Kampflugkörper „Trottellumme“

Eigentlich war es nur als Scherz gedacht. Als ich den Beitrag in Münchhausens Kolumne verfasste über die neue Ausrüstung der Bundeswehr, die vor allem auf den Umbauten von zivilen Fahrzeugen/Flugzeugen basierte, habe ich noch auf den Kommentar von Anja die Trottellumme skizziert. Sie sollte auf der Fieseler Fi 103, besser bekannt als V1 basieren. Beim Durchlesen des Wikipedia Artikels kam mir der Gedanke, dass eine moderne Fi 103 sogar eine ideale Lösung für ein Problem der Bundeswehr ist. hier ein paar Fakten über die aktuellen Konflikte:

  • Es ist politisch nicht erwünscht, dass die Bundeswehr Kampfeinsätze durchführt. Lange Zeit weigerten sich die Verteidigungsminister ja sogar vom „Krieg“ in Afghanistan zu sprechen
  • Die Ausrüstung ist dafür nicht ausgelegt. Wenn man keine Bodeneinsätze haben will, muss man Lufteinsätze fliegen und der typische Jagdbomber der Bundeswehr die Tornado wird ausgemustert, der Eurofighter ist anders als die Tornado vor allem ein Jagdflugzeug. Ein reines Erdkampflugzeug wie die A-10 hat die Bundeswehr nicht und die Hubschrauber haben eine zu geringe Reichweite und sind nicht einsatzbereit
  • Die von anderen Ländern für die Bekämpfung von Bodenzielen gedachten Kampfdrohnen hat die Bundeswehr nicht. Seit dem Fiasko mit dem Eurohawk-Projekt liegen diese Pläne auf Eis. Andere  unbemannte Flugkörper wie die Tomahawk-Marschflugkörper hat die Bundeswehr ebenfalls nicht.
  • Kurz: Die Bundeswehr hat derzeit das Problem, dass wenn sie zur Bekämpfung des IS oder anderer Bodentruppen Unterstützung leisten will, sie Eurofighter verlegen muss. Diese sind teuer und nicht optimal für diese Aufgebe geeignet. Ideal für die Politik wäre ein System das unbemannt ist (keine Toten, da ja heute Kriegsführung ohne Toten ablaufen muss – zumindest bei den eigenen Streitkräften).
  • Bedenkt man dass man es bei den bisherigen Einsätzen der letzten Jahre, sowohl in Afghanistan als auch Libyen, Irak (Einmarsch, Kampf gegen die IS) und Syrien man es mit Gegnern nur am Boden zu tun hat (Milizen die Ausrüstung gekapert haben – Laien können offensichtlich Panzer fahren, aber keine Flugzeuge fliegen) muss ein effektives System eigentlich nicht gegen Abfangjäger geschützt sein,
  • Da ist die V1 doch kein so schlechtes System:
  • Es war billig zu produzieren (3500 Reichsmark, 280 Arbeitsstunden!)
  • Es war einfach aufgebaut und leicht startbar, eine kleine Mannschaft könnte von dem Nato Land Türkei z. B. die Flugkörper auf den weg bringen
  • Vergleichen mit dem Startgewicht von 2160 kg trug es eine hohe Last von 850 kg Sprengstoff
  • Nur war die ursprüngliche Fi 103 sehr ungenau, was an den damaligen Möglichkeiten der Technik lag.

Zur Technik: Die Fi 103 ist eine fliegende Bombe mit einer einfachen Tragflächen, Höhenleitwerk, aber ohne Querruder. Antrieb ist ein Verpuffungsstrahltriebwerk (Benzin wird in ein Rohr eingespritzt, verdampft und durch einen Zündfunken entzündet. Es findet somit eine gepulste Verbrennung statt, die heiße Luft treibt durch das Strahlrohr die Maschine an). Gestartet wurde sie über ein Katapult.

Die Reichweite betrug rund 360 km, was ausreichend ist, auf Kosten der Sprengladung kann man mehr Treibstoff zuladen.

