Russlands Ausstieg aus der ISS

Nachdem kurz nach dem Überfall auf die Ukraine Russland bzw. die ESA schon die meisten Projekte, die gemeinsam angegangen wurden aufgekündigt haben, ging es bei der ISS trotz Drohungen Rogodzin weiter. Der polternde Roskosmos-Chef wurde nun am 15. Juli 2022 abgelöst. Ich dachte zuerst, das ist ein gutes Zeichen und selbst in Putins Augen hat er es übertrieben, zumal am selben Tag noch ein Abkommen über den Sitzplatztausch unterzeichnet wurde. Die NASA kauft nun keine Sitzplätze mehr, sondern man tauscht aus – es fliegt ein US-Astronaut mit der Sojus und ein Kosmonaut mit SpaceX oder Boeing. So soll im Falle eines Startverbots für ein Vehikel wenigstens ein Astronaut/Kosmonaut die jeweils eigenen Module versorgen können. Als nächstes wäre Anna Kikina dran, die lange auf ihren Einsatz warten musste – Kosmonautin seit 2012, war sie schon mal für Missionen im Gespräch, nun darf sie nach zehn Jahren im September mit der Crew-5 zur ISS. Hinsichtlich Frauenanteil bei den Komonaut/innen liegt Russland ja auf dem vorletzten Platz. Den letzten Platz belegt übrigens ein Land, in dem man sich wahnsinnig viel Gedanken um das Gendern und Aussprache macht, aber in 30 Jahren es noch zu keiner Astronautin gebracht hat. Ihr wisst schon welches Land ich meine …

Rogodzin ist im Gespräch für die „Präsidentschaft“ über zwei von Russland annektierten Gebieten in der Ukraine. Ob das eine Beförderung oder ein Rauswurf auf Raten ist (ob die Gebiete dauerhaft besetzt bleiben, ist ja nicht so sicher) überlasse ich euch.

Trotz Drohungen Rogodzin lief es in der ISS bisher immer gut. So dachte ich, wenn das Gepolter nun aufgehört hat, normalisiert sich das Verhältnis in dem Bereich etwas.

Dann kam die Ankündigung das Russland „nach 2024“ aus der ISS aussteigen will, obwohl sie mit den USA eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, die Raumstation bis 2030 zu betrieben. Weiter denkt auch die NASA nicht. Dann sollen private Raumstationen übernehmen, das ist aber nach Untersuchungen ds eigenen Sicherheitsrates eher unwahrscheinlich. Denn wie üblich benötigen diese „privaten“, oder im deutschen „kommerziellen“ Raumstationen, eine staatliche Finanzierung, denn Kunden außer dem Staat wird es erst geben, wenn die Station im Orbit ist. Bis dahin braucht man aber Geld und das ist nicht in Sicht. Die NASA hat ja die laufende ISS zu finanzieren und das Mondprogramm Artemis. Von sich aus, werden die Raumstationen aber nicht entwickelt. Die einzige Firma die da aktiv war, Bigelow Aerospace ,ist inzwischen pleite und hat sich an einer Ausschreibung der NASA nicht beteiligt, weil ihr das zu unprofitabel erschien.

Ich sehe in dem Statement eine weitere Drohung Russlands, mit der man wie mit anderen Maßnahmen Druck ausüben will oder nur verwirren. Das reiht sich in sinkende Erdgasmengen, weil eine angeblich eine Turbine fehlt – die aber geliefert werden könnte, wenn Russland die nötigen Papiere vorlegen würde, es also an Russland selbst liegt. Oder Abkommen über Getreideausfuhren und am Tag darauf Beschießung von Odessas Hafen, dem Hauptumschlagplatz.

