SpaceX – Nachlese vom Juni

Inzwischen gibt es wieder genug Neues von der Firma PlatzX (wir wollen ja korrekt übersetzen, nicht wie Eugen Reichl, der aus „commercial“ in Mike Pences Ankündigung des Artemisprogramms ein „privat“ in seinem Artikel in der SuW 7/2019 gemacht hat).

Fangen wir mit den positiven Nachrichten an: Die Falcon Heavy ist zweimal in einem Halbjahr geflogen und hat damit ein Drittel ihres Auftragsvolumens abgearbeitet! Das ist doch eine Leistung, Ein Drittel der Aufträge in nicht mal vier Monaten! Nun ja es sind eben nur sechs Aufträge und der nächste findet nun nicht vor Ende 2020 statt.Der Kunde, die Air Force musste auch nur vier Jahre auf den Start warten. Ja bei PlatzX muss man Geduld haben. Erinnert mich irgendwie an die Zeit als Computer angekündigt wurden die dann nie oder nur verspätet erschienen. Wobei vier Jahre ja sogar den Rekord von Windows 1.0 übertreffen, das nur zwei Jahre nach dem angekündigten Termin kam.

Aber danach braucht man die Falcon Heavy nicht mehr, denn schon 2021 wird Starship (so heißt nun die zweite Stufe der BFR) fliegen. Und dann gibt es die alten Raketen sowieso nur noch für Kunden die nichts anderes wollen. Da dies dann nach Musks Angaben zehnmal preiswerter als eine Falcon 9 sein wird, also bei 100 t LEO und 20 t GTO Nutzlast weniger als ein Falcon 9 Start kosten wird (die ja nur ein Fünftel der Nutzlast hat) wird eine so teure Rakete wie die Falcon Heavy der Vergangenheit angehören, denn die Air Force zahlte für einen Start 150 Millionen Dollar. Wenn die Prognose von Musk so umgesetzt wird, wird die BFR nur 30 Millionen kosten.

Schauen wir uns mal die Statistik an. Es gab im ersten Halbjahr acht Starts, davon nur zwei in den GTO, das waren bisher die meisten Einsätze. Im ersten Halbjahr 2018 waren es noch 12 Starts. Es geht, wie ich schon vor Monaten prognostiziert habe, bergab. Aber das wird sich nun ja ändern. Wenn PlatzX schon keine Aufträge mehr hat, dann startet man eben eigene Satelliten. Das muss man auch. Denn weniger als zwei Monate nach dem Start des ersten Batches von 60 Stück sind schon nach dem Start gleich drei ausgefallen und blieben in 440 km Höhe. Auch von den anderen 57 haben nur 45 die Nennorbithöhe erreicht, was meiner Ansicht nach auch für Probleme mit den anderen 12 Satelliten spricht. PlatzX bestätigte, dass fünf noch nicht die Zielhöhe erreicht haben und weitere fünf immer noch in 440 km Höhe „getestet“ werden. PlatzX ist zufrieden. 95 % wären gut genug, nun ja 75 % wenn man die mitzählt. die nun schon in dieser frühen Missionsphase Probleme haben. Die drei würden nun passiv verglühen (aktiv geht wegen des abgerissenen Kontakts ja nicht). Bei 440 km Höhe auch nicht tragisch, doch 5 % oder gar 25 % der 7518 geplanten Satelliten in 1000+ km Höhe deorbitieren nicht passiv und das sind dann 375 bis 1900 unkontrollierte Schrottobjekte. Juckt Musk nicht. Funktionierende Satelliten zu starten, ist so, wie funktionierende Raketen starten – PlatzX bessert inkrementell nach.

95 % ist eher schlecht. Trägerraketen haben schon lange eine Zielzuverlässigkeit von mehr als 95 % und sie gelten eigentlich als der riskanteste Teil einer solchen Unternehmung, nicht das Inbetriebnehmen im Orbit. Aber wie immer hat eben PlatzX eine andere Vorstellung als der Rest der Industrie. Die hat nun Sorgen über unzählige neue Weltraumschrottsatelliten. Musk: „“It’s possible that some of these satellites may not work, and in fact [there’s a] small possibility that all of the satellites will not work,”. Das soll sich mal irgend jemand anders leisten. Egal ob es im Space-Business ist oder woanders. Nehmen wir mal an VW würde sagen „Von unserem neuen Auto werden wohl einige Wagen nicht funktionieren, es gibt die kleine Chance das alle Wagen nicht funktionieren“. Die Firma könnte zumachen.

[Edit] Wenn der Anspruch von PlatzX bei den eigenen Satelliten auch für ihre Crew-Dragon gilt, dann hat die NASA ein Problem. Denn keine Reaktion im Orbit kann man ja mit völligem Versagen, bei der bemannten Raumfahrt Loss of Crew (LOC) gleichsetzen und die anderen Probleme mehr oder weniger mit Loss of Mission (LOM). Demnach haben die starlinks ein LOC von 1:20 und ein LOM von 1:5. Das ist ungefähr um den Faktor 10 schlechter als bei Apollo, das sich gerade zum 50-sten Jahr jährt und zeigt deutlich was rauskommt wenn Kommerz regiert.

Ganz besonders beliebt haben sie sich bei den Astronomen gemacht, denn die Satelliten sind leuchtend hell. Klar, es waren schon immer Satelliten sichtbar und es gab auch das Problem mit dem Iridium-Blitz, wenn die flachte Antenne eines Irdium-Satelliten von der Sonne beleuchtet wurde konnte das einen Blitz verursachen. Doch die Starlink Satelliten haben jetzt schon  ganze Aufnahmen ruiniert, die das linke Bild des Lowel-Observatoriums zeigt. Dabei sind nur 1/200 stel der Satelliten im Orbit. Reaktion von Musk: Die Zukunft gehört sowieso den Weltraumobservatorien. Super-Idee!! Nach dem Verursacherprinzip muss dann SpaceX für jedes beeinträchtigte Großteleskop auf der Erde (sagen wir mal ab 2 m Durchmesser) auf eigene kosten ein Weltraumteleskops ähnlicher Leistung bauen und starten. werden sie natürlich nicht. Es zeigt aber wie man dort denkt: nämlich gar nicht. Satelliten bauen die gleich nach dem Start ausfallen, nicht mal grundlegende Techniken zur Reduktion des Schadens der Allgemeinheit werden eingesetzt.

Immerhin müssen sie sich noch sputen. Wollen sie doch innerhalb eines Jahr 1.000 bis 2.000 Satelliten starten. Das sind 18 bis 36 Starts, also mindestens alle drei Wochen einer. Die letzten sieben Wochen gab es keinen Start, also beeilt euch mal. Sonst verliert ihr zum erneuten Male wieder eine Wette.

