Ein Rätsel um Apollo 10?

Bei meiner Recherche zum Gemini Buch habe ich mal wieder in der Wikipedia nachgeschaut und bin über folgenden Passus in der Biographie Eugene Cernans gestolpert:

“In einem Interview, das in einer mehrteiligen Dokumentation namens “When We Left Earth” gezeigt wurde, sagte Cernan über Apollo 10, dass die Aufstiegsstufe “short fueled” war, das heißt dass man sie nicht vollständig aufgetankt hatte. Als Begründung führte er an, dass man seitens der NASA den Astronauten aufgrund ihrer kompetenten Persönlichkeit, nach der sie unter anderem ausgewählt worden waren, nicht ganz traute, sich an die Missionsvorgaben zu halten. “Wenn wir also gelandet wären, hätten wir nicht mehr vom Mond weg kommen können”, schloss er den Kommentar.”

Tja das ist doch mal wieder typisch Wikipedia: Da die Enzyklopädie von Laien gepflegt wird, findet man dort als Quellenangeben eben Fernsehinterviews oder Zusammenfassungen von Pressemitteilungen. So bleibt eben die Qualität niedrig oder auf Hörensagen-Niveau. Das System ist noch anwendbar bei News-Portalen (so veröffentlichen im Prinzip alle Space Websites der US nur Kopien der Pressemitteilungen von Firmen und Raumfahrtbehörden) schon beim deutschen Raumfahrer.net wäre eine Nacherzählung und kritische Würdigung besser als die 1:1 Übersetzung (die zudem oftmals fehlerbehaftet ist). Aber bei einer Enzyklopädie sollte ein Artikel aus einem Guss sein, gut mit Quellen belegt.

Aber zurück zu Apollo 10. Apollo 10 war niemals als Mondlandung ausgelegt. Nach den ursprünglichen Planungen war auch Apollo 11 nicht sicher als erster Mondlandungstermin. Damit diese für Apollo 11 angegangen werden sollte, mussten Apollo 7-10 ohne Probleme verlaufen. Schon diese Missionen wurden sehr schnell immer anspruchsvoller:

  • Apollo 7 : Test der Apollo Kapsel im Erdorbit
  • Apollo 8 : Bemannter Test der Saturn V, erste Mission zum Mond. Test der Kommandokapsel und der Kommunikation am Mond
  • Apollo 9: Test der Mondlandefähre im Erdorbit
  • Apollo 10: Test der Mondlandefähre im Mondorbit, Abkopplung und Ankopplungsübungen, Generalprobe für die Mondlandung.

Vergleicht man die Fortschritte mit denen von Gemini oder auch den ersten Shuttle Flügen, wo die Schritte viel kleiner war, so ist klar, dass schon diese Missionen recht anspruchsvoll waren und auf den Erfahrungen der jeweils vorhergehenden aufbauten. Eine Mondlandung mit Apollo 10 war daher nie geplant.

Hätten die Astronauten diese gewagt? Ich kann in den Lebensläufen und den bisherigen und nachfolgenden Missionen von Stafford, Cernan und Young nichts erkennen, was auf Rebellentum, Ignorieren der Missionsregeln oder Anweisungen hindeutet. Das gab es bei dem Mercury Flug von Carpenter, bei Apollo 7 und bei Skylab. Warum kommt man also auf die Idee die Astronauten würden selbstständig landen – ohne eine entsprechend vorbereitete Bodenkontrolle, die auch wichtig war (unter anderem weil sie genauere Werte vom Raumschiff hatte und Hintergrundinformationen, z.B. wusste was die 1201/1202 Fehlermeldungen bei Apollo 11 bedeuteten.

Die wichtigste Frage: Hätten sie landen können. Nun anders als die Schreiber von Wikipedia bin ich in der Lage Suchmaschinen zu benutzen. Tippt man z.B. in Google die magischen Worte “Apollo 10 Press kit” und “Apollo 11 Press kit” und folgt man jeweils dem ersten Link, so erhält man das offizielle NASA Presskit. Aus merkwürdigen Gründen traut der Autor diesem mehr als einer Fernsehdokumentation. Da die Presskits 150 Seiten groß sind ist das natürlich etwas umständlicher. Doch auf S.87/S.107 findet man folgende Daten über das LM:

(alle angaben in amerikanischen Pfund) Apollo 10 Apollo 11
Aufstiegsstufe trocken 4.781 4.804
Abstegsstufe trocken 4.703 4.483
RCS Treibstoff 612 604
Abstiegsstufe Treibstoff 18.134 18.100
Aufstiegsstufe Treibstoff 2.619 5.214
Gesamt: 30.849 33.205

Die Aufstiegsstufe war in der Tat nur teilbefüllt. Nur warum sollte sie auch voll befüllt sein? Bei Apollo 10 war nicht vorgesehen die Aufstiegsstufe zu benutzen. Warum sollte sie also voll gefüllt werden? Wenn dadurch Gewicht gespart werden konnte, gab es mehr Reserven für Manöver des Kommandomoduls in der Mondumlaufbahn, z.B. wenn dieses bei einem Notfall mit dem LM koppeln musste anstatt wie vorgesehen den passiven Partner zu stellen.

