Weltraumtourismus

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Nun ist ja Jeff Bezos geflogen – den Webcast fand ich eher uninformativ. Aus der Kapsel gab es überhaupt kein Video und die Kommentatorin mag zwar wahnsinnig begeistert gewesen sein, (obwohl dies der 16 Flug einer New Shepard ist) hat aber wenig erhellendes beigetragen. Nun ja, ich vermute Bezos bezahlt ihr den gleichen Hungerlohn, wie seinen Amazon Mitarbeitern, dafür bekommt man kein qualifiziertes Personal. Ich werde Bezos mal aufgrund der Daten des Videos einen Vorschlag für eine verbesserte Version seiner New Shepard in einem der nächsten Blogs unterbreiten. Außerdem muss ich mal Musk und SpaceX loben – sie haben zum einen einen besseren Kommentator, vor allem aber sind alle ihre Daten auch in den Webcasts metrische Angaben. Hier musste man von Meilen pro Stunde und Höhe in Fuß umrechnen. Dabei hätte ich mir gerade von Blue Origin, die ja Wert drauf legen, dass die Gipfelhöhe die Grenze überschreitet, die international akzeptiert ist, erwartet das man auch internationale Einheiten nimmt und keine provinzielle US-Einheiten. (für alle Schlaumeier: ja Myanmar ist der zweite Staat der noch dieses Einheitensystem verwendet, spielt in der Forschung und Technik aber jetzt nicht die erste Geige).
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250.000 Dollar zum Verjuxen

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Heute steht ja nun der erste bemannte Flug der „New Shepard“ an, mit Jeff Beos – Firmengründer von Blue Origin und Milliardär dank der Gründung von Amazon. Weitere Passagiere sind sein Bruder Mark Bezos, und da er ja Richard Branson, Firmengründer von Virgin Galactics, ebenfalls milliardenschwer, wenngleich nicht so reich wie Bezos nicht mehr darin schlagen kann, der erste Tourist zu sein der das Weltall erreicht – zur Diskussion darüber verweise ich auf meinen kürzlichen Blog – gibt es zwei weitere Passagiere, die neue Altersrekorde setzen. Wally Funk wird mit 82 Jahren den bisherigen Rekord von John Glenn überbieten. Oliver Daemen wird mit 18 Jahren den Rekord von German Titow – immerhin gehalten seit 1961 – unterbieten. Für die doppelte Rekordunterbietung verzichtete sogar der ominöse Ersteigerer des vierten Sitzplatzes der 28 Millionen Dollar einbrachte – ich vermute es ging ihm mehr um Zeit mit Bezos, die er ja auch in der Flugvorbereitung hat. Vielleicht gab es auch einen Rabatt, damit er den Platz für Daemen freimacht.
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Wenn schon Suborbitaltourismus, dann mit Wumms!

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Ich habe einen Artikel für die Februar Nachlese für SpaceX erstellt. Der Hauptpunkt: Damit das Starship wirklich billiger wird als die bisherigen Träger von SpaceX muss es viel häufiger fliegen. Also suchte ich mal nach Einsatzmöglichkeiten für das Starship.

Eine war, nachdem nun Blue Origin zum ersten Mal ihre Passagierkabine getestet haben, der Suborbitaltourismus. Wenn man kurz darüber nachdenkt, ist das sogar für SpaceX eine gute Gelegenheit ihr Starship bei geringerem Risiko als bei einem Orbitaleinsatz zu testen, die abzubauende Geschwindigkeit ist kleiner und es kommt in jedem Falle zurück. Aber ich wollte das einmal durchrechnen und habe das getan. Zuerst habe ich mal im Kopf die Endgeschwindigkeit überschlagen und kam auf ein erfreuliches Resultat. Bei linearer Beschleunigung berechnet sich (ebenfalls noch im Kopf gerechnet) eine Gipfelhöhe von etwa 1.600 km. Doch dann ging ich ans Simulieren. Continue reading „Wenn schon Suborbitaltourismus, dann mit Wumms!“

Suborbitaler Start vom Flugzeug aus

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Da man mich gefragt hat, wie man wohl mit Behälter eine Person auf eine suborbitale Bahn bringen könnte hier eine Antwort. Ich habe aber keine existierende Rakete angenommen, sondern eine neue konstruiert.

nochmal das Szenario: eine Mig 31 trägt eine Kapsel unter dem Rumpf auf >12 km Höhe und wirft diese bei Mach 2 im 45 Grad Steigflug ab. Diese enthält eine Rakete und eine kleine Raumkapsel in einer aerodynamischen Verkleidung. In der Kapsel sind die Passagiere in Raumanzügen mit einer Sauerstoffversorgung über Sauerstoffflaschen – wegen der geringen Flugzeit braucht man kein Lebenserhaltungssystem. Die Kapsel soll 600 kg wiegen, davon 100 kg für den Passagier (das klingt wenig für eine Raumkapsel, doch sie muss ja nicht luftdicht sein, keinerlei Technik beinhalten, sondern es reicht eine gute gepolsterte Kapsel mit Fallschirmsystem und einer Aluminiumhülle. Nimmt man 200 kg für Fallschirme und Ausrüstung und 2 cm Aluminium als Wandstärke so sind das 5,5 m² oder eine Kapsel von 1,32 m Durchmesser – das reicht für eine Person die sitzt gut aus. Mercury war unbequemer. Continue reading „Suborbitaler Start vom Flugzeug aus“

Warum startet Spaceship Two aus der Luft?

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Nun kann man die Frage einfach beantworten. Weil die Vorteile überwiegen. Doch betrachten wir es genauer. Nehmen wir zuerst einmal eine suborbitale Mission als Vergleich:

Wir starten hier typischerweise eine Kapsel auf einer Rakete, die dann nach dem Suborbitalen „Hüpfer“ geborgen wird. Das macht zum Einen zumindest eine minimale Startrampe nötig und ein evakuiertes Landegebiet, idealerweise im Meer. Ein Flugzeug das landen kann, und daher leichter wiederverwendet werden kann, ist zwar auch von einer Rakete startbar, doch unterscheidet sich die aerodynamische Belastung durch den Start am Boden. Während Spaceship Two bei Unterschallgeschwindigkeit in 15 km Höhe abgeworfen wird, erreicht eine Rakete die Überschallgeschwindigkeit schon in niedrigerer Höhe. Dadurch wird die Struktur, aber auch Formgebung anders, sein. Ob es unbedingt schwerer wird, muss eine genaue Betrachtung zeigen, weil andere Belastungen wie die durch das Raketentriebwerk oder bei dem Wiedereintritt natürlich auch eine Rolle spielen.

Ich denke dass der logistische Vorteil – kein Startplatz wird benötigt. Start jederzeit von einem Flugplatz aus – der Hauptvorteil ist. wer Tourismus wirklich anbieten will, der ist darauf hingewiesen, dass die Leute möglichst einfach in den Orbit kommen. Continue reading „Warum startet Spaceship Two aus der Luft?“