Weltraumtourismus im Klimacheck

Nachdem ich schon in meiner Dezembernachlese von SpaceX die Bilanz des Suborbitalhopsers durchgerechnet habe und nun wieder der Start einer Sojus mit zwei Weltraumtouristen ansteht, mache ich mich mal an die Kohlendioxidbilanz des Weltraumtourismus.

Zuerst einige Klarstellungen. Es geht nicht um die gesamte Klimabilanz des Flugs. Diese müsste auch den Effekt berücksichtigen, das die Emissionen nicht am Erdboden oder nahe dem Erdboden, sondern in unterschiedlichen Höhen entstehen. Weiterhin ist in der Bilanz auch nicht enthalten, wie viel Kohlendioxid benötigt wird, um die Raketen zu produzieren, die ja auch mehrstellige Millionenbeträge kosten. Auch bei den Raumschiffen geht ein Teil verloren, der vor dem Wiedereintritt abgetrennt wird, bei der Sojus ist das sogar der größte Teil und selbst bei der Wiederverwendung entstehen Emissionen für die Bergung und Reparatur. Continue reading „Weltraumtourismus im Klimacheck“

Die Dezembernachlese von SpaceX

Nachdem ich die Novembernachlese ausgelassen habe – mangels Substanz – reiche ich heute wieder mal eine Nachlese ein. Der Grund für die ausgefallene Novembernachlese war einfach. Es gab zu wenig Neues. Zwei Starts seit Oktober, beide im November. Der Erstflug des Starships wurde auf Januar/Februar verschoben.

Dann kam just heute diese Meldung über Probleme mit den Raptors. Die brannten bei den bisherigen Flügen der Starship-Prototypen ja schon mal durch oder zündeten gar nicht mehr. Beim Booster wartet man noch auf einen Test aller Triebwerke. Dann mailte Musk an seine Mitarbeiter: Continue reading „Die Dezembernachlese von SpaceX“

Klimaneutralität – was kostet es?

Noch sind wir nicht klimaneutral, nicht mal annähernd, aber was kein Politiker sagt, ist was das mal kosten könnte. Um es klar zu sagen – ich weiß es auch nicht, aber man kann eine Prognose auf Basis der heutigen Kosten anstellen.

Ich fange mal an mit der Definition von „klimaneutral“. Das bedeutet nicht das wir kein Kohlendioxid emittiert wird – zumindest nicht nach Ansicht der EU. Klimaneutralität heißt es in dieser Definition, dass es ein Gleichgewicht zwischen Kohlendioxidemissionen und senken gibt. Denn ein Teil des von uns emittierten Kohlendioxids trägt auch dazu bei das Pflanzen besser wachsen und so mehr Kohlendioxid binden. Nach einer Studie beträgt das Potenzial dieser Kohlendioxidsenken zwischen 9,6 und 11 GT Kohlendioxid pro Jahr. Bis 2050, besser früher, wollen wir Klimaneutralität erreichen, dann werden 9,74 Mrd Menschen auf der Welt leben, zumindest nach der Prognose. Das bedeutet, wenn alle Menschen gleichberechtigt bei den Emissionen sind. darf jeder rund 1 t Kohlendioxid emittieren – in Deutschland betragen die Emissionen derzeit das 11-fache. Diese 1 t Restemission werden wir auch brauchen, dazu später mehr. Continue reading „Klimaneutralität – was kostet es?“

Die Bequemlichkeit und das Klima

Ich greife hier auf die Diskussion über die E-Mobilität zurück. Die meiner Ansicht nach absolut größte Herausforderung für das Erreichen einer Klimawende ist es an dem eigenen Verhalten zu arbeiten und dazu gehört auch, nicht ganz so bequem zu sein.

Das scheint zuerst leicht zu sein, entpuppt sich in der Praxis aber als schwierig. Bei der Klimawende hat man ja zuerst Befürchtungen, die schlimmere Szenarien beinhalten. Das man Stromausfälle hat, den Strom oder die Heizung nicht mehr bezahlen kann und frieren muss. Der Großteil der Kohlendioxidemission geht aber auf Bequemlichkeit zurück. Hier die offiziellen Daten des Bundesumweltamtes entnommen vom Kohlendioxidrechner des UBA: Continue reading „Die Bequemlichkeit und das Klima“

Der „grüne“ Wasserstoff

Gestern hat die Koalition wieder mal ein 7 Milliarden Euro teures Programm zur Förderung von alternativen, regenerativen Energien beschlossen. Ziel diesmal: „grünen“ Wasserstoff zu fördern. Fangen wir mal mit dem einfachsten an, warum „grüner Wasserstoff“?

Nun damit ist nicht die Eigenfarbe des Wasserstoffs gemeint. Wasserstoff ist sowohl als Gas wie auch Flüssigkeit farblos. Es ist die Gewinnung „Grün“ soll suggerieren, das er ökologisch gewonnen wird, also aus regenerativen Quellen. Den Wasserstoff, den man heute einsetzt, egal ob als Raketentreibstoff, für Wasserstoffautos oder als Reduktionsmittel in der chemischen Industrie, wird aus Erdgas (Methan) gewonnen. Mithin stammt auch er aus einem fossilen Kohlenstoffreservoir, auch wenn er selbst beim Verbrennen kein Kohlendioxid erzeugt, so wird doch das Methan teilweise oder ganz oxidiert um Wasserstoff zu gewinnen und wird letztendlich so auch Kohlendioxid erzeugt. Das gilt auch für Brennstoffzellen, die als Heizung vorgeschlagen werden und Methan nutzen. Continue reading „Der „grüne“ Wasserstoff“