Die SpaceX-Fragen von Peter K.

So, am heutigen Sonntag komme ich mal wieder zu einem Blog. Ich habe wir kurz angekündigt einen Programmierauftrag kurz vor Jahresende rein bekommen. Ich hätte eigentlich bis Anfang Dezember Zeit, will ihn aber möglichst bald abgeschlossen haben, auch weil im Dezember einige feste Zahlungen anstehen und da etwas mehr Geld auf dem Konto schon entspannend ist. Ich hoffe ich bekomme heute auch noch den zweiten Teil der Marskolonisation fertig, denn ich dann mittwochs veröffentlichen will.

Heute nehme ich mir mal die SpaceX-Fragen von Peter vor. Er meint ich sollte einige Artikel dazu schrieben, doch so viel kann man da gar nicht schreiben, außer man will viel spekulieren, was mir nicht liegt.

Hier der Text der SpaceX-Fragen

  1. Wird die Falcon9 jemals für den Mannschafts-Transport eingesetzt werden dürfen?
  2. Wird die Falcon Heavy jemals fliegen oder ist das reine Vaporware?
  3. Wird Elon Musk es wenigstens schaffen einen unbemannten Lander auf dem Mars zu landen oder wird er selbst daran scheitern?
  4. Wie will Musk den ganzen Laden finanzieren ohne Steuergelder?
  5. Glaubst Du, Musk bekommt wenigstens seine bemannte Dragon V2 irgendwann fertig oder wird die auch floppen?Ok, wäre cool wenn Du das mal in deine Artikel einbaust oder mal so kurz beantworten könntest, würde ich spannend finden wie Du so in etwa die obigen Punkte bewertest als Raumfahrt – Experte.

Als Erstes: Ich bezeichne mich nicht als Raumfahrtexperte, das tun andere. Ich weiß genau was ich weiß und auch wo meine Grenzen liegen. Gut auskennen tu ich mich eigentlich nur auf zwei Gebieten: Raumsonden und Trägerraketen. Ein Raumfahrtexperte muss da deutlich mehr können. Aber Peter kann die Fragen ja noch auch an einen Raumfahrtexperten stellen, davon gibt es ja noch andere. Aber gehen wir mal an die SpaceX-Fragen.

Wird die Falcon 9 jemals für den Mannschafts-Transport eingesetzt werden dürfen?

Natürlich.

Das hat damit zu tun, wie die Verträge nun aussehen. Bei CCDev, CRS und COTS vergibt die NASA nur Aufträge für Dienstleistungen. Zwar müssen die Firmen Fortschritte bei Milestones und Dokumente vorweisen. Jedoch ist die NASA nicht so eng involviert wie bei ihren eigenen Programmen wo, wenn es einen Fehlstart gibt, man alles umdreht, auch wenn es Jahre dauert. Sie hat auch keinen Einfluss auf die Firmen, wie diese ihr Sicherheitskonzept umsetzen. Wenn SpaceX nachweisen kann, dass ihr Rettungsturm bei beiden Explosionen die Kapsel in Sicherheit bringt, dann kann die NASA gar nichts machen. Und wenn kann sie nur Aufträge an andere Firmen vergeben, die schon gebuchten, die bis 2020 gehen, kann sie nicht kündigen.

Andere Firmen denken zuerst einmal an den Kunden. Als Orbital eine Antares nach dem Start verlor, haben sie die Triebwerke ausgewechselt und in der Zwischenzeit zwei Atlas-Starts gebucht. Aber die Transporte gingen weiter. So was wäre bei SpaceX undenkbar. Schließlich ist man nach eigener Vorstellung besser als alle anderen und es würde wohl an Musks Ego rütteln.

Wird die Falcon Heavy jemals fliegen oder ist das reine Vaporware?