Daher habe auch das „nach 2024“ so übernommen. Denn nach 2024 kann 2025 sein, kann aber auch 2030 sein … Wie bei anderen Drohungen fehlt dann aber die offizielle Umsetzung. Roskosmos muss dann ja offiziell die Zusammenarbeit beenden und da fehlt jede Aktion Russlands. So langsam denke ich, ist die Kacke bei Putin am dampfen. Zum einen weil seine Drohungen bisher noch nie gewirkt haben – er hat auch Finnland und Schweden gedroht nicht in die NATO zu gehen, was nur dazu führte das die diesen schritt beschleunigt haben. Auch die weitere Senkung der Erdgaslieferungen von 20 auf 40 Prozent geht meiner Meinung nach in diese Richtung. Das Erdgas ist ein Druckmittel vor allem bei Deutschland das vor dem Krieg 55 % des Erdgases von Russland bezogen hat (danke Merkel! Noch etwas was Du in den 16 Jahren Regierung versaut hast). Das Druckmittel wirkt am besten, wenn das Erdgas benötigt wird also in der kalten Jahreszeit. Denn dann gibt es unmittelbare Folgen, anders als jetzt wo die Speicher noch zum Teil gefüllt sind und die Firmen aber auch Verbraucher Zeit haben, sich umzustellen. Vor allem hat er nun nicht mehr so viele Möglichkeiten Druck auszuüben. Jetzt sind es noch 20 Prozent der ursprünglichen Menge. Der Anteil russischen Gases ist damit klein geworden, die zusätzlichen Auswirkungen, wenn Putin den Gashahn vollständig zudreht, auch klein, und dann ist auch das letzte Druckmittel weg. Es fehlen natürlich auch die Deviseneinnahmen, die ja durch die Verknappung sogar noch angestiegen sind, zumindest pro Megawattstunde. Deren Preis erreichte kurzzeitig 195 Euro. Nur zur Einordnung: Das entspricht einem Heizölpreis (ohne Steuern) von 1,95 €/l. Solarstrom der von neuen Klein-Anlagen (< 10 kwp) eingespeist wird, wird mit 65,4 €/MWh bezahlt. Vielleicht gibt es auch eine Verbindung dazu, dass nun die Ukraine zum Teil in die Offensive gegangen ist. Die ausländischen Waffenlieferungen scheinen nun ja zu wirken. Das ist ja ein trauriges Kapitel. Wenn es eine Meldung ist, das einige Panzerhaubitzen oder Gepards angekommen ist, ich höre, das Polen 200 Panzer geliefert hat, dann schäme ich mich für diese Bundesregierung und besonders Scholz und Lambrecht. Nicht das es nicht möglich wäre schnell zu liefern. Es lagern bei den Rüstungsfirmen ja Leopard 1 und Marder, die schnell geliefert werden könnten, anstatt Bundeswehrgerät. Aber wie es heißt, scheint ausgerechnet die SPD, nicht die Grünen dagegen zu sein. Beim Leopard 1 greifen auch die Bedenken nicht, die ich annehme, die zu der Doktrin führten, keine westlichen Kampfpanzer zu liefern. Ich vermute man, will nicht das Russland die in die Finger bekommt und und untersucht oder im Kampf ihre Stärken und Schwächen herausfindet. Der Leo 1 ist ja nicht das neueste Modell und nicht im Einsatz bei der Bundeswehr. Ich weiß nun kommen die Kommentare er und der Marder seien veraltet. Aber Russland hat genauso alte Panzer, die haben zwar jede Menge davon. Aber die stammen alle noch vom kalten Krieg und gegenüber modernen Panzern sahen sie schon im ersten Golfkrieg 1990, schlecht aus, weshalb Russland ihr Exportmodell sogar von T-72 auf T-92 umbenannte.

Ich glaube inzwischen auch das die Ukraine die Misere teilweise mit verschuldet hat. Es gab vor einigen Wochen die Meldung, das Biden Selenskyj vor dem Einmarsch gewarnt hat und der davon nichts hören wollte. Das erste was bei einer Invasion erfolgt, ist die Zerstörung von so viel gegnerischen Material wie möglich. Solange es in bekannten festen Stützpunkten befindet ist das leicht möglich. Statista hat bei den Landstreitkräften vor dem Krieg folgendes Verhältnis angegeben:

Landstreitkräfte Russland Ukraine
Kampfpanzer 12.420 2.596
gepanzerte Fahrzeuge 30.122 12.303
selbstfahrende Artillerie 6.574 1.067
geschleppte Artillerie 7.571 2.040
selbstfahrende Raketenwerfer 3.391 490

Also wenn ich höre, das es nun ein Artilleriekrieg ist, und das Verhältnis jetzt 10 bis 15:1 ist, dann muss man einen Großteil der ukrainischen Artillerie ausgeschaltet werden. Anders würde bei 3000 Geschützen (vor Kriegsbeginn) die Lieferung von 10 Panzerhaubitzen auch nicht viel ausmachen. Genauso bei über 2500 Kampfpanzern (achtmal so viel wie die Bundeswehr hat) die Lieferung von einigen Leopard. Von der Luftwaffe scheint ja gar nichts mehr übrig geblieben zu sein. Also die Situation ist auch selbst verschuldet.

