Nachlese Starship IFT-12

Loading

Am 23.3.2026 (MESZ) fand nach drei Tagen Verspätung darunter einem Scrub nach Beginn des Countdowns am Vortag der 12-te Start eines Starship IFT-12 statt. Die SuperHeavy hatte die Seriennummer 19, die eigentlich dafür vorgesehene mit der Seriennummer 18 wurde am 21.11.2025 bei einem routinemäßigen Drucktest zerstört. Das Starship hatte die Seriennummer 39. Es war der erste Test eines Starships V3, mit Raptor 3 Triebwerken und mehr Schub und auch 22 anstatt 6 bis 10 Starlink-Simulatoren die bei V2 mitgeführt wurden. Ansonsten war alles wie bisher, es wurde nur eine suborbitale Bahn erreicht, das Starship nicht geborgen und diesmal war auch keine Bergung der SuperHeavy geplant.

Die meisten Portale feiern diesen Flug als einen vollen Erfolg, ich sehe es anders. Ich denke, inzwischen gibt es eine Art „SpaceX-Maßstab“. Nach vier Jahren und 12 Testflügen sind die Ansprüche an das Starship so gesunken, das es schon ein Erfolg ist, wenn es nicht explodiert. Es wird nicht der gleiche Maßstab wie bei anderen Trägerraketen angelegt. Vulcan oder Ariane 6 sind in etwa zur gleichen Zeit neu erschienen. Beide sind inzwischen operativ. Bei einem Satellitenverlust der Vulcan (erster Übergangsorbit erreicht, aber Wiederzündung der Oberstufe scheiterte) war man weniger gnädig und Ariane 6 wird beim nächsten Start die verlängerten P160 Booster einsetzen, also sozusagen eine Ariane 6 „V2“. Ich glaube kaum das man an diese Ariane 6 den gleichen Maßstab wie an das Starship V2 anlegen wird.

Nach vier Jahren, 12 Testflügen und drei Versionen hat das Starship zwar noch nicht mal die für „V1“ genannte Nutzlast von 100 t erreicht, transportiert keine Nutzlasten und fliegt immer dieselbe suborbitale Bahn. Das letzte hat einen ganz einfachen Grund: bei der mangelnden Zuverlässigkeit (siehe unten) der Raptoren kann der Deorbit-Burn scheitern und dann verbleibt ein 100+ t (eher 200 t) schweres Starship in einem Orbit und kann irgendwo niedergehen. Falcon 9 Oberstufen die bedeutend leichter sind haben schon Trümmerregen hinterlassen als ihr Deorbitburn scheiterte und die Lange Marsch 5 kommt bei fast jedem Start in die Schlagzeilen, weil ihre Oberstufe nicht deorbitiert wird und die wiegt nur ein Zehntel des Starships.

Ereignisse

Hier die wesentlichsten Ereignisse, alle Angaben nach dem Video, meist aus der Telemetrie-anzeige gezogen.

  • Bei 1:42 fiel ein Triebwerk im äußeren Ring der SuperHeavy aus.
  • Bei 2:25 (Geschwindigkeit 5764 km/h) fand die Stufentrennung statt. Das neue Prozedere sieht vor, das drei Triebwerke sofort zünden und drei etwas verzögert.
  • Bei der SuperHeavy gingen nur noch fünf Triebwerke im ersten Ring (keine der drei innersten für das Boostback an und bei 2:50 gingen sie alle aus. Die SuperHeavy fiel rotierend zurück auf die Erde und versank bei 6:20 im Meer wo die Stufe mit 1.454 km/h auftraf.
  • Bei 3:03 also relativ früh nach Boostertrennung ging eines der drei Raptor Vakuum des Starships aus. Auch einige Sekunden danach sah man noch kurz eine Flamme im Heck.
  • Bei 9:13 fingen die nicht steuerbaren Vakuumtriebwerke des Starships aus
  • Bei 9:17 schalteten die restlichen drei Triebwerke ab.
  • Die Starlink-Dummys wurden abgesetzt. Aufnahmen der beiden mit Kameras aber erst einige Minuten nach dem Aussetzen gezeigt.
  • Die Wiederzündung des Raptors fiel aus.
  • Bei 1:06:08 fand in 0,9 km Höhe und 364 km/h der Landing Burn statt, nur zwei Triebwerke starteten.
  • Bei 1:06:25 (etwa) fand die Landung statt.
  • Bei 1:06:35 explodierte das Starship.