Den Hauptnachteil der Zielgenauigkeit kann man heute ausgleichen. Die V1 konnte man nur vor dem Start eine bestimmte Flugstrecke vorprogrammieren, indem man die Drehzahl eines Meßpropellers vorgab. Heute kann ein einfacher GPS-Empfänger, wie er in jedem Handy vorhanden ist, die genauen Koordinaten liefern. Ein  einfacher Microcontroller kann basierend auf diesen Daten den Kurs zum Ziel berechnen und über einen Motor die Höhen- und Querruder steuern. Dort angekommen geht sie in den Sturzflug, wobei man bei der geringen Geschwindigkeit (etwa 630 km/h) gute Möglichkeiten hat mit dem Triebwerk auch hier nachzuregeln und ein Ziel mit hoher Genauigkeit zu treffen. Genau muss es bei 8409 kg Sprengstoff nicht sein, das riss bei den echten V1 einen 10-20 m großen und 3 m tiefen Krater. Vergleichen mit einem Marschflugkörper der seinen Weg basierend auf einer gespeicherten Karte mit Höhenrelief sucht und zum Schutz vor Abschuss dauernd in geringer Höhe über dem Boden fliegt ist die Konstruktion enorm einfach und daher auch preiswert.

Man kann den Flugkörper noch verbessern und die Sprengladung durch kleine Sprengbomben ersetzen die kurz vor dem Aufschlag (oder beim Überflug in geringer Höhe) ausgeworfen werden und so einen Teppich von kleinen Sprengladungen legen (sehr effektiv gegen nur wenig gepanzerte Ziele)

Sicher können auch Bodentruppen mit Flak oder Surface-Air Missiles sie leicht abschießen, aber selbst im zweiten Weltkrieg, als es um einiges mehr an Flak als heute gab, kamen über die Hälfte der V1 durch und Flugabwehrraketen sind teuer als die V1 und irgendwann auch alle aufgebraucht. Dann startet man einfach mehr Trottellummen. Gegenüber der preiswerten V1 muss man nur einen handelsüblichen  GPS-Empfänger, einen Microcontroller (gibt es mit der Leistung eines Pentium-III schon von Intel als „Edison“ für 50 Euro), Querruder und einige Motoren zur Betätigung der Ruder.

Da mag der heutigen Industrie vielleicht zu poplig sein, aber für ein Einmalfluggerät sollte man es so billig und einfach bauen wie nur möglich. Selbst eine billige, wärmesuchende Rakete wie die AIM 9 SideWinder kostet 262.000 bis 320.000 Dollar. Rechnet man den Kurs der Reichsmark (nach Wikipedia 6 Euro = 1 RM) auf die 3500 Euro um, so ist eine Fi 103 ohne Modifikationen zehnmal billiger, wenn die Modifikationen den Preis verdoppeln immer noch fünfmal billiger. Das ist ein krasser Gegensatz zu den sonstigen Waffen, die unbemannt sind.

der absolut wichtigste Vorteil ist aber der, dass die Bundeswehr selbst nicht ins Krisengebiet einrücken muss. Es reicht die Trottellumme von einem Nachbarstaat aus abzufeuern. Die Reichweite betrug 250-280 km bei 580 l Tankkapazität. Versionen mit größeren Tanks wurden entwickelt, konnten aber nur von Flugzeugen aus abgeworfen werden (waren wohl für den Katapultstart zu schwer). Immerhin, rechnet man den Treibstoffverbrauch linear (nicht gegeben, da die fliegenden Bombe ja laufend leichter wird, also müsste die Reichweite eher ansteigen) so würde man bei 500 kg Sprengstoff schon 400 km Reichweite und bei 250 kg rund 510 km Reichweite erreichen. Das wäre sicher für die meisten Konflikte ausreichend. Bei einer Länge von 48 m wäre die Startrampe auch sicher noch auf einer Korvette montierbar (man könnte einen Raketenantrieb als Starthilfe montieren, doch dann verliert man den Kostenvorteil) oder man wirft sie eben vom Flugzeug aus ab, das ginge auch mit nicht militärischem Gerät (siehe Pegasus Start).

