand weist sie deswegen aus. Also gerade die Ostdeutschen sollten sehr liberal gegenüber anderen sein….

Zuletzt habe ich was neues mal probiert: „6+1“. Das ist ein Konzept für die Gesundheit, für mich eher um Gewicht abzunehmen. Ich habe die letzten zwei Jahre wieder drei Kilo zugenommen und mir vorgenommen die wieder zu reduzieren. „6+1“ ist eigentlich kein Diätkonzept, sondern eines für eine gesunde Lebensweise. Man isst 6 Tage normal und einen Tag nichts oder nur wenig (maximal 500 Kalorien). Da die Leute dann zwar am nächsten Tag mehr essen (125%) ist es in der Summe trotzdem weniger als normal und so sollte man sein Gewicht besser halten können, bzw., sogar abnehmen können.

Das kam schon in Fernsehsendungen wo die Moderatoren dann einen Selbstversuch machten und bei den Blutproben (die man vorher und am nächsten Tag nahm) gab es immer enorm tolle Ergebnisse. Die sind auch leicht zu erklären: wenn man nichts isst, dann nimmt man kaum LDL auf, das vorwiegend im Darm generiert wird, man verliert sogar Cholesterin, weil man dauernd welches mit der Gallenflüssigkeit in den Darm seziert. Stattdessen bildet der Körper mehr HDL mit dem er Fett aus den Adipositen zur Leber führt, insgesamt geht also der HDL/LDL Quotient hoch. Da der Körper nun Glucose aus Speicherglykogen und Eiweiß bilden muss sinkt umgekehrt der Glucosespiegel. doch das sind momentane Effekte die es nur am Tag danach gibt. Es gibt aber auch Ärzte die meinen, dass wenn man regelmäßig fastet (nichts anderes ist es ja) dies insgesamt positive Wirkungen auf den Stoffwechsel hat. So sollen sich die Zellen nicht so sehr an hohe Blutglucosespiegel gewöhnen und damit würde die Gefahr eine Insulinresistenz sinken. Da kann was dran sein, denn auch der Hunger gehört zum Leben, genauso wie Bewegung obwohl sicher sich sattessen und faul rumliegen bequemer und angenehmer ist. Doch „Des Leben ist koi Schlotzer“ wie man bei uns sagt.

Immerhin für einen Tag macht der Blick auf die Waage Freude: von 76,2 auf 73,9 kg in einem Tag – leider ist das nicht von Dauer. Da spielt der entleerte Darm eine Rolle, der sonst immer irgendwie gefüllt ist, vor allem aber der Abbau von Glykogen bei denen 100 g rund 600 g Wasser binden. Gemäß dem Energiegehalt dürfte ich nicht mehr als 300 g Gewicht verloren haben, wenn es aus Fett stammt. Der Rest wird in einigen Tagen wieder drauf sein.

Der Tag war nicht so angenehm. So bis 14:00 war der Hunger noch nicht so stark, dann musste ich mich aber aktiv ablenken. So blieb der Aufsatz den ich machen wollte über druckgeförderte Raketen liegen. So um Zehn Uhr abends war er weg, heute morgen auch, allerdings nur bis ich richtig aufgestanden bin. Obwohl ich zwei größere Brötchen gekauft habe, hatte ich noch kräftig Kohldampf aufs Mittagessen. Danach war Schluss. Also ganz einfach ist es nicht, vielleicht auch weil ich es radikal gemacht habe, nämlich nichts festes gegessen und nur Kaffee und zuckerfreie Getränke konsumiert habe. Seit ein paar Monaten habe ich ja ein Mittel das ganz gut wirkt wenn ich gestresst bin, schlechte Stimmung habe oder einfach Ablenkung brauche, ich habe es aber sicherheitshalber nicht genommen, weil es als Nebenwirkung auch apetittfördernd ist.. Mal sehen ob es nächsten Montag besser geht.

6 thoughts on “Mal so zwischendurch

  1. Der Zulauf zu Al Pegida in Dresden läßt sich ganz einfach erklären: Mit dem alten Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt frißt er nicht.“

    Zur 6 1 Diät: Mampf doch rohes Gemüse, das füllt den Magen und hat wenig Energie. So lassen sich Freßattacken einfacher überstehen.

  2. Pfefferminze soll angeblich das Hungergefühl dämpfen, also z.B. zuckerfreien Kaugummi kauen oder Pfefferminztee kochen.
    Das rohe Gemüse ist natürlich auch ne gute Idee.

    Zu PEGIDA: Die Leute, die da marschieren, sind mit irgendetwas unzufrieden. Ihrem Alltag, ihrem Leben, der sozialen Situation oder der Politik. Oder alle Punkte gemeinsam. Und haben bei den PEGIDA-Organisatoren ein paar Rattenfänger gefunden, die ihnen einfache Antworten liefern, indem sie Sündenböcke, die angeblich an allem Schuld sind, präsentieren. Einfache Antworten, die komplexe Zusammenhänge (anscheinend) leicht und überzeugend erklären, waren schon immer beliebt, auch wenn sie total falsch sind. So funktionieren auch Verschwörungstheorien.

  3. Na ja was hilft, weis ich selbst, aber ich wollte bewusst wirklich nichts essen. Heißhungerattaken waren es auch nicht eher Dauerhunger. Als ich noch in Stuttgart studiert habe habe ich auch tagsüber nichts gegessen und das war wenn Studium Generale war bis 10 Uhr abends also auch 15 Stunden nach der letzten Mahlzeit, da war ich nie so hungrig. Ich denke es hat viel mit Gewohnheit zu tun und man kann sich auch an einen tag ohne essen gewöhnen.

