Alles sehr mysteriös

In den letzten Tagen gab es wieder Neuigkeiten von SpaceX. Zuerst mal hat die Firma schon ihren Hot-Fire Test verschieben müssen, als es Probleme beim Auftanken gab. Es ist ja nicht die erste Verschiebung, Ich weiß, die SpaceX Fans sehen das anders, aber diese dauernden Verschiebungen, Probleme, Startabbrüche sind ein Symptom. Es tauchen eben noch Probleme kurz vor dem Start auf, die man offenbar vorher nicht erkannt hat. Ob es alle sind oder welche noch im Flug auftreten?  Ich glaube das weiß auch SpaceX nicht. Interessanterweise erfährt man davon zuerst von Orbcomm. Erst später gibt SpaceX wortgetreu den gleichen Textschnipsel von sich, der wohl kopiert ist. Mist wenn die Kunden so gesprächig sind….

Aber darum geht es nicht, sondern um den Prozess SpaceX gegen Regierung. Der wurde kurz nach dem letzten Start angestoßen. Für alle die die Nachrichten nicht verfolgen, hier kurz die Chronik der Ereignisse:

  • SpaceX legt einen Protest gegen die Block-Buy Vergabe von 36 Kernstufen („Cores“ – die Delta 4 hat drei Kernstufen, der Rest der Flotte eine) an ULA ein. SpaceX hätte keine Chance gehabt den Auftrag zu bekommen, da sie nicht an der Ausschreibung teilnehmen dürften.
  • Als die Ukraine Krise kam, legte SpaceX nach und legte einen weiteren Protest vor, weil die Atlas RD-180 verwendet, damit würde man Russland unterstützen und speziell Dmitry Rogozin, der auf der Sanktionsliste ist,
  • Der Richter verhängt daraufhin ein temporäres Kaufverbot für RD-180 bis die Sache geklärt ist.
  • Wenige Tage später hebt er es auf, als er von ULA und dem Justizministerium Erklärungen bekommt, dass die RD-180 nicht unter die Importeinschränkungen fallen
  • Nun gibt es als letzte Neuigkeit, das SpaceX wohl die Einspruchsfrist versäumt hat.

Ich beziehe mich im folgenden Artikel, in dem auch nichts so ganz klar ist was Fakt ist – zumindest haben Air Force und SpaceX sehr unterschiedliche Sichtweisen. Das fängt schon an mit den Formalien. SpaceX bezieht sich auf ein Memo in dem Frank Kendall schrieb, sobald sie die Daten von drei Starts an die Air Force übergeben haben, können sie an der Ausschreibung teilnehmen. Dagegen sagt die Air Force, dann bekommen sie die Unterlagen für die Ausschreibung. Teilnehmen können sie erst, wenn sie auch zertifiziert sind und das sei nicht der Fall gewesen: “When we signed that contract for those 36 cores, there was no entrant that was certified, SpaceX had not even launched its three rockets yet.”. Das ganze scheint längere Zeit zu dauern. So meint SpaceX ihre Falcon 9 wäre im Januar 2014 zertifiziert, die USAF rechnet nicht vor März 2015 und hat 100 Personen an dem Projekt, das den Steuerzahler 60 Millionen Dollar kostet. Das wird knapp, denn wenn die Zertifikation nicht vor April-May 2015 erfolgt entgehen SpaceX auch die Aufträge des extra für sie vergebenen Startauftrags für 14 Cores. Da beschwert sich übrigens SpaceX nicht darüber, das es hier keine anderen Mitbewerber gibt.

