MITS und …

Beim Lesen der Neuigkeiten in der Raumfahrt bin ich über den Ausdruck „icening a cake“ bei einem Interview gestolpert. Es ist ja nicht so ein gängiger Ausdruck und irgendwie blieb er mir im Gedächtnis haften. und ich wusste ich hatte ihn schon mal gehört. Heute fiel es mir ein: Es war bei einer der Anzeigen von MITS für den Altair Computer. Sie fielen mir durch die überzeugte Sprache auf und den Widerspruch zwischen Produkt und Versprechen. Aber bitte schaut sie euch selbst an:

Hier eine Anzeige vom Mai 1975, einer der ersten für den Altair 8800.Die Karte mit 4.000 Bytes Speicher war übrigens nicht vor Oktober lieferbar und die erste Serie dieser Karten wurde defekt ausgeliefert.

Oder hier vom „Leader of the field“. Hier kommt auch der Ausdruck „icening the cake vor.

Und hier mein absoluter Liebling. „The Mainframe of the seventies“.

Wer den Altair kennt, weiß wie das übertrieben war. Die meisten Kits funktionierten nicht und selbst wenn, dann hatte man ein Gerät mit Leuchtdioden als Ausgabemedium und Kippschaltern für die Eingabe mit 256 Byte Speicher. (Also 4 Millionen Altairs zusammengenommen würden ausreichen um genügend Speicher für Windows 7 bereitzustellen….)

Ich bin übrigens bis zum 25.ten weg. Aber keine Sorge, Blogs sind schon vorbereitet. Alle zwei Tage (an den geraden Tagen) kommt ein neuer.

Die schlechtesten Computer – der Altair 8800

Ja auch der erste PC schlechthin bekommt von mir sein Fett weg. Nun eigentlich ist es ja kein PC. Man könnte es eher als Micorcomputerlernkit wie ein KIM-1 oder ein MicroProfessor ansehen, denn mehr konnte das Gerät in seiner Grundkonfiguration nicht. Aber betrachten wir es mal als Computer, es wurde ja sogar als „Mainframe of the seventies“ verkauft (bei der Recherche zu meinem Buch fiel mir der starke Widerspruch zwischen den MITS Anzeigen und den ausgelieferten Produkten auf).

Ausgeliefert wurde der Altair 8800 mit einer Busplatine und vier Steckplätzen. In einer Steckkarte war die CPU untergebracht, in einer zweiten der Arbeitsspeicher von ganzen 256 Bytes und eine dritte nahm die Ansteuerung des Frontpanels vor. Das Frontpanel hatte Leuchtdioden zur Ausgabe der aktiven Datenleitungen und Adressleitungen und Kippschalter um Daten einzugeben – neun Stück mussten pro Byte betätigt werden. Continue reading „Die schlechtesten Computer – der Altair 8800“

Ed Roberts und MITS

Ich habe nun parallel zu meinem Ernährungsbuch, weil ich mich doch damit in letzter Zeit verstärkt damit beschäftigt habe, nun angefangen am übernächsten Buch „Computergeschichte(n)“ zu arbeiten. Ich fing also an bei den Anfängen – Ed Roberts und dem Altair 8800. Dabei habe ich festgestellt, das Ed Roberts am 1.4.2010 gestorben ist.

Diese Meldung ging zwar in Deutschland über den Heise Ticker, aber sie erschien nicht in der ct und ich vermute auch nicht in anderen Fachzeitschriften. Das ist nicht das erste Mal. Auch der Tod von Gary Kildall 1994 wurde nirgends gewürdigt. Ich finde das ziemlich traurig. Fachzeitschriften ist eine neue Chipsatzrevisioon von Intel mehrere Seiten Tests wert – von Boards die in ein paar Monaten nicht mehr erhältlich sind, aber die Personen, die diese Industrie erst begründet haben sind keine Zeile wert. Continue reading „Ed Roberts und MITS“

Revolutionär, begehrt und absolut nutzlos

Ja das könnte man über den ersten „PC“ sagen, den Altair 8800. Er läutete die PC Revolution ein. Er rettete MITS vor dem finanziellen Bankrott und er machte Microsoft bekannt. Die Geschichte ist ja bekannt und findet sich auch auf meiner Website. Die Frage ist eigentlich: Warum waren die Leute so wild auf den „PC“. Viele sandten an MITS Schecks per Vorkasse und sanierten dami6 die Firma, die ja an die Zeitschrift „Popular Electronics“ einen Prototypen sandte – mehr gab es nicht.

Der Altair 8800 war selbst nach damaligen Maßstäben ein recht nutzloses Gerät. Viele können sich an die Einplatinencomputer zum Assembler Lernen erinnern, die man in Hexadezimal programmieren konnte – die waren gegenüber dem Altair 8800 eine echte Revolution, denn da gab es immerhin eine Hexadezimaltastatur und eine Sieben-Segment Anzeige!

Der Altair konnte nur mit Schaltern programmiert werden – acht Kippschalter pro Byte umlegen, einen Bestätigungsschalter umlegen. Ausgabemedium waren Leuchtdioden, welche den Inhalt des Datenbusses und Adressbusses wiedergaben. Das einen „Computer“ zu nennen ist schon etwas kühn. Wer in die 256 Bytes des Speichers ein nützliches Programm einspeichern konnte sah sich mit einem neuen Problem konfrontiert – das Gerät hatte in der Grundausstattung keinen Massenspeicher. Continue reading „Revolutionär, begehrt und absolut nutzlos“