Natürlich wird die Falcon Heavy fliegen. Würde sie nicht eingesetzt werden, der Imageschaden wäre enorm und SpaceX würde nicht nur die wenigen gebuchten Falcon heavy Kunden verlieren, sondern jede Glaubwürdigkeit, die ja nach zwei Explosionen schon schwer gelitten hat.

Die Falcon Heavy ist ja eigentlich nur eine um zwei Booster erweiterte Falcon 9. Daher sollte sie ja auch ein Jahr nach der Falcon 9 starten. Inzwischen sieht man es bei SpaceX anders. Auch wenn Gwen Shotwell sich über die eigenen Leute lustig macht „Man sollte meinen es ist nicht so schwer, drei Cores zusammenzuschweißen …“. Eigentlich ist es ja nichts Besonderes. Andere Träger nutzen das Konzept auch. Die Delta Heavy ist auch nichts anderes und die Angara 5 ist ja auch schon erfolgreich geflogen. Warum sie also schon über drei Jahre hinterherhinkt, (obwohl sie nach der Ankündigung in 2 Jahren fliegen sollte) weiß wohl nur SpaceX. Die interessantere Frage ist, wie zuverlässig sie ist. Jede Stufe ist eine weitere, die ausfallen kann und die Falcon 9 hat bei zwei Stufen eine Zuverlässigkeit von 27/29 = 93 %. Mit zwei weiteren Stufen ist man dann bei 25/29 = 86% und damit auf einem miserablen Wert. Dabei kann die Falcon Heavy nur einen Satelliten transportieren. Die Nutzlast wird also nicht richtig ausgenutzt und der Startpreis ist höher als nötig. Die Frage ist eigentlich, wofür SpaceX die Falcon heavy braucht. Es gibt nur wenige gebuchte Starts, und nachdem die Falcon 9 durch Magie ihre Nutzlast von 4,85 auf 8,2 t GTO steigern konnte, reicht die auch für jeden gebuchten Start aus.

Wird Elon Musk es wenigstens schaffen einen unbemannten Lander auf dem Mars zu landen oder wird er selbst daran scheitern?

Also, bis vor einer Woche hätte ich gesagt, dass das relativ einfach ist. Nicht so einfach wie bei der Erde, aber wenn man genügend Treibstoff mitführt, kann man auch auf dem Mars sicher landen. Viking hat das schon 1976 (vor 50 Jahren!) mit einfachen Mitteln wie einer Feedbacksteuerung des Radarhöhenmessers geschafft (die Höhen- oder Geschwindigkeitsangabe des Radarmessers steuert den Schub der Triebwerke).

Aber nachdem nun nicht mal die ESA schafft bekomme ich doch Zweifel. Entweder bekommt man es dort nicht hin die Software richtig zu qualifizieren oder die neueren Systeme mit mehreren Radarkeulen sind wohl zu anspruchsvoll in der Steuerung. Aber wenn SpaceX nicht ganz so sehr auf den Treibstoffverbrauch achtet und es ihnen egal ist, wo sie runterkommen, dann sollte es klappen.

Die Herausforderung dürfte eher sein, das Ding erst mal zum Mars zu bekommen. Bisher hat SpaceX nur Dragons in den Erdorbit gebracht. Die sind so gebaut, dass sie die Mission gerade aushalten. Die Bordcomputer haben strahlungstolerante aber nicht resistente Elektronik (die auch in Flugzeugen eingesetzte) und können ausfallen, was sie auch schon taten. Die Solarpanels degradieren auch rasch, weil es normale Solarzellen sind, die im All stark überhitzen und durch UV Strahlung geschädigt werden. Sie müssen die Dragon auch zum Mars bringen, wobei wahrscheinlich die NASA helfen wird, denn die entsprechenden Antennen haben sie nicht. Aber eigentlich ist das nichts Problematisches. Indien schafft das ja auch. Problematisch dürfte eher sein, die Gewichtsbeschränkungen einzuhalten, denn mit der Falcon 9 bekommen sie gerade mal 4 t zum Mars und die Dragon wiegt ja heute schon 4,9 t leer. Man wird sie also umbauen müssen. Oder man nimmt die Falcon Heavy, doch ob die bis 2018 einsatzbereit ist? Erstmal müssen sie ja noch mindestens 10 Aufträge nachholen, die dieses und letztes Jahr nicht gestartet werden konnten. Außerdem kosten diese Red Dragon Missionen nur Geld und bringen keines ein. Siehe nächster Punkt.

