Neues von der Wetterstation

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Ich hatte ja schon mal im Blog angekündigt, dass ich mal ein Hardware Projekt anfangen will – man muss dazu sagen, dass ich zwei Linke Hände habe und besonders schlecht sehe, deswegen habe ich bisher immer um fummelige Hardware einen Bogen gemacht.

Ich wollte eine Wetterstation, allerdings kein 30 Euro Discountgerät ,das nur einige Werte anzeigt, sondern eines das die Messwerte laufend protokolliert ohne das man sie dauernd abfragen muss.

Das setzte die Hürden hoch. Nur Werte zu erfassen und über Netzwerk zu transferieren hätte noch ein Arduino geleistet, doch mit dem Protokollieren wärs nur gegangen wenn man einen mit großem Speicher nimmt oder SD-Slot wobei man wenn man die auf dem PC ausliest wiederum aufpassen muss, das der Arduino nicht draufschreibt. Dazu kam, dass ich als ich nach Sensoren suchte jede Menge fand – zu viele und ob die auch alle passen oder ansprechbar sind? Kurzum. Das war nicht das was ich wollte.

Über die ct‘ fand ich dann Tinkerforge. Die Firma hat einen interessanten Ansatz: Ein Microcontroller „Master-Brick“ überwacht bis zu 4 angeschlossene Geräte „Bricklets“, das können Sensoren sein von Einfach bis zu GPS, aber auch Aktoren, Relays, Motoren oder LCD. Mehrere Bricks kann man verbinden wenn man mehr als 4 Geräte hat und es gibt auch Erweiterung für weitere Fähigkeiten wie Wlan. Die Auswahl an Sensoren ist dann eingeschränkt auf die die Tinkerforge anbietet das sind aber auch Temperatur, Druck, Feuchtigkeits- und Lichtsensoren.

Angeschlossen und mit dem Strom versorgt werden sie über USB. Sie geben sich dann als Geräte aus die man über Port 4223 ansprechen kann. Wenn man eine Wlan Erweiterung hat, dann kann man sie auch direkt übers Internet anbinden oder eben über einen Computer der an sie angeschlossen ist.

Dort entdeckte ich eine Wetterstation als Kit und die sollte man auch über den Raspberry Pi ansprechen können. Da ich gerade das Modell 2 in Betrieb habe, ist das Modell 1 etwas arbeitslos. So war auch für das eine Lösung gefunden und netterweise kann man die API auch in Lazarus/Delphi aufrufen. Und Lazarus gibt es auch für den Raspberry Pi.

Also habe ich sie mir mal bestellt – mit 120 Euro nicht ganz so billig. Der Zusammenbau war einfach, Zusammenstecken und mit Schrauben fixieren – in einer Viertelstunde erledigt. Schnell konnte ich auch den Brickviewer und Brickdämon installieren über den die Geräte angesprochen werden. Beim Raspberry blieb der Viewer verschollen, aber der Dämon taucht in der Preisliste auf und der ist der wichtige. Der Viewer ist nur eine visuelle Oberfläche für Tests und zum Auslesen der UID, die braucht man für die API. Jedes Bricklet hat eine eigene dreistellige UID.

So habe ich in den letzten Tagen an einer Anwendung geschrieben. Vorerst nur in Delphi auf dem PC. Se besteht aus einer visuellen Oberfläche in der man alles einstellen kann (knapp 20 Parameter sinds) und einer nicht visuellen Komponente die periodisch Daten liest, zwischenspeichert und in einem wählbaren Intervall eine CSV Datei und eine Webseite mit Bildern und einer Tabelle erzeugt. Unter http://www.bernd-leitenberger.de/wetterstation könnt ihr euch das mal ansehen.

Die API ging eigentlich problemlos. Die meiste Arbeit hatte ich beim Entwerfen der Routinen für das Zwischenspeichern und dem Erzeugen von Grafiken – ein Chart das es als Komponente gibt wollte ich nicht nehmen, da das bei mir in anderen Programmen wenn ich es häufig nutze irgendwann mal Laufzeitfehler bringt und die Routine sollte ja später dauernd laufen. Dann kamen noch ein paar Probleme, die auftraten wenn der PC in den Ruhezustand ging – wie das beim Raspberry wird weiß ich noch nicht. Mein Raspi hat zumindest nach längerer Inaktivität nichts mehr am Monitor angezeigt und auch nicht auf das Keyboard reagiert. Aber in Foren finde ich das er gar keinen Standby Modus hat.

Der nächste Schritt ist nun eine Konsolenanwendung für den raspberry, die die Konfiguration die man mit der visuellen Oberfläche erstellt einlädt. Dann braucht man die visuelle Komponente nur noch zum Einstellen.

Was mich als die fertige Wetterstation sah, störte war das sie anstatt einem Temperatursensor ein LCD-Feld hat. Dessen Nutzen halte ich für begrenzt, denn um was darauf anzuzeigen braucht man einen PC. Wen ich den aber schon angeschlossen habe (selbst wenn es nur ein Raspberry ist), dann kann der das Wetter auch gleich auf den eigenen PC übertragen.

So werde ich noch einen Temperatursensor nachbestellen müssen.

2 thoughts on “Neues von der Wetterstation

  1. So, seit heute Nachmittag macht die Ausgabe eine Consolenanwendung von Lazarus unter Windows. Es gab einige Probleme weil das Verhalten von Lazarus ein anderes als bei Delphi ist und ich für den FTP Zugriff andere Komponenten einsetzen, aber nun läuft es. Ich hoffe es morgen auf den Raspi übertragen zu können. Vorher will ich es aber mal unter windows laufen lassen, inbesondere mal über den Tageswechsel um Mitternacht den Fall habe ich bisher nämlich noch nicht getestet.

  2. ich habe ein Gerät von TFA Dostmann, dort findest du oben unter Produkte eine ganz Reihe solcher Geräte, mit den unterschiedlichsten Ansprüchen.

    Die Luftfeuchtigkeit innen, finde ich schon gar nicht so schlecht, dass man doch in der Heizperiode (meist Winter) schauen kann, ob die relative Luftfeuchte zu niedrig ist. Soll sie doch für das Wohlbefinden nicht zu niedrig sein.

    Mein Gerät hat noch ein lustiges Männchen, welches je nach Wetter sich entsprechend kleidet. Lachen Mond- und Sonnenzeiten sind auch schön dargestellt.

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