Die fehlende Story

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Ich bin gerade bei den Endkorrekturen des neuesten Buchs mit dem Titel: „Curiosity und Phobos Grunt – die neuesten Marssonden“. Insgesamt ist es recht ordentlich geworden, obwohl sich das Buch-Pech fortgesetzt hat. Wie schon beim letzten Buch musste ein Korekturlesern abbrechen, weil er beruflich stark eingespannt ist – die Aufgabe ist ja eine ehrenamtliche und die meisten haben ja noch einen Beruf oder so was wie ein Privatleben. Es ist also nur eineinhalb mal korrekturgelesen. Daneben gab es Verzögerungen, nicht nur bei den Korrektoren sondern auch bei mir. Es hat sich zwar noch jemand gemeldet, aber irgendwie will ich es nach einem Jahr nun endlich vom Tisch haben.

Das Hauptpech ist natürlich dass die eine Hälfte des Sondenpaars seit 7 Monaten auf dem Grund des Pazifiks ist. Ich habe zeitweise überlegt den Teil rauszuschmeißen, aber weil es dann doch nicht so viel vom Inhalt ausmacht (etwa 90 Seiten), habe ich es drin gelassen.

Trotzdem ist es glaub ich gut gelungen. Ich habe alleine 7 Seiten Abkürzungsverzeichnis, ein Kapitel nur über die Grundlagen der Instrumente Kapitel über die bisherige Erforschung des Mars und welche Erkenntnisse man heute über seine Geschichte hat. Aber beim Durchlesen fiel mir dann doch eines auf – es fehlt eine Story. Ohne sie liest sich ein technisches Buch schwer, vielleicht ist auch das in dieser Kritik gemeint. Auch das ISS Buch beginnt ja mit der Geschichte, aber irgendwann muss man dann doch übergehen auf die Technik. Schön wäre es wenn man hier mit der Geschichte weiter machen könnte. Was ging schief? Wo gab es Probleme? Bei den früheren Missionen wie Gemini oder Skylab, kann ich das einflechten. Da gibt es Bücher seitens der NASA über Erfahrungen, aber ach Astronautenbiographien etc. Wahrscheinlich kann man alle Probleme bei der ISS auch nachlesen, wenn man sich 14 Jahre Daily Statusreports durchliest, aber es gibt da nichts in der Art wie bei anderen Projekten. Klar. Die Station läuft ja noch und da ist man eher bestrebt die Probleme runter zuspielen und den Nutzen zu betonen. (Wer sich mal über die Forschung an Bord der ISS erkundigt, weiß was ich meine – wenig gibt es über die genauen Experimente, am meisten noch bei der ESA, aber dafür populär geschriebene Veröffentlichungen was es an Ergebnissen gibt – würde ich denen glauben, dann ist bald Osteoporose und Alzheimer heilbar).

Naturgemäß kann man über eine gerade begonnene Mission keine Story schreiben. Es geht wenn sie abgeschlossen ist und wenn es auch Hintergrundinfos gibt. Spontan fallen mir da Voyager, Galileo und Viking ein. Über alle diese gibt es Bücher die hinter die Kulissen blicken. Bei Curiosity könnte das nur ein Insider also jemand der beteiligt ist oder ein Reporter der viel Zeit für Interviews und ehrliche Antworten bekommt. Ohne Story ist es nur eine technische Beschreibung, außer man schweift ab oder erzählt viel drum herum oder schmückt aus – alles Dinge die mir nicht liegen. Ich habs mehr mit dem Motto „Fakten, Fakten, Fakten….“. Obwohl ich auch gerne Geschichten erzähle. Wer das Gemini, Skylab oder Computergeschichten-Buch hat wird das vielleicht bestätigen können. Sie müssen aber dazu passen.

Ich hoffe ich bin in 2-3 Tagen fertig. So wies aussieht wird der Umfang so bei 320-328 Seiten liegen, das läuft dann auf einen Verkaufspreis von 24,90 Euro raus. Ich habe den Vorschlag bekommen doch Farbseiten einzubauen. Aber ich fand nicht so viele wirklich guten Aufnahmen für die sich Farbe lohnt, und vielleicht denke ich auch falsch, ich will das Buch möglichst bezahlbar haben und ich selbst schaue mir Bilder im Internet an oder installiere sie mir als Desktophintergrund und schaue bei Büchern nicht so auf den visuellen Eindruck. Da jede Farbseite 9 ct mehr kostet und schon 24,90 eine knappe Marge ergibt (aber der Preis ist eben psychologisch wichtig) habe ich wieder drauf verzichtet. Vielleicht sollte BOD mal einen Buchinnenblock mit Farbe zu günstigen Konditionen anbieten. Die Technik einzelne Seiten in Farbe zu drucken ist ja ganz schön, aber eben teuer und da normalerweise 4 Seiten von der Mitte ausgehen zusammen gedruckt werden, wäre ein Mittelblock wohl die bessere Lösung. So kenne ich das auch von vielen Büchern.

Man kann, wenn man Glück hat auch eines gewinnen: Bald steht der 6-Millionste Besucher an. Während ich dies schreibe (21:30, am 16.8) steht der Counter bei 5965558, also noch knapp 34000, das dürften so 25-30 Tage sein bis es soweit ist. Der Besucher sieht dann einen Code und wer ihn mir mailt der hat ein Buch gewonnen.

Danach gehts erst mal wieder ans Programmieren. Zwei Programme warten auf mich. Eines will ich noch dokumentieren und dann auch mal im Blog vorstellen, obwohl man es seit Jahren auf der Website findet und einige leere Verpackungen für die „Was ist drin Rubrik“ habe ich hier auch noch liegen, auf jeden Fall, mal nichts mit Büchern, auch weil ich nun seit März von einem zum nächsten gekommen bin, zwei fertiggestellt und eines im Rohmanuskript habe. Es ist Zeit für eine Pause. Wenn’s nach meiner Mutter geht sollte ich das ja ganz lassen. „Wer kauft die eigentlich“, höre ich immer, wenn ich sage dass ich dran schreibe. Wenn ich mir die Verkaufszahlen anschaue, denke ich hat sie auch langsam recht ….

Mich wundert noch dass es so wenige Antworten beim letzten Blog gab. Habe ich da einige verschreckt? Oder landen jetzt einige Gastblogs über persönliche Visionen im Mailfach? Also für alle die anders als ich noch eine Vision haben dieses Lied:

One thought on “Die fehlende Story

  1. Wird es eine Fobos-Grunt 2 Mission geben? Immerhin war die Sonde ja angeblich versichert — unüblicherweise für eine Planetenmission, da man ja meist neben der Sonde auch gleich das günstige Startfenster verliert.
    Dann wäre noch nicht aller Tage Abend…und eine einzigartige Story hätten wir auch!

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