Netterweise helfen die Kunden PlatzX dabei´, indem sie keine Starts mehr buchen. Das Launch Manifest weist heute (1.7.) noch 36 zukünftige Missionen aus. Anfang des Jahres waren es noch 42, vor einem Monat (28.5) noch 39 – das heißt es müssen sogar Kunden abgesprungen sein, denn seitdem gab es nur zwei Starts. 21 der Starts sind Regierungsaufträge, betrachtet man das davon 15 Starts der Dragon sind, die mit 200 Millionen Dollar viermal teurer als ein Falcon 9 Start ist (dessen Preis bei Wiederverwendung nun bei 50 Millionen Dollar leiert) so liegt der Regierungsanteil nun bei einem Rekordhoch von 83 % (90 Millionen Dollar für die anderen sechs Starts für NRO/NASA und 50 Millionen für die 15 kommerziellen Starts angenommen). Den Trend seit Jahresanfang fortgeschrieben (acht Starts, nur zwei neue Aufträge) müsste das Launchmanifest in 3,5 Jahren bei Null angekommen sein. Gut, dann hat SpaceX ja auch ein neues Raumschiff am Start und beschäftigt sich nur noch mit sich selbst und Starlink. PlatzX die erste Raumfahrtfirma die keine Kunden mehr braucht und sich alleine unterhält!

Aber obwohl PlatzX am Regierungstropf hängt, verkündet man das Heil das nun mit dem Starship kommen soll. Woher allerdings das Geld (Musk schätzte die Entwicklungskosten auf > 5 Milliarden Dollar und die müsste man nun in zwei Jahren investieren) herkommen soll lies er offen.

Auch sonst glänzt PlatzX mehr durch Widersprüche, eigentlich nichts Neues, weshalb ich vorschlage Musk soll seine Firma in ParadoX umtaufen. Passt viel besser. Wie bekannt wurde, wollte PlatzX die Nutzlastverkleidung der Atlas von Ruag Space kaufen. Wer ein gutes Gedächtnis hat erinnert sich noch wie Shotwell sich mit dem Argument, die Falcon 9 wäre eine „All American“ Rakete anbiederte und gerade auf diese von der Schweiz produzierte Nutzlastverkleidung und das russische RD-180 verwies. Nun will man sie selbst nutzen?

Komisch, vor allem weil es ja Bergungsversuche der derzeitigen Verkleidung gibt. Was man weiß ist das sie im Verhältnis zur Rakete relativ teuer ist. ULA wehrte sich dagegen, weil sie die Verkleidung als intellectual Property ansehen. So ganz verständlich ist mir das nicht. Der Artikel erwähnt zwar das man diese Verkleidung für bestimmte Nutzlasten braucht. Aber innerhalb ULA gelten Delta und Atlas als austauschbar, mit Ausnahme der Delta Heavy. Die Delta hat eine Fairing von 5,13 m Durchmesser, also noch kleiner als die der Falcon von 5,20 m. Die 20 cm mehr der Atlas (5,4 m) machen nicht den großen Unterschied. Nur bei der größten Version der Verkleidung ist auch der Platz für die Nutzlast mit 16,48 m größer als bei SpaceX. Die Frage ist für mich nur, warum man dann nicht die eigene Verkleidung verlängert. Hat man bei anderen Raketen ja auch so gemacht. Ich sah immer die Begrenzung der Höhe als eine Folge der „Spargelrakete“ an. Zumindest war dies bei anderen Trägern so. Die Lasten durch Schwerkräfte sind um so größer, je länger ein Träger ist. Doch die Atlas Verkleidung, die ja auch die komplette Centaur umgibt, ist selbst in der kleinsten Version 20,7 m lang. Die kleine Verkleidung dürfte vor allem bei der Falcon Heavy ein Problem sein. Für große Satelliten ist sie zu klein und die von der Nutzlast her möglichen Doppelstarts gehen so auch nicht.

Also erneut ein Paradoxon: man ist angeblich billiger und besser als andere weil man alles wiederverwendet auch Verkleidung und will dann doch von der Konkurrenz die Verkleidung.

Immerhin haben sie durch Protest und Lobbyismus einen 500 Millionen Dollar Auftrag gewonnen nachdem die USAF Förderaufträge vergeben hatten und sie nicht dabei waren – offizielle Begründung – sie müssten ja nichts entwickeln sondern haben schon einsatzfähige Raketen. Ist nicht neu. Die meisten Aufträge seitens des DoD haben sie bisher vor Gericht erstritten. Das Dod weiß anscheinend ganz genau was PlatzX für eine Firma ist. Derzeit läuft auch noch ein anderer Prozess, denn sie vom GAO bewusst auf den Court of Federal Claims verschoben haben. Der Grund: Die GAO informiert deutlich mehr über die Klagen. Seit Jahren investiert daher SpaceX immer mehr in Geldzuwendungen fr den Kongress, der diese Entscheidungen dann wie diesen Monat wieder kippt. Dagegen sinken sie bei ULA seit Jahren. Wenn man schon auf legalem Wege keine Aufträge bekommt dann eben mit Bestechung und Prozessen.

Schlagzeilen anstatt Starts, Geheimniskrämerei, Widersprüche, Falschaussagen, Prozessieren gegen den Hauptkunden und vollmundige Versprechungen – ein PlatzX-Monat par exellance.

58 thoughts on “SpaceX – Nachlese vom Juni

  1. Diese Aussage von Musk “It’s possible that some of these satellites may not work, and in fact [there’s a] small possibility that all of the satellites will not work,”, ist ja so nicht ganz falsch und wird daher vermutlich von seinen Fanboys gefeiert werden, so wie auch die Namen und Bezeichnungen z.B. der Bergungsschiffe und so weiter schon immer starke Anlehnungen an irgendwelchen Sc-Fi-Kram waren und deshalb viele Nerds das bejubeln.

      1. Apropos Namen:

        Auf Reddit gibt es ja eine SpaceX Kritikerin, die es in Diskussionen nicht zulässt, dass man die Rakete „Starship“ nennt. (Sie ist etwas asbergerisch.)

        Grund: Die mögliche Abkürzung des Namens……

      2. Ich wollte damit eigentlich eher ausdrücken, dass ich vermute, das Musk sehr genau weiß, vermutlich aufgrund seiner eigenen Prägung, wie er seine Nerd-Fanboys bei der Stange hält. Irgendwelche Dinge nach Sc-Fi und/oder Comics zu benennen und dann solche etwas flapsigen aber streng genommen nicht falsche Aussagen sind da schon geeignet.

  2. Ich bin zwar kein großer Freund von SpaceX, aber ich freund von unverfälschten Statistiken. Es wäre schön gewesen, wenn die beiden Lobbyismus Grafiken die gleiche Skalierung benutzen würden. Ist einfach besser zu vergleichen. Dann sieht man eher, dass ULA auch ein Lobbyverband ist und mehr „investiert“ hat als SpaceX, also deren Kritik nicht ganz unberechtig war… zumindest war. ab 2018 hat sich das Bild dann gedreht.

      1. Okay, dann nutzen Sie also einfach schlechte Quellen. Super Entschuldigung! Wenn ich während meines (nun schon einige Jahre zurückliegenden)Studiums zwei derartige Grafiken zum Vergleich zweier Unternehmen benutzt hätte, hätte mein Prof mir (zurecht) die Leviten gelesen.