Wie will Musk den ganzen Laden finanzieren ohne Steuergelder?

Gar nicht. SpaceX ist nach meiner letzten Durchsicht des Launchmanifests und den von der NASA veröffentlichten Geldern zu 70% staatsfinanziert. Das Problem ist, das die immer hochfliegenderen Pläne wie Red Dragons nur Geld kosten, das man woanders reinbekommen muss. Mehr Aufträge bei kommerziellen Starts kann man nicht erwarten. Letztes Jahr verlor schon SpaceX gegenüber Arianespace, nachdem sie 2014 noch gleichauf waren, dieses Jahr findet man auf der Webseite nur drei neue kommerzielle Startverträge. Bei der ISS ist auch nicht mehr zu erwarten. Nach dem Auslaufen von CCDev gibt es nur Beförderungsaufträge, die vom Umfang her kleiner sind und hier gibt es vitale Konkurrenz. Allerdings gibt es auch andere Investoren: Google hat 1 Milliarde in den Laden gesteckt. Doch auch die wollen sicher irgendwann einmal Erfolge und keine überflüssigen Unternehmen wie Red Dragons sehen. Gerade für solches Risikokapital sind explodierende Raketen eine schlechte Werbung,

Glaubst Du, Musk bekommt wenigstens seine bemannte Dragon V2 irgendwann fertig oder wird die auch floppen?

Sicher wird die fertig, wahrscheinlich später als geplant, doch Boeing hinkt auch hinterher. Der ganze Zeitplan von CCDev ist eng gestrickt und die Finanzierung erfolgte auch immer zu spät. Wie bei anderen Projekten auch stellt sich SpaceX selbst Beine, indem sie alles dauernd ummodeln. So sollte die Dragon V2 mal auf dem Land landen, inzwischen wird sie wieder für eine Wasserlandung umgebaut. Eigentlich war ja schon die Dragon 1 für bemannte Einsätze ausgelegt. So hat sie auch Fenster, die dann bei den Frachtversionen verschlossen werden. Doch irgendwie war sie es wohl nicht und nun baut man sie als V2 neu. Das ist typisch SpaceX – nichts ist von Dauer dauernd wird das Konzept geändert. So gibt es nach Musk ja inzwischen 5 Versionen der Falcon 9 (Block I bis 5), derzeit scheint wohl Block 3 / 4 im Einsatz zu sein.

Im Prinzip ist eine bemannte Kapsel einfacher zu entwickeln als eine Rakete. Es reicht, einen aerodynamischen Körper zu entwickeln. Er ist selbststabilisierend muss also nicht korrekt ausgerichtet werden. Dann braucht man noch ein paar Bremsraketen und einige Lageregelungstriebwerke. Für die kurzen Missionen zur ISS reichen Druckgasflaschen für die Atmosphäre aus, Lithiumhydroxid bindet Kohlendioxid. So konnten Russland und die USA ihre Wostok bzw. Mercury Kapseln 1961/62 erfolgreich starten, obwohl ihre Trägerraketen noch nicht ausgereift waren und die Systeme steckten auch Fehlschläge weg (Nicht-Abtrennen des Servicemoduls bei Wostok 1, zu späte Zündung der Bremsraketen bei Scott Carpenters Flug. Für eine sich selbst stabilisierende Kapsel ist die Landung kein Problem, eher das die Rakete beim Start oder vorher explodiert. Technisch anspruchsvoller ist vielmehr die Konstellation mit 4000 Satelliten, von der man gar nichts mehr hört…

Soviel zu den SpaceX-Fragen. Nächster Blog: Marskolonisation Teil 2

16 thoughts on “Die SpaceX-Fragen von Peter K.

