Italien und die Demokratie

Ei wie konnte das nur passieren? Da wird doch tatsächlich Berlusconi zu einem Jahr wegen Steuerhinterziehung verurteilt? Das löst dann eine Regierungskrise aus. Thja in Italien ticken die Uhren anders was Demokratie und Justiz angeht. Aber das war schon immer so. Nur mal eine kleine Erinnerung.

Da Italien ja auf seine Geschichte so stolz ist und noch im zweiten Weltkrieg von einem Großreich mit afrikanischen Kolonien nach Stil des alten Roms träumte, fangen wir mal ganz früh an: Bei den Römern. Rom wurde der Legende nach um 753 vor Christus gegründet (das genaue Datum ist unbekannt, aber es gibt archäologische Funde aus dem achten Jahrhundert) und war dann ein Königtum bis 510 vor Christus. Dann wurde der letzte König vertrieben und Rom wurde nach Ansicht der Römer nach eine „Republik“ eingeführt. Die Anführungszeichen zeigen schon, mit der Demokratie wie wir es verstehen, aber auch nur der in Athen hatte das nichts zu tun. Der Senat als entscheidendes Gremium, vergleichbar unserem Parlament bestand aus Vertreter des Adels. Wichtige Ämter wurden von ihm besetzt, an der Spitze die beiden Konsul, eine Besonderheit war, dass alle Ämter doppelt besetzt waren, vielleicht befürchtete man einen Missbrauch bei nur einem Amtsinhaber. Auch interessant war, das sie alle Ämter für ein Jahr ausgeübt werden dürften mit einer Pause von mindestens zwei Jahren zwischen zwei Ämtern, was meiner Meinung nach die Fixierung auf kurzzeitige Erfolge oder das Einsacken von so viel Geld wie in einem Jahr möglich fördert, wenn wundert das die Italiener dann heute noch Probleme mit Regierungen haben die länger als ein Jahr im Amt sind? Continue reading „Italien und die Demokratie“

Good-Country, Bad-Country

Wie bekannt wurde, haben sich die Regierungschefs von Frankreich und Deutschland auf ein neues Modell geeinigt, um den Eurorettungsschirm zu finanzieren. Ohne gravierende Sparmaßnahmen in den öffentlichen Haushalten würden bald auch die derzeitigen Geberländer vor dem Staatsbankrott stehen. Andererseits rechnet auch keiner damit das Griechenland, Portugal und andere Staaten alle Kredite unter den derzeitigen ökonomischen Bedingungen zurückzahlen kann.

Der offensichtliche Gedanke, die Länder aus der Eurozone auszuschließen, weil sie die Stabilitätskriterien nicht mehr erfüllen, wurde zwar erwogen, jedoch aufgrund der negativen Auswirkungen verworfen. Auch die Einführung einer Währung für die PIGS Staaten und eine für den Rest Europas wurde erwogen, aber als nicht praktikabel und die Situation noch verschlimmernd abgelehnt. Continue reading „Good-Country, Bad-Country“