Den höheren Schub sah man im rasanteren Start und der Verlagerung von Max-Q zeitlich und auch in der Höhe. Ich will dies nun im Einzelnen auseinander nehmen.

Treibstoffe


Ich habe aus den Grafiken den Resttreibstoff herausgelesen und gebe hier mal die Angaben zusammen mit denen der letzten Flüge an:

IFT-9 IFT-10 IFT-11 IFT-12
Starttreibstoff SS 88 % 95,6 % 100 % 91,5 %
Resttreibstoff SH nach MECO 10,7 % 11,9 % 12,5 % 13,9 %
Resttreibstoff SH nach Boostback 3,7 % 4,3 % 3,4 %
Starttreibstoff SH 97,1 % 96,6 % 93,3 % 96,1 %
Resttreibstoff SS nach Meco 3,8 % 4 % 4,2 % 3,7 %
Masse Resttreibstoff bei 1500 / 1.600 t = 100 % 57 t 60 t 63 t 59 t

Wir sehen: auch diesmal wurde das Starship nicht voll betankt. Das war (bis auf IFT-11 bei der SuperHeavy) aber immer so. 400 t mehr Treibstoff in der SuperHeavy führen dazu das die Trenngeschwindigkeit höher ist (~ 4.700 km/h bei IFT-11 und ~ 5.600 km/h bei IFT-12) bedeutet auch das mehr Treibstoff benötigt wird um die Basis anzufliegen. Daher wird in der Entwicklung V1 bis V4 auch das Starship mehr Treibstoff proportional zur Startmasse zuladen als die Superheavy um diesen Treibstoff zu reduzieren, was allerdings eine extreme Leichtbauweise beim Starship nötig macht das ja nun von 28.800 km/h für einen Orbit alleine über 23.000 km/h aufbringen muss.

Die Resttreibstoffmenge (dies ist ohne den Landetreibstoff der in separaten Tanks steckt) ist weiter gesunken und wird wohl noch sinken, denn sie bedeutet Totgewicht. Bei der SuperHeavy mit derselben Tankgeometrie weiß man das etwa 20 t Treibstoff nicht nutzbar sind. So gesehen können noch 40 t Treibstoff eingespart werden, falls dies auch für das Starship gilt.

Beim V2 entsprachen die rund 60 t Resttreibstoff aber nur einer Mehrnutzlast von 20 t gegenüber der Masse der Simulatoren, sodass ich davon ausgehe das dieses Starship von IFT-11 so etwa 60 t Maximalnutzlast hat.

Die Raptoren V3

Was alle bisherigen Testflüge des Starships charakterisiert ist das die Raptoren eine erschreckend geringe Zuverlässigkeit haben. Auch diesmal gingen zwei Triebwerke während der Antriebsphase aus. Beim Boostback der SuperHeavy waren es sogar 7 von 13 die nicht mehr angingen. Daraufhin war der Schub so gering, das die anderen abgeschaltet wurden. Das die Wiederzündung eines Raptors ausfiel, deutet ebenfalls darauf hin, denn dafür werden die drei inneren, im Schubvektor steuerbaren genutzt. Davon fiel während der Antriebsphase aber keines aus. So gesehen sollte man, wenn der gleiche Orbit erreicht wurde und das war ja der Fall wie die Landung bei einem Schiff, dass Aufnahmen machte, zeigt, auch dieses Manöver zeigen. Der zweite Hinweis liefert das nur zwei Triebwerke bei der Landung zündeten. Nimmt man alle Triebwerke zusammen, so fielen zwei bei dem Starship und acht bei der SuperHeavy aus, also 10 von 39, ein Viertel aller Triebwerke.

Wie nicht nur hier laufen die Ankündigungen von SpaceX und die Realität leicht auseinander. Nach den Verlautbarungen von SpaceX sollen sie 1000-mal wiederverwendbar sein. Tatsächlich fielen bei fast jedem der bisher 12 Testflüge eines oder mehrere Triebwerke aus. Das sind 468 Einsätze aller Triebwerke und ein Teil der Triebwerke hat mehrere Zündungen zu absolvieren. Die meisten Trägerraketen, die ich kenne, kommen nicht mal, wenn man alle Entwicklungszyklen und Einsätze zusammenzählt auf eine solche Einsatzzahl und dabei fallen in der regel keine Triebwerke aus. Das dies nun auch bei den Raptor 3 die ja völlig neu konstruiert sein sollen vorkommt lässt auf einen grundlegenden Designmangel schließen der offenbar bei SpaceX nicht gefunden wird oder wahrscheinlicher bei so vielen Einsätzen in Kauf genommen wird.

