Der IBM PC

Ich will heute an ein Jubiläum erinnern – den IBM PC. Der eine oder andere der schon etwas Ahnung hat wird nun sagen „Jubiläum? Der IBM PC wurde am 12.8.1981 angekündigt!“, Ja aber in Deutschland war er erst im Frühjahr 1983 zu kaufen. Das ist nun 35 Jahre her. In diesem Blog geht es nicht um die Entwicklungsgeschichte des IBM PC, die habe ich meinem Buch und auf meiner Website lang und breit erzählt. Es geht um die Technik.
Als der IBM PC erschien, kauften sich natürlich auch die frühen Computerpioniere einen davon. Schon alleine, um zu sehen, was IBM produziert hatte. Die Einstufung schwankte stark. Lee Felsenstein, Mitgründer des ersten Computerclubs des „Homebrew Computer Clubs“ und beteiligt am Entwurf des Osborne 1 sah es positiv: „Wir schraubten das Gehäuse auf und sahen, dass Bausteine aus der Industrie verwendet worden waren, keine IBM spezifischen. Endlich hatte IBM die Mikrocomputerindustrie ernst genommen“. Andy Herzfeld, bei Apple angestellt dagegen. „Das Gerät war ein Witz! Es konnte weniger als die Rechner, die wir schon herstellten, ganz zu schweigen von dem, was in der Entwicklung war“ (weniger als ein Jahr später erschien von Apple die LISA, der erste Mikrocomputer mit einer grafischen Oberfläche).
Die Geschichte des IBM PC beginnt ein Jahr vor der Markteinführung. IBM hat eine Krisensitzung. Sie bemerken natürlich, dass immer mehr dieser Mikrocomputer verkauft werden. Dieser Markt boomte und IBM schaute nur zu. Alarmierender als der wirtschaftliche Aspekt war, was der bei IBM besonders gut aufgestellte Außendienst berichtete. Sie fanden immer mehr der Rechner in den Firmen die auch Großrechner einsetzen. Sie wurden genutzt für Dinge, die keinen Großrechner erforderten und die Anwender waren begeistert von ihnen. Mehr noch IBM verlor massiv an Wertschätzung. Sie galten als veraltet. Der wichtigste Zweck des IBM PC war es nicht, ein Verkaufsschlager zu werden (IBM sollte sich in den verkauften Stückzahlen enorm irren, es wurden viel mehr IBM PC verkauft als geplant) sondern die Wertschätzung bei den Kunden wieder zurückzugewinnen. Continue reading „Der IBM PC“

Offene und geschlossene Architekturen

Ich will mich heute mal mit einem Thema beschäftigen, das ich von den Computern kenne, aber das man bei vielen Produkten findet – dem Gegensatz der offenen und geschlossenen Architektur. Eine offene Architektur bedeutet, dass ich von einem Produkt möglichst viel offen lege. Das können sehr unterschiedliche Schritte sein. Ich kann in der Tat wichtige Dinge veröffentlichen und dokumentieren. Bei einem Computer z.b. Schaltpläne oder kommentiere Listings der Systemsoftware. Es kann auch nur sein, dass ich mich allgemeiner Standards bediene, anstatt was eigenes zu entwickeln. Klarer abzugrenzen ist meistens das Gegenteil: eine geschlossene Architektur soll es einem Mitbewerber erschweren, das Produkt nachzubauen oder auch nur an dem Produkt zu partizipieren. Das geschieht primär durch Rechtsschutz. Das bedeutet, wenn ich etwas erfunden habe, sei es auch noch so unbedeutend, so patentiere ich dies. Damit darf es ein Konkurrent nicht einsetzen oder wenn er es möchte, kann ich durch Lizenzen verdienen. Ich kann auch das Aussehen (Design) und die Marke schützen (Symbole, Markenschutz, Logos). Das ist vor allem wichtig, wenn das Produkt selbst vom Anwender gar nicht wahrgenommen wird oder nur ein Bauteil ist. Das bekannteste Beispiel ist das Intel ab der fünften Generation seiner x86 Prozessoren diesen Namen gab, weil die vorher benutzte Nummer nicht schützenswert war. Die meisten Anwender kaufen aber keine Prozessoren und wissen nicht mal wie einer aussieht, sondern fertige Computer. Continue reading „Offene und geschlossene Architekturen“