Der Stillstand in der Raumfahrt

Ich kaufe mir gerne bei Amazon auf Marketplace alte Raumfahrtbücher. Sie sind meist billig und vieles über alte Programme findet man alten Büchern. Aber man bekommt auch einen Einblick in die Zeit. Was jedem auffällt: wer Bücher aus der Ende der sechziger liest ist der enorme Optimismus. Eine bemannte Marlandung bis 1986 sollte möglich sein. Verwirklicht mit nuklearen und Ionentriebwerken. Ich habe das schon einmal thematisiert. Ein Grund war eine lineare Prognose der Entwicklung von 1958 bis 1968. Vergleicht man den Sprung bei den Trägerkapazitäten dem Erreichten bei der bemannten und unbemannten Raumfahrt.

Aber es gibt auch einen anderen Grund: Damals wurde viel mehr neues entwickelt. Schauen wir uns die Antriebstechnologie an. Die USA haben von 1958-1972 in Angriff genommen:

  • Wasserstoff als Treibstoff
  • Expander Cycle als Antriebstechnologie
  • Entwicklung von wiederzündbaren Triebwerken mit nicht hypergolen Treibstoffen
  • im Schub regulierbare Triebwerke

Im nächsten Jahrzehnt kam dann noch das Staged Combustion Prinzip dazu. Seitdem ist es still geworden – neue Treibstoffkombinationen, Hybride Treibstoffe das alles wurde nicht angegangen. Auch die Entwicklungen bei Ionentriebwerken blieb beim Stand der sechziger Jahre stehen. Das nukleare Triebwerke nicht weiter verfolgt werden verwundert nicht wobei die Einstellung allerdings noch in den Zeiten erfolgte als man bedenkenlos an die Kernenergie glaubte. (mehr …)

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Die neue Politik der NASA

Wie vielleicht schon allseits bekannt, hat Obama der NASA einen neuen Kurs verordnet. Das Constellationprogramm wird ohne Wenn und Aber eingestellt. Nun was ist davon zu halten? Wenn ich nur meine persönlichen Wunschvorstellungen betrachte könnte ich es mir ganz einfach machen: Dann würde ich wohl sagen: „Der Beschluss ist scheiße!“. Nicht weil ich so viel vom Constellationprogramm halte, sondern weil ich gerade beim ersten Korrekturlesen des kombinierten ATV/ISS Buches bin. Da steht der momentane Stand drin: Die ISS wird bis 2016 betrieben, ab 2015 soll die Orion die Mannschaften transportieren, Orion soweit Daten bekannt sind, wird auf einigen Seiten besprochen. Das alles kann ich nun umschreiben, das bedeutet sicher eine Woche Mehrarbeit.

Aber ich gehöre ja nicht zu denen die eine Lösung nur deswegen gut oder schlecht finden, weil sie den persönlichen Wünschen oder Vorlieben entspricht. Um die Entscheidung von Obama zu verstehen sollte man sich klar sein, wie es vorher aussieht. Das Constellation Programm von Bush sollte zwar zum Mond führen, aber ohne wesentliche zusätzliche Finanzmittel. Es sollte durch Einsparungen finanziert werden: Aufgabe der Space Shuttles bis 2010, der ISS bis 2016. Wer sich vergegenwärtigt, das in den 60 ern zur Zeit von Apollo das NASA Budget rund 3 % des US-Haushaltes ausmacht und heute nur noch 0,6 % dann dürfte klar sein, dass dies so nicht geht. (mehr …)

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Wen interessiert noch die ISS?

Diese Frage stelle ich mir und ich meine sie nicht nur rhetorisch. Derzeit arbeite ich ein bisschen (aber nicht besonders intensiv) an der zweiten Auflage des ATV Buchs. Eine wesentliche Änderung ist das es nicht nur fehlerkorrigiert ist (Rechtschreib- und Grammatikfehler) sondern wie beim Gemini Buch die zweite Auflage genutzt habe um das Buch zu erweitern. Beim ATV wird es kaum Erweiterungen geben, aber es gibt eine Beschreibung von Cygnus, Dragon und Orion und das Kapitel über die Ariane 5 entfällt. Stattdessen ist nun eines über die ISS drin.

Dafür habe ich nun die NASA Infos zur ISS abgegrast und schon beim Durchstöbern der NASA Website zur ISS drängte sich mir die obige Frage auf. Was mich interessiert und vielleicht auch den einen oder anderen unvoreingenommenen Besucher der Seite ist: Wie ist die ISS aufgebaut? Was sind die einzelnen Module? Welche Funktion haben sie? Was wird dort gemacht? (mehr …)

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COTS

Das Commercial Orbital Transportation Services, kurz COTS ist ein Programm das ich mal heute näher beleuchten will. Es wurde im Januar 2006 engkündigt mit dem Ziel, die ISS privat zu versorgen bis ihre Orion Kapsel zur Verfügung steht. Dabei geht es um den Transport von Fracht unter Druck, ohne Druck und Rücktransport zur Erde. Die Wikipedia führt auch den Mannschaftstransport auf, doch habe ich keine Ausschreibung gesehen, bei der die NASA dies wirklich privat durchführen will.

Im Mai 2006 gab es die ersten Finalisten und gewählt wurden SpaceX und Kistler. Nicht das Boeing und Lockheed sich nicht auch beteiligt hätten – das taten sie mit adaptierten Versionen des HTV und ATV auf US-Trägerraketen. Aber die NASA bevorzugte die Newcomer. SpaceX bekam 278 Millionen Dollar und Kistler, damals schon pleite, 207 Millionen, von denen die bankrotte Firma noch 32,1 Millionen einstreichen konnte bevor die NASA das merkte und in einer zweiten Runde an OSC die restlichen 170 Millionen ausgab. (mehr …)

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Die NASA im Schlingerkurs

Am Tag vor Weihnachten gab die NASA bekannt, dass sie an SpaceX und OSC zwei Aufträge für den Transport von Fracht zur ISS erteilt haben. An OSC einen über 1.9 Milliarden Dollar für 8 Flüge und an SpaceX einen über 1.6 Milliarden Dollar für 12 Flüge. Die Verlautbarung ist allerdings für mich etwas unverständlich gefasst:

"Both fixed-price indefinite delivery and indefinite quantity contracts take effect on January 1, 2009 and expire on December 31, 2016. SpaceX will make its first launch in December 2010, followed by OSC in October 2011."

Was soll das heißen? Es werden keine verbindlichen Starttermine und Mengen ausgemacht? Man könnte auch jeweils nur ein Kilo transportieren? Deutlicher wird folgender Passus:

"Each Commercial Resupply Services (CRS) contract plans for transporting a minimum of 20 tonnes of freight to the space station."

Wenn ich 20 t Fracht erwarte, sollte ich das auch in den Vertrag aufnehmen. Was ist davon zu halten? Erst mal wie realistisch ist das Transportieren dieser Menge für diesen Preis?

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