Soweit die Fakten einiges ist aber sehr mysteriös. So sollte man annehmen, dass bei einem Auftrag über mehrere Milliarden Dollar man sich nicht auf die Angeben in einem Memo verlässt sondern die formalen Unterlagen für die Auftragsvergabe anfordert in denen das Procedere genau beschrieben ist. denn eines können Bürokratien und die sind ja mit diesen Vorgängen betraut, hervorragend: Vorschriften und Verfahrensweisen ausarbeiten. Das Anfordern der Ausschreibungsunterlagen und die Teilnahme an der Ausschreibung sind doch schon zwei verschiedene Dinge, zumal man ja bei einer Teilnahme sicher wertere Unterlagen nachreichen muss (Kostenaufstellungen / Zeitpläne) und wenn keiner die anfragt, es keine Eingangsbestätigung oder Nachfragen gibt, muss bei SpaceX doch was klingeln warum da keine Resonanz folgt. Es scheint so, als hätten sie aber nicht mal die Ausschreibungsunterlagen, denn als die Klage eingereicht wurde, mussten sie ja beziffern, wo sie hätten mitbieten können. und da mussten sie das aufgrund öffentlicher Quellen rekonstruieren (selbst heute wäre die Falcon 9 für die schwereren Nutzlasten zu klein). Wenn ich also nicht mal die Ausschreibungsunterlagen bekomme, warum lasse ich mir dann so viel Zeit mit einem Protest? Wie will ich gegen was protestieren, dessen Regelungen und Anforderungen ich nicht mal kenne? Nach dem Artikel wurden die Daten erst am 22.3. dieses Jahres übergeben. Die Ausschreibung lief aber ab November 2012 und die letzten Abschlüsse gab es im Dezember 2013 letzten Jahres.

Es wird also immer mysteriöser. Da übergibt die Firma drei Monate nach Ende der Ausschreibung die Daten, die sie berechtigen die Ausschreibungsunterlagen anzufordern. Sie wollen Aufträge haben, nachdem die Auftragsvergabe längst abgeschlossen ist. Mit Terminen hat es die Firma nicht so, nicht nur bei Starts. Sie haben auch die 90-tägige Einspruchsfrist gegen den Auftrag versäumt, was wohl dazu führen wird, dass die klage abgewiesen wird.

Die Zeitlinie ist eines der ungeklärten Dinge. Selbst ich kann mir nicht denken, dass die Firma solche Volltrottel hat, dass sie nicht merken dass sie gar nicht an einer Ausschreibung teilnehmen und so die Fristen verpassen. Der Widerspruch löst sich vielleicht auf wenn man drei für die Zertifikation nötige Starts von drei erfolgreichen Starts trennt. Denn bis zum 22.3. startete SpaceX die Falcon 9 siebenmal nicht dreimal. Drei Starts mit ihrer Definition von „100% Mission Success“ erreichten sie am 22.5.2012, also rechtzeitig vor Beginn der Ausschreibung. Da der Air Force General aber davon spricht, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal dreimal gestartet hatten, kann er sich nur auf das Nachfolgemodell Falcon 9 „1.1“ handeln. Anders als SpaceX sonst behauptet, ist das eben doch eine neue Rakete. Wenn das die Fima weiß, dann macht es gar keinen Sinn sich zu bewerben, wenn man bis Ende der Vergabe gerade mal einen Start absolviert hat und somit erklärt sich auch das SpaceX noch nicht mal die Ausschreibungsunterlagen hat. Damit macht auch das Herumreiten auf dem Memo keinen Sinn.

Das zweite ist warum man dann dagegen Protest einlegt. Das ist dann noch aussichtsloser und dann versäumt man auch noch die Einspruchsfrist. Der Protest liegt aber sehr nahe beim vierten Start de Falcon 9. Ein Zufall? Wohl eher Absicht. Wenn man davon ausgeht dass die fehlende Wiederzündung beim ersten Falcon 9 v1.1 Start verhindert, dass man diesen Start zu den drei gelungen zählen kann (für alle GTO und NAVStar Missionen essentiell notwendig) dann hat man erst  nach dem 18,4. die drei Starts zusammen, Erst dann hat man eine Chance, wenn tatsächlich dem Protest Folge geleistet wird auch die für die Zertifikation nötigen Starts zu haben (und auch dann erst wird das Memo und seine unterschiedliche Interpretation von Bedeutung).

