ChatGPT und die Juno IV Rakete

Loading

Nachdem ich in der letzten Zeit viel mit der Bing-AI gearbeitet habe, bin ich wieder mal zu ChatGPT zurückgekommen. Anders als die Bing AI fabuliert ChatGPT noch viel. Ich habe sie mal nach der Juno IV gefragt. Die hier beschrieben ist. Die Juno II aus der sie hervorgeht und mit der sie vielleicht so dachte ich verwechselt wurde besteht aus einer Jupiter mit einem Oberstufenbündel aus Recruit. Die Juno I aus einer Redstone und den Recruit. Die Juno II startete Explorer 7,8 und 11 sowie Pioneer 3 und 4, die Juno I auch Explorer 1,3 und 4. Mehr muss man eigentlich nicht wissen um die Fehlinformationen des Chts zu beurteilen. Was ich besonders schlimm finde ist das Fehler eingeräumt werden und danach noch mehr Fehler kommen. Das verleitete mich am Schluss sogar zu einer moralischen Diskussion. Zumindest wenn man nicht auf die Ingos angewiesen ist, ist es sehr lustig zu lesen.

Was weißt Du über die „Juno IV“ Rakete? Continue reading „ChatGPT und die Juno IV Rakete“

Die Raketenentwicklung in den USA von 1945 bis 1965 – Teil 2

Loading

So, dieser Teil schließt nahtlos an den ersten Teil von  gestern an, doch ich wollte nicht eure Aufmerksamkeit auf die Probe stellen und zudem wärs auch etwas lang zum lesen.

Die Redstone machte als taktische Waffe einen Sinn, aber noch gab es nicht den Plan eine Mittelstrecken- oder Interkontinentalrakete zu entwickeln. 1954 änderte sich das. Auf der Maiparade auf dem roten Platz waren Mittelstreckenraketen Russlands zu sehen. Die Militärparade war nicht nur zur Feier des Siegs über Nazideutschland da, sie war auch eine Waffenschau. Nun wähnten sich die USA in einer Mittelstreckenraketen-“Lücke“. Es ist erstaunlich wie viel Geld man in den USA loseisen kann wenn man dieses Wort „Gap“ verwendet. Das hat Stanley Rubrik in seinem Film „Dr. Strangelove“ sehr gut herausgearbeitet. Als zweites Ereignis, das zu einer „Bedrohung“ führte, zündete 1954 auch Russland seine erste Wasserstoffbombe. Mit der Wasserstoffbombe als „Nutzlast“ spielte auch die schlechte Treffgenauigkeit von 1,5 bis 2 km keine so große Rolle. So kam es dazu das fast zeitgleich zwei neue Mittelstreckenraketen entworfen wurden: die PGM-17 Thor von der Air Force und die PGM-19 Jupiter von der Army. Beide bekamen das Okay 1955. 1957 sah es kurze Zeit so aus, als würde die Jupiter eingestellt werden – zwei Typen mit fast gleichen technischen Daten und sogar demselben Triebwerk waren schließlich nicht nötig, da startete am 3.10.1957 Sputnik 1 und damit war klar das Russland sogar eine ICBM hatte. Nun wurde stationiert was nur verfügbar war. Gebaut wurden 101 Jupiter, davon nur 45 stationiert und 225 Thor, davon wurden maximal 60 stationiert. Die Thor hatte die viel schlechtere Erfolgsquote bei den Teststarts scheiterten über 60 Prozent, während es bei der Jupiter nur 21 Prozent waren. Aber sie wurde trotzdem eingestellt, weil im November 1957 die US Air Force für alle Raketen größerer Reichweite verantwortlich wurde und die stellte natürlich ein Army Projekt ein. Beide Träger waren moderner als die Redstone. Das Triebwerk war kardanisch schwenkbar aufgehängt, verzichtete auf die Strahlruder und der Gasgenerator benötigte keinen eigenen Treibstoffvorrat sondern nutzte die Treibstoffe aus den Haupttanks. Continue reading „Die Raketenentwicklung in den USA von 1945 bis 1965 – Teil 2“

Die Raketenentwicklung in den USA von 1945 bis 1965 – Teil 1

Loading

Als im Mai 1945 der zweite Krieg zu Ende ging, wechselten die meisten deutschen Raketenentwickler in die USA. Es schlossen ich zwei Jahrzehnte eine rasanten Raketenentwicklung an, um die es in diesem Artikel geht.