  1. Ich bekomme Albträume bei dem Gedanken daran, das die F9 bemannt eingesetzt wird. Vor 10 Jahren waren noch nicht mal die EELV-Träger sicher genug für den bemannten Einsatz, es musste unbedingt eine Ares 1 sein, obwohl keiner wusste, ob die je die hohe Sicherheit erreicht. Heute dagegen soll sogar ein zweifelhafter Billigträger wie die F9 bemannt eingesetzt werden, obwohl der bei nicht einmal 30 Flügen 2 Fehlstarts und 3 mal massive Probleme hatte. Ich weiß nicht, wie die NASA-Führung da noch ruhig schlafen kann. Wenn das die NASA wirklich durchzieht, dann werden die 7 Astronauten von STS-107 nicht die letzten Opfer bleiben. Ich würde in diese fliegende Todesfalle, von SpaceX hochtrabend Raumkapsel genannt, nicht freiwillig einsteigen.

  2. Wie sicher etwas sein muss hat nicht unbedingt etwas mit Technologie zu tun, sondern auch damit was man zu der Zeit als Standard nimmt. Die Saturn V hatten z.B. eine Zuverlässigkeit von 99% das die Besatzung gerettet werden kann und eine von 95% das die zielbahn erreicht wird. Das sind heute miserable werte, das Designziel für den letzten Wert von Ariane 5 und Vega ist z.B. 98,5%.

    Vor zehn Jahren gab es nach dem Schock der Columbia Katastrophe die Forderung nach einer Sicherheit die heute vielleicht manche in der NASA für überzogen halten, mit einem LOC-Risiko von etwa 1:2000 (etwa 20-mal besser als die Saturn V). De Fakto gibt es ja den Fluchtturm und der war schon früher die Absicherungen gegen nicht so zuverlässige Raketen (auch Atlas und Titan waren weit von dem heutigen Standard entfernt als sie für Mercury und Gemini eingesetzt wurden). Die Frage ist nur, ob der Fluchtturm bei den beiden letzten Katastrophen die sich ja im Bereich von unter 0,1 s abspielten schnell genug ausgelöst werden kann.

    Der Apollo LES erreichte z.B. seinen vollen Schub erst nach 0,12 s. Das ist zu spät. Bei größeren Feststoffraketen vergehen auch 0,2 bis 0,3 s bis zum vollen Schub. Dazu kommt das Computer meist in Zyklen die Parameter prüfen und nicht dauernd. Üblich sind in der Raumfahrt 25 bis 40 Zyklen pro Sekunde, das addiert weitere 0,025 bis 0,04 s Verzögerung.

  3. Danke für die Beantwortung der Fragen!
    Wirklich alles sehr gründlich und plausibel begründet!

    Bei der F9 will ich doch noch einmal nachhaken wenn Du erlaubst:
    Ist denn da wirklich nur das LAS entscheident?

    Ein Flugzeug bekommt ja auch keine Zulassung, nur weil die Schleudersitze funktionieren, oder? Muss nicht sowohl LAS als auch Rakete selber zuverlässig funktionieren, oder bin ich da zu vertrauensvoll was die Sicherheit betrifft?
    Und sind es nicht NASA – Piloten, die mit den SpaceX Raketen starten sollen ab 2017?
    Da kann der „Arbeitgeber“ doch nicht einfach so die Verantwortung auf SpaceX abschieben, oder doch?

    Und zweite Frage:
    Was wird deiner Ansicht nach passieren, falls ein bemannter Start mit V2 oder CST bis Ende 2018 nicht gelingen würde? Dann müsste man die ISS doch aufgeben, oder gibt es da noch eine realistische Alternative, jetzt wo man die Verträge mit den Russen gekündigt hat? Und ohne ISS wären beide Konzepte doch hinfällig, oder?