Trotzdem so bekommt man bei so vielen Versäumnissen und einer so wenig erfolgversprechenden Lage den Eindruck das die Firma echt verzweifelt sein muss, wenn sie schon zum letzten Strohhalm greift den es gibt. Da ich seit der Diskussion um das Transatlantische Freihandelsabkommen weiß, das US-Konzerne ihre Regierung wegen entgangener potentieller Gewinne verklagen können, kann ich mir schon denken was dann als nächstes folgt. Mein Tipp für Charles Davis, der bei der USAF für die Vergabe zuständig ist: wenn so eine Firma kommt, dann würde ich mal die gesetzlich verordneten Kürzungen umsetzen und an dem Budget und Mitarbeiterstamm für die Zertifizierung sparen. Wenn dann die Zertifizierung erst nach April bis Mai 2015 erfolgt hat man die Firma etwas länger weg von der Backe. Ich würde nicht mit jemand Geschäfte machen, der mich verklagt.

20 thoughts on “Alles sehr mysteriös

  1. @Bernd Leitenberger

    es gibt sicher Fans von SpaceX, aber auch Hasser. Eins steht jedenfalls für mich 100% fest, zu den Fans gehört man nicht wenn man SO einen Artikel schreibt.
    Sorry mein Lieber, da steckt einiges an Polemik drin, womit ich zwar nicht prinzipiell Probleme habe, aber dir dann auch keine echte Objektivität bestätigen kann.
    Das die Firma an manchen Stellen noch ihre Probleme hat, ist sicher richtig, es ist halt immer noch eine junge Firma. Manches davon ist sicher negativ, aber ihr Ziel Menschen zum Mars zu bringen sicher nicht.
    Es ist notwendig Ziele zu haben um sich auf den Weg zu machen, ich sehe leider bei keiner Organisation das Ziel Menschen zum Mars zu bringen, das ist allen Studien zum Trotz entweder der Versuch zu zeigen das man es mit derzeitiger Technik nur zu exorbitanten Preisen machen kann, oder wie beim SLS ein Projekt ins Leben zu rufen das nur dazu dient die eigenen Klientel/Wähler mit Aufträgen/Arbeitsplätzen zu versorgen.
    Ich halte sowas zumindest Teils für eine Form der Korruption.

    Ich bin mir nicht sicher das SpaceX es schaffen wird Menschen zum Mars zu bringen, aber falls das noch zu meinen Lebzeiten passieren sollte, geht das sicher nicht mit „weiter so“ mit alten Konzepten.

    Ich sehe keinerlei Tendenz bei anderen Marktteilnehmen neue Konzepte zu verwenden, das sind für mich alles bürokratische Herangehensweisen. Und eines ist sicher, kaum ein Bürokrat wird neue Herangehensweisen unterstützen wenn diese das Potenzial haben schief zu gehen wenn er dazu nicht gezwungen wird. Er würde ja riskieren seinen Job zu verlieren. Dann macht er schon lieber einen Plan der so teuer ist das die Geldgeber sagen: Das können wir den Bürgen nicht verkaufen, weil das für ihn kein Risiko darstellt.

    Es geht hier zwar auch um Technik und Verfahren, aber auch ganz viel um Politik.
    Und egal wie du das siehst, ich würde da vielleicht auch dagegen klagen.

  2. @Ulrich Klajow:
    Ich sehe nur wenig was dein beitrag mit dem Artikel zu tun hat, vielmehr enthält er Allgemeinplätze und das Marsthema findest Du wenn Du ein, zwei Wochen im blog zurückgehst.