  4. Hallo,

    ich war letzten Montag beruflich in Dresden und habe mir das Spektakel von weitem angeschaut. Was mir aufgefallen ist, das es überaschend wenige für mich erkennbare Rechte gab (Frisur, Kleidung, Körpergeruch usw) Das mann diese aber leicht finden konnte, da diese von Kammerateams umringt waren. Das Wort Lügenpresse ist ja nun Unwort des Jahres geworden, aber ich hatte den Eindruck, dass das Bild welches vermittelt wird nicht mit der Wirklichkeit übereinstimt. Es würde mich nicht wundern wenn irgendwann herauskommt, dass diese Vorzeigerechten von denen die sie dort gefilmt haben für ihr dortsein bezahlt wurden.
    In meinem Hotell waren übrigens Gegendemonstranten einquartiert. Beim Frühstück am Dienstag habe ich deren gesprächen zugehört. Es waren Demo-Profis die zu fast jeder Demonstration per Bus anreisen, Blockupy, Castortransporte, Flughafen Frankfurt, Stutgart 21 die waren überall dabei, leider habe ich nicht rausgefunden wie die sich finanzieren. Das diese Leute die Normalbefölkerung wiederspiegeln stimmt nicht.
    Im gegensatz zu den Berufsdemonstranten der Gegendemos, sind bei den pegida demonstranten überwiegend Dresdener Einwohner gewesen. Ein Arbeitskollege aus Dresden meinte, dass er wie die meisten anderen Teilnehmer dort das erste mal seit den Demonstrationen in der DDR auf der Straße waren. Die 19 Grundaussagen der Pegide (Wikipedia) sind so formuliert, dass selbst jeder der strengläubige Moslems ist,damit einverstanden sein kann.
    Die Initaitoren der Demonstrationen haben jedoch einen Fragwürdigen hintergrund.
    Die Inhalte der pegida Possitionen stimmen zwar nicht mit rechter Gesinnung überein, aber die Demonstranten sollten aufpassen dass sie nicht von Rechten oder der Presse für ihre Zwecke misbraucht werden.

  5. Moin,

    den 6+1 Dietplan kenne ich noch aus meiner Kindheit, und kann mich gut an den besonders traurigen Blick an diesen Montagen erinnern, und noch viel mehr an die Vorfreude, wenns am Dienstag nach der Schule endlich zum Metzger ging. Natürlich gabs auch am Montag das eine oder andere Leckerly, wenn Muttern nix davon sieht.

    Zur Einschulung fing bei mir der Ernst des Lebens an. Die Verantwortung für einen Hund, für den Hund Kochen lernen, Vorratshaltung, und ein im Vergleich zu anderen Kinden dieses Alters hohes Taschengeld, von dem ich auch das Hundefutter bezahlen musste. Eine Familentradition, die ich bei meiner (Stief)Tochter weitergeführt hatte. Wer mit 6 schon lernt mit Geld umzugehen, wird auch später im Leben damit kein Problem haben. Und das gute am für den Hund kochen ist doppelt: Zum einen schmeckt es dem Hund immer, und zum andern erarbeitet sich das Kind eine Nahrungsmittelautonomie, d.h. selber zu entscheiden wann was gegessen wird, weil häufig ist man etwas mit, wenn man schon kocht.

    Der Dietplan war sehr traditionell:

    Zielgewicht des Hundes / 100 = tägliche Ration ( ohne die Leckerlies zwischendurch, und ohne den Knochen den es evtl nach dem Abendessen gibt ) d.h. das was im Napf ist.
    Abwechselnd Fleisch oder Gemüse, niemals beides gleichzeitig, weil das Blähungen gibt.
    Manche Gemüse (Zwiebeln, Knobloch, Avocado, Tomaten, Paprika) dürfen nicht ins Futter, sondern kommen erst nachher in die Portion für den Menschen. Knoblauch und Zwiebeln zwei mal im Monat direkt hintereinander beugt jedoch Würmern vor.

    Und natürlich viel Bewegung. Hunde werden nicht Dick vom Futter, sondern weil sie sich nicht bewegen. Ein Hund der sich ausreichend bewegt, wird durch mehr Futter nur kräftiger.

    ciao,Michael

  6. Ich finde es interessant, einmal die „andere“ Seite zu sehen. Ich schramme ja selbst traditionell ein bisschen an der Magersucht entlang [1] und esse phasenweise tagelang gar nichts. Vielleicht ist mein Gehirn mittlerweile zu sehr umgebaut—klassische Anorexiepatientinnen scheinen ja ihre Belohnungsfunktion komplett umzudrehen—aber ich empfinde Hunger nicht als sonderlich ablenkend. Ich bekomme Konzentrationsprobleme und Dauermüdigkeit, was wohl vom Energiemangel kommt, aber permanent an Essen denke ich nicht.

    Generell bekomme ich, wenn ich aufhöre zu Essen, vier Stunden nach der letzten Mahlzeit Hunger (das hat wohl was mit Insulin zu tun, aber das können ungefähr alle anderen hier besser erklären als ich) und sobald der weg ist, kommt er auch nicht wieder, auch drei Tage später nicht. Und irgendwann muss man sich regelrecht zwingen, etwas zu essen.

    [1] Bzw. ist mir eine selbige schon mehr als einmal diagnostiziert worden, was ich aber nicht glaube, da mein BMI immer zu niedrig war und es nie in meinem Leben eine Periode besonders starker Gewichtsabnahme gegeben hat und ich mir auch sehr wohl darüber bewusst bin, zu leicht zu sein.

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