Preisend mit viel schönen Reden …

Letzte Woche kam in meinem Sender SWR1 die alljährliche Hitparade. Weil sie jedes Jahr kommt, denke ich immer „- überflüssig, braucht man nicht“. Die ersten beiden waren was besonderes. Die erste, weil bei der Top 1000X nur zwei Moderatoren 5 Tage hindurch gesendet haben, also jeder 12 Stunden Schichten hatte. Sie wollten einen italienischen Rekord toppen und haben den gleich um über 500 Titel gesteigert (von 1001 auf 1555). Die zweite war ein Jahr drauf die Top 2000D, gemeinsam von Radio DT64 und SWR1, wenige Wochen bevor sich die DDR auflöste. Sie war mit 2002 Titeln die Längste. 12 Tage lang gings. Weil die DDR irgendwie einen anderen Musikgeschmack hatten haben es damals viele aktuelle Titel in die ersten 100 geschafft, wo sich bei SWR1 Hörern vor allem Lieder aus den siebziger und achtziger tummeln. Ich habe beide Hitparaden verfolgt und kam bei der ersten in die Bredouille als die Kassetten zuende gingen ob ich nochmal welche kaufe oder nicht. Bei der zweiten war ich besser vorbereitet. Tja der MP3Download von 1989 war der Kassettenrecorder und wann kommt sonst mal ein langes Lied wir „Time“ oder „Shine on your crazy Diamond“ von Pink Floyd in voller Länge? Erstaunlicherweise war ich mit der Qualität zufrieden. In der Regel hatte ich aber jedes Lied mehrmals, schon alleine weil öfters jemand dazwischen sprach oder ein Jingle kam. am meisten hasste ich wenn ein Leid kam das ich schon immer mal aufzeichnen wollte und der Moderator redete während das Lied schon abgespielt wurde ….

Aber ich schweife ab. Die Hitparade war trotzdem schön und es gab mal endlich eine neue Nummer 1, nicht mehr Stairway to Heaven sondern Bohemian Rhapsody. Find ich auch besser. Wie immer waren einige schwäbische Lieder hoch platziert, auch weil man sie sonst im Radio kaum hört. Mundart hat es bei uns schwer, ich glaube das gilt nicht nur für Schwaben. Die einzigen Musiker die mir einfallen, die über Mundart erfolgreich sind BAP. wobei die auch immer mehr hochdeutsch gesungen haben. Die ersten Lieder hat wohl außerhalb von Kölln keiner verstanden. Was so an Bayrisch bei volkstümlicher Musik kommt, ist zumindest keine Mundart sondern eben „bayrischtümlich“. Ich habe auch einen neuen Ohrwum gefunden. Ich nehme an die meisten werden damit nichts anfangen können, zumal das Lied auch ziemlich dick aufträgt. Aber das muss so sein bei einer Hymne und das ist die Schwabenhymne. Es gibt natürlich noch eine Württemberger Hymne die fängt mit dem Titel des Blogs an und stammt von Justinus Kerner (wem auch sonst). Die Badener haben übrigens auch eine, die war sogar noch besser platziert. Allerdings keine badischen Lieder. Für alle außerhalb des Ländles: Badener und Scwaben haben ein etwas angespanntes Verhältnis. Während ich keine Schaben kenne die etwas gegen Badener haben, haben die Badener keine so gute Meinung von den Schwaben.

So hier mein letzter Ohrwurm:

http://www.youtube.com/watch?v=PSIAxi0NHfE

Beim Suchen nach anderen Liedern fand ich auch ein Video der deutschen Welle, also nicht gerade einem US-Sender sondern einem, der Kultur und Deutschland vermitteln soll und da heißt die Sendung „Geman cooking for beginners: Swabian Ravioli with braised Onions“. Ich konnte mir schon denken was es war. Und natürlich es waren Herrgottsbscheiserle, für Reigschmeckte auch Maultaschen genannt. Immerhin nicht mit der Unsitte viel Spinat rein zu tun oder das fleischerne Zeug das man fertig abgepackt kaufen kann. Aber Leute: „Ravioli“. Das ist nicht gerade italienische Novell Cusine. Ich kenne Ravioli nur als geschmackslose Teigtaschen in Tomatensoße, so ziemlich das letzte was ich essen würde bevor ich verhungern würde. Und als so was bezeichnet ihr Maultaschen? Vor allem reden die im ganzen Spot auch von Ravioli. Ich wette der Spot wurde von Badenern produziert 😉

http://www.youtube.com/watch?v=VVPS-Wg2VZc

Dann bekam ich noch eine Mail von der ESA, ich hätte Bücher herausgebracht und ob ich denn die Bilder veröffentlichen dürfe. Natürlich darf ich, denn ich habe schon beim ersten Buch mich erkundigt und die Regeln der Kennzeichnung immer eingehalten. Das war schnell zu klären. Was mich aber mehr erstaunt. Aufhänger war das ATV Buch. Das ist nun ja schon vor 5 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wird. Die Reaktion kam genau einen Tag nachdem ich als ich meine Daten zu den ATV aktualisieren wollte, nach den veröffentlichten Orbitanhebungen nur rund 800 kg von 2400 kg Reboosttreibstoff verbraucht wurden und da stellte ich mal eine Frage im Blog (anders geht es bei der ESA ja nicht, denn Kontaktadressen gibt es auf keiner einzigen Seite). Siehe da dann wird man aufmerksam, das ein Buch gibt. Anstatt sich darüber zu freuen will man aber die Genehmigung zur Bildverwendung sehen. Dabei steht bei jedem Bild doch dran „credit des Bilds: ESA“, wenn man also Weiß das ich Bilder verwendet habe, dann sollte man dann doch erkennen, das sie nach den Vorschriften korrekt gekennzeichnet sind.

2 thoughts on “Preisend mit viel schönen Reden …

  1. Betrift: Ravioli: Man muss ja keine Dosen-Ravioli nehmen, sondern kann sie sich ja auch selber machen. Ein Rezept für den Teig und die Fleischfüllung sowie einer passenden Sosse dürfte in jedem Grund-Kochbuch zu finden sein, ansonsten wandelt die „Schwäbische Hausfrau“ (und jeder andere kluge Mensch) das Rezept für Maultaschen entsprechend ab…

    Was die Sache mit den Bildern von der ESA angeht, so erinnere ich mich da an einen ähnlichen Fall aus der „New-Ecconomie“-Ära oder sogar noch davor. Da war eine junge, aufstrebende Softwarefirma, deren Belegschaft zur stärkung und gegen den kleinen Hunger zwischendurch die Produkte einer Bayrischen Grossmolkerei (EG BY 718) konsumiert hat. Das haben sie auch irgendwo auf ihrer Homepage gross und breit verkündet, und nebenbei noch das Logo der Molkerei dazu gesetzt. Das hätten sie besser nicht tun sollen, denn das brachte ihnen eine Klage von besagter Molkerei ein, die der Ansicht war, das sei unzulässige Verwendung einer fremden Marke, also ein Verstoss gegen das Markenrecht. Den Einwand, dass das doch auch Werbung für die Firma wäre, wollte sie nicht gelten lassen. Leider weis ich nicht, ob es zu einem Prozess kam und falls ja, wie der ausgegangen ist. – Okay, der Fall ist etwas anders aber über Urheber- und Verwertungsrechte streiten sich die beteiligten und mehr oder weniger Betroffenen Gruppen ja schon seit Jahren…

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