Aber zurück zur ISS. Ich sehe es primär als neue Drohung. Wenn sie umgesetzt wird – durchaus möglich, da wie beim Gas zu sehen so langsam Putin die Optionen mit Drohungen ausgehen und er sie umsetzt, was kann man dann machen? Kleine Manöver wie das Ausweichen vor Weltraumschrott – denn Russland durch einen ASAT-Test sogar vergrößert hat, kann eine Cygnus durchführen. Das hat man schon probiert. Jenseits der Schwerpunktachse muss aber das interne Stabilisationssystem der ISS gegenhalten damit diese nicht eine Drehung gerät. Für kurze Änderungen geht das, bei längeren Manövern sollte der Schub durch die Schwerpunktachse führen und diese Achse liegt eben in der Verlängerung russische Module – Unity – Destiny – Harmony. Offen ist auch wie der Ausstieg erfolgen soll. Bleiben die russischen Module an der ISS oder nicht? (da man für das Abkoppeln und Entsorgen weitere Flüge = Kosten braucht, denke ich bleiben sie dran) Wenn nicht, dann können die USA einen Adapter zu Unity bauen, das ist das Verbindungsmodul zwischen US- und russischem Teil, Unity stammt ja schon den USA. Eine Orion kann an Unity andocken und die Station einmal richtig anheben, so wie die ATV (vor allem Johannes Kepler) das in den frühen 2010er gemacht haben. Von der Anhebung um 70 km profitiert die ISS bis heute, denn damit wurde der Treibstoffverbrauch gesenkt. Wahrscheinlich würde man die Station einige Jahre sinken lassen und dann anheben. Ein zweiter Orion Start könnte sie dann (nach erneutem Absinken) deorbitieren. Das wäre die einfachste Lösung, wenngleich alleine wegen des Startpreises der SLS, nicht eine billige. Eine andere Möglichkeit wären unbemannte Transporter. Das ATV wurde ja schon erwähnt. Es wurde ja nicht eingestellt, weil es schlecht war. Sondern weil die ESA lieber was neues entwickeln will, anstatt einfach die Transporter weiter zu fertigen. Man wird sie sowieso neu designen müssen, da viele Teile von der Entwicklung nicht mehr produziert werden. Dann kännte man sie auf reine Tanker reduzieren, die dann erheblich mehr Treibstoff transportieren könnten. Dann würde man wahrscheinlich mit zwei ATV für die restlichen Jahre auskommen. Selbst wenn die russischen Module dran bleiben ist das meiner Ansicht nach kein Problem. Die ESA hat nun ja schon fünf Koppeladapter für die ATV bekommen und damit sicher auch Unterlagen über deren Aufbau, wenn nicht, so hat man sie sich sicher genau angeschaut und kann sie nachbauen. Wir reden ja nicht von Hitech – die Dinger wurden 1978 eingeführt. Also die ISS würde es überstehen. Was es nicht überstehen würde, sind die Beziehungen zwischen Russland und den Partnern. Selbst im kalkten Krieg hat man im Weltraum zusammenarbeitet, ich erinnere an Experimente an Bord von Vega und Phobos 1+2 und die gemeinsame Halley Watch und natürlich Apollo-Sojus.

Was auch ein Grund für einen echten Ausstieg sein dürfte ist die finanzielle Situation. Seit langem ist Russland in der Weltraumfahrt keine Großmacht mehr. Es gibt wie zu Sowjetzeiten genügend Geld für militärische Satelliten, aber Forschungsmissionen und Planetensonden, keine mehr. Was lief war die ISS Beteiligung, auch weil die Hälfte der Sitzplätze von Partnern finanziert wurden und die wurden immer teurer. Das fällt nun weg und damit auch die Einnahmen. Touristen werden wohl lieber mit SpaceX reisen. Das ist ein US-Unternehmen und ein Kosmonauten-Basistraining müssen sie nicht absolvieren. Jetzt kostet Russland die ISS nur. Pro Jahr vier Sojusraumschiffe, vier Progress und acht Sojusraketen – nicht wenig bei Russlands Etat. So gesehen ist der Ausstieg eher eine Schwäche als eine Stärke. Eine Schwäche, die ich auch beim russischen Militär sehe, so gut sieht es ja im Ukrainekrieg nicht aus. Ich dachte vor dem Krieg, dass ein Großteil der Deviseneinnahmen, die ja alleine durch Erdgas in den letzten Jahren bei 1 Milliarde Euro pro Tag liegen sollen, wären ins Militär geflossen, wohl kaum in die Zivilgesellschaft. Aber das Geld scheint wohl nur bei Putin und Oligarchen angekommen zu sein.