    Jenseits von Pro oder Gegen SpaceX gibt es so etwas wie den gesunden Menschenverstand. Wie kann man gegen eine Entscheidung klagen, die fiel bevor man überhaupt sich bewerben kann? Wenn Du das für gutheißt was kommt als nächstes? Die klage egeen die Vergabe des space shuttles an Rockwell? Die klage gegen die Vergabe der Saturn V Trägerraketen? Warum nimmt die Firma die ja so großes leisten will nicht bei der laufenden Ausschreibung für SLS Booster teil?

  3. wenn man SO einen Artikel schreibt.

    Ulrich,
    was du machst, nennt man „argumentum ad hominem“. Du greifst Bernd persöhnlich an, ohne auch nur ein einziges Gegenargument zu bringen. „Shoot the messenger“ ist aber keine Problemlösung.
    Wenn du aufzeigen kannst, wo Bernd sich irrt, immer her damit. Ich halte die chronologische Auflistung für korrekt.

    Das die Firma an manchen Stellen noch ihre Probleme hat, ist sicher richtig, es ist halt immer noch eine junge Firma.

    Außerdem von einer 2002 gegründeten Firma von „neu“ zu sprechen, ist grenzwertig.
    Andere Leute gehen in der Zeit drei mal Pleite und jetzt immernoch eklatante Organisations-, Ingenieur- und Managementfehler zu machen ist unbegreiflich.

    Ich bin mir nicht sicher das SpaceX es schaffen wird Menschen zum Mars zu bringen, aber falls das noch zu meinen Lebzeiten passieren sollte, geht das sicher nicht mit “weiter so” mit alten Konzepten.

    Chemische Raketenantriebe sind im zweiten WK erfunden worden, und ende der 1960er fertig optimiert gewesen. Das SSME hat eine Effizienz von 99.7%, das ende der Fahnenstange war damals bereits erreicht.
    Heutzutage erreicht Spacex seine Preissenkung nur dadurch, daß sie keine QA mehr machen.
    Wenn man bedenkt, daß bei sämtlichen staatlichen Raketen 1 Arbeiter eine Schraube festzieht, und 2 ihm über die Schulter gucken und dokumentieren, ist nicht verwunderlich, daß die Qualitätssicherungskosten 50% der Rakete ausmachen.
    Nun kommt SpaceX daher und sagt „wir machen das 50% günstiger“… Rate mal woher die Einsparungen kommen.
    Daher kommen sie auch niemals pünklich vom Launchpad weg.

    Glaubst du echt, SpaceX sind die ersten die eine Rakte wiederverwenden wollen? Wiederverwendbarkeit ist zu Zeiten des Apolloprograms bereits untersucht und wieder verworfen worden. Es frisst einfach zuviel Payload auf.
    Von Struktureller Integrität ganz zu schweigen. „Raketen optimieren“ heißt soviel Material wie möglich wegschneiden. Das Ding sieht nach dem Start aus wie Al Bundys Auto.
    Und dann merkt man daß eine Einweg-Rakete gar nicht so teuer ist, im Vgl. zu den Alternativen.

    Ich sehe keinerlei Tendenz bei anderen Marktteilnehmen neue Konzepte zu verwenden

    60 jahre alte Technologie. Günstiger könnte es nur mit automatisierten Fertigungsverfahren werden. Bei der geringen Stückzahl aber unsinn.

    ich würde da vielleicht auch dagegen klagen.

    Dagegen klagen, an der Ausschreibung(!) teilzunehmen?
    Mit demselben Argument könnte auch Kurt’s Frittenbude klagen, weil sie nicht teilnehmen durften. Der hat auch keine Rakete.
    Nicht zertifiziert bedeutet, die Rakete existiert nicht (für Bürokraten). Es ist egal, was deine persönliche Meinung ist. Vor Gericht hast du Null Chance damit.
    Zum damaligen Zeitpunkt hatte niemand ausser ULA die Qualifikation.

    Im übrigen bin ich dafür, daß Nasa Orion auf eine Delta VI setzt und den Crewtransport selbst macht. CCDev wird ja nichts.