  • Zuletzt die Frage die sich wohl jede gestellt hat: warum etwas aus dem zweiten Weltkrieg nachbauen und nichts neues erfinden?
  • weil es dann teuer wird, wenn man erst mal die Wehrindustrie auf so was ansetzt
  • weil die Materialknappheit im zweiten Weltkrieg zu einer kosteneffizienten Lösung führte (auch wenn die Waffe selbst nicht effizient war)
  • weil man nicht mehr investieren muss als nötig. Bei einer Dokumentation über den Falklandkrieg und die Versenkung des Kreuzers Admiral Belgrano gab der Kommandant des U-Bootes an, er habe damals den aus dem zweiten Weltkrieg stammenden Torpedotype Mark VIII benutzt, obwohl er auch neue  hatte: „Ein Schiff aus dem zweiten Weltkrieg versenkt man mit einem Torpedo aus dem zweiten Weltkrieg“. Und moderne Kriege in dem Sinne, das der Gegner technisch hochgerüstet ist, sind die Konflikte die es in den letzten Jahren gab nicht sondern vielmehr werden schnell an den Waffen geschulte Milizen in den Kampf geworfen. Warum auf die also millionenteure Ausrüstung abfeuern? Die USA haben das gemacht und der Irakkonflikt hat sie 2,2 Billionen Dollar gekostet. Ja dafür könnte man unsere gesamten Schulden tilgen und gewonnen haben sie sowieso nicht. (Ich glaube auch nicht das man mit Trottellummen die IS besiegen kann, doch wenigstens ist das in der deutschen Politik so beliebte Zeigen das man doch etwas tut, auch wenn’s nichts nützt wenigstens billiger als die bisherigen Einsätze).

Vielleicht doch überlegenswert die Idee…

24 thoughts on “Kampflugkörper „Trottellumme“

  1. Hm… ein paar Anmerkungen:
    Zum einen ist es politisch schon erwünscht, das die Bundeswehr Kampfeinsätze durchführt, sie dürfen nur (noch?) nicht so genannt werden. Das die Verteidigungsminister sich weigerten, von Krieg zu reden, hatte eher taktische Gründe.
    Den Kampf gegen IS und Konsorten kann man langfristig nicht mit Waffen gewinnen. Dazu muss man deren Ideologie zerlegen, was nur mit sachlicher Aufklärung geht. Das passt aber nicht ins Konzept der Kriegstreiber, übrigens auf allen Seiten, denn die wollen ja ihre Waffen praktisch einsetzen.
    Dann ist es so, das beim IS eben nicht ausschliesslich Laien kämpfen, sondern auch ausgebildete Soldaten, etwa aus der Irakischen oder Syrischen Armee. Und die können dann auch Panzer fahren. Ich hab auch mal irgendwo (glaube in Telepolis) gelesen, das dem IS amerikanische Kampfhubschrauber in die Hände gefallen sind. Dafür hatten sie aber keine Piloten, wenn ich mich recht erinnere.
    Und schliesslich: Der Wikipedialink zur Trottellumme führt zum gleichnamigen Vogel. Wenn das hier also auch Satire sein soll, dann ist es falsch eingeordnet.

  2. Die Leute vom IS rechtfertigen ihren Terror mit dem Islam. Am stärksten würde es ihnen den Wind aus den Segeln nehmen, wenn die obersten islamischen Religionsführer alle IS-Terroristen exkommunizieren würden. Dann bricht ihre ideologische Rechtfertigung zusammen, und es bleibt nur noch eine Räuberbande übrig.

    Die Existenz des IS ist zum großen Teil ein „Erfolg“ der westlichen Ausenpolitik. Es gab keine Unterstützung der Aufständigen in Syrien, weil befürchtet wurde daß radikale Islamisten an die Macht kommen. Das Ergebnis war, daß man damit genau das erreicht hat, was man eigentlich verhindern wollte. Was durchaus vorhersehbar war. Schließlich ist es ein alter Hut, daß wer Waffen liefert auch bestimmt wo es langgeht. Anstatt die Terroristen rauszudrängen, hat man ihnen so die Tür weit aufgemacht. Wen wundert es dann, daß sie diese Gelegenheit auch genutzt haben?

  3. Klugscheiß Modus an:

    Die V1, vulgo Trottellumme hat nur einen 840,9 und nicht einen 8409 kg Sprengkopf

    Klugscheiß Modus aus.

    Öko Modus an:
    Die Trottellumme darf nicht fliegen, ihr Antriebssystem ist zu laut und die Abgase sind nicht umweltfreundlich.
    Außerdem stehen wahrscheinlich unsere Vorschriften für unbemannte Flugzeuge, die EU-Vorschriften etc. etc. im Wege.

    Öko Modus aus.

    Bis die Trottellumme dann behördlich genehmigt fliegt sind die Kosten, trotz billigster Herstellung auf Kosten über den Eurohawk gestiegen.

    Und dann der Start, wer kann denn heute noch mit konzentriertem H2O2 richtig umgehen, das Zeug wird doch wahrscheinlich nicht mal mehr beim Haare bleichen verwandt….