Relevant für die Landung ist das Trockengewicht und das ist bei der Aufstiegsstufe fast identisch zu Apollo 11. Die Abstiegsstufe ist rund 220 Pfund, also 100 kg schwerer als bei Apollo 11. Doch hätte das eine Landung verhindert? Meiner Ansicht nach nein. Denn Apollo 10 trug anders als Apollo 11 keine Experimente zum Mond, die ja auch etwas wiegen. Dazu kommt das die Treibstoffreserven ja noch eine Zeit des Schwebeflugs vorhersahen. Bei einem Schweben (v= 1.6 m/s²) über die Oberfläche braucht man einen Schub von 24.000 Pfund (10,67 kN).Dabei werden rund 3 kg Treibstoff pro Sekunde verbraucht. 100 kg reichen also für 30 Sekunden mehr, wenn man die leichtere Aufstiegsstufe berücksichtigt (benötigt dann auch weniger Treibstoff), dann sind es vielleicht 15 Sekunden. Bei Apollo 11 blieben aber noch mindestens 770 Pfund Treibstoff übrig, was für 50 Sekunden Betrieb gereicht hat, jede andere Mission hinterließ weitere 500 Pfund mehr Reserven.

Also das Apollo 10 nicht hätte landen können (wenn es vollgetankt gewesen wäre) ist eine Mär. Aber Leute denkt mal nach – wo? Das gesamte Computerprogramm bei Apollo basierte auf einer korrekten Einhaltung des Zündungszeitpunktes, der anhand genauer Vorhersagen der Bahn durch die Missionskontrolle ermittelt wurde. Es gab keine Möglichkeit die Position im Verhältnis zu einem Zielpunkt festzustellen, nur die Höhe über der Mondoberfläche, sobald die Fähre etwa 15 km Höhe erreicht hatte. Bei späteren Apollomissionen wurde der Kurs sogar noch während des Betriebs nachjustiert. Ohne die Missionskontrolle hätte sicher Apollo 10 irgendwo landen können, aber bestimmt nicht da wo es sicher gewesen wäre. Das ergibt keinen Sinn. Apollo 11 verpasste den primären Landepunkt um einige Kilometer und kam deswegen erst in die Treibstoffprobleme, weil bei dieser ersten Mission die Bahn den Veränderungen die durch Mascons, aber auch Bewegungen die beim Abkoppeln und der Inspektion resultieren noch nicht angepasst wurde (was ab Apollo 12 durch ein verändertes Computerprogramm möglich war). Ohne Hilfe der Bodenkontrolle irgendwo genau zu landen? Vergiss es!

Doch angenommen es wäre geglückt was dann? Dann muss auch noch später mit dem CSM ein Rendezvousmanöver durchgeführt werden. Das ist nicht weniger kritisch und auch hier ist die Kenntnis des Landeortes wichtig. Aus zwei Gründen. Zum einen muss das CSM den Landeplatz überfliegen bevor das LM startet. Beide müssen in einer Ebene liegen. Auf der Erde gibt es durch die tägliche Rotation pro Tag ein solches Startfenster, beim Mond wegen der viel langsameren Rotation nur eines alle 14 Tage. Alle Missionen ab Apollo 12 haben daher ein “Borken Plane” Manöver durchgeführt bei der die Bahnebene angepasst wurde. Bei Apollo 11 war dies nicht nötig weil die Bahn direkt über den Äquator führte (aus Sicherheitsgründen). Daher war es auch nicht so schlimm, das Mike Collins aus dem Orbit die Landefähre nicht ausmachen konnte und der Landeort so nicht genau bekannt war.

Das zweite sind dann die Bahndaten der Aufstiegsbahn. Auch diese wurden von der Bodenkontrolle errechnet. Sie musste zum einen wenig Treibstoff verbrauchen und zum anderen eine schnelle Ankopplung gewährleisten, da die Ressourcen begrenzt waren. Apollo 15 hatte nach Erreichen der ersten Transferbahn noch 2,5 % Resttreibstoff, nach Erreichen des