Raumfahrträtsel 11

Mariner 10 Aufnahme der VenusDie erste Raumsonde die ein Swing-By Manöver durchführte war Mariner 10. Zwar startete Pioneer 11 vorher, doch als sie bei Jupiter ankam und dort das zweite Fly-By durchführte, war Mariner 10 schon an der Venus vorbeigeflogen.

Ich will nicht die Grundlagen des Fly-By oder Swing-By erläutern. Das habe ich an anderer Stelle getan. Das Grundprinzip ist, dass ein Vorbeiflug an einem Planeten die Bahn eines Himmelskörpers krümmt. Relativ zum Planeten behält die Raumsonde ihre Geschwindigkeit. Durch die Bahnkrümmung und die Eigengeschwindigkeit des Planeten wird aber die solare Bahn verändert.

Beobachtet wurde das schon bei den ersten Raumsonden. Mitte der sechziger Jahre war es erstmals möglich die Bahnen zu berechnen die resultierten und damit zu planen eine Raumsonde von einem Planeten zum nächsten zu schicken. Doch bis dies in praktisch umsetzbar wurde vergingen noch einige Jahre. Das erste war dass die Lebensdauer der Raumsonden zu steigern – Mariner 2 fiel kurz nach dem Vorbeiflug aus. Doch Mariner 4 arbeitet noch zwei Jahre nach dem Start. Das zweite war es eine Bahn mit hoher Genauigkeit zu erreichen: Ein Fehler beim Vorbeiflug von 1 km bewirkt typischerweise eine Bahnabweichung von über 1.000 km beim nächsten Ziel. Bei den ersten Raumsonden war man froh wenn man einen Zielpunkt auf 10.000 oder 1.000 km genau erreichte. Beim Swing-By musste mit den damals vorhanden Treibstoffvorräten dies auf unter 100 km gesteigert werden. 1969 gelang dies bei Mariner 6+7. (mehr …)

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Irrsinn am Sonntag

Heute nur ein kurzer Blog, da ich ja nun weiss das die meisten von euch den Blog in der Frühstücks/Mittagspause lesen. Sonst reicht euch die am Montag nicht…

Es geht um den ganz realen Irrsinn. Also was muss z.B. Thilo Sarrazin noch machen, damit man ihn aus der SPD ausschließt? Mein Tipp: sich für die Linkspartei stark machen – da versteht die SPD keinen Spaß, aber rassistische Aussagen tätigen? Nö deswegen doch nicht. Spricht viel dafür dass die SPD nun politisch irgendwo zwischen CSU und NPD steht. Viel weiter rechts geht es nicht mehr.

Dann noch unsere liebe Kernkraftlobby. Seit Jahren predigen sie: Ohne verlängerte Laufzeiten bricht alles zusammen! Dann bleiben die Lichter aus und die PC’s auch. Der Zusammenruch des High-Tech Standorts aufgrund von Strommangel. Nun kommt eine Brennelementesteuer und plötzlich heißt es „die Kraftwerke sind nun so unwirtschaftlich wir müssen sie vorzeitig abschalten“. Aha, also erst geht das abschalten auf keinen Fall und nun plötzlich vorzeitig? Dabei können die Konzerne nicht rechnen. Denn die Regierung will 2,3 Milliarden Euro von Ihnen. Jedes der 17 deutschen Kernkraftwerke ist aber für Einnahmen von 300 Millionen Euro pro Jahr gut. 0,300 x 17 sind aber mehr als 2,3 Milliarden…. Aber ich wage schon jetzt eine Prophezeiung: Der Strompreis wird genau mit dieser Begründung der neuen Steuer erhöht, werden. Wie schon immer. Denn das in den letzten zwei Jahren die Preise an der Leipziger Strombörse um 35% gesunken sind, haben sie ja auch nicht bei ihrer Rechnung gemerkt: Im Gegenteil! (mehr …)

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Chefsache Bildung

Geht es nach der CDU so ist doch alles in Ordnung: Nur das Ressort Forschung und Bildung erhält mehr Geld, sonst wird gespart. Also doch alles Paletti bei der Chefsache Bildung? Nicht ganz. An dieser Stelle mal ein paar Bemerkungen auch zu den Kommentaren anderer Parteien.