    Nur mal so in den Wind gesprochen….

  4. 1)
    Aus meiner Sicht ist nicht klar, ob als direkte Unterstützung von Bodentruppen in einem unübersichtlichem Gelände Bomben jeder Art überhaupt hilfreich sind. Ja gegen Panzer, aber gegen leicht bis nicht gepanzerte Truppen?
    Wird da nicht eher ein Hubschrauber oder ein langsames Flugzeug mit schwerem MG benötigt?

    2)
    Ich habe grundsätzliche Bedenken gegen den Einsatz von ferngesteuerten Waffen. Aus meiner Sicht legitimiert man damit ethisch alle terroristischen Aktionen, die hilfreich sind diesen Einsatz zu vermindern: e.g. mindestens
    – Anschläge auf die Leitstände
    – Anschläge auf die Transportrouten
    – Anschläge auf die Produktion.

  5. Was uns von menschenverachtenden Terroristen unterscheidet ist nunmal genau das: Wir werfen keine Bomben mit ungenauem GPS-Empfänger und 800kg Sprengstoff in ein Zielgebiet, um dort Breite und Tiefe Krater zu reissen. Das ist so ziemlich die Definition von Terror – schonmal was von Zivilisten und menschlichen Schutzschildern gehört?
    Wenn man sich mal zu der engstirnigen Lösung verstiegen hat, Extremismus mit Waffengewalt zu bekämpfen, dann bleibt uns als halbwegs aufgeklärte und grundrechte-achtende Menschen nur, solche Präzisionswaffen zu verwenden, die möglichst nur sehr gezielt Schaden anrichten. Das geht nunmal nicht mit nem iphone, das man auf ne fluegende Bombe schnallt. Dafür brauchts halt diese sündhaft teuren Waffen.
    Und wisst ihr was? Es ist ein Segen, dass das Zeug so teuer ist. Denn dann denkt vielleicht sogar Möchtegern-John-Wayne im Tarndrillich zweimal nach, bevor das Ding abgefeuert wird und Leid anrichtet.

  6. @Elendsoft: Bin mir gerade nicht sicher, aber ich glaube, sowas wie Exkommunikation kennt der Islam gar nicht.

    —–

    @Bernd: Hast Du eigentlich mal was an den Einstellungen bezüglich der Kommentaranzeige geändert? – Denn wenn ich die Startseite des Blogs aufrufe, zeigt er mir seit einiger Zeit immer nur neue Beiträge an, aber die Kommentaranzeige wird nicht aktualisiert. Also, obwohl seid gestern ein paar neue Kommentare gekommen sind, stand auf der Startseite etwa zu diesem Beitrag, das es dazu keine Kommentare gibt. (Dabei hab ich selber den ersten geschrieben.)
    Ebenso ist es auch bei anderen Beiträgen. Wenn ich wissen will, ob dazu was kommentiert wurde, muss ich die Beiträge schon direkt aufrufen, weil ich auf der Startseite immer nur eine Momentaufnahme der Kommentare sehe, wie sie zur Publikation des neusten Beitrags aktuell war.

  7. Mit Exkommunikation meinte ich, den Leuten klarzumachen, daß diese Leute nicht zum Islam gehören, auch wenn sie so tun. Man kann sie als Feinde des Islam anprangern, die nach ihrem Tod geradewegs in die Hölle kommen. Damit würde man die IS-Propaganda neutralisieren, die behaupten sie haben einen Freifahrschein in den Himmel.

  8. @Elendsoft: Ich denke die Führer des Islam machen schon klar, das die IS nichts mit dem Koran zu tun haben, selbst wenn es mehr wäre, ich glaube nicht das es die wirklich radikalen und gesitig verwirrten abhält zu der Gruppe zu stoßen

    @Hans: Das liegt an dem Plugin das seiten cacht damit sie schneller ausgeliefert werden. Wer nur auf die Seite kommt bekommt eine statische Seite zu sehen (ohne php) die einmal pro Tag erneuert wird. Wenn man das nicht will sollte man sich als Leser registrieren und anmelden (Häkchen setzen bei angemeldet bleiben). Als Blogautor bist Du eh registriert.

  9. Wenn das Ding so einfach zu bauen, wieso bauen Terroristen nicht nach ?
    Die Steuerung zu bauen ist nicht so schwierig. Die Leitwerke werden am besten durch Servos kontrolliert, wie man sie vom Modellflug kennt.
    Das schwierigste ist wohl der Antrieb, da man vermutlich ziemlich lang experimentieren muss, bis das Ding mehr oder weniger zulässig läuft.

