Könnte New Horizons nur die Erste sein?

Es dauerte lange bis man eine Pluto Mission auf den Weg brachte. New Horizons ist der dritte Anlauf der nicht nur ein Papierprojekt ist sondern in die Planung ging. Die beiden vorherigen Pluto Fast Flyby und Pluto Kuiper Express wurden dann aber gekippt. Aus der Asche von PKE wurde dann New Horizons, weil das Parlament den Beschluss der Bush Administration kippte.

Ich senke man kann jetzt schon sagen, das die investierten Millionen sich gelohnt haben. Pluto und Charon sind anders als die meisten Körper im äußeren Sonnensystem. Bis 1979 waren die Monde der Planeten in den Fernrohren nichts als Lichtpunkte, bei den Planeten sah es jenseits von Saturn auch nicht besser aus. Wer ein Astronomiebuch aus dieser Zeit aufschlägt entdeckt mit etwas Phantasie zwei Bänder bei Uranus und Neptun. Dass hat sich geändert vor allem durch die Voyager Sonden. Galileo und Cassini setzten ihre Arbeit fort. Wir haben heute eine grob oder fein aufgelöste Karte von allen Monden mit mehr als 300 km Durchmesser. Aber: die meisten entpuppten sich als kraterbedeckte Eiswüsten. Sicherlich der eine oder andere mit interessanten geologischen Features wie langen Gräben, einem Riesenkrater wie Mimas. Aber wenn es nicht eine Aufheizung durch Gezeitenkräfte gab (Io, Europa, Ganymed oder Enceladus) oder der Körper eine Atmosphäre hatte (Titan), dann waren die Monde kraterbedeckt, langweilig, austauschbar. Im Prinzip sieht so das ganze Sonnensystem aus – auch Merkur, Erdmond und die bisher besuchten Asteroiden sind weitgehend kraterbedeckt. Continue reading „Könnte New Horizons nur die Erste sein?“

Kurz vor dem Ziel geschlagen

Ich nehme mal an dem Publikum hier muss ich nichts über Murphys Gesetz sagen. Ich wurde an es gestern erinnert und zwar in Bezug auf die Plutoforschung. Pluto war der letzte Planet, der 1989 noch nicht besucht war.

1977 gab es auch die Möglichkeit eine Voyager zu Pluto weiterzulenken, das wäre nach der Saturnpassage gewesen. Allerdings hätte man dazu eine andere Startbahn als die beiden gestarteten Sonden einschlagen müssen. Man hat aus naheliegenden Gründen darauf verzichtet. Die Sonden waren für fünf Jahre Betriebszeit ausgelegt. Die Instrumente auf die Beobachtung der Gasriesen und ihre Fähigkeit Daten zwischenzuspeichern war begrenzt. Eine Passage von Pluto erschien zudem wissenschaftlich nicht sehr interessant. Was bitte konnte man im äußeren Sonnensystem bei der Kälte finden? Die Entdeckung von Vulkanen auf Io, einem Patchworkmond wie Miranda und Geysiren auf Triton stand ja noch aus. Ebenso wurde Plutos Mond Charon und das der Planet eine Atmosphäre hat erst nach dem Start beider Voyagers entdeckt. Continue reading „Kurz vor dem Ziel geschlagen“

Wie groß ist das Sonnensystem?

Auf diese Frage kam ich als eine Folge von Alpha Centauri anschaute. Die Serie wurde ja schon vor mehr als einem Jahrzehnt produziert, lief damals aber im Nachtprogramm nach Sendeschluss, was sehr gut beschreibt was dem Fernsehen der Bildungsauftrag wert ist. Seit ich auf einen Tipp im Blog hin Mediathekview installiert habe kann ich mir alle Folgen runterladen und anschauen. Interessanterweise gibt es nämlich viele Sendungen nicht nur 7 Tage lang im Netz „hitec“ von 3Sat z.B. noch über mehrere Jahre. In dieser Sendung ging es um den Sonnenwind und dabei auch wo er abgebremst wird und das interstellare Medium beginnt. Continue reading „Wie groß ist das Sonnensystem?“

Was wäre wenn … es eine dritte Voyager gegeben hätte?

Heute, fast 40 Jahre nach dem Start sind beide Voyagers noch aktiv. Etwas woran man sicher nicht glaubte, als man die Raumsonden entwarf. Man war sich beim JPL relativ sicher, dass die Sonden über ein Jahrzehnt arbeiten würden, was schon ein enormer Sprung zu den bisherigen Missionen war (die längste Planetenmission die es beim Entwurf gab war Mariner 9 mit zwei Jahren Betriebszeit), doch Budgetrestriktionen zwangen dazu die Primärmission auf 5 Jahre festzulegen. Damit waren als Ziele Jupiter und Saturn festgesteckt.

Von 1976 bis 1979, mit etwas höherer Startenergie bis in die frühen Achtziger gab es zahlreiche Bahnen die an mindestens zwei der äußeren Bahnen vorbeiführten. Das JPL untersuchte drei genauer: Continue reading „Was wäre wenn … es eine dritte Voyager gegeben hätte?“