Erstens: Die Sache mit den Eliten. Ich habe nichts gegen Elite-Unis. Soll es sie geben. Doch damit ist es nicht getan. Schon heute gibt es besonders gute Absolventen unserer Unis. Aber sie bleiben nicht im Land. Die meisten bleiben nicht im Lande. Man muss nur mal gucken wo die letzten Nobelpreisträger geforscht haben, die mal in Deutschland studiert haben – die meisten in den USA. Es muss auch danach ein attraktives Arbeitsumfeld in Deutschland geben. Mehr noch als Elite-Unis halte ich aber von einzelnen Instituten Warum soll es nicht möglich sein an einer Uni in einem bestimmten Gebiet Spitzenforschung zu treiben und in anderen eben nicht? Diese Institute könnten aus dem Nachwuchs, der an dieser Uni existiert, die fähigsten herauspicken und fördern. Und es gäbe keine Zweiklassengesellschaft und jede Uni wäre attraktiv nicht nur die Eliteunis. Besonders finde ich befremdlich, wie manche Parteien auf die 300 Euro/Monat für die besten 10% reagieren. Hier eine Reaktion von SPD-Vitzechefin Dagmar Ziegler:: „Die Krankenschwester finanziert mit ihren Steuern das Stipendium für den Ärztesohn.“. Ah ja. Also nach SPD Ansicht sind alle Arbeiter zu dämlich für ein erfolgreiches Studium. Gabs nicht mal in Russland so eine Art „Arbeitergenetik“? Es ist ein Anreiz mehr zu leisten. Mehr auch nicht, denn von 300 Euro kann man ein Studium nicht finanzieren, zumal ja inzwischen pro Monat auch bei den meisten Unis 100 Euro/Monat an Studiengebühren anfallen. Im täglichen Leben gilt auch: Wer mehr leistet, verdient mehr. Warum soll das nicht beim Studium auch so sein? Man kann es auch anders sehen: Die besten studieren meistens kürzer und sparen so Kosten ein. Natürlich befähigen die 300 Euro auch eventuell auf einen Nebenjob zu verzichten und so auch schneller fertig zu werden. (mehr …)

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Raumfahrträtsel 9

Atlas AbleEs gibt bekanntere Raumsonden und unbekanntere. Zu den bekannteren zählen sicherlich die beiden Mars Rover, Cassini oder Voyager. Unbekanntere sind vielleicht der Mars Observer, die Pioneer Sonnensonden. Das absolut unbekannteste ist aber ein Programm, bei dem man nicht mal den Namen so genau weiß, denn keine Sonde startete erfolgreich und so wurde es niemals offiziell.

Während der Entwicklung wurde das Programm nach der Trägerrakete bezeichnet (das war auch bei den Vanguard Satelliten so und den ersten Pioneer Mondsonden auch zuerst „Thor Able“. Und so hieß dieses Programm daher auch erst mal „Atlas Able“.

Das Programm muss im damaligen politischen Umfeld gesehen werden. Es tobte noch ein Wettlauf der Systeme – nicht technisch sondern politisch. Es ging darum erster zu sein. Das ging schon damals unter (die amerikanischen Satelliten, obwohl viel kleiner aus die russischen machten die Entdeckungen, Russland ging es nur um Propaganda. So entdeckte Explorer 3 den Van Allen Strahlungsgürtel und Pioneer 3+4 verfeinerten die Messungen. So waren auch die nächsten Schritte ambitioniert:

Das Pioneer P Programm sollte einen Mondorbit einschwenken – sieben Jahre vor Luna 10. Von dort aus waren zahlreiche Messungen geplant. Die wichtigsten waren Strahlungs- und Partikelmessungen um das interplanetare  Magnetfeld und die Plasmaumgebung der Erde zu bestimmen. Die von Arne angesprochene „KameraW war eine Photodiode. Sie liefert den Helligkeitswert eines Bildpunktes. Durch Bewegung der Photodiode und die Rotation der Raumsonde baut sich so ein Bild auf. (Analog funktionierten auch die „Kameras“ von Pioneer Venus Orbiter und Pioneer 10+11). Ziel war vor allem die von der Erde aus nicht beobachtbare Rückseite des Mondes zu beobachten.

Anders als Arne mutmaßt war aber nicht der Grund für die Programmeinstellung die ersten Bilder der Mondrückseite durch Luna 3 am 4.10.1959. Es war das keine einzige Sonde erfolgreich startete. Der Grund war die Kombination der bisher noch nicht als Weltraumträger erprobten Atlas und der Oberstufen der Vanguard Able und Altair. Zum ersten: Die Atlas durchlief zu diesem Zeit noch ihr Entwicklungsprogramm. Die NASA war so eifrig, dass sie die neunte produzierte Atlas, noch von der „C“ Version einsetzte. Die Versionen A-C waren reine Entwicklungsmuster und die D-F die Einsatzversionen. Die Rakete waren noch nicht erprobt und hatte auch noch ein paar Jahre später zahlreiche Fehlstarts (selbst im Mercury Programm). (mehr …)

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