Eine der besten Computer – einer der schlechtesten Computer

Ein Grund warum es in letzter Zeit so wenig neues gibt ist auch das bei mir gerade renoviert wird. Das heißt viel umräumen, damit man die leeren Möbel verschieben kann. Ich nutze das auch um auszumisten und mehr System reinzubringen.

Da kam mir vor zwei Tagen in Packen Hefte genauer gesagt das „P.M-Computerheft“ in die Hände. Ich habe ja schon bereut, als ich die „Computergeschichte(n) “ schrieb, das ich die alten Hefte meist wegschmieß. Damals änderte sich so viel in so kurzer Zeit, das der Inhalt für aktuelle Kaufentscheidungen bald veraltet war. Heute wären sie wertvoll wegen der Testberichte, aber auch den Anzeigen die damals irgendwie phantasievoller waren. Jedenfalls habe ich angefangen ein Heft zu lesen. Es enthält schon 1989 gültige Weisheiten („Wie schnell ein Computer ist hängt von der Meßmethode ab“) und ich bin über einen Vorabtest des NeXT Computers gestolpert. Der liest sich wie eine Prophezeiung: „den schönsten Computer den ich je gesehen habe“ (Bill Gates) „NeXT wird den Erwartungshorizont für Computer neu definieren“ (Mitch Kapor) und auch der Redakteur kommt zum selben Schluss „neben Jobs durchgestylter schneller Maschine sehen MS-DOS Systeme wie Geräte aus der Steinzeit aus – sowohl ästhetisch gesehen wie auch technologisch“. Also der Computer der Zukunft? Continue reading „Eine der besten Computer – einer der schlechtesten Computer“

Produktplacement

Derzeit wird ja die erste Staffel vom „letzten Bullen“ wiederholt. Also die Story ist die, das ein Polizist 1989 angeschossen wird und 2009 aus dem Koma aufwacht und überall mit seiner Art aneckt und natürlich auch ein paar Probleme mit heutiger Technik (Handy und Verträge, Navi („Du lässt Dir von einer Frau erklären wie Du zu fahren hast?)“ hat. Das ist so die Würze auf dem Krimi, bzw. den Beziehungssachen, echte Krimis ohne Privatleben der Ermittler gibt es ja fast nichts mehr.

Okay, dabei fiel mir was auf. Natürlich kennt er Internet und Windows nicht. Also zeigen sie eine Szene wie Windows hochfährt und Google angeschmissen wird. Achtung, jetzt wird’s interessant. Sie haben einen eigenen Startbildschirm von „Views“ der an den von Windows XP erinnert, programmiert und wo man sonst „Microsoft“ sehen kann findet man nun „Big Company“, aber sonst eben alles im XP-Stil, damit jeder weiß was wirklich benutzt wird. Continue reading „Produktplacement“

Sonderfall Apple

Bedingt durch mein Computerbuch habe ich mich mehr mit Apple beschäftigt und war doch in einigen Punkten überrascht. Ich bin bisher immer davon ausgegangen (und dachte das so auch gelesen zu haben), das Apple zumindest in den frühen achtziger Jahren mit dem Apple II Marktführer war. Das ist nicht der Fall. So hatte 1980 Tandy, dessen Rechner ja gerne als "Trash-80" bezeichnet werden 20% Marktanteil, Apple aber nur 17%.

Insgesamt wurden nur 5 Millionen Apple II im 15 Jahren (1977 bis 1992) verkauft. Zum Vergleich: Sinclair verkaufte in 4 Jahren genauso viele Spectrum und Commodore über 17 Millionen C64. Recht wenig für einen Marktführer.

Warum machte Apple dann so viel Umsatz? Weil schon damals die Rechner ziemlich teuer verkauft wurden. Der Apple II wurde 1977 für 1.295 Dollar verkauft. Zeitgleich erschienen der PET 2001 und Tandy TRS-80 – in der Basiskonfiguration durchaus mit dem Apple II zu vergleichen – nur kostet der TRS-80 ohne Fernseher 399 Dollar (mit 599), und der PET mit Monitor und Kassettenrecorder 799 Dollar. Super wenn man sein Produkt doppelt so teuer wie die Konkurrenz verkauft und so satt Schotter macht.

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Steve Jobs

Als am Montag Steve Jobs ankündigte bei Apple sich aus dem operativen Geschäft aus gesundheitlichen Gründen zurückzuziehen, sanken die Apple Aktien um 8%. Als vor ein paar Jahren Bill Gates sich aus Microsoft zurückzog hatte das keinen Einfluss auf die Microsoft Aktien. In der Tat ist Steve Jobs hier eine Ausnahmeerscheinung. Es gab einige PC-Pioniere, aber keiner von Ihnen kann einen Lebenslauf wie Steve Jobs aufweisen. Entweder sie kamen durch Glück zu Reichtum und Macht, oder sie erarbeiteten es sich.

Das ging entweder den Bach runter oder machte sie reich und sie blieben bei ihren Firmen wie eben Gates oder Dell.  Aber keiner von ihnen hat eine gute florierende Firma verlassen um neu anzufangen, war zumindest bei einer von zwei Firmengründungen erneut erfolgreich (3/4 seines Vermögens sind heute Disney Aktien, nachdem diese PIXAR aufgekauft haben) und ist dann zu seiner ehemaligen nun fast bankrotten Firma zurückgekehrt und hat sie erneut zum Erfolg geführt.

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Feindbilder

Die Kommentarflut zu Linux vs. Windows zeigte mir neben dem schon angesprochenen Extrapolieren von persönlichen Erfahrungen auf alle User auch ein mir bekannten Effekt: Das Feindbild. Warum ist Linux besser? Weil es nicht von Microsoft ist! Diese Firma mit marktbeherrschender Stellung kann ja nichts gutes produzieren. Wenn ein Produkt erfolgreich ist, dann nur wegen hinterhältigen Machenschaften wie Rabatte an Hersteller, Benutzung undokumentierter Funktionen oder Aufkaufen der Konkurrenz. Linux muss ja schon besser sein weil es nicht von M$ ist. Natürlich ist es das auch. Wenn jemand schon immer wissen will, wie ein Betriebssystem funktioniert für den ist Linux das beste System. Es kommt eben immer drauf an den Aspekt herauszusuchen, der einem in den Kram passt. Doch gäbe es keine Feindbilder wenn nicht 90% der Benutzer leider das böse Windows wählen würden. Continue reading „Feindbilder“