  4. Die Falcon 9 ist von der NASA und Air Force Zertifiziert. Da steckt seitens der Air Force ein zweistelliger Millionenbetrag dahinter. Was beide aber nur beurteilen können ist wie dies im „Soll“ ist, also wie das ganze auf dem Papier aussieht. SpaceX ändert dauernd etwas so entsprechen die aketen die zertifiziert wurden schon lange nicht mehr denen die gebaut werden. Die Falcon 9 wog z.B. als sie zertifiziert wurde 480 t inzwischen sind es 541 t.
    Trotzdem gibt es Unterschiede: die Falcon 9 ist z.B. nicht für die teuersten Missionen der NASA (z.B. Curiosity) zertifiziert sondern nur für die kleinen, die Zertifizierung für mittlere Missionen wird bald folgen. Außerdem ist das wie bei Autos: die sind auch alle zugelassen, aber es gibt ja auch eine Pannenstatistik und Rückrufaktionen und davon sind die Hersteller unterschiedlich stark betroffen. Nur ist bei Raketen jede Panne eben meist ein Totalverlust. So soll die Ursache der letzten Explosion darin liegen wie man die Rakete befüllt (http://spaceflightnow.com/2016/10/31/spacex-hopes-procedure-fix-can-allow-falcon-9-launches-to-resume/). Auch das spricht eben dafür dass man entweder zu viel herumexperimentiert oder die Qualitätssicherung insgesamt im Argen liegt. Denn eigentlich ist das ein unkritischer Teil des Starts. Spannend wird es normalerweise erst nach dem Abheben.

    Wenn 2019 beide Vehikel nicht einsatzfähig sind, dann wird die NASA das gleiche machen wie Roskosmos jetzt: Die Besatzung reduzieren und die Aufenthaltsdauer an Bord verlängern (letzteres wahrscheinlich als neues Experiment oder Rekordversuch der Öffentlichkeit verkauft). Die ISS war nachdem Columbia explodierte über zwei Jahre auch nur mit 2 Personen bemannt. So viele werden es immer sein, weil Russland ja noch weiter ihre Starts macht. Eventuell kann man auch den freien Sitz buchen den es jetzt bald gibt, falls nicht Touristen Vorrang haben.

  5. @Mario: Die Ariane 5 hatte in den ersten Jahren 2 Totalfehler (Testflug 1996 und Hotbird 7 2002) und 2 partielle Fehler (1997 und 2001). Da ist die Falcon 9 nicht schlechter.

    Viel beunruhigender sind da z.B. die Protons, die auch nach 40 Jahren regelmäßig beim Start explodieren.

  6. @jpo234:
    Nur weil SpaceX Missionen als erfolgreich erklärt sind sie das nicht. Der erste Testflug endete mit einer torkelnden Stufe in einem von den Vorgaben stark abweichenden Orbit. Das wäre bei einer Nutzlast ein Totalverlust gewesen (siehe die letzte so verlorene Progress).
    Der Flug mit dem Ausfall des Triebwerks hatte den Totalverlust der Sekundärnutzlast zur Folge – eine Nutzlast schafft es dank eigenem antrieb, die andere geht verloren – das ist genau das gleiche wie beim 10-ten Ariane 5 Start
    Beim Erstflug der Falcon 9 mit verlängerten Tanks versagte die stufenwiederzündung. Auch hier: gedacht für eine GTO-Mission wäre die Nutzlast verloren gewesen.
    Die drei Flüge kann man nur als partiell erfolgreich ansehen, wobei schon jetzt die Falcon 9 schlechter als die Ariane 5 ist.

