Das Unwort des Jahres und die Blogs werden länger und flacher, dafür häufiger

Nach dem Blog über den Loser des Jahres, kommt heute der Blog über das Unwort des Jahres. Das wird ja jedes Jahr von einer Jury gekürt. Es gibt viele Vorschläge, für mich ist einer der Top-Favoriten für das Unwort des Jahres die Bezeichnung „Klimaterroristen“ von Alexander Dobrindt. So bezeichnet auch die FPÖ die Aktivisten der letzten Generation.Merke: wenn rechtsradikale Parteien dir zujubeln oder einen Begriff von Dir übernehmen, dann hast Du was falsch gemacht.

Das die Aktivitäten der letzten Generation kontrovers diskutiert werden ist normal. Sie haben innerhalb des Jahres auch an Aktivität zugelegt. Zuerst haben sie sich nur auf Straßen gesetzt und dann wegtragen lassen oder nach einer bestimmten Zeit selbst die Blockade aufgelöst. Inzwischen kleben sie sich fest und beschmieren Kunstwerke – die aber durch Glas geschützt sind – mit Kartoffelpüree oder Tomatensoße. Beides ist unangenehm aber nichts gefährliches. Die Kunstwerke sind geschützt, man muss eben etwas putzen und Autofahrer kommen zu spät zu einem Ziel, einmalig. Wenn ich in mein Ferienhaus nach Nesselwang fahre, dann ist die Chance groß, dass ich mit der Bahn eine Stunde mehr brauche, das war in den letzten 20 Jahren bei einem Viertel der Fahrten so. Und das ist der Normalzustand, da hält sich mein Mitleid für Autofahrer, die einmal zu spät kommen, in sehr engen Grenzen. Continue reading „Das Unwort des Jahres und die Blogs werden länger und flacher, dafür häufiger“

Cannabislegalisierung – Gedanken zum Gesetzentwurf

Ich muss sagen, das ich nicht mehr damit gerechnet habe. Nämlich das es tatsächlich einen Geetzentwurf zur Cannabislegalisierung gibt. Vor einigen Monaten dachte ich noch, „das ist doch kein Ding, es ist schließlich in Holland, Portugal und etlichen US-Bundesstaaten legal“. Dann sah ich aber den Beitrag „Heute show Spezial“ über das Thema. Gut der Beitrag ist satirisch-überspitzt, aber einige Dinge fallen dann doch auf: Erstens die Verrücktheit der heutigen gesetzlichen Regelung, die den Konsum gestatte, aber nicht den Besitz, Weitergabe oder Anbau. Irgendwo her muss aber das Cannabis kommen und selbst das Reichen eines Joints ist schon eine Weitergabe. Der Jugendrichter Andreas Müller verdeutlicht das in dem Beitrag drastisch. Das zweite ist das Deutschland eine Konvention der UN unterschrieben hat nach der Drogen nicht legalisiert werden dürfen. Nach dem Schengener Abkommen darf Cannabis auch in der EU nicht angebaut werden. Deswegen hat Holland genau diesen Punkt ausgespart und die „Coffeeshops“ beziehen ihr Marihuana aus illegalen Quellen. Das ist doch auch keine Lösung. Das dritte ist das Cannabis enorm billig sein könnte. Im Interview wird Cannabis das unter Hochsicherheitsbedingungen unter künstlichem Licht angebaut wird, an den Staat für 2,30 Euro/Gramm verkauft und das ist hoch profitabel. Zum Vergleich der Straßenpreis und ähnliche Preise werden auch in den USA in den legalen Verkaufsstellen verlangt, liegt bei 8 bis 10 Euro pro Gramm. Und wenn man normale Anbaumethoden, wie in Glas-Treibhaushäusern, ohne die Kosten für die künstliche Beleuchtung, nutzt müsste der Preis nochmals deutlich sinken. Continue reading „Cannabislegalisierung – Gedanken zum Gesetzentwurf“

Politiker

Zwei Nachrichten aus den letzten Tagen bringen mich dazu mal etwas über Politiker zu schreiben. Schon früher waren Politiker ja nicht so beliebt, findet sich doch selbst in Goethes Faust die Szene in Auerbachs Keller in der es heißt „Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied!“, okay das bezieht sich weniger auf die Politiker, als vielmehr die apolitische Einstellung damals.

Ich habe zwar keine Liste der für mich angesehensten Berufe, aber eine (recht kurze) der am wenigsten angesehenen Berufe. Das sind, ohne Berücksichtigung einer Rangfolge, Drogendealer, Anwälte und Politiker. Ich schreibe aber zuerst etwas zu Anwälten. Ich habe als Lebensmittelchemiker auch mit Lebensmittelrecht zu tun gehabt, als Lebensmittelchemiker kann man auch vor Gericht als Gutachter auftreten. Die Chemiker liefern den Staatsanwälten oder eben ihren Auftraggebern die Tatsachen die für Verfahren wichtig sind, also ob eine Probe verkehrsfähig ist oder nicht. Mit ihrem Wissen über Chemie und Ernährung und Lebensmittelrecht müssen sie aber auch viel beurteilen was nun mit den Lebensmitteln direkt nichts zu tun hat wie Werbungsslogans oder Verpackungsdeklarationen oder Aufmachung. Das betrifft dann das Lebensmittelrecht. Das tut man eher konservativ, also geht auf Nummer sicher. Continue reading „Politiker“

Der Kanzlerverhinderer

Nun sieht es aus als bekämen wir als nächste Regierung eine Ampel-Koalition. Mich verwundert das nicht, ist es doch die einzige Regierung, die nur aus Wahlgewinnern besteht und haben Grüne und SPD mit zusammen viermal so vielen Stimmen bei der Wahl als die FDP. doch die Präferenz für diese Koalition. So hat mich eher verwundert, dass Laschet doch eine Jamaika-Koalition auf die Beine stellen wollte, obwohl schon am Tag nach der Wahl es genügend Stimmen aus der eigenen Fraktion gab, die dagegen waren, am prominentesten, da öffentlichkeitswirksam auch im Fernsehen zu sehen, war Markus Söder.Es wäre auch etwas skurill wenn gerade der Wahlverlierer Continue reading „Der Kanzlerverhinderer“

Warnung vor dem Rechtsruck

Derzeit hat die CSU ihren Parteitag in Nürnberg. Wie schon in den letzten zwei Wochen warnten Söder und auch Laschet vor dem Linksruck, der ihrer Ansicht nach unvermeidlich zum Untergang Deutschlands führt, direkt ins Chaos. Ich habe dies schon mal thematisiert. Als ich dann die Gegenvorschläge der Union gegen diesen „Linksruck“ bei diesem Parteitag hörte, bekam ich aber ein ganz anderes Gefühl. Dort wird von Aufrüstung gesprochen, mehr innerer Sicherheit, von Begrenzung von Steuern für Unternehmen. Wenn das das Gegenstück zum „Linksruck“ ist, dann her mit dem Linksruck!
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