        Im Übrigen scheint auch beim x-ten SpaceX Post noch nicht zu Ihnen durchgedrungen zu sein, dass es einen Unterschied zwischen Kosten auf der einen Seite und Preis auf der anderen Seite gibt.

        Woher kommt nur der Hass Herr leitenberger, woher???

        1. So ein Kappes. Nur weil die Skalen zweier Diagramme, aus unterschiedlichen Artikeln, nicht aufeinander abgestimmt sind ist also die Quelle schlecht?
          Abgesehen davon, dass es sich hier um einen Blog, als Essenz der Gedankengänge des Autors, handelt und nicht um eine wissenschaftliche Arbeit, sollten Sie in ihrem Studium dann auch gelernt haben zwei Diagramme miteinander zu vergleichen.

          Es hört sich eher danach an als wollten Sie dem Blogautor hier zwanghaft einen Strick daraus drehen.

          Woher kommt dieser Hass Herr greyfalcon, woher???

  3. Bernd, Du scheinst ein Experte in Bezug auf Rumfahrt zu sein, nur bei SpaceX versagt Dein Sinn für ausgewogene Berichterstattung.
    Ich vermute das liegt daran, dass Du vor Jahren prophezeit hast, dass die Firma blad keine Kunden haben und pleite sein wird, was aus dem Blickwinkel Deiner Berichte erstaunlich lange dauert.
    Heute gibt es vor allem einen Weg Elon Musk zu kritisieren: Vergleich dessen, was er sagt und dem, was die Firma liefert. Mich persönlich interessiert das Erste gar nicht mehr, weil ich aus Erfahrungen lernend weiß, dass die Ansagen von Musk oft gar nicht, oder sehr viel später erreicht werden als angekündigt. Mir ist das allerdings egal, für mich zählt das, was die Firma leistet im Vergleich mit anderen Firmen.
    Die aktuell stärkste Rakete die die Menschheit zur Verfügung hat ist die Falcon Heavy, gebaut von SpaceX. Du suggerierst ständig, dass diese Rakete keinen Sinn, keinen Markt hat etc.
    Ich habe mich gefragt ob das, was Du schreibst Sinn ergibt, und habe die Falcon Heavy mit der aktuell Zweitstärksten Rakete verglichen, die die Menschheit zur Verfügung hat: Delta IV Heavy.
    Hier die Angaben zu den ersten Starts der Delta IV Heavy:
    Erstflug: 21. Dezember 2004
    Zweiter Flug: 11. November 2007
    Dritter Flug: 18. Januar 2009

    Jetzt die Falcon Heavy:
    Erstflug: 6. Februar 2018
    Zweiter Flug: 11. April 2019
    Dritter Flug: 25. Juni 2019

    Mit anderen Worten, für die ersten drei Flüge brauchte Delta Heavy über vier Jahre, die Falcon Heavy weniger als 1,5 Jahre.
    Im Verglich mit der zweitgrößten Rakete sieht Falcon Heavy also bisher besser aus.
    Natürlich kann man stattdessen mit Windows oder VW vergleichen, seriös ist das meiner Meinung nach nicht.
    Was Starlink betrifft: Natürlich geht SpaceX dabei inkrementell vor, beim Erschließen neuer Märkte ist das oft die einzige erfolgsversprechende Vorgehensweise.
    In der bisherigen Höhe ist es auch nicht so problematisch, ohne ständige Erhöhung der Flugbahn werden die ausgefallenen Satelliten innerhalb weniger Jahre in der Erdatmosphäre verglühen. „Aktives Verglühen“ (was auch immer Du damit meinst) ist bei so leichten Satelliten heute ohnehin nicht üblich, oder hast Du dazu andere Informationen?
    Am lustigsten finde ich allerdings den folgenden Satz: „Wenn man schon auf legalem Wege keine Aufträge bekommt dann eben mit Bestechung und Prozessen.“ Bist Du also der Meinung, dass der Weg über Prozesse nicht legal ist? Bist Du sicher, dass Du die Bedeutung des Wortes „legal“ kennst? Ich glaube den eigentlichen Sinn der Worte „Prozess“ und „Bestechung“ verstehst Du auch nicht, oder?
    Eigentlich müsste es gerade Dir bekannt sein, dass gerade ULA durch überhöhte Preise immer wieder aufgefallen war, aber das hast Du erfolgreich verdrängt, oder?

    Viele Grüße
    Simon VR

    1. Ich habe nie behauptet das die Firma keine Kunden bekommt und pleite wird. Da alles hier veröffentlichbar ist kannst Du gerne danach suchen. Ansonsten läuft das wie bei den Leuten in Raumcon-forum: sie unterstellen mir Behauptungen die ich nie gemacht habe. Bisher habe ich alle Wetten gegen SpaceX bis auf eine gewonnen. Wenn Du was über mich behauptest dann bitte beweisen. Alle meine Behauptungen sind ja auch mit Links unterlegt.
      Bei Vergleichen sucht sich jeder das raus was ihm passt. Wenn ich die größte Rakete Saturn V nehme die jemals gebaut wurde ist der Vergleich schon ein anderer ebenso, wenn Du deine Statistik nur um einen Start weiter ausdehnst.
      Der Vergleich ist so ein typischer SpaceX- Verglich von Apfel mit Birnen. Die Falcon Heavy wurde niemals kommerziell angeboten und das US-Militär nutzt sie auch nur selten. Vergleiche also doch mal mit einem kommerziell angebotenen Träger der wie die Falcon heavy einen vorherigen desselben Anbieters ergänzt, z. B. Ariane 5 die Ariane 4 ergänzt hat und seine Statistik sieht nicht mehr so toll aus. Erst recht wenn man noch die 6 Jahre Verzögerung bis zum Jungfernflug hinzunimmt.
      Wo sind in deiner Statistik denn die Kunden die inzwischen zur Konkurrenz abgewandert sind?

      1. „Die aktuell stärkste Rakete die die Menschheit zur Verfügung hat“

        Oh, man, hier glaubt scheinbar immer noch jemand an den 60 Tonnen Unfug. (Das ist nämlich aus struktrullen Gründen nicht möglich ,wurde hier ebenfalls schon xmal besprochen. Und das kann nicht von bernd, sondern von Hans Koenigsmann von SpaceX selbst.)

        Aufgrund des Nutzlastadapter sind es aktuell so um die 10 Tonnen (GEO), oder seh ich das falsch, Bernd?

          1. Echt die Ariane 5 packt 28t in den LEO?
            Alles was ich immer zu Ariane 5 und 6 in den LEO gefunden hab war nur wenig mehr als 20t.