  7. @Bernd: Bei der CRS-1 Mission (die mit dem Triebwerksausfall) wurde der Ausfall dadurch kompensiert, dass die 1. und 2. Stufe etwas länger aktiv waren (28 und 15 Sekunden). Der Dragon (primäre Nutzlast) hatte keinen eigenen Antrieb. Auch für die Sekundärnutzlast hätte es gereicht, die NASA hat das aber als Primärkunde nicht zugelassen (die Wahrscheinlichkeit für den Missionserfolg von CRS-1 wäre von 99% auf 95% gefallen).

  8. Bezüglich Google und SpaceX: Das hier hat Larry Page (39,2 Milliarden USD) dazu gesagt:

    „Q: You once said you might consider giving your money to Elon Musk because you had confidence he will change the future.

    Larry Page: He wants to go to Mars. That’s a worthy goal. We have a lot of employees at Google who’ve become pretty wealthy. You’re working because you want to change the world and make it better; if the company you work for is worthy of your time, why not your money as well? We just don’t think about that. I’d like for us to help out more than we are.“

    Siehe http://blog.ted.com/computing-is-still-too-clunky-charlie-rose-and-larry-page-in-conversation/

  9. Zur Sat-Konstellation Stand Oktober 2016:

    Where are you with your satellite constellation and what’s the time frame?

    The time frame is pretty TBD. We are looking at building a broadband constellation in LEO, low Earth orbit. We’re definitely in the development phase, although we’re not really committed to that right now.

    There have been a number of attempts at doing something like this, and all of them have largely failed. So you don’t go and spend $5-plus billion on a system that’s not going to be a benefit to folks. We are developing test-flight satellites that we hope to launch next year. But really the key for us is the technology for the user equipment. If I can’t build an antenna that’s going to install easily on your roof or in your yard for a couple of hundred dollars, then it’s going to be very difficult to compete with the existing systems.

    So we really need to crack that code. We’re working, but we haven’t quite cracked that yet. Once we’ve done that, then we will pretty much go all in on the constellation. Sorry to be a little vague on it, but we’re still trying.

  10. Weils gerade so gut passt:
    Tom Stafford (Apollo 10 16 Veteran) hst schon letzten Dezember davor gewarnt dass man die Besatzung in die Dragon bringt bevor man die Rakete befüllt und sicher ist das sie sicher ist.
    http://spacenews.com/letter-raises-questions-about-spacex-fueling-plans-and-committee-roles/
    Zitat:
    “There is a unanimous, and strong, feeling by the committee that scheduling the crew to be on board the Dragon spacecraft prior to loading oxidizer into the rocket is contrary to booster safety criteria that has been in place for over 50 years, both in this country and internationally,” – See more at: http://spacenews.com/letter-raises-questions-about-spacex-fueling-plans-and-committee-roles/#sthash.swSbiolM.dpuf

    Aber was bedeuten schon 50 Jahre Sicherheitsstandards in der Firma der Hipster …

  11. Hmm… warum beschleicht mich nur das Gefühl, dass das vielleicht wegen Apollo I so geführt wurde.

    Klar, damals hatte es nichts mit dem Raketenoxidator zu tun, aber das hantieren mit reinem Sauerstoff ist nunmal nicht ungefährlich.

    Ach ja, noch was zum Thema kryogener Treibstoff. Du hast es ja nicht so gern wenn ein bestimmes Forum erwähnt wird, aber ich zitiere mal hier was imo. sinnvolles:

