Karl Marx hatte recht!

Ja, anders kann ich es nicht ausdrücken. Er meinte ja, das der Kapitalismus die Wurzel des Übels der Welt ist. Er hat sich vielleicht in seinen Ideen der klassenlosen Gesellschaft geirrt, aber sicher nicht darin, wie der Kapitalismus zur Verelendung der Menschen führt. Das zeigt sich heute in den USA, in denen er ja noch immer unreguliert ist und noch nicht irgendwie sozial abgefedert. Dort wird das ganze als „Amerikanischer Traum“ bezeichnet: Einige können auf kosten vieler anderer reich werden und jeder ist nur für sich selbst verantwortlich. Dazu gehört auch dass jeder selbst für Versicherungen gegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit sorgen muss, man schnell eingestellt und entlassen werden wird, und wer keinen Job hat muss kriminell werden oder von der Wohlfahrt leben. (In den USA sitzen 1 % der Bevölkerung im Gefängnis, bei uns sind es 0,1 %).

Dieser Kapitalismus den Karl Marx beschrieb, bei dem Industrielle sich bereichern und die Arbeiterschaft ausbeuten (selbst in der beschriebenen Form gibt es den heute noch in Entwicklungsländern, wo viele der Produkte die wir konsumieren produziert werden) ist abgelöst worden von dem Spekulationskapitalismus der Weisshemdenträger. Es begann vor einigen Jahrzehnten mit den Optionsscheinen: Auch wenn das vornehm klingt ist es im Prinzip nur eine kaschierte Wette: Man erwirbt eine Option Aktien in der Zukunft zu kaufen zu einem bestimmten Preis. Man muss sie aber nicht kaufen. Ist der Preis tatsächlich so, so bekommt man die Aktien weitaus billiger als wie wenn man sie normal gekauft hätte und wenn nicht, dann ist das Geld futsch. Dann kamen Hedgefonds die Unternehmen in Finanznöten aufkauften und in Einzelteilen wieder versilberten – Interesse an langfristigem Gewinn gab es nicht. Und nun wetten die Spekulanten auf den Bankrott ganzer Staaten. (mehr …)

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Die Frogs haben zugeschlagen!

Bitfehler 1986Voyager 2 befindet sich nach 33 Jahren Flug inzwischen 13,8 Milliarden km von der Erde entfernt. Längst haben die beiden Raumsonden, die im August und September 1977 gestartet sind, alle Rekorde gebrochen – nicht nur hinsichtlich der zurückgelegten Strecke, sondern vor allem hinsichtlich des Erkenntnisgewinns und ihrer Langlebigkeit (wie viele Geräte, deren Leistung vor allem auf Elektronik beruht, arbeiten nach 33 Jahren Dauerbetrieb noch?).

Nun hat es Voyager 2 erwischt. Die NASA kontaktiert die Sonde regelmäßig, aber nur mit geringer Priorität, schließlich benötigen die beiden Sonden aufgrund der Entfernung die großen 70 m Antennen des DSN. Etwa einmal pro Woche gibt es den Abruf der auf Band gespeicherten Messdaten. Am 22.4.2010 stellten Techniker erste Veränderungen in den Datenpacketen fest, wegen eines am 23.4.2010 geplanten Drehmanövers (für die Aufnahme eines 360 Grad Überblicks über die Plasmaumgebung) konnte man die Sonde aber erst wieder am 30.4.2010 kontaktieren. Nun gab es weitere Veränderungen in den Datenpacketen und die Daten waren unlesbar. Eine schnell durchgeführte Diagnose ergab am 1.5.2010, dass die Raumsonde prinzipiell gesund ist und sie wurde nun am 6.5.2010 angewiesen nur noch Telemetrie, also Daten über ihre Subsysteme, aber keine wissenschaftlichen Daten zu senden.

Das ist nichts besonderes. Doch welch skurrile Theorie entspannst sich nun über die unlesbaren Datenpackete? Aliens sollen die Sonde umprogrammiert oder entführt haben! Das erinnert mit an die erste Folge von „Raumpatrollie“, als die Frogs MZ4 besetzt und die Station Nonsens sendete! Wusste Commander Allister McLaine schon damals was und heute blüht? Und was ist mit den zahllosen unleserlichen Festplatten, Disketten und CD’s? Sind nicht die Alien unter uns und wollen die Macht übernehmen? Leute bewacht die Fernsehstationen, bald tauchen die Zylonen auf und wollen einen Funkspruch absenden! Wo ist der intergelaktische Sicherheitsdienst wenn man ihn braucht?