  10. Ich habe noch nie gehört das Terroristen irgendwelche Waffen selbst bauen nicht mal einfache Gewehre oder ähnliches. vielleicht Bomben für selbstmordattentate. Sie kaufen Waffen oder erbeuten welche. Vielleicht schließen sich auch technischer Verstand und Radikalismus gegenseitig aus.

  11. Eben! Warum selber bauen, wenn der Gegner (das sind wir!) die Waffen quasi frei Haus und gratis liefert, wie z.B. im Irak.
    Viel – selbst technischer – Verstand kann nicht übrig sein, wenn man glaubt, jeden, dessen Nase einen nicht passt, umbringen zu müssen … selbst wenn man selber drauf geht. Aber dann warten auf einen ja 72 unbefleckte Mädels. Aber ob die für die Ewigkeit reichen?

  12. Es gibt im Islam keinen obersten Führer. Der Islam ist in sich selbst derart heterogen und zerstritten dass die einen Muslime die anderen Muslime als Ungläubige betrachen und entsprechend mit ihnen umgehen. Also ist das mit der Exkommunikation weitab jeder Realität.

    Terroristen bauen sehr wohl Raketen, die heissen Quassam oder so, sind allerdings äußerst primitiv.

  13. Das mit den 72 unbefleckten Mädels, in deren Fantasie zur fröhlichen persönlichen Befleckung freigegeben, ist übrigens nicht mehr und nicht weniger als ein Übersetzungsfehler.
    Korrekt übersetzt ist es lediglich eine Schale süßer Trauben. Dumm gelaufen…

  14. Moin,

    > Wind aus den Segeln nehmen, wenn die obersten islamischen Religionsführer alle IS-Terroristen exkommunizieren würden.

    ein wichtiger Unterschied im Islam zum Deutschen Christentum ist, dass weder eine universitäre Ausbildung zum Imam gibt, noch eine Institution die Imame einsetzt. Einzige Vorraussetzung ist, dass sich gläubige finden, die diesen Imam als Vorbeter folgen. Als Ergebnis ist der Islam noch vielschichtiger ist als die Amerikanischen Evangelikalen. Es gibt hunderte von Fatwas gegen den IS, aber das hat wenig Gewicht, so lange der IS von Staaten wie der USA, Saudi Arabien, Türkei und Israel mit Geld und Waffen unterstützt werden.

    Zudem gibt es so was wie einen obersten Religionsführer nur bei den Persischen Shiiten. Und gerade der ist ein natürlicher Feind des sunitischen IS. Und manche Praktiken der Shiiten werden gar von den sunitischen IS als Schirk verteufelt. Das ist eben die alte Teile und Herrsche Politik der Imperialisten die hier einen Jahrtausende alten Nährboden findet.

    > Ich habe noch nie gehört das Terroristen irgendwelche Waffen selbst bauen nicht mal einfache Gewehre oder ähnliches.

    Der IS ist keine kleine terroristische Zelle, sondern eine Militärdiktatur von fast staatsmäßigem Umfang. Selbst unter den widrigen Umständen der Blockade des Gaza Streifens ist es den Palästinensern möglich Qassams zu bauen. Ein Pulsjet, und eine einfache Paparazzi Steuerung mit Handy Komponenten würde sowohl die Reichweite als auch die Treffergenauigkeit erheblich verbessern.

    ciao,Michael

  15. Selbst wenn das mit den 72 Mädels stimmen würde – hat sich das mal jemand vorgestellt? Das ist Zickenterror hoch 72, man braucht nur einige Weibsbilder zusammen zu sperren die sonst nichts zu tun haben und hat keine Ruhe mehr. Man muss nur mal GNTM anschauen, dann sieht man was ich meine….

    Vielleicht ist das aber auch nur eine satirische Form der Hölle, nur anders überschrieben …

  16. Vor einiger Zeit gab es mal eine Reportage aus einem afghanischen Dorf. Dort werden in reiner Handarbeit Handfeuerwaffen produziert. Von Winchester bis Kalaschnikow wird dort alles nachgebaut, was der Kunde verlangt. Um eine ganze Armee zu versorgen dürfte das aber bei weitem nicht ausreichen.