  4. Soweit ich weiß ging es eher darum um den Zeitraum der damit abgedeckt wird, aber möglicherweise habe ich da was falsch verstanden.

    Das mit der Wiederverwendung sehe ich zumindest für Erststufen und Booster aber anders.
    Wie du Bernd selber an anderer Stelle geschrieben hast, ist Massereduzierung vor allem in den Oberstufen sehr sinnvoll und da stimme ich dir 100% zu. Die Frage um die es geht, ist wie man Erststufen und Booster ohne größeren Nutzlastverlust zurückbringen kann, denn eines ist sicher, die haben die meiste Masse und die meisten und größten Triebwerke.
    Da ich Annehme, das die Hardware davon auch mehr kostet als eine Oberstufe, lohnt es sich darüber nachzudenken wie man die zurückbringen kann.
    Das einzige was ich für zweifelhaft halte am SpaceX Konzept ist ein Startplatz in Nordamerika. Sinnvoller wäre einer im Westen von Australien, so das man diese ohne Richtungsumkehr weitgehend durch Luftreibung soweit abbremsen lässt bis die Restgeschwindigkeit nur noch weniger als 400km/h beträgt.
    Bei einer sinnvollen Startplatzwahl kann man die Stufen in Australien auch bei 10m Cores per Riesenlaster zurückbringen. Mir ist schon klar das dies nicht für alle Bahnen Sinn macht.

    Was mir echt nicht gefällt sind die 40 Jahre die man nach meiner Meinung weitgehend verschlafen hat.
    Sicher hat das nicht unbedingt mit dem Thema hier zu tun, Sorry.
    @Bernd persöhnlich: Ich will dich nicht angreifen, du hast sicher mit vielem recht, nur merkt man schon an deinen Einträgen was du von der Firma SpaceX hältst, viel ist das jedenfalls nicht.
    Von einer differenzierten Sichtweise würde ich mir nicht nur die Aufzählung von vorhandenen Mängeln wünschen, sondern auch die Stellen wo etwas durchaus gut gemacht wird.
    Ich würde z.B. die Rückkehrfähigkeit der Dragon dazuzählen.
    Schlußwort: Ich bin froh das es deine Seite gibt und danke dafür, nehme mir aber durchaus die Freiheit konstruktive Kritik anzubringen.

  5. @UZlrich:
    Ich warte seit Jahren auf den Pro-SpaceX Beitrag. Du kannst gerne einen schreiben, der dann als Gastbeitrag veröffentlicht wird. Das ist ein Blog und da leiste ich mir Meinung. Neutrale und technikorientierte Berichterstattung findest Du in den artikeln der Webseite. Von SpaceX halte ich nicht viel, vor allem wegen dem krassen Missverhältnis zwischen Information und Rummel, Erreichtem und Ankündigungen.
    Du wirst beim Stöbern hier auch entdecken dass ich durchaus auch andere dinge kritisch sehe oder für überflüssig halte.

  6. Verschiebung: NSF L2 Member wissen was passiert ist. Und selbst Jim auf NSF meint, dass solch Verschiebungen bei neuen Trägern durchaus vorkommen kann.

    Block-Buy: Klagen sind in den USA komplett normal. Das nimmt auch niemand tragisch. Man streitet sich vor Gericht und das Gericht entscheidet und dann ist wieder gut. Aus Sicht SpaceX ist durchaus verständlich, dass man längere Verträge einer Partei mit einer anderen anfechten will.

    Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen: Leider nicht immer ganz einfach. Da werden Sachen versprochen und ups, plötzlich wieder vergessen und Verträge direkt abgeschlossen. Nicht nur in den USA normal, leider auch in Europa. Das hat weniger mit Volltrotteln in den eigenen Reihen zu tun, eher ob man die Spielchen in diesem Business kennt oder nicht.