Wer weiß, vielleicht endet 2025 die bemannte russische Raumfahrt, die damit vor den USA begannen, seit 1977 fast dauernd eine Besatzung im All hatten, einen Rekord den sonst keiner hat. Sei rutschen dann hinter China zurück die gerade ihr erstes Erweiterungsmodul gestartet haben (wie beim Kernmodul verblieb die über 20 t schwere Oberstute natürlich im Erdorbit) und auch Indien plant bemannte Missionen.

21 thoughts on “Russlands Ausstieg aus der ISS

  1. Stimme ich vollinhaltlich zu, es geht mit Riesenschritten bergab, die Jungen gutausgebildeten hauen ab, zu wenig Kinder, Wodka besorgt den Rest. Russland wird auch bei Export von Militärgütern künftig Rückschläge hinnehmen müssen, bei der erbärmlichen Performance in der Ukraine.

    1. „die Jungen gutausgebildeten hauen ab“

      Da dachte ich an eine Beschreibung der Ukraine. Von ca 50 Mio Einwohnern ist sie auf ca 30 Mio geschrumpft. Kein Wunder bei den mickrigen Löhnen dort. Ob die Performance Russlands in der Ukraine gut oder schlecht ist wird die Zukunft zeigen.

      1. Der Unterschied ist das die Russen die Auswandern zu 100% nicht daran denken irgendwann wieder zurück zu kommen wärend ein großteil der Ukrainer zurück möchten wenn der Krieg zuende ist.

  2. „Das Erdgas ist ein Druckmittel vor allem bei Deutschland das vor dem Krieg 55 % des Erdgases von Russland bezogen hat (danke Merkel! Noch etwas was Du in den 16 Jahren Regierung versaut hast).“

    Das ist das einzige, was mich an dem Artikel gestört hat. Russland kam bei den Energielieferungen erst ins Gespräch, als man während der ersten Ölkrise die Abhängigkeit von Nahost erkannt hat, und diversifizieren wollte. Russland war damit Zweitlieferant für Energieträger, und zuverlässiger als die arabischen Staaten. Ansonsten ist die D Regierung nicht auf Unabhängigkeit aus. Zahlungen erfolgen nur über Amerika und den Dollar. Das hat uns unter Trump das Geschäft mit dem Iran gekostet, und macht D weiterhin durch die USA erpressbar. Gas soll jetzt auch aus den USA bezogen werden. Notfallreserven bei Nahrung oder Düngemitteln sind Fehlanzeige, und Lager in der D Industrie sind auch weitgehend verschwunden. Das bereitet Probleme, wie die Pandemie gezeigt hat. Es gibt also verschiedenste Druckmittel sowohl für Russland als auch für den Konkurrenten USA und auch für China. Aber wer rechnet denn auch damit, dass eine D Regierung einen Wirtschaftskrieg vom Zaune bricht.

    Jetzt zum eigentlichen Thema. Ich denke mal, dass sich Russland die bemannte Raumfahrt weiterhin leisten wird, schon alleine wegen Nationalstolz. Bislang war Herr Putin vernünftig genug, erst mal auf die Versorgung der Bevölkerung zu achten. Es könnte sein, dass demnächst Prestigeprojekte wieder verstärkt auf dem Programm stehen.

  3. Wo die russische Raumfahrt steht, siet man auch beim verwendeten Treibstoff. Inzwischen sind sie das einzige Land, das bei großen Trägerraketen keinen Wasserstoff einsetzen kann. USA, EU, Japan, China und Indien können das schon seit Jahren, Indien sogar mit in Russland entwickelten Triebwerken. Nur die Russen packen es einfach nicht. Und das obwohl es bei der Energija schon vor Jahrzehnten mal ging. Bei der Angara wird zwar schon seit Jahren muskmäßig eine Wasserstoff-Oberstufe angekündigt, aber trotzdem nicht gebaut. Noch schlechter ist das bei der „Modewelle“ Methan.So traurig sieht Putins „moderne Industrienation“ in Wirklichkeit aus.