  17. Zitat Michael K:

    „Es gibt hunderte von Fatwas gegen den IS, aber das hat wenig Gewicht, so lange der IS von Staaten wie der USA, Saudi Arabien, Türkei und Israel mit Geld und Waffen unterstützt werden.“

    da würden mich jetzt schon die Belege intressieren, wie der IS von den USA und Israel Geld und Waffen erhält….

  18. Moin,

    > da würden mich jetzt schon die Belege intressieren, wie der IS von den USA und Israel Geld und Waffen erhält….

    Die USA unterstützt die so genannten „Freunde Syriens“, und die Waffen und das Geld landen aber meist beim IS.

    Zitat Baschar al-Assad 26 Januar 2015: „Al-Qaeda Has an Air Force – the Israeli Air Force. It’s very clear. Because whenever we make advances in some place, they attack in order to undermine the army.‘, Assad told the American Foreign Affairs magazine.

    Die Türkey unterstützt den IS, weil der IS die Kurden bekämpft, und die Saudi’s weil der IS deren Kind ist.

    ciao,Michael

  19. „Zitat Baschar al-Assad 26 Januar 2015: “Al-Qaeda Has an Air Force – the Israeli Air Force. It’s very clear. Because whenever we make advances in some place, they attack in order to undermine the army.’, Assad told the American Foreign Affairs magazine.“
    Baschar al-Assad als belastbare Quelle anzuführen ist etwas zweifelhaft. Ich denke man muss dieses Zitat vor dem Hintergrund der angeblich ausländisch finanzierten Terroristen in Syrien sehen, die Assad ja immer als Feindbild präsentiert.

  20. Die USA ist der größte Waffenlieferant des IS.
    Das Kommt aus einer naiven fehleeinschätzung der USA.
    Im Irak sind die Shiiten in der Mehrzahl, die frühere diktatur unter Hussein entstammten der Sunitischen Minderheit. Die alte Armee des Irak war fast auschließlich Sunitisch.
    Die von den USA aufgebaute Irakische Armee baute wiederum auf Suniten auf, da diese vorkenntnisse hatten und die Shiiten ja irgendwie zum Iran un somit zur Achse des Bösen gehörten. Als die USA dann den Irak verließen haben sie unmengen von Ausrüstung an die Irakische Armee abgegeben, da das billiger war als diese mit nach HAuse zu nehmen, und m,an dachte viel hilft viel. Dumm nur das die neue Regierung des Iraks gewählt werden musste und somit die Bevölkerungsmehrheit der Shiiten nund die Suniten drangsaliert. Das nun ein großteil der Irakischen Armee sich nicht lange von Shiiten (aus sicht der Suniten sind das Ungläubige) drangsalieren lässt, und die Seiten wechselt ist ein naheliegender Schritt.

  21. Komisch.
    Bei den Berichten aus den Kriegsgebieten sehe ich fast ausschliesslich Kalaschnikows, BMPs, BTRs und T72 – T90 als gepanzerte Fahrzeuge.
    Bei den reinen Transportfahrzeugen allerdings eher westliche Technik.
    Tatsächlich dürften die Waffen der IS wohl vor allem aus syrischen und irakischen Beständen stammen. Und da sind amerikanische/NATO – Waffen in der Minderheit da zu teuer.
    Bernd

  22. Zur Frage von Thierry Gschwind, warum niemand solche primitiven Waffen nachbaut: Meines Wissens nach macht doch genau das die Hamas in den besetzten Gebieten! Ansonsten pflichte ich flugzeugkarle bei: Besser man macht überlegte Schüsse mit präzisen Waffen, als ein Schrotfeuer. Auch, wenn es teuer ist.

  23. Moin Mike,

    > da würden mich jetzt schon die Belege intressieren, wie der IS von den USA und Israel Geld und Waffen erhält….

    nochmal nachharken: Am 7ten März 2015 haben Irakische Spezialeinheiten nahe Mosul mehrere Ausländische ISIS „Berater“ verhaftet. 4 Pässe wurden beschlagnahmt, darunter zwei US und ein Israelischer Pass.

    http://www.shiitenews.org/index.php/shiitenews/iraq/us-israeli-advisors-arrested-in-iraq-s-offensive-on-isil

    ciao,Michael

    PS: Bis jetzt scheint immer noch keiner eine Idee zum 6 Bit Computer zu haben. http://www.bernd-leitenberger.de/blog/2015/01/22/6-bit-homecomputer/ mal als Erinnerung 😉

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