    Meine Meinung: Unschön das SpaceX gegen eine Vergabe klagt, für welche sie selber eigentlich als ganzes noch gar nicht bieten könnten. Aus Sicht der Firma würde ich es aber versuchen, negative Konsequenzen gibt es daraus nicht, das ganze wird von einem Gericht entschieden und böses Blut beim Auftraggeber wird sich in Grenzen halten.

  7. Zur Verschiebung: Zuletzt hiess es ja noch dass man wohl noch im Mai starten kann, der 26. Mai geisterte da herum und nur deshalb nicht noch etwas früher weil am Cape jetzt zwei andere Starts Vorrang haben. Nun steht der Starttermin aber auf „to be dated“ und es scheint doch gröbere probleme mit der Erststufe zu geben.

    na mal sehen…

  8. @Gerry: Nachdem SFN auch mit der Story kommt, darf ich wohl ein wenig aus NSF L2 zitieren. Der Heliumtank im Innern des Sauerstofftanks der ersten Stufe ist geplatzt. Im Flug wäre das ein Totalverlust geworden. Sie haben davon Videoaufnahmen. Der Tank stammt von einem Zulieferer, SpaceX wollte diesen Tank aber bereits vor diesem Unfall selbst herstellen. Mal sehen ob sie eine andere 1. Stufe nun vorziehen. Es scheint, als ob die erste Stufe nicht mehr flugtauglich ist.

  9. Hallo Daniel, soweit ich weis trat ein Problem ja im Vorfeld des Hot Fire Tests auf, weswegen dieser erstmal verschoben wurde. War das schon das platzen des Heliumtanks? Und ist dieser heliumtank tatsächlich innerhalb des LOX-Tanks, also dann mit LOX umgeben? Wenn ja könnte das erklären was letzendlich der Auslöser des Berstens war – der kalte Sauerstoff umspült den qualitativ minderwertigen Heliumtank, der Temperaturstress könnte dann dazu führen das eine Schwachstelle im Heliumtank nachgibt…

    Alles in allem keine gute Sache. Ist das jetzt Schlamperei von dem Zulieferer oder was auch immer, SpaceX muss doch letzendlich auf entsprechende Qualitätskontrolle setzen damit sowas nicht passiert. Ich nehme an bei allen bisherigen Falcon 9, auch der v1.0, war dieser schon verbaut – hätte also theoretisch schon immer sowas passieren können?

    Mir kommen da echte Zweifel ob der Zuverlässigkeit, wenns an der einen Stelle hakt kanns auch noch wo anders Probleme geben, denn SpaceX muss doch die Qualität auch zugelierter Teile selber in der hand haben. Es muss wohl noch viel zeit vergehen bis man daran denken kann da eine bemenschte Dragon oben drauf zu setzen…. Kürzlich wurde ja auch bekannt das Boing CST-100 im Frühjahr 2017 einen ersten unbemanntenTestflug auf der Atlas machen wird, ULA hat den Platz reserviert. Würde mich nicht wundern wenn die den Zuschlag zum Drewtransport bekommen, von denen hört man wenig bis gar nichts, im Verborgenen scheinen da aber die Arbeiten sehr gut voranzuschreiten.

    Trotzdem hoffe ich das auch SpaceX ihren Falken in den Griff bekommt und da mal was weiter geht 😉

    Gruß, Gerry

  10. @Gerry: Beim ersten Test waren wohl die Zuleitungen zur Rakete verdreht, beim zweiten Test dann das Problem mit dem Heliumtank. Im Bereich Inspektion und Quality haben sie die letzten Monate recht viele Stellen ausgeschrieben, werden wohl wissen, das das noch ein Schwachpunkt von ihnen ist. Was Crew Transport angeht, so hätte der Fehler im Flug ja einfach zu einem Abbruch geführt. Also kalkuliertes Risiko. Dumm sind dann nur, wenn mehrere Fehler zeitgleich passieren, aber da arbeiten sie ja dran und wie gesagt, Jim von NSF sieht das ganze derzeit noch nicht so tragisch. Es ist immer noch eine neue Rakete.

