Das HST und die Servicemissionen

Für die NASA gilt das Hubble Weltraumteleskop als Paradebeispiel für die Nützlichkeit des Space Shuttles. Er ermöglichte die Reparatur der Krümmung des Spiegels. Später kamen dann noch weitere Servicemissionen, bei denen man die Instrumente jeweils durch neue, die dem Stand der Technik entsprechen austauschte. Kritiker sehen das anders. Das ganze ist teurer als wenn man das Weltraumteleskop nachbaut. Zeit das nachzuprüfen und nachzurechnen. Das ganze ist nicht ganz einfach, weil die NASA nicht mehr die Missionskosten der Shuttle Starts publiziert.
Hier das Szenario: Anstatt Servicemissionen zu starten baut man das HST nach und setzt dort die aktuellen Instrumente ein. Die Kosten für die Instrumente muss man daher nicht berücksichtigen, sie würden auch in einem Nachbau unterkommen. Gestartet wird es jeweils mit einer aktuellen Trägerrakete. Fangen wir mal an diese zu beleuchten Continue reading „Das HST und die Servicemissionen“

Nutzlasten für die SLS – Teil 2

In meiner kleinen, lockeren Serie, wofür man die SLS verwenden kann, schließlich gibt es ja kein bemanntes Programm das sie erforderlich macht, heute ein Doppelstart: der der geschenkten NRO Teleskope. Die NASA bekam letztes Jahr von der NRO zwei Teleskope geschenkt die wohl für ihre KH-12/13 geplant waren. Man weiß nicht viel über die Teleskope, sie sollen nur den Durchmesser des HST haben, aber eine kürzere Brennweite, also Weitwinkelinstrumente sein, wie sie bei Satelliten auch sinnvoller sind die die Erde beobachten. Continue reading „Nutzlasten für die SLS – Teil 2“

Ich bin dagegen

Das Wort „Gegner“ hat im Deutschen irgend etwas negatives. Sei es ob Stuttgart-21 Gegner oder andere Fälle, ich glaube der einzige Fall wo es mal positiv besetzt wurde war bei den „Kernkraftgegnern“, nämlich als diese die Mehrheit in der Bevölkerung stellten. Vielleicht aber auch weil der Begriff Atomkraft oder Kernkraft inzwischen negativ besetzt ist.

Am Sonntag Abend kam in Br3 bei „Faszination Wissen“ eine Sendung über die bemannte Raumfahrt. Wie ich denke eine recht ausgewogene. Es wurden Experimente vorgestellt bei denen die Experimentatoren sagten, sie wären nur auf der ISS durch Betreuung der Astronauten erfolgreich gewesen und es gab die Stellungnahme anderer Wissenschaftlern, die darauf hinwiesen dass andere Großprojekte mit viel weniger Mitteln auskommen müssen. Dann sah man am Beispiel des nächsten Astronautenanwärters, dass die meiste Arbeit routinemäßige Wartungen sind und es wurde vorgestellt wie man an Robotern arbeitet um sie zu entlasten. Continue reading „Ich bin dagegen“

Warum ich gegen das JWST bin

Das James Web Space Telescope (JWST) wird das teuerste unbemannte Weltraumprojekt überhaupt werden, teurer als Cassini, Viking, Galileo oder das Mars Science Laboratory – nicht nur absolut (mit derzeit auf 7,8 Milliarden Dollar Gesamtkosten) als auch inflationskorrigiert. Doch lohnt es sich?

Was der Knackpunkt ist, sind natürlich die Kosten. 7,8 Milliarden Dollar ist wirklich viel Geld. Es kostet damit so viel wie 4 Jahre ISS Betrieb oder 2-3 Jahre Space Shuttle Betrieb. Bei dem Vergleich mit unbemannten Projekten wird es sogar noch auffälliger. Das nächst kleinere Projekt ist das 2,5 Milliarden Dollar teure MSL, das um den Faktor 3 kleiner ist.  Neue Missionen zum Mars dürfen maximal 480 Millionen Dollar ohne Trägerrakete kosten. Das ist auch in etwa das Preisetikett eines anspruchsvolleren Forschungssatelliten. Continue reading „Warum ich gegen das JWST bin“