Das Internet und die Wissensgesellschaft

Angeblich soll doch das Internet uns schlauer machen, und tatsächlich wenn man etwas wissen will, braucht man nur einen Suchbegriff in Google eintippen und findet bald die Information. Doch das alleine reicht nicht. Also ich stelle bei mir fest, dass ich zwar viel mehr Internet benutze, aber oft zur Recherche von Nebensächlichkeiten und dann meist Zeit vertrödele mir Wissen anzueignen, das vielleicht für die 250.000 Euro Frage bei "wer wird Millionär" nützlich ist, nicht aber nicht im Alltag. Dazu mal ein Beispiel von heute: Ich schaue gerne "Scrubs" an und dank OnlineTVRecorder kann ich das auch, wenn die Wiederholungen um 10 Uhr morgens laufen. Also ich schaue gerade mal die Folgen von gestern an und da kommt eine Stelle wo die Sugarhill Gang ihren Titel "Rapers Delight" spielen. "Hmmm das war doch deren einziger Hit oder?", also mal "Sugarhill Gang" ins Google Suchfeld eingetippt und den Wikipedia Beitrag genommen. "Aha Rapers Delight war wohl wirklich der einzige Hit, die anderen kenne ich nicht. Erstaunlich, schon 1979, ich dachte das wäre von 1981 oder 82. Mal klicken auf den Link". Und ich erfahre das "Rapers Delight" auf dem Chic Titel "Good Times" basiert. Schon wieder was gelernt. Den Chic Titel kenne ich, doch nie ist mir die Ähnlichkeit aufgefallen. Noch seltsamer: Der EAV Titel "Alpenrapp" ist ebenfalls ein Cover und auch das habe ich nie bemerkt. Ich kannte nur die Version mit Gottschalk, Laufenberg und Sexauer.

Nun ja zack ist man 10 Minuten mit Surfen und Lesen beschäftigt und hat sich zwar Wissen angeeignet, aber nützliches Wissen? Ich sehe auch bei Diskussionen, dass man beginnt mit Links um sich zu werfen. Die Sache ist die, dass ein Link alleine ja nicht sagt, dass ich recht habe. Paradebeispiele sind die Webseiten für die verschiedenen Verschwörungstheorien, egal ob 911 oder Moon Hoax. Die Wikipedia will ja auch so was wie qualifizierte Artikel einführen, bei denen nicht jeder herum schreiben kann. Eine gute Idee. Ich würde mir auch wünschen mehr Originalliteratur aus der Wissenschaft im Netz zu finden und dies in einem Umfeld, dass es mir erlaubt auch als Laie die Güte festzustellen, z.B. über Reviews anderer Fachleute oder Angaben über Links zu diesem Dokument. Ich glaube zum einen, dass ich daran ein Recht habe, denn diese Veröffentlichungen entstanden ja im Normalfall in Universitäten, finanziert von unseren Steuergeldern. Zum anderen gibt es auch für die Autoren einfachere Möglichkeiten zu publizieren und sogar bessere Möglichkeiten zu sehen, wie ihre Arbeit ankommt (dies wird üblicherweise daran gemessen, in welchem Magazin sie veröffentlicht wird und wie viele sich auf sie beziehen, also sie zitieren).

Ich ärgere mich immer öfters, wenn ich über Google zu einem Abstract gelotst werde, und dann bei einer IEEE, Axel Springer oder Nature Seite lande, wo ich dann den Artikel gegen Geld herunterladen soll. Das passiert mir sowohl bei neueren Dingen wie die Ergebnisse von Venus Express,  wie auch bei der Recherche zu alten Raumsonden und ihren Ergebnissen. Eigentlich wäre das für unsere Wissensgesellschaft angebracht das öffentlich bezahlte Forschung ihre Ergebnisse öffentlich allen zur Verfügung stellt. Es wäre auch für die Wissenschaftler wichtig, die ja ihre Erkenntnisse an den Mann bringen wollen. (Wer damit Geld verdienen will, lässt sie sich patentieren und veröffentlicht nichts). Je größer der Kreis von Leuten ist die Zugang haben, desto besser.

Es wird Zeit für Wissenschaftsportale in denen Artikel und Aufsätze gesammelt und online veröffentlicht werden. Passend zum Thema mein heutiger Musiktipp:

Thomas Dolbe "She blinded me with Science"

One thought on “Das Internet und die Wissensgesellschaft

  1. Mein Reden!
    Opensource nicht nur bei Software sondern auch bei Wissen. Mit den Verlägen ist es ähnlich der Verwertungsgesellschaft GEMA. Sie verdienen wenn man einen Artikel veröffentlicht und (teilweise) wenn man den Artikel lesen will. Dabei bietet das Internet eine Hervorrande Plattform um selbst seine Veröffentlichung zu übernehmen. Der einzige Vorteil des Verlag ist es, die Artikel gob zu überprüfen. Andereseits, je mehr Leute auf die Publikation zugriff haben desto mehr würde sich auch möglicherweise von auf das Gebiet spezialisierten Experten geprüft.
    Freier Zugang zu wissenschaftlicher Literatur im Inet:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Access

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