  11. Na wenn das so ist wie Daniel das geschrieben hat, dann hat SpaceX ja wohl schon was gemacht um das Problem zu lösen. Also haben sie das Problem ja wohl auch erkannt.
    Das man selbst bei eigener Qualitätskontrolle sowas nicht unbedingt vermeiden kann ist ganz normal, wer hat den die Möglichkeit den Zulieferfirmen in in tiefste Betriebsgeheimnisse reinzuschauen? Das geht nur wenn man alles selber macht, was dann halt ganz schön teuer wird.

    Ich recht zuversichtlich das sie die Probleme immer besser in den Griff bekommen.
    Wenn ich mir Teslar Motors anschaue, sehe ich was für ein Potential in dem Boss drin steckt, war er vorher den ein Besitzer von einem Autokonzern? Nein war er nicht.
    Schauen wir uns doch mal die Ergebnisse bis heute an: Es gibt keinen Hersteller der mehr eAutos herstellt und keiner schafft auch nur die Hälfte der 600km Reichweite. Warum ist das den so? Sind die andern etwa zu Blöde dazu?
    Ich denke der Unterschied ist die Denke mit der Musk an sowas rangeht, er ist einfach nicht automatisch an herkömmlichen Konzepten verhaftet, sondern denkt die komplett neu.
    Das Funktioniert beim Auto offensichtlich viel besser als wie das was die Konkurrenz macht, weil diese zwar schon fähige Leute haben, aber eben nicht komplett frei sind, sondern die Hersteller eben aus der Verbrennungsmotorecke kommen.
    Da beide die Kernkomponenten neu machen, ist Teslar besser weil sie nich an alten Konzepten kleben, die haben sie nämlich nicht.

    Beim Raketenbau ist das aber anders, hier denken sie (Musk/SpaceX) auch unkonventionell, nur sind nicht beide mit was neuem beschäftigt (eAuto), sondern der eine fährt weiter seine zuverlässige Linie und der andere Macht eben was komplett neues (z.B. Wiederverwendung). Beim eAuto machen beide erstmal viele Fehler wegen der neuen Technologie, bei den Raketen die etablierten Hersteller aber nicht. SpaceX aber schon. Das ist der Grund warum ich SpaceX hier auch als „Jung“ bezeichnet habe, zwar sind 12 Jahre für einer Firma nicht wenig, aber die Erfahrung die eine Firma hat, bei der schon 50 Jahre Raketen gebaut wurden, hat vielleicht so ein Problem mit einem Heliumtank schon vor 40 Jahren erkannt und sauber gelöst. Das hat in erster Linie noch nichtmal was mit besseren Prozessen zu tun, sondern einfach mit der langen Erfahrung.
    Nicht das gute Prozesse sowas nicht helfen zu erkennen, aber wenn man schon weiß das bestimmte Komponenten, so nicht, gebaut werden dürfen, ist das um Längen besser.

  12. > der andere Macht eben was komplett neues (z.B. Wiederverwendung)
    So komplett neu ist die aber nicht, und schon die Russen haben bei Buran aus den Fehlern gelernt, die beim Space Shuttle gemacht wurden. Vor allem eins: Daß es deutlich teurer wird als Wegwerfraketen, zumindest bei nur geringen Startzahlen. Wiederverwendung erfordert nun mal höhere Entwicklungskosten, und um die wieder reinzuholen braucht es entsprechende Stückzahlen. Wovon bei der Spaßfirma zwar viel geredet wird, aber nichts zu merken ist.