    „Es ist ja nicht so, das die Verwendung von unterkühlten Treibstoffen allein eine SpaceX Idee ist. Auch beim Shuttle hatte man früher einmal über unterkühlte Treibstoffe nachgedacht, bei der Delta 4 Heavy ebenso. In allen Fällen kam man allerdings davon ab, weil es zu unpraktikabel gewesen wäre. Bei den aktuellen westlichen Trägern gibt es im Moment dafür auch keinen Bedarf. Genügt die Nutzlast einer Atlas 5 oder Delta 4 nicht, dann verwendet man zusätzliche Feststoffbooster. Ariane 5 und D4H dagegen sind so nutzlaststark, das es bei diesen Trägern kaum nötig wäre. SpaceX dagegen muss ein solches unpraktikables Vorgehen nutzen, weil sie keine Feststoffbooster verwenden wollen. Jetzt kommen sicher gleich wieder die Einwände, das dies nicht zum Konzept der Wiederverwendung passt. Dabei lohnt sich bei Feststoffboostern die Wiederverwendung eh nicht. Davon abgesehen verwendet SpaceX die Oberstufe auch nicht wieder. Passt sie damit auch nicht ins Konzept?

    Meine rein persönliche Meinung: Hätte sich SpaceX die Verwendung von Feststoffboostern offengehalten, dann müssten sie nicht jedes Jahr eine neue Version der F9 rausbringen, weil die Nutzlast nicht ausreicht bzw der Sprit nicht für die Landung. Stattdessen wird die F9 immer länger und als man nicht länger bauen kann, versucht man es mit unterkühlten Treibstoffen, um auch noch das letzte Gramm Nutzlast aus dem Entwurf rauszuholen.“

  12. Schon bei der Atlas stieg man erst in vollbetankte Raketen ein, das hat nichts mit Apollo 1 zu tun. Die russen und Chinesen haben es auch immer so gemacht. Aber SpaceX kann doch nicht Dinge übernehmen die andere schon so machen…

    Die unterkühlten Treibstoffe haben ihre Ursache darin das die Firma ihre Rakete nicht mehr verlängern kann, dann müssen die Treibstoffe dichter werden will man zuladen.

    Viel Spekulieren lohnt sich nicht, eine block 5,also die 5-te Version der Falcon 9 ist ja schon angekündigt. Erinnert mich irgendwie an Windows 10 – jedes halbe Jahr eine neue Version ….

  13. @Vineyard:
    „Hätte sich SpaceX die Verwendung von Feststoffboostern offengehalten, dann müssten sie nicht jedes Jahr eine neue Version der F9 rausbringen, weil die Nutzlast nicht ausreicht bzw der Sprit nicht für die Landung.“

    Dazu hatten sie ja mal die F9-Heavy angekündigt. Gäbe es diese auch tatsächlich, wäre zumindest auf dem Papier die Nutzlastfrage geklärt. Natürlich wäre sie deutlich teurer, und zweitens müßte es sie auch mal geben. Frei nach der Duplowerbung „werden wir sie jemals sehen??

  14. Ok, Bernd hat gesagt er will sich zur „Lieblingsfirma“ nur noch äußern, wenn mal wirklich was kommt udn nicht nur angekündigt wird, aber:

    https://www.newscientist.com/article/2141418-elon-musk-seems-to-have-ditched-red-dragon-lander-plan-for-mars/
    Elon Musk seems to have ditched Red Dragon lander plan for Mars

    Hier nochmal die transkripierten Worte von Musk von einer jüngst abgehaltenen Konferenz.

    „Dragon 2 propulsive landing has been dropped. Crew Dragon and next-gen Cargo Dragon will both use parachutes to land, and next-gen Cargo Dragon will lack the SuperDraco system entirely. The risk factor is too high, legs protruding from the heatshield were deemed unworkable.“

    Red Dragon missions have been canceled. This is a result of the propulsive landing decision and that Red Dragon’s Mars atmospheric entry in no way resembles ITS’s planned entry.
    First Dragon 1 reflight cost as much or more than a new Dragon. Elon expects this to improve drastically, first refurbishment had to deal with issues like water intrusion into the capsule.“

    Oh und zum Tunnelprojekt:

    https://www.vox.com/2017/7/20/16003896/elon-musk-east-coast-hyperloop
    Elon Musk claims to have “verbal govt approval” for a giant East Coast tunnel
    That’s not how this works.

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