Man hat so weit nachgebessert das ein Triebwerksausfall nicht zu einer Beschädigung der Nachbartriebwerke führt wie dies bei früheren Tests der Fall war. Die „Engine-Out Capablity“ ist bei diesem Konzept kein Feature, dass Sicherheit bringen soll, sondern unabdingbar das überhaupt der Orbit erreicht wird. Die Zukunft wird zeigen, ob dem so ist. Denn es gibt zwei Knackpunkte: Zum einen brauchen die Landemanöver weniger Triebwerke, aber bestimmte die dann nicht ausfallen dürfen. Daher hat SpaceX schon bei den letzten Einsätzen bei der SuperHeavy getestet, ob man nicht nur die innersten Triebwerke für die Landung nutzen kann.

Der zweite Grund ist der, dass sich so die Brenndauern verlängern und damit die Gravitationsverluste. Nach dem veröffentlichten Flugplan sollte das Starship nach 8:58 den Orbit erreichen, es war durch die vorzeitige Abschaltung 9:17 also knapp 20 Sekunden später. Würde das Starship die volle Nutzlast aufweisen so würde durch die Gravitationsverluste kein Orbit erreicht, man muss also immer weniger Nutzlast mitführen als möglich wäre. So liegt die maximale Masse der Simulatoren (genaue Masse ist nicht bekannt, aber die höchste Angabe für einen operativen Starlink V2 Satelliten liegt bei 2 t) bei diesem Flug bei 44 t und nicht 100+ t wie von SpaceX angekündigt. Man kennt schon von der Falcon 9 die Divergenz zwischen Website Angabe und Realität, aber dort liegt die Differenz je nach Orbit bei einem Viertel bis ein Drittel der angegebenen Masse, hier sind es nur 44 Prozent.

Die Kosten

Dank des SpaceX IPO Prospekts kennt man nun in etwa die Kosten die SpaceX für das Starship aufgewendet hat. Es waren bisher 15 Milliarden Dollar, alleine letztes Jahr 3 Milliarden Dollar, was dazu geführt hat das SpaceX seit Jahren kaum Gewinne oder sogar Verluste einfährt. Diese Verluste können auch von den Gewinnen aus Starlink nicht kompensiert werden. Letztes Jahr waren sechs Starts geplant, da man ein Starship schon vor dem Start zerstört hat, waren es nur fünf. Aber 3 Milliarden Dollar geteilt durch sechs Starts sind 500 Millionen Dollar pro Start.

Vergleichen wir mit der Falcon 9, deren Entwicklung kostete bis zur ersten Version etwa 600 Millionen Dollar. Danach gab es weitere Aufwendungen, doch die sind nicht bekannt. Diese erste Version wog 330 t und hatte eine Nutzlast von 7-8 t. Sie wurde für 54 Millionen Dollar angeboten. Das Starship V2 hat eine Nutzlast von 35 t. Daraus kann man folgende Tabelle aufstellen:

Parameter Falcon 9 Starship
Entwicklungskosten: 600 Mill. Dollar 15.000 Mill. Dollar
Startkosten: 54 Millionen Dollar 500 Millionen Dollar
Nutzlast: 7,5 t 35 t
Startgewicht: 330 t ~ 5.100 t
Kosten pro Kilogramm Nutzlast: 7.200 Dollar 14,200 Dollar
Nutzlastanteil: 2,3 Prozent 0,68 Prozent
Entwicklungskosten/Startkosten: 11:1 30:1

Wir sehen hier eine Problematik, die auch das Space Shuttle hatte – als vollständig wiederverwendbares Gefährt war seine Entwicklung enorm teuer, es erreichte nicht die Sollnutzlast und sein Einsatz war viel teurer als geplant. SpaceX hofft, das das spätere V4 die geplante Nutzlast hat und das Kostenziel erreicht, doch bisher sieht es ganz anders aus. Ich bezweifele das ein Starship das bei jedem Flug bisher mehr oder weniger größere Probleme hatte und weit hinter der Sollnutzlast liegt, mal später so oft startet und so preiswert wird (es gibt verschiedene Angaben, aber selbst die Höchste liegt bei 20 Millionen Dollar pro Start) wie geplant.

Beurteilung des Starts

SpaceX hat es geschafft, dass Triebwerksausfälle nicht mehr zur Explosion führen. Das war es aber auch schon. Es sind die neuen Raptor 3 nicht zuverlässiger als die Raptor 2 und damit schwebt über jedem Start ein Damoklesschwert.