  4. Ich finde es beunruhigend, dass die Zusammenarbeit so leidet.
    Wie im artikel erwaehnt, wurde diese selbst im langen kalten Krieg erhalten.
    Dass Russland sich so „einkapselt“ macht mir die meisten Sorgen. Was passiert denn mit „Tieren die man in di Ecke draengt“? Russland hat immer noch das groesste Atomarsenal weltweit… Nur Kooperation zwischen den Nationen kann hier die Loesung sein.
    Ich wollte eigentlich mit meiner Familie dieses Jahr zurueck nach Deutschland kommen (wir leben in Thailand), haben dass aber Aufgrund des andauernden Krieges auf naechstes Jahr verschoben.

  5. Danke Merkel?
    Welche Partei hat sich erst ewig gegen die Unterstützung der Ukraine gesträubt und war 75% von Merkels Regierungszeit mit in der Regierung?
    Welche Partei hat davor den Kanzler gestellt der auch noch heute ein dicker Kumpel von Putin ist?
    Und welcher ex Kanzler ist noch mal bei russischen Energie Unternehmen mit dabei?
    Aus welcher Partei ist der Bundespräsident der mit dem russischen Außenminister befreundet ist?

    Ich würde nicht sagen danke Merkel.

    Sondern

    Danke Schröder
    Danke SPD

    1. Ich würde es mal so sagen. Unter Schröder hat der Schlamassel angefangen. Merkel hat dann weiter gemacht und vor allem nicht abgestoppt als Russland die Krim annektiert hat. Und Scholz jetzt versucht so wenig wie irgend wie möglich ist zu machen. Ich als jemand der die Grünen niemals gewählt hätte bin jetzt froh das wir die mit in der Regierung haben. Denn eins zeigen Sie jetzt zum zweiten mal, sie sind bereit sich zu reagieren.

    2. Da kann man auch fragen, welche Partei hat dem undemokratischen rassistischen Treiben in der Ukraine viele Jahre zugeschaut, seine Pflichten als Garant für die Minsker Verträge sträflich vernachlässigt, und den Beschuss des Donbass einfach so hingenommen? Wer hat der Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland Vorschub geleistet? Wer hat auf der anderen Seite das Verhältnis zu den anderen EU Staaten verschlechtert, und hat Großmachtphantasien gefördert?

      Ja, gute Politiker sind Mangelware. Leider hat sich die Personalsituation weiter verschlechtert, so dass selbst Herr Schröder zur Lichtgestalt mutiert.

  6. Roskosmos kann gar nicht aussteigen, nach 2024. sind ja nur mehr 16 Monate, wie Bernd schon schrieb, 8 Raketen
    davon 4x Progress und 4x Sojuz zur ISS.
    Die hätten ja sonst kaum Arbeit, sollen ja 600000 Mitarbeiter beschäftigt sein, keine Oneweb oder esa Aufträge.
    SpaceX hat roundabout 9000, wobei die Satelliten-factory wohl extra gerechnet wird.
    Da würden wohl nur 2 bis 3 Starts jährlich anfallen, für Ihre Regierungsaufträge.
    Wenn jeder der 600000 Mitarbeiter 390€ monatlich bekommt( russisches Medianeinkommen) kann man sich ausrechnen,dass alleine die Personalkosten jedwede Kalkulation ad absurdum führt.
    Drum haben Sie auch gleich zurückgerudert, einfach nur Schaumschläger.

    1. Durch den zusammenbruch von Roskosmos werden Raketningenieure frei. Die kan Putin an der Front gut gebrauchen. Aktuell haben die russischen Raketentruppen extreme verluste, die ausgeglichen werden müssen. Ansonsten kann der Angriff auf Zivilisten nicht mit voller Härte weitergeführt werden.

  7. Endlich mal Zeit und Lust zu diesem Abschnitt etwas zu schreiben:
    „Also wenn ich höre, das es nun ein Artilleriekrieg ist, und das Verhältnis jetzt 10 bis 15:1 ist, dann muss man einen Großteil der ukrainischen Artillerie ausgeschaltet werden. Anders würde bei 3000 Geschützen (vor Kriegsbeginn) die Lieferung von 10 Panzerhaubitzen auch nicht viel ausmachen. Genauso bei über 2500 Kampfpanzern (achtmal so viel wie die Bundeswehr hat) die Lieferung von einigen Leopard. Von der Luftwaffe scheint ja gar nichts mehr übrig geblieben zu sein. Also die Situation ist auch selbst verschuldet.“

    Da sind mehre Faktoren. Gerade gezogenen Geschütze haben auf einem Modernen Gefechtsfeld nur eine kurzzeitige Überlebenschance. Vor allem das aus einer Feuerstellung verschwinden dauert viel zu lange. Bei dynamischen Rückzuggefechten (die man ja gerade in den ersten Wochen hatte) sind sie noch mehr gefährdet. Es hat schon seinen Grund das Westliche Armeen kaum noch gezogenen Geschütze verwenden. Wo sie verwendet werden da entweder aus Gewichts oder aus Kostengründen. Eine PzH 2000 oder Caesar hat bei weniger Personal den mehrfachen Gefechtswert einer M 777 und erst recht gegenüber einer 60er Jahre Konstruktion.

    Nächste Thema ist ist das sich das von der Ukraine angeben schlechte Verhältnis bei der Artillerie meines wissens speziell auf den Donbas bezog. Dort drohte man eingekesselt zu werden, kein Ort wo man viel schwer ersetzbares Material einsetzen will. Dazu sehe ich das auch als gezielte Aussagen den Westen zu mehr Hilfslieferungen zu bringen.

    Dann muß man natürlich noch den allgemeinen Verbrauch von Militärmaterial im Krieg rechnen. Nur mal so als kleine Vergleichzahl. Die Wehmacht hat von Beginn der Operation Barbarossa bis ende des Jahres 1941 etwas über 15% Ihrer 10,5cm Feldhaubitzen verloren. Und da war man fast nur im Angriff und meist relativ klar überlegen. Das Problem ist das die Ukrainische Rüstungsindustrie kaum Material liefern kann. Daher ist man auf den Westen angewiesen.

    Zur Luftwaffe. Die Ukrainische Luftwaffe fliegt noch, unter anderem mit Su 25. Das ist ein Wunder.

    1. Su-25 haben auch noch die Russen, es wurden von beiden Seiten schon einige im Konflikt verloren:
      https://aviation-safety.net/wikibase/type/SU25
      Woanders hat man noch ältere Maschinen im Einsatz. Rumänien will jetzt die Mig 21 ausmustern, und bietet die allen Ernstes der Ukraine an:
      https://www.novinite.com/articles/214751/Romania+to+Give+its+Modernized+MiGs+to+Ukraine
      Die Mig 21 hatte ihren erstflug 1955 und ist damit älter als als die F-4 Phantom und in etwa so alt wie der Starfighter …

      1. Das alter des Grundentwurfes spielt keine all zu große Rolle, siehe auch B-52. Sowohl MiG-21 wie auch Su-25 kommen aus einer Zeit wo man Strahlgetrieben Flugzeuge in den Grundlagen auskonstruiert hat. Mit der MiG-21 wird die Ukraine aber vermutlich eher wenig anfangen können, denn die Russen fliegen so weit ich es verstanden habe kaum in den Ukrainischen Luftraum ein. Man braucht also keinen Abfangjäger. Beide Seite fliegen wenn überhaupt nur so gerade über die Front.

        Was ganz anders. In den letzten Tagen gab es ja diverse Panikmeldungen wegen ersten Stufe der Lange Marsch 5B Rakete die „unkontrolliert“ abgestürzt ist. Wie viel unkontrollierter ist das bei einer Langer Marsch 5B gegenüber anderen Raketen?

        1. Gemein ist die zweite Stufe die in den Orbit gelangt ist und nach einigen Tagen 60 Kilometer vor der Ostküste der philippinischen Insel Palawan niederging. Die wog immerhin mit 23 t mehr als die Station selbst.

          1. Aber auch bei einer zweiten Stufe. Ist die wirklich „unkontrollierter“ als bei einer Falcon 9 oder Ariane 5 oder…? Runter kommen sie ja alle.

          2. Alle letzten Stufen westlicher Länder werden gemäß internationaler Regeln zur Vermeidung von Weltraummüll mit Resttreibstoff deorbitiet. Dafür gibt es eigene Reserven. Selbst Russland betreibt das inzwischen bei einigen Stufen (Breeze).

  8. Nun soll der Ausstieg aus der ISS ein Übersetzungsfehler sein:
    https://spacenews.com/nasa-and-roscosmos-officials-restate-intent-to-operate-iss-after-2024/

    „“Perhaps something was lost in the translation,” said Sergei Krikalev, executive director of human space flight programs at Roscosmos, himself speaking through an interpreter. “The statement actually said that Russia will not pull out of the program until after 2024. This means that, up until the end of 2024, there will be no changes.”“

    Vielleicht sind die angeblichen Erfolge Russlands auf dem Schlachtfeld auch nur ein Übersetzungsfehler?

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