MILF

Meine Beschäftigung mit Missionen ins äußere Sonnensystem brachte mich auf eine Idee, eine Mission zu Io, genannt MILF (Multiple Io Lowcost Flybys). Io ist auf der einen Seite der aktivste Himmelskörper mit einer festen Oberfläche. Vulkane verändern andauernd die Oberfläche. Es macht also Sinn, ihn möglichst dauerhaft oder zumindest in einer höheren Frequenz zu überwachen. Auf der anderen Seite ist er Jupiter so nahe, das ein Orbiter keine Überlebenschance hat. Aber auch für die beiden aktuellen Jupitermissionen JUICE und Europa Clipper ist es zu riskant ihn zu passieren. Keine dieser Missionen wird Io nahe kommen. Galileo sollte ihn vor dem Einschwenken in den Orbit passieren, danach nicht mehr, aus demselben Grund. Leider fiel dies wegen des kurz vorher aufgetretenen Vorfalls mit dem Bandrekorder ins Wasser, es wurden keine Bilder gemacht. Es gab dann später noch einige Io Passagen, doch bei ihnen litt Galileo schon stark unter Strahlenschäden. Die Io-Mission IVO fiel leider 2019 bei der Auswahl durch. Continue reading „MILF“

Das wichtigste Weltraumbild

Man kann darüber streiten, was das wichtigste Bild war, das im Weltraum gemacht wurde. Einige Vorschläge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und historische Bedeutung wären:

  • Die Aufnahme der Erde aus dem Mondorbit von Apollo 8
  • Die Aufnahme von Buzz Aldrin auf dem Mond.
  • Die Aufnahme der Marslandschaft durch Viking 1.
  • Das Familienporträt des Sonnensystems durch Voyager 1, 1990.

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Ein besserer Bandrekorder für Voyager

Bei der Recherche für die Vorgänger von Voyager , den TOPS (Thermoelectric Outer Planets Spacecraft) stieß ich darauf, dass diese bezogen auf die Datenspeicherung erheblich fortschrittlicher als die Voyager waren. So war eine einfache Kompression vorgesehen. Sie hätte bei Bildern mit vielen Details pro Byte nur vier Bits, die jeweils für einen Code standen, übertragen. Bei Bildern mit viel dunklem Hintergrund griff ein zweiter Algorithmus der nur die signifikanten Bits der Kompression zuführte. Dann konnte die Kompression von 2:1 auf 4:1 bei Near-Encounter Bildern steigen (Bilder bei denen der Planet nahezu bildfüllend ist) und bei Far-Counter oder Navigationsaufnahmen auf 11:1.
Daneben war für die TOPS ein Zwischenpuffer zwischen Computer und Bandlaufwerk vorgesehen, der 2 MBit groß war. Er bestand aus 32 Modulen Plated-Wire Speicher. Plated Wire ist ein Speicher aus magnetisierbaren Drähten, die Daten wie Ringkernspeicher speichern, nur maschinell herstellbar sind und daher preiswerter. Er wurde daher auch bei den Viking Bordrechnern und vier der sechs Computer von Voyager eingesetzt. Nur mal zum Vergleich: Der Gesamtspeicher aller sechs Computer von Voyager betrug 589,824 Bit, weniger als ein Drittel dessen.

Vor allem aber war der Bandrekorder schneller – 1 Mbit/s und das trotz einer geringeren Datendichte. Ich habe mal die Daten von Bandrekordern von vier Missionen dieser Zeit herausgeholt: Continue reading „Ein besserer Bandrekorder für Voyager“

Zwei Sonden zur Venus

Eine der positiven Folgen des Discovery Programms ist, das es nach dem Scheitern des ursprünglichen Ansatzes von sehr billigen Sonden beibehalten wurde und eine solide Finanzierung bekam. Seitdem gibt es regelmäßig eine neue Runde, in der neue Sonden genehmigt werden, meist zwei, manchmal auch nur eine. Bisher wurden 13 Missionen gestartet, zwei Insight und der LRO sind noch aktiv, vier weitere folgen. Continue reading „Zwei Sonden zur Venus“

Stiefkind Galileische Monde

Am Freitag startete Juno zum Jupitersystem. Vielleicht hat der eine oder andere sich schon gewundert, warum es keine Seite zu dieser Raumsonde bei mir gibt. Die Antwort ist sehr einfach: weil ich bisher zu wenig dazu gefunden habe. Vielleicht ist es jetzt nach dem Start etwas mehr, aber es sieht noch nicht so aus, zumindest in der Art, wie ich es gewohnt bin, also detaillierte Beschreibungen der Instrumente und der Raumsonde. Das ist auch so beim MSL, es hat sich da doch vieles in den letzten Jahren verschlechtert. Es war schon bei Phoenix und Dawn so. Dort konnte ich das noch auffangen, weil bei Dawn ausländische Partner beteiligt waren und es von Ihnen detailliere Informationen gab und bei Phoenix, weil sie praktisch die eingelagerte und instrumentell aktualisierte 2001 Landemission war, über die ich noch Infos hatte. Aber das es bei der NASA nun deutlich weniger Infos gibt, ist nicht das heutige Thema, sondern, das man bei der Sonde meiner Meinung nach etwas versäumt hat. Continue reading „Stiefkind Galileische Monde“