Für den späteren Einsatz wichtig ist, dass das Starship nur ökonomischen Sinn macht, wenn beide Stufen wiederverwendet werden und keine oder nur wenige Arbeiten zwischen den Starts erfolgen. Bei diesem Start hat man die SuperHeavy verloren, also schon mal einen Großteil der Masse und Triebwerke, das korrespondiert nicht mit den Kosten, aber so wird man sicher nicht die Kostenziele erreichen.

Ob das Starship bei einer echten Landung am Startturm sauber gelandet wäre kann man bei den Videobildern nicht beurteilen. Bei den Tests des Landeanflugs setzte auch öfters ein Starship auf (damals noch am Boden neben dem Startturm um kurz danach umzukippen oder nach der Landung ohne äußeren Anlass zu explodieren.

Vor einem Jahr hat Elon Musk angekündigt, dass das Starship V3 in einem Jahr (also jetzt) monatlich starten wird, dann wird ja wohl im Juni der nächste Start folgen. Halte ich sogar für möglich, Space hat schon zwischen IFT-5 und IFT-6 nur etwas mehr als einen Monat gebraucht (13.10 und 19.11.2024).

Edit 27.5.2027

NASASpaceFlight berichtet die beiden Starlink Simulatoren mit Kameras wären Starlink V2 Mini Satelliten. Nachdem das Starship in der Entwicklung zurückliegt, sich zuerst der Erstflug verzögerte und es nun nach drei Jahren noch nicht operativ ist hat SpaceX nicht die 1,5 bis 2 t schweren Starlink V2 Satelliten (erste Generation: 225 bis 275 kg schwer) mit den Falcon 9 gestartet, sondern neue Satelliten genannt „Starlink V2 Mini“ entwickelt. Die wogen anfangs 800 kg, inzwischen wurden sie mit 675 kg Startmasse leichter. Eine Falcon 9 transportiert davon 23 bis 29 Stück, je nach Masse und Orbit.

Wenn diese Simulatoren nun auch Starlink V2 Minis wären, dann würde die Nutzlast nur noch 14,85 bis 16 t wiegen und damit nicht viel mehr als bei den vorherigen Starts. Meiner Ansicht nach spricht viel für diese Annahme, denn SpaceX will ja ein Netz aufbauen, und da ist es sinnvoll, wenn das Starship die verfügbaren Satelliten startet, zudem sind es so mehr pro Start. Damit entspricht die Zahl von 22 Satelliten aber nicht mal der Nutzlast einer Falcon 9. In jedem Falle erniedrigt sich die Nutzlast um rund 3 t, so viel wiegen diese beiden Satelliten weniger als die V2 Version.

Die FAA hat erst einmal weitere Starts des Starship untersagt, bis eine Untersuchung abgeschlossen ist, warum das Boostback beim Start scheiterte. SpaceX plant nun bei IFT-13 erneut den Booster kontrolliert niedergehen zu lassen, anstatt ihn einzufangen. Ebenfalls bekannt wurde, dass im März bei einer Probezündung diese abgebrochen wurde und danach die Firma 10 Triebwerke bei Booster 19 durch welche bei Booster 20 austauschte. Offensichtlich kann SpaceX die Raptor 3 nicht so bauen, das man Fehler vor der Zündung erkennt bzw. normalerweise müssten bei Triebwerken, die nach den Plänen gefertigt werden alle Triebwerke einen systematischen Fehler aufweisen oder eben keines. Wenn nun nur einige Triebwerke betroffen sind so lässt dies darauf schließen, das die Fertigung bzw. deren Qualitätskontrolle mangelhaft war. Das erinnert den Autor frappierend an die Triebwerke für die sowjetische N-1. Dort ging man aber immerhin davon aus, das alle Triebwerke denselben Fehler hatten: Es wurden aus einer Charge von 6 Triebwerken 2 vor dem Start getestet. Fielen sie durch, so wurde die ganze Charge vernichtet.

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare

  1. Dirk

    „Die meisten Portale feiern diesen Flug als einen vollen Erfolg, “ wobei man sagen muß das unter den „Weltraumexperten“ in Deutschland auch so langsam Ernüchterung eintritt. Frank Wunderlich Pfeiffer / Golem zerreißt den Start komplett, aber der ist ja schon länger noch Starship kritischer als Du. Auf Youtube habe ich die Videos von Senkrechtstarter, Shah Cyrux und Mars Chroniken gesehen. Alle sehe das ergebniss eher Negativ, selbst Mars Chroniken der eigentlich ein absoluter SpaceX Fanboy ist.

    „Man hat so weit nachgebessert das ein Triebwerksausfall nicht zu einer Beschädigung der Nachbartriebwerke führt“ es gibt Leute die davon ausgehen das die Explosion eines Triebwerks der SH nach der Stufentrennung bis zu 16 Treibwerke außer Gefecht gesetzt hat. Ich bezeichne das nicht als Erfolgreich. Auch beim Starship konnte man Beschädigungen erkennen die vermutlich durch den Triebwerksausfall entstanden sind.

    1. Vineyard

      @Bernd: Von US Portalen kannst du kritischen Journalismus sowieso inzwischen in die Tonne treten.

      Dass einige langjährige Fanboys aber inzwischen aufgewacht sind, kann man aber durchaus positiv sehen.

      1. Ja aber sie sind eine Möglichkeit recht schnell zu sehen was es an Nachrichten gibt und dann zu den Originalmeldungen zu kommen. Beim Durchlesen bekomme ich natülich auch mit wiw wohlwollend da kommentiert mit.

        1. Vineyard

          Man muß natürlich auch noch hinzufügen, dass vdie Hochtrommelei von SpaceX in den Medien immer noch stark vorherrscht und halt eine ziemliche Naivität in Sachen Raumfahrt exisitiert.

          Ich weiss nicht ob dir die Serie etwas sagt, Bernd, aber es gibt tatsächlich nicht wenige, die das Alt History Scenario der Streaming Serie „For all Mankind“ für bare Münze nehmen.

          (Ich als Leser deines Blogs und deiner Seite weiß hingegen, dass schon die Prämisse „Hätte Koroljow überlebt, hätten die Russen den Wettlauf zum Mond gewonnen“ kompletter Unsinn ist. Und wie NERVA falsch dargestellt wird, darüber will ich lieber nicht reden. Ganz zu schweigen von der Monsterrakete „Sea Dragon“….)

    2. Dirk

      Die Portale die du ansprichst sind aber US-Amerikanisch, ich habe von „“„Weltraumexperten“ in Deutschland“ gesprochen. (Wobei mir der Begriff Experte eigentlich nicht gefällt). Aber grundsätzlich, ist der Informationsgehalt, gerade bei solchen Nischenthemen, von „Privaten“ ja nicht schlechter als bei den großen Medienhäusern. Deine eigenen Webseite/Blog ist da ja ein gutes Beispiel. Dazu kommt das man auch die Frage wann man als „Privat“ gilt. Du schaltest Werbung auf dem Blog und bekommst Geld von der VG Wort, damit ist die Webseite rechtlich keine Private Seite mehr. Senkrechtstarter und Mars Chroniken leben von den Youtube Kanälen, kann man die dann noch als Privat bezeichne?

      Frank war mal SpaceX Fan, sagt er auch selber. Allerdings ist er seit einigen Jahren extremer Kritiker von fast allen was Musk in die Hand nimmt.

      1. Bei einer US-Firma schaue ich bei US-Portalen nach.

        Um die Tatsachen aus den Videos zu deuten muss man in der Tat Experte sein, zumindest fundiertes Hintergrundwissen haben. Ansonsten spekuliert man nur.

        Privat ist gemeint das eine Person das betriebt und nicht eine Redaktion.

      2. Vineyard

        „Frank war mal SpaceX Fan, sagt er auch selber. Allerdings ist er seit einigen Jahren extremer Kritiker von fast allen was Musk in die Hand nimmt.“

        Ich schätze mal Post-Covid, oder?

        Seitdem hat sich der Eindruck zu Musk doch stark gewandelt, schon allein wegen seines deutlichen öffentlichen Rechtsruck.

        1. Dirk

          Nee, das begann schon früher. Auslöser zum nachdenken bei Ihm waren, wenn ich das richtig in erinnerung habe, Angaben die Musk/Tesla zum 4680 Akku gemacht haben. Diese waren eben einfach ähnlich falsch/utopisch wie die „Werksangaben“ zum Starship. Ungefähr zur gleichen Zeit müsste er auch seinen Disput mit RFA gehabt haben. Seit dem schreibt er gerne immer mal wieder extrem negativ gefärbte Artikel bei Golem zu gehypten Themen.

          1. Vineyard

            RFA?.. Oh, Rocketfactory Augsburg. Mal kurz darüber gelesen, gleich wieder vergessen und scheinbar eh nichts verpasst.

            Und Musk und technische Angaben… tja… kennen wir ja eh hier zu Genüge. Mittlerweile macht ihm ja BYD, welches er ja vor Jahren verlacht hat, ernsthafte Probleme.

          2. Dirk

            Die RFA ist immerhin immer noch im Rennen mit ISAR Aerospace über den ersten Deutschen Flug in eine Umlaufbahn. Wobei ISAR vorne liegt. Eines der Gründe für die verzögerungen bei RFA düfte sein das sie Triebwerks Know-How in der Ukraine gekauft haben. Da wird der Arbeitsfluß in den letzten Jahren etwas schwieriger gewesen sein…

            Nicht nur BYD hat Tesla überholt. Model 3 und Y sind technisch nichts besonders mehr, fast jeder Hersteller hat Technisch gleichwertige oder sogar besserer Autos. Von der Autotechnologie an sich waren Sie sowieso nie besonders gut. Den Cybertruck will niemand haben, wird schon seinen Grund haben warum SpaceX im 4. Quartal 25 1279 Cybertruck gekauft hat. Das waren fast 20% der Produktion. Dabei kann man die noch nicht mal als Massesimulatoren für das Starship verwenden da sie nicht durch den Schlitz passen.

            Immerhin ist aber jetzt anscheinend der Tesla Semi in Serienproduktion. Bei der Vorstellung 2017 hieß es start Serienproduktion 2019. Aber auch der ist Technologisch mittlerweile nichts besonderes mehr.

  2. Ingolf

    Sorry, leicht Offtopic

    hm, heute hat BO seinen Feuerball erzeugt, wie damals die F9 beim AMOS, bloß viel größer. Wow, was für ein Rückschlag für BO, NASA, Amazon Leo, vielleicht auch ULA Vulcan (je nach Grund der Explosion) und das Mondprogramm. SpaceX wird ein bisschen profitieren, da die New Glenn erstmal ausfällt, vielleicht aber noch mehr profitiert die Ariane 6 (hoffentlich können sie es ausnutzen).

    Nun ja, die NASA macht ja schöne Poster mit ihrem Mondprogramm. Aber vieles hängt an Starship und New Glenn, und beide haben größere Probleme. Ich meine, man braucht 15 oder so Tankflüge für einen SpaceX-Lander. Das bedeutet, das Starship muss perfekt sein: schnell wiederverwendbar, komplett sicher, günstig, wenn man so will weit zuverlässiger als die F9 bspw. Und da ist man doch einiges von entfernt.

    Und nun fliegt auch noch BOs Rakete in die Luft und startet dabei nicht ;). Puuh, das finde ich alles sehr heftig.

    1. Vineyard

      Yep, es ist schon unangenehm, dass all diese Milliardärsmegaraketen plötzlich zu teueren Riesenfeuerwerkskörpern verkommen.

    2. Elmar

      „Und da ist man doch einiges von entfernt.“ Einiges = Lichtjahre. Ich habe erhebliche Zweifel, ob sie jemals das erforderliche Zuverlässigskeitslevel erreichen werden. Mehr als 10 Jahre nach der Konzeption, Entwicklung immer noch kein Orbit, immer noch weit weg von der Ziel-Nutzlast, aber das Ziel sei weiterhin Human-rated. Konzeptionell widerspricht Vieles beim Starship nicht humand-rated Anforderungen. Am Starship ist leider nichts fail-safe, und auch nichts fault-tolerant. Und das liegt einfach daran, dass Musk konsequent kostensparende Abkürzungen vornimmt und empirische Erkenntnisse verwirft und daher bei SpaceX, Tesla, usw.. Basisprozesse des Engineerings wie z.B. strukturierte Validierung über Teilsystem-HILs und echte Root-Cause-Analyse ignoriert wird. Der Root-Cause liegt hier im Mindset, nicht in der fehlenden Abschirmung der Einzel-TW gegeneinander, welches zusätzliches Gewicht mit sich bringt. Das und vieles Mehr sind Workarounds von Designfehlern, was man sich mit einen sauberen Designprozess hätte sparen können.
      Wohingegen bei SpaceX die beobachteten Fehler in der Mehrzahl auf Designprobleme zurückzuführen, würde ich jetzt im Fall der NewGlenn Explosion noch nicht soweit gehen. Da sollten wir erstmal den Root-Cause abwarten. Positiv ist jedenfalls zu werten, das Jeff-Bezoss zumindest diesen Begriff kennt..

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.