Aber ich beginne mit der Vorgeschichte. Die NASA hat ein ganzes Zentrum nach Robert Goddard benannt, das Goddard Space Flight Center (GSFC) und Goddard gilt als einer der Pioniere der Raumfahrt. Wie konnte Deutschland da die USA überholen? Continue reading „Die Raketenentwicklung in den USA von 1945 bis 1965 – Teil 1“

Vor 78 Jahren – der erste Mensch erreicht den Weltraum

Loading

Die Raumfahrt begann ja bekannterweise in Deutschland. Am 3.10.1942 erreichte eine A-4 (von der Nazipropaganda Goebbels als V-2 „Vergeltungswaffe 2“ bezeichnet) zum ersten Mal den Weltraum. Neuere Forschungen belegen nun auch, das der erste Mensch der die Grenze zum Weltraum erreichte, ein Deutscher war.

Aber zuerst einmal eine kleine Einführung das wir alle auf demselben Stand sind. Wernher von Braun stellte seine Fähigkeiten als Ingenieur in die Dienste der Wehrmacht, genauer gesagt des Heeres, um Raketen zu entwickeln, auch wenn sein langfristiges Ziel es immer war den Weltraum zu erobern. Er wurde weil er darüber einmal in einer Kneipe sich zu sehr ausließ einige Tage lang inhaftiert bis General Dornberger ihn durch persönliche Fürsprache wieder befreien konnte. Wernher von Braun musste die A-4 perfektionieren, aber er plante weitere Raketen, die ihn auch seinem Ziel den Weltraum zu erobern, näher brachten. So plante er die A9/A10, im wesentlichen eine A-4 auf einer sechsmal größeren Unterstufe. Diese Rakete hätte von Frankreich aus die Ostküste der USA erreichen konnte. Doch die Wehrmacht wollte die Rakete nicht, mit konventionellen Bomben war sie einfach nicht ökonomisch genug und Heisenbergs „Uranbombe“ lag in einer fernen Zukunft.. Zudem gab es Zweifel, das die Rakete während des Kriegs überhaupt noch fertig würde. Von Braun propagierte dann eine kleinere Version, bei der die Unterstufe mit fünf A-4 Triebwerken auskam, also Triebwerken die es schon gab. Deren Reichweite war geringer, sodass U-Boote die Rakete in einem Container auf den Atlantik ziehen sollten, dort jenseits der Schaffahrtrouten sie startfähig machen und starten sollten. Dagegen sprach noch mehr. Während dieser Zeit war das U-Boot sehr verwundbar und es gab berechtigte Zweifel ob dies bei Seegang überhaupt möglich war. Continue reading „Vor 78 Jahren – der erste Mensch erreicht den Weltraum“

Die Märznachlese von SpaceX 2023

Loading

In meiner locken Reihe der SpaceX Nachlesen gibt es wider mal was neues, nachdem spektakuläre Neuigkeiten in den letzten Wochen eher ausblieben. Während die Firma auf einen neuen Startrekord hinarbeitet, warten wir immer noch auf den Jungfernflug des Starships. Der neue Rekord, ist natürlich vor allem den eigenen Starts geschuldet, die Nachfrage seitens US-Regierung und anderer Kunden ist gleich geblieben.

Bei Starlink gibt es schlechte Neuigkeiten. Starlink besteht aus mehreren Generationen, bisher starteten vor allem Starlink v1.0 bis 1.5 mit 225 bis 300 kg Masse. Nun sollte eigentlich Starlink 2 mit 1,25 t Masse für die nächste Ausbaustufe übernehmen. Doch diese Satelliten sind so schwer und groß das SpaceX dafür das Starship braucht, was ich schon vor Jahren prophezeite – außer für die enormen Satellitenzahlen von Konstellationen gibt es keine Nachfrage nach einem solchen Trägersystem mit dieser hohen Nutzlast. Als Zwischenlösung startete SpaceX eine Reihe von „Starlink 2 mini“ Satelliten, die 800 kg wiegen. Die scheinen aber ernsthafte Probleme zu haben. Offiziell wurde noch nichts verlautbart, aber die Satelliten verblieben im niedrigen Orbit, anstatt ihn anzuheben. Das erfolgt nach Inbetriebnahme. Da es nicht viel Sinn macht, einen Satelliten der nicht richtig arbeitet in seinen endgültigen Orbit zu bringen um ihn später wieder zu deorbitieren bleiben sie nahe der Ursprungshöhe von 370 km. Insbesondere die Höhe der ISS sollten sie schnell durchqueren und dazu wären Satelliten ohne Probleme ganz nützlich. Continue reading „Die Märznachlese von SpaceX 2023“