Nun die Erklärung ist sicher viel einfacher. Voyager hat zwei Sendesysteme im S-Band und X-Band. Weiterhin gibt es zwei Arten von Daten: Die sogenannte Telemetrie, das sind Statusinformationen über die Raumsonde selbst, wie Messwerte von Temperatursensoren, Auslastung der Bordcomputer, gelieferte Energie etc. Diese wird auf einem anderen Weg und anders kodiert (oder gar nicht, in dem Fall bin ich auch kein Experte) übertragen als die Daten der Experimente.

Das zweite sind die wissenschaftlichen Daten. Zur Fehlerkorrektur und Erhöhung der Datenrate werden diese kodiert übertragen, wobei die Sonde zwei Methoden als Hardware vorliegen hat: Den Reed-Solomon Code und den Golay Code. Der Golay Code wurde bis zum Uranus eingesetzt, er benötigte für ein Datenbit aber zwei Bits. Um die Datenrate zu erhöhen wurde ab Uranus der Reed-Solomon Code benutzt (der auch Basis für die Fehlerkorrektur von CD’s ist) der auf 6 Bits nur ein Zusatzbit benötigt. (mehr …)

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Das Paretoprinzip

So heißt ein Fakt, das ich bis zum Nachschlagen für den Artikel nur als „80:20 Regel“ kannte. Die Wikipedia nennt es Paretoprinzip oder Paretoregel. Was ist damit gemeint? Besser als die Einleitung sind sicher die Beispiele in der Wikipedia, da die Regel nämlich nicht nur für die Zeit die man für bestimmte Projektabschnitt benötigt. Ich stieß darauf Ende der achtziger Jahre, als die ersten RISC Prozessoren auf den Markt kamen.

Eine Untersuchung zeigte dass von den Befehlen die ein Prozessor zur Verfügung hat nur 20% in dem größten Teil des Codes, 80 % aller Instruktionen verwendet wurden. Die anderen 80 % machten die restlichen 20 % des Codes aus. Daraus zogen Entwickler an amerikanischen Universitäten (wo das RISC Konzept damals neu belebt wurde) den Schluss, dass ein Prozessor, der nur 20 % der Befehle eines damals üblichen Prozessors verwendet insgesamt schneller sein könnte als dieser, weil er diese wenigen Befehle schneller ausführen kann, auch wenn er dann die nicht vorhanden Befehle durch mehrere elementare ersetzen muss. Für die Entwickler bedeutete das, dass die Komplexität des Chips geringer waren und damit eine eigene Chipentwicklung wieder möglich war, die bei den damals üblichen CISC Designs die Mittel einer Uni schon überschritten. (mehr …)

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Das Glück

Bei „Quarks & Co“ ging es um das Glück. Es wurde Bhutan vorgestellt. Ein kleines Land im Himalaja bei dem der Monarch die Steigerung des „Brutto-Inlandsglücks“ anstatt des Bruttosozialproduktes anstrebt. Das geschah durch Verbesserung der sozialen Maßnahmen, aber auch Naturschutz (60 % des Landes stehen unter Naturschutz), Erhaltung der Traditionen, z.B. muss man bei religiösen Feiertagen die traditionelle Kleidung tragen und der Baustil ist vorgeschrieben.

Untersucht wurde auch was glücklich macht. Es sind nach Untersuchungen Arbeit und Partnerschaft. Arbeit nicht wegen des Einkommens, sondern weil man etwas sinnvolles tut. Ich denke das letzte ist sogar das Ausschlaggebende. Etwas zu tun, and dem man Freude hat. Meistens ist es bei der Arbeit aber anders und Frust herrscht vor. In unserer Gesellschaft ist die Sicht ja anders – Arbeit dient dazu Geld zu verdienen und wird ja nur noch als „Job“ bezeichnet – nicht als „Beruf“, was ja von Berufung kommt.- Ich kann den Untersuchungen nur zustimmen. Bei meiner letzten Arbeitsstelle ging es vor allem um das Verwalten. Ich hatte dafür zu sorgen, dass ein Labor lief. Nach einem halben Jahr hatte ich es im griff und weitgehend die wichtigsten Sachen automatisiert. Sonst wurde nichts gefordert, man wurde auch nicht gefördert. So ging ich daran Eigene Programme zu schreiben, die Website aufzubauen. Jetzt schreibe ich Bücher. Betrachte ich beides unter kommerziellen Aspekten, dann wäre selbst ein Ein Euro Job lukrativer. Die Website in der einige Mannjahre stecken generiert rund 20 Euro pro Monat. Bücher sind zwar „lukrativer“, aber mit 20-25 Euro pro Titel und Monat bei etwa 2-3 Monaten Arbeit pro Band werde ich auch nicht reich. Aber darum geht es ja auch nicht, sondern um Zufriedenheit, was ja die Vorstufe von Glück ist. (mehr …)

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