  13. @Elendsoft:
    Schade, entweder du hast es nicht gelesen, nicht verstanden, oder dein Name ist Programm!
    Ich nehme mal an das erste. Vielleicht liest du dir es doch mal durch und versuchst es nachzuvollziehen.
    Es geht nicht darum wie andere das schon mal versucht haben und gescheitert sind, das ist zwar ein wichtiger Hinweis das es vielleicht nicht einfach ist, aber kein Beweis das es nicht geht!
    Das mit den Elektroauto wurde ja auch nicht erst heute versucht, warum ist den dann bis heute außer Teslar noch keine Firma in der Lage gewesen 600km Reichweite mit einem Serienfahrzeug zu erreichen?

    Genau das ist der Punkt.

    Ich behaupte noch nicht das SpaceX es hin bekommen wird, nur sehe ich das der Gründer von SpaceX mit Teslar schon geschafft hat und habe deswegen die Hoffnung, nicht die Gewissheit, das sie es packen.
    Schauen wir uns doch nur einmal ein paar Fakten an:
    Gleiche Triebwerke in der 1- und 2-Stufe.
    Neun Triebwerke in der 1-Stufe, damit wird es möglich das eine etwas runter geregeltes Triebwerk die fast leere Stufe landen kann, weil das Schubverhältnis halt schon ohne Herunterregelung 1/9 beträgt.
    Sie sind gerade sehr erfolgreich bei der Erprobung der Landeregelung mit den Landebeinen.
    Mal abgesehen vom Shuttle, ist es den schon mal einer Firma geglückt bis zum derzeitigen Stand der Widerverwendungsentwicklung zu kommen?
    Mir fällt da leider nichts ein.
    Negativ reden und schreiben ist leicht, aber ziemlich wenig objektiv.

    Auch ich sehe das die Firma noch Probleme hat, aber mal ehrlich, hatte und hat Europa die mit Ariane nicht auch?
    Wenn ich den Artikel von Bernd hier auf seiner Seite über die Ariane lese, fallen mir gleich mehrere auf. Selbst das Thema Zuverlässigkeit spielt darin eine Rolle, ich glaub ohne das jetzt nochmal nachzulesen, das eines der Triebwerke anfangs nicht gerade zuverlässig war, nachher aber sehr.
    Schaut euch doch mal die Fehler und die Lernkurven der alt eingesessenen Firmen an, die haben alle durch die Bank Lehrgeld bezahlt und das nicht zu knapp.
    Jetzt kommt eine neue Firma her, sagt sie will etwas machen was keiner neuen Firma bis heute wirtschaftlich gelungen ist und diese soll keine Lernkurve benötigen?
    Sorry, dass ist einfach Quatsch, die haben in ihrer Lehrzeit sehr viel mehr Lehrgeld vom Steuerzahler bekommen, wie das was SpaceX jemals bekommen wird.

    Um auf meinen Vergleich aus der Autowelt zurückzukommen. Hier vergleichen einige ein Vorhandenes und ausgereiftes Auto mit Verbrennungsmotor und Getriebe, mit einem neu entwickeltem Elektroauto und meckern rum dass das eAuto vom neuen Produzenten nicht so zuverlässig ist, die Lieferzeiten nicht eingehalten werden usw.

    Gruß, Ulrich

  14. Was hat ein Auto mit Trägerraketen zu tun? Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

    Beim RD-180 kommt jetzt der Bumerang: Die Russen verlangen, daß dieses Triebwerk nicht mehr zum Start von militärischen Nutzlasten verwendet werden darf. Kurzfristig dürfte das zwar die USA treffen, langfristig bewirkt das aber eher, daß der Ersatz durch eigene Triebwerke beschleunigt wird. Dann haben die Russen den Schaden.
    Für Musk könnte es auch teuer werden, wenn er wegen Geschäftsschädigung verklagt wird.

  15. @Bernd: Deine Wünsche werden hier nicht in Erfüllung gehen. ULA wird sich hüten SpaceX mit solch schwammigen Argumenten zu verklagen.

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