        1. Bei „Die aktuell stärkste Rakete die die Menschheit zur Verfügung hat“ habe ich eher in Bezug auf GTO, GEO, LTO gedacht. Auch für weitere Erkundungsmissionen, wie z.B. zum Jupiter-Mond Europa könnte die Falcon Heavy schwerere Raumsonden transportieren als andere derzeit verfügbaren Raketen.
          Bei LEO ist höchstwahrscheinlich die Delta IV Heavy aktuell die stärkste Rakete. (Übrigens um in dieser Kategorie den Erstplatz zu übernehmen wären aktuell nicht 60, sondern 29 Tonnen nötig).
          Viele Grüße
          Simon VR

          1. Leo, Gto und Geo sind alles unterschiedliche Geschwindigkeitsanforderungen. Bei zweieinhalb Stufen ist die Nutzlastabnahme bei beiden Falcons sehr hoch. Nimmt man nur die Website-Zahlen dann sinkt die Nutzlast von 22,2 t in den leo über 8,3 t in den GTO zu 4 t zum Mars. Zum Vergleich: Ariane 5: 21 t -> 11 t -> 6 t. Das gleiche gilt auch für die Falcon Heavy. Sie hätte z.B. die Parker Solar Probe die von einer Delta IV Heavy gestartet wurde nicht befördern können, da bei beiden Falcons die etwa 5 t schwere Zweitstufe zu der Nutzlast hinzukommt.

            Was Vineyard meint ist das die Raketen nach Users Guide Nutzlastbeschränkungen haben. Das liegt daran, dass es sehr schlecht ist wenn SpaceX die Kernstufe auf 70 t Nutzlast auslegt, bei der Falcon 9 aber niemals über 20 t transportiert. Das Zusatzgewicht um diese Lasten zu tragen ist aber in jeder Stufe verbaut und würde die Nutzlast in jeden Orbit um mindestens 1 t, eher 1,5 t absenken.

      2. Es ist schön Deinen Satz „Ich habe nie behauptet das die Firma keine Kunden bekommt und pleite wird“ schwarz auf weiß zu haben. Ich habe den Eindruck, dass man jeden Deiner SpaceX-Einträge genau so zusammenfassen kann, aber das ist natürlich nur meine persönliche Empfindung. Vielleicht verstehen andere Leser Deine SpaceX-Artikel anders, wer weiß…
        Was die Vergleiche Betrifft bin ich der Meinung, dass man objektiv gesehen die Startquote von Falcon Heavy am besten mit Delta Heavy vergleichen kann. Verglich mit Saturn V ist… lustig. So ein typischer Bernd-Leitenberger-SpaceX-Vergleich. Auf der einen Seite eine Rakete, die mit der Anstrengungen und fast unbegrenzten Mitteln einer Supermacht entwickelt wurde, um dem damaligen Erzfeind zu zeigen, wer der fortschlichtere ist, ohne Rücksicht auf die Kosten. (Nicht falsch verstehen, ich finde es toll, was NASA damals hingekriegt hat.) Auf der anderen Seite eine Firma, die als Startup gegründet wurde, mit dem Einsatz einiger hundert Millionen Dollar. Es ist klar, dass hier Saturn V besser aussehen muss. Auf der anderen Seite, wenn Bernd Leitenberger schon Saturn V bemühen muss, um SpaceX schlechter aussehen zu lassen, ist fast schon so was wie ein Ritterschlag für SpaceX…
        Auch der Vergleich mit Ariane V ist objektiv gesehen nicht sinnvoll. Ariane V war als Nachfolger und nicht als Ergänzung von Ariane IV für besonders schwere Lasten vorgesehen. Deshalb wurde Ariane IV eingestellt, sobald Ariane V zuverlässig flog.
        Bei Delta IV und Falcon 9 haben wird in beiden Fällen eine Basisrakete, die nur bei besonders schweren Lasten durch die Heavy-Version ersetzt wird. Diese wird relativ selten benötigt, deshalb fliegen auch die Heavy-Versionen relativ selten. Was hat das mit „Apfel-Birnen-Vergleich“ zu tun?
        Ich konnte bei dem Vergleich übrigens leider nur die ersten drei Starts berücksichtigen, weil die Falcon Heavy erst drei Mal geflogen ist. Auf jeden Fall reichen die Kunden, die Falcon Heavy bisher gebucht haben, damit diese Rakete in den ersten Jahren nach dem Erstflug mindestens genauso erfolgreich wie Delta IV Heavy wird. Was danach kommt weiß noch niemand.
        Viele Grüße
        Simon VR

        1. Ich habe Dir auch schon meine Antwort auf den Vergleich geschrieben. Es ist wenig sinnvoll eine Spezialrakete für das US-Militär mit einer zu vergleichen die kommerziell erfolgreich sein soll. Dann vergleicht man mit anderen kommerziellen Trägern dieser Größe. Wenn Du wie es mir vorkam, als Kriterium „größte Trägerrakete“ nimmst ist der Vergleich mit der Saturn V zulässig. Du hättest deine Ausführungen eben gleich erläutern sollen und nicht einige Tage später.

          Wenn Du den Links folgen würdest (alles was ich sage belege ich durch Links) würdest Du sehen das der nächste FH Start nicht vor „late 2020“ zu erwarten ist.

          Es ist zudem ein Unterschied zu behaupten ich hätte etwas gesagt als den persönlichen Eindruck wiederzugeben. SpacEX kann durchaus pleite werden und das ist nicht unwahrscheinlich. Dann aber nicht mangels Kunden – wie im Artikel geschrieben stammen 82 % der Aufträge von der US-Regierung da können sie auf die restlichen 18 % gerne verzichten. Wenn die Firma pleite geht dann weil sie viel zu viele zu ambitionierte Projekte angeht wie die Satellitenkonstellation (kann Geld einbringen, aber erst in einigen Jahren) oder die Starship/BFR für die die Einnahmekonzepte wie Suborbitalreisen mir sehr utopisch vorkommen und die nach Musk eigenen Angaben 5-10 Mrd erst mal kosten wird.

          1. Ich schlage Dir Bernd vor Du liest noch mal Deine Sätze: „Es ist wenig sinnvoll eine Spezialrakete für das US-Militär mit einer zu vergleichen die kommerziell erfolgreich sein soll. Dann vergleicht man mit anderen kommerziellen Trägern dieser Größe.“
            Wenn Du der Meinung bist, dass Falcon Heavy unbedingt kommerziell erfolgreich sein muss und nur mit solchen Raketen verglichen werden darf, dann verstehe ich wirklich nicht, wie Du auf den Vergleich mit Saturn V kommst. Glaubst Du tatsächlich, dass Saturn V kommerziell erfolgreich war bzw. sein sollte? Das ist ja echt erstaunlich.

            Ich habe übrigens in meinem ersten Post nicht lediglich geschrieben „größte Trägerrakete“, sondern „Die aktuell stärkste Rakete die die Menschheit zur Verfügung hat“, damit kann Saturn V nicht in Frage kommen, diese Rakete hat die Menschheit aktuell nicht zur Verfügung, das ist Dir sicherlich bekannt.
            Vielleicht sind die offiziellen Angaben zur Falcon Heavy, die z.B. auf Wikipedia zu finden sind, nicht richtig, mit irgendwelchen Angaben muss man aber arbeiten. Hast Du Bernd vielleicht irgendwelche glaubwürdige Quellen die richtigen Angaben zu den Lasten der Falcon Heavy für LEO, GTO, GEO, Mond, Mars, Pluto usw. machen? Ich würde mich freuen, wenn zumindest Du solche Angaben machen könntest, Du hast doch so ein schlaues Programm dafür geschrieben. Ich meine den letzten Satz übrigens ernst, auch wenn es etwas ironisch klingt, ohne solche Angaben hängt die ganze Diskussion in der Luft.

            Es ist mir übrigens klar, dass der nächste Start der FH nicht vor „late 2020“ vorgesehen ist: Selbst, wenn das 31. Dezember 2021 bedeuten sollte, dann braucht FH für die ersten vier Starts ab dem Erststart fast vier Jahre, die DH über 6 Jahre, immer noch Vorteil für FH.
            Du hast natürlich Recht wenn Du sagst „Es ist zudem ein Unterschied zu behaupten ich hätte etwas gesagt als den persönlichen Eindruck wiederzugeben.“ Die Leser Deines Blogs können allerdings für sich beantworten ob sie meinen persönlicheren Eindruck teilen oder nicht, genau das war mein Ziel.

            Dass SpaceX Pleite gehen kann ist natürlich auch wahr, jede Firma kann Pleite gehen. Die Ziele von SpaceX sind sehr ambitioniert, und das Risiko ist selbstverständlich hoch. Ich bin ein Fan von SpaceX, ich wäre traurig wenn die Firma Pleite wäre, aber selbstverständlich ist es möglich.
            Hier übrigens ein Vorschlag für eine richtige Wette. Du behauptest zwar immer wieder, dass Du irgendwelche Wetten gewonnen hast. Nach meinem Verständnis gilt eine Wette allerdings nur dann, wenn sie angenommen wird. Ich wüsste nicht, dass irgendjemand jeweils Deine Wetten angenommen hätte. Du hast immer gegen Aussagen von Elon Musk gewettet, und egal wie sehr man diesen Mann schätzt, heute weiß jeder, dass seine Ansagen gelinge gesagt mit Vorsicht zu genießen sind.
            Aber vielleicht traust Du Dich jetzt zu sagen: Bis wann glaubst Du ist SpaceX pleite? Dann könnten wir eine Wette vereinbaren… Je nach dem Zeitpunkt bin ich vielleicht dabei und wette dagegen.

            Noch eine kleine Frage: Bei Deiner Antwort von 9. Juli 2019 um 16:39 Uhr die mit „Leo, Gto, und Geo“ beginnt fehlt ein „Antworten“-Button, man kann also nicht antworten. Ist das ein Versehen, ein technisches Problem oder Absicht? Ich wollte eine Antwort schreiben, kann aber leider nicht. Ich würde mich freuen, wenn ein „Antwort“-Button hier wiedererscheinen könnte.

            Viele Grüße
            Simon VR

          2. Zum Vergleich:
            Wenn die aktuell größte mit der zweitgrößten Vergleich implizierst Du ja das ein anderer gar nicht möglich ist. Dann habe ich aber die Freiheit einfach ein anderes Kriterium zu nehmen und zwar wie sieht der Vergleich zur (nicht aktuell) größten Trägerrakete aus. Klar jeder kann sich den Vergleich raussuchen der einem gefällt. Wenn es um Termine geht kann man auch gerne mit Raketen kleinerer Nationen verglichen die nur alle paar Jahre starten. Nur ist wie ich schon schrieb das nicht sinnvoll.

            Für Lastfaktoren gibt es kein Programm sondern es gibt Erfahrungswerte die letztendlich auf der Materialwissenschaft beruhen und die hat SpaceX ja nicht erfunden. Vereinfacht gesagt: genauso wie ein Laster der 70 t transportieren muss schwerer als einer ist der 15 t transportiert, ist auch eine Rakete schwerer. Das dem bei der Falcon so ist entnimmt man einem alten Users Guide wo eine Begrenzung der Nutzlast auf 10,8 t für Standardmissionen drinnsteht, alles darüber hinaus erfordert Anpassungen. Man legt die Rakete auf eine Maximalnutzlast aus die realistsich am häufigsten vorkommt. Kannst Du bei anderen Trägern in den Users Guide nachlesen und findest Du in jedem Lehrbuch über Rocket-Science. Es gibt dann auch keine Anpassungen mehr für leo, gto, geo mars oder pluto.

            Zum Antwort-Button. Er fehlt ab einer bestimmten Ebene. Das ist so. War hier auch nicht da. Ich habe im Theme aber keine Stellschraube gefunden wo ich ihn einblenden kann, man muss damit also leben.

        2. Zum Thema Vergleich mit der Ariane:
          Die Ariane V war kein einfacher Nachfolger der Ariane IV. Statt dessen wurde sie hauptsächlich dafür konzipiert schwere (bemannte) Lasten in den LEO zu befördern, den Transport von Kommunikationssatelliten übernahm sie eher zusätzlich.
          Also ebenso wie die Falcon Heavy und ein Vergleich der beiden Raketen ist daher durchaus angebracht.

          1. Ach wirklich?
            Wenn man bedenkt wie viele schwere (bemannte) Lasten Ariane V in den LEO gebracht hatte, dann könnten man auf Grund Deiner Behauptung den Schluss ziehen: Entwicklung der Ariane V sollte man sich sparen.
            Ernsthaft: auf Wikipedia kann man nachlesen: „Das Ziel bei der Entwicklung der Ariane 5 war eine mit einem Gesamtgewicht von bis zu 6,8 Tonnen 60 Prozent höhere Nutzlast für die geostationäre Transferbahn (GTO) bei nur 90 % der Kosten einer Ariane 44L. Dies entspricht einer Verringerung der Kosten pro Masse-Einheit um 44 Prozent.
            Einen weiteren Anwendungsbereich der Ariane 5 sollte der europäische Raumgleiter Hermes darstellen.“
            Also auf keinen Fall hauptsächlich LEO. Wenn man allerdings bei GTO mit Ariane 5 günstiger ist, dann ist es offensichtlich, dass die ungünstige Version (Ariane 4) aufgegeben wird, sobald die günstigere zuverlässig fliegt. So ist es auch geschehen. Entwicklung von Hermes wurde übrigens bereits 1992 eingestellt.
            Viele Grüße
            Simon VR

    2. Von den Trägersysteme die zur Zeit der Menschheit zur Verfügung stehen, dürften die Proton die schwersten Nutzlasten in einen LEO (Low Earth Orbit) gebracht haben.

      1. Dieser „Pokal“ dürfte dann aber nächstes Jahr an die CZ-5 weitergereicht werden, sollte dann das Kernmodul der chinesischen Raumstation erfolgreich in den Orbit gebracht werden. Das soll zwischen 22 und 24 Tonnen wiegen …
        Und immer noch nix von Space-(h)icks 😉

        1. Einen anderen Rekord scheint Space-X auch zu brechen:

          Eine 300kg Nutzlast (IXPE) für 50 Millionen USD. Den so oft zitieren Kilopreis kann sich jeder selbst ausrechnen 🙂

          Bis April 2021 ist noch viel Zeit, bis dahin ändert sich – außer dem Startdatum – ja vielleicht noch so einiges.

          1. Du solltest mal auf den Orbit schauen: 540 km kreisförmig Inklination Null Grad. Das Ding hätte man besser auf einer Vega nahe des Äquators gestartet, wäre auch billiger gewesen.

          2. Welche amerikanische Rakete sollten sie denn sonst verwenden?

            Die Amis haben eine „Preis/Nutzlastlücke“ in diesem Bereich.
            Mit 50 Mio ist die F9 bereits preislich konkurrenzfähig zu den Alternativen (Minotaur IV, Antares).
            Die problembehaftete Pegasus wäre zwar auf dem Papier günstiger, doch bei NASA-Missionen steigt die auch über 50 Mio.

            Von daher ist es ein allgemeines Problem, kein spezifisches SpaceX Problem.
            Doch die Amis werden die Preislücke in ein paar Jahren schließen.
            Ein paar Jahre bleiben uns noch

          3. Liebe Anja,
            mich würde es interessieren ob Du etwas Bestimmtes im Sinne hast, wenn du so geheimnisvoll schreibst „bis dahin ändert sich – außer dem Startdatum – ja vielleicht noch so einiges.“

            Was meinst Du genau mit „so einiges“?

    3. @Simon VR
      Bernd hält sich an die Fakten (und das auch bestätigt). Er gibt aber keine Versprechen, dass er alle Fakten erwähnt, oder Fakten ausgewogen gewichtet und interpretiert.

      Dazu neigt er ja auch mal zu Übertreibungen, was auch in Ordnung ist (Spass muss sein). Jedoch geht damit halt auch Objektivität verloren. Diese hat er aber ebenfalls nicht versprochen.

      Der Bernd ist halt ein Fuchs.

      Natürlich macht er dadurch aber Fehler. Beispielsweise sagt er in den Kommentaren: „Ich habe nie behauptet das die Firma keine Kunden bekommt und pleite wird.“

      Soso, in genau diesem Artikel steht aber:
      „Netterweise helfen die Kunden PlatzX dabei´, indem sie keine Starts mehr buchen.“

      „Den Trend seit Jahresanfang fortgeschrieben (acht Starts, nur zwei neue Aufträge) müsste das Launchmanifest in 3,5 Jahren bei Null angekommen sein.“

      Solange nach wie vor Kunden bei SpaceX buchen, kann das Manifest gar nicht bei Null ankommen, da man immer eine Weile im voraus bucht, und dann warten muss.
      Das weiß er natürlich, sich solche Übertreibungen zu verkneifen will er aber auch nicht.
      Lustigerweise fordert er sogar dazu auf nach Aussage wie „keine Kunden“ zu suchen während es in genau diesem Artikel drin steht. Humor ist halt unterschiedlich…

      Ich sehe die SpaceX Beiträge als Weiterentwicklung der Münchhausen Artikel an. Nur diesmal ist es faktenbasiert (solange er nicht Übertreibungen einbaut) dazu mit diversen Freiheiten garniert, welche ihm Erlauben der Firma aus allem einen Strick zu drehen.

      1. „Der Bernd ist halt ein Fuchs“
        Endlich mal jemand der mich versteht ….
        Habe nie behauptet das der SpaceX Blog objektiv ist. Fakten kann man immer unterschiedlich interpretieren. Hier mal ein Witz der mir gut gefällt, stammt noch aus dem kalten Krieg:
        Die USA und UdSSR wollen ihre Konflikte friedlich beilegen und einigen sich auf einen sportlichen Wettkampf: der US-Botschafter läuft gegen den Botschafter Russlands.
        Er gewinnt.
        Am nächsten Tag steht in der Washington Post: „Gestern gab es ein Wettrennen zwischen unserem und dem russischen Botschafter. Unser Botschafter gewann“.
        In der Prawda steht: „Gestern fand ein Wettkampf statt bei dem unser Botschafter und der von den USA teilnahmen. Unser Botschafter wurde zweiter, der US-Botschafter vorletzter“.

        1. Falls Dein Blog als eine Art Satire gemeint ist Bernd, dann könnte man meinen alles ist gut. Es ist schließlich Dein Blog, hier kannst Du selbstverständig machen was du willst!
          Das Problem dabei: Du hast Dir im deutschsprachigen Raum einen Ruf als Raumfahrtexperte erarbeitet. Du hast einige Bücher zum Thema erfasst, schreibst oft sehr gute Analysen, lustiger weise wir sogar auf Wikipedia Deine Seite als Weblink beim Thema „Falcon 9“ angegeben.
          Das führt dazu, das manche Leute die sich über SpaceX informieren wollen auf Deiner Blog-Seite landen und vor Kopf gestoßen werden. Das kannst Du an den manchmal heftigen Reaktionen einiger Leser merken, die Du dann abwertend als „Fanboys“ bezeichnest.

          Es ist auf den ersten Blick halt nicht erkennbar, dass grundsätzlich alles zum Thema SpaceX Satire ist, bzw. grundsätzlich nicht objektiv ist, sondern mit dem Ziel geschrieben wird SpaceX möglichst schlecht aussehen zu lassen. Mit der Zeit merkt man das zwar, aber zuerst nicht unbedingt.
          Es geht so weit, dass Du super Artikel schreibst, die objektiv, ausgewogen und von guter Qualität sind, nur um am Ende mit SpaceX-Bashing zu beginnen und die Objektivität „aus dem Fenster“ zu werfen. Wie soll jemand, der das erste Mal Deine Seite sieht erkennen, dass die SpaceX-Teile grundsätzlich nicht objektiv, sondern eher Satire sind? Vielleicht könntest Du das irgendwie kennzeichnen?

          Den Witz kenne ich übrigens aus den alten Tagen, es ist aber schön an den erinnert zu werden, vielen Dank dafür!
          Viele Grüße
          Simon VR

  4. Lieber Herr Leitenberger,

    wie lange dauert denn das Freischalten von Kommentaren? Oder veröffentlichen Sie unliebsame Kommentare einfach gar nicht? Mein Kommentar von heute Morgen ist auf jeden Fall nirgendwo zu sehen.

    Viele Grüße

    greyfalcon

    1. Die Kommentare werden freigeschaltet wenn ich davon Kenntnis habe. Ich gehöre aber nicht zu den Leuten die dauernd am Computer arbeiten und nie das Haus verlassen. Wenn ich mal bei einem Kunden arbeite kann es sein das ein Kommentar erst am Feierabend freigeschaltet wird.

      Betrifft übrigens nur den Erstkommentar oder welche mit zu vielen Links und man sollte auch die Email-Adresse die angegeben ist (selbst wenn sie nicht existiert) wechseln.

  5. Sorry, Herr Leitenberger, es ist wirklich verdammt schwer, Ihnen beim SpaceX-Bashing zu folgen. Das beginnt schon mit Ihrer unpräzisen Übersetzung: Englisch „Space“ heißt ja auf Deutsch „Platz“, „Raum“ oder „Weltraum“. Ich glaube, JEDER Ihrer Leser weiß, dass das „Space“ in „SpaceX“ für „Weltraum“ und nicht für „Platz“ steht. „PlatzX“ ist also wirklich unpassend.

    Was sollen zudem Sätze wie: „Wenn der Anspruch von PlatzX bei den eigenen Satelliten auch für ihre Crew-Dragon gilt, dann hat die NASA ein Problem.“ Wo, bitteschön, hat SpaceX auch nur ansatzweise angedeutet, dass sie die Crew Dragon auf demselben niedrigen Zuverlässigkeitsniveau entwickeln wie die Starlink-Massensatelliten?

    Vollkommen absurd wird es beim folgenden Vergleich: „Demnach haben die starlinks ein LOC von 1:20 und ein LOM von 1:5. Das ist ungefähr um den Faktor 10 schlechter als bei Apollo“. Wie kommen Sie hier auf den Faktor 10? Bei Apollo gab es bekanntermaßen 15 Missionen (Apollo 1 und Apollo 4 bis Apollo 17), wovon gleich die erste mit dem Totalverlust der Crew endete. Möglicherweise war das Design-Ziel von Apollo ein LOC-Risiko von unter 1:200. Das reale Risiko war 1:15. Und nein, das Argument, dass Apollo 1 „nur ein Bodentest“ war, zählt nicht, wenn bei dem Bodentest die Crew ums Leben kommt.

    Noch schlechter sieht es für „Loss of Mission“ aus: Apollo 13 schaffte es nach der Explosion eines Sauerstofftanks bekanntermaßen nur gerade so wieder nach Hause, die Mondlandung, das eigentliche Missionsziel, musste ausfallen. Somit haben wir zwei LOMs (Apollo 1 und 13) im Apollo-Programm, entsprechend einem Risiko von 1:7,5. Das liegt in derselben Größenordnung wie bei Starlink, wofür Sie 1:5 ausgerechnet haben. Der von Ihnen genannte „Faktor 10“ liegt da aber nicht dazwischen.

    Selbst, wenn wir Apollo 1 nicht mitrechnen, bleibt es dabei, dass Apollo 13 ein „Loss of Mission“ war. Das entspricht dann einem LOM-Risiko von 1:14 bei Apollo 4 bis 17, und damit immer noch „nur“ dreimal besser als bei Starlink und mitnichten zehnmal besser.

    Auf der einen Seite werfen Sie Elon Musk vollkommen zu Recht vor, bei seinen Angaben gerne „dick aufzutragen“, insbesondere Nutzlasten zu übertreiben und benötigte Zeiträume zu untertreiben. Auf der anderen Seite machen Sie genau dasselbe!

    Ich habe mir zudem den Spaß gemacht, auf n2yo.com die Orbits aller 60 Starlink-Satelliten des letzten Starts durchzuklicken: Bei 53 liegt das Perigee zwischen 553 und 557 km und das Apogee zwischen 556 und 561 km. Diese scheinen alle im Zielorbit angekommen zu sein. Statt 15 Ausfällen gibt es also „nur“ deren 7. Zudem hat SpaceX offiziell angekündigt, zwei Starlink-Satelliten für Tests absichtlich deorbitieren zu wollen. Zumindest einer der Starlink-Satelliten scheint bereits aktiv sein Orbit zu verringern: STARLINK OBJ AV hat ein Perigee von 393 und ein Apogee von 414 km – deutlich weniger als beim Start: https://www.n2yo.com/satellite/?s=44278

    Somit befinden sich sogar 54 von 60 Satelliten im gewünschten Orbit – entsprechend einer Zuverlässigkeit von 90%. Klar kann man annehmen, dass SpaceX die zu deorbitierenden Satelliten danach ausgewählt hat, dass bei ihnen irgendwas an der Nutzlast kaputt ist. Bewiesen, dass die Satelliten nicht funktionieren, ist es aber nicht. Und selbst, wenn wir annehmen, dass der Satellit, der in ca. 400 km Höhe kreist, defekt ist, kommen wir auf 88% Erfolgsquote.

    Starlink war der erste Start einer so großen Satelliten-Konstellation mit einer einzigen Rakete. Es war mitnichten sicher, dass der Stack überhaupt funktionierend im Orbit ankommt, schon deswegen, weil die Falcon 9 noch nie eine so große Nutzlast tragen musste. Von daher sind 88% bis 90% Erfolgsquote für den ersten Versuch schon ein guter Wert. Wenn man bedenkt, dass SpaceX vermutlich für Starlink eine ganze Menge an Hardware selbst entwickelt hat, statt diese teuer von etablierten Herstellern zu kaufen, sind 88% bis 90% Ausbeute für den ersten Versuch m.E. sogar ein sehr guter Wert: Gyros für die Lageregelung und Ionenantrieb mit Krypton statt dem bewährten Xenon. Das ist einiges an Komponenten, da kann auch einiges kaputt gehen, und anscheinend ist das ja auch zumindest bei einigen Starlink-Satelliten passiert. Natürlich wird SpaceX die Satelliten im üblichen iterativen Vorgehen weiter verbessern.

    Unfair finde ich auch Ihren Vorwurf, dass die Startrate dieses Jahr im Vergleich zum letzten Jahr abgenommen hat. Und zwar deswegen, weil Sie sich früher immer darüber beschwert haben, dass SpaceX einen so großen Rückstau an Nutzlasten hat. Jetzt haben sie den abgearbeitet, selbst den zigfach verschobenen STP-2-Start. Aber Ihnen ist das jetzt auch nicht Recht.

    Warum SpaceX Nutzlastverkleidungen kaufen will, die auch von der ULA verwendet werden, weiß ich nicht. Mein Tipp ist aber, dass SpaceX damit bestimmte Anforderungen erfüllen will, die NASA oder DoE bei bestimmten Missionen haben. Denkbar wäre z.B. eine niedrigere akustische Belastung. Oder die zugekauften Verkleidungen sind einfach leichter und erlauben eine höhere Nutzlast. Wir kennen aber die Motivation nicht genau, und von daher sind das alles nur müßige Spekulationen.

    1. Netter Versuch
      Bei Apollo dann bitte aber alle unbemannten Tests mit einrechnen, nicht nur die mit offizieller Apollo Bezeichnung und natürlich die Flüge von Skylab 2-4 mit derselben Hardware, dann sind es 27 Flüge nicht 14.

      Meine angaben zu Starlink beziehen sich auf die von Nachrichtenportalen die wiederum die von SpaceX wiedergeben. (Siehe Link im Text). Demnach haben nur 45 Satelliten keine Probleme. Drei sind gleich nach dem Start kaputt und einen konnte man zumindest noch kontrolliert deorbitieren. Die anderen sprechen an, haben aber verschiedene Probleme. Im kommerziellen Einsatz würde man diese nicht nutzen. Wenn es nun schon so weit ist das PlatzX-Fanboys nicht mal mehr PlatzX glauben weil die Nachrichten zu schlecht sind, dann sollte die Firma wirklich was tun.

      Bei der Übersetzung habe ich die gängigste genommen die bei Leo an erster Stelle steht:
      https://dict.leo.org/englisch-deutsch/Space
      Gemein wäre gewesen wenn ich sie mit „LeerraumX“ übersetzt hätte was ja auch möglich gewesen wäre.

      90 % Zuverlässigkeit sind weder heute in Ordnung noch früher. Natürlich werden es nie 100 % sein, aber nur 90 % ist wirklich miserabel, vor allem bei Satelliten die weitaus weniger ausfallen als Raketen. Die Proton hat 90 % Zuverlässigkeit – und kaum noch Kunden. Das zeigt eher wie niedrig die Standards bei PlatzX sind.

      Zu den Starts: Seit Jahren kündigt SpaceX mehr Starts an als sie durchführen. Am Anfang sogar eine Verdopplung jedes Jahr. Ich messe sie nur daran. Für eine Firma ist auch Konstanz wichtig. Die Starts müssen nicht jedes Jahr ansteigen, aber das Niveau muss man halten. Man kann ja nicht laufend Leute einstellen und entlassen nur weil die Auftragslage dauernd schwankt. Würde die Firma nur so viele neue Aufträge bekommen wie sie Satelliten startet es wäre konstant, erst recht mit den eigenen Starts für Starlink. Das ist aber nicht der Fall. Also geht es bergab, denn wie sie schreiben, der Stau ist abgearbeitet.

      Noch wichtiger: Wahrscheinlich hat man sich bei PlatzX die Hoffnung gemacht der niedrige Preis durch Wiederverwendung generiert mehr Aufträge und das scheint auch nicht aufzugehen. Bei (hochgerechnet) 16 Starts pro Jahr und zehnmaliger Verwendung einer Rakete ohne Überholung ist doch klar dass sie mit vielen aufträgen rechnen, sonst würde die Produktion auf 1-2 Träger pro Jahr absinken und damit teurer werden.

  6. Mal was neues, vor allem lesenswert für alle, die meinen ich gehe mit SpaceX zu sehr ins Gericht. Das ist noch harmlos gegenüber dem was die SuW als Astronomie-Fachzeitschrift in der aktuellen Ausgabe schreibt:
    https://www.spektrum.de/magazin/milchstrasse-und-andromedagalaxie-kollision-vertagt/1656040
    Im Extremfall verdanken wir Starlink das ein NEO der auf der Erde aufschlagen kann nicht rechtzeitig entdeckt wird. Elon Musk ist dann für Amargeddon verantwortlich !

    1. Mal zum Notieren und späteren Vergleichen:

      „150mT for reference payload compared to other rockets. This is in fully reusable config. About double in fully expendable config, “

      150 Tonnen wenn das Gerät danach noch 100% wiederverwendet werden soll. (OK, Zielorbit ist nicht angegeben, könnte also auch ein kleiner Hopser sein 🙂

        1. Das ist ja auch bestenfalls ein einfacher Testartikel, der maximal ein paar Meter hoch fliegt. Bis da Hardware in den Orbit fliegt, braucht es da noch ein paar weitere Generationen dieser flugfähigen Wassertanks … und ’ne Menge Geld.
          Investoren wollen halt auch mal so etwas wie Fortschritt sehen, da macht sich etwas, was irgendwie wie das fertige Raumschiff aussieht besser, als ein einfaches Gestell mit Triebwerk unten dran. Blendwerk halt 😮

        2. @Manuel,
          es wird doch immer behauptet daß Space-X „die Raumfahrt revolutioniert“. Vielleicht besteht die Revolution ja darin, daß man die Raketen künftig unter freiem Himmel von Hand zusammenschweißt.
          Kontrollierte Arbeitsumgebung, Schweißroboter, NDI nach dem Schweißen etc., alles überbewertet und old space.

          Etwas nüchterner betrachtet, ist es wohl mehr ein Prüfstand mit Hops-Option und dem Benefit, Investoren (und Fans) zu begeistern.

          1. Wer hier regelmäßig den Blog liest, der hat stets die nüchternen Fakten. Auch wenn es immer wieder wieder behauptet wird, eine Revolution ist nicht erkennbar.

          1. Es sind schon genug Raumschiffe abgestürzt, nur weil jemand keine Lust hatte, SI- Einheiten korrekt zu verwenden. Und gerade eines der schönen Dinge daran ist, dass man sich nicht mehr mit „langen“ und „kurzen“ Tonnen herumschlagen muss, sondern 1 Tonne = 1’000 kg. Aber Elon Musk lebt von seinem Image als lernresistent.

          2. Man kann ja über SpaceX sagen was man will, aber wenigstens sind alle Angaben bis auf den spezifischen Impuls im SI-System. Ein Riesenunterschied zur restlichen US-Raumfahrtindustrie. Das metric Ton ist nur nötig für die Amerikaner die ja mehrere Tonnen haben.

    1. “ Es konnte aber auf den ungewöhnlich hohen Druck in der Druckleitung zurückgeführt werden.“

      Hmm, ich könnte mich irren ,aber wurde nicht schonmal spekuliert, dass dies zu einem Problem werden könnte?

    2. Titan reagiert nicht mit NTO, es ist viel edler als Aluminium und Edelstahl die auch nicht reagieren. Es wird zudem seit Jahrzehnten eingesetzt. Die ganze Drittstufe der Europa mit denselben Treibstoffen bestand aus Titan. Alle Treibstofftanks die EDAS Astrium im Angebot hat (http://www.space-propulsion.com/spacecraft-propulsion/bipropellant-tanks/index.html) bestehen aus Titan. Das ist eine Ausrede, wahrscheinlich ist die wahre Ursache viel zu peinlich.

    1. Das sieht so aus, als hatte SpaceX den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre getestet. Test scheint erfolgreich verlaufen zu sein.
      Für einen Test mit den Triebwerk spricht das die Abbrennflacke zu nahe am Edelstahltopf stand. Und dann auch noch die Windstärke und -richtung

      1. „Test scheint erfolgreich verlaufen zu sein.“
        Wenn das Ziel des Tests es war, das Triebwerk zu zerlegen und den Wassertank dabei stehen zu lassen, dann ja.

        „Das sieht so aus, als hatte SpaceX den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre getestet.“
        Aber nach Testen des Wiedereintritts sah das nicht aus, dazu muss man das Vehikel schon irgendwie auf Höhe und Geschwindigkeit bringen, nicht nur Einzelteile davon 😉
        Oder ein Modell in einem Windkanal stellen, zumindest partiell lässt sich da was testen …

    2. Tut mir sehr leid, du musst dir deinen Freundensabber wieder abwischen. Der Raptor sieht, wie auch das restliche Testvehikel, gut aus. Weitere Tests sind vorerst verschoben um ein ähnliches Ereignis in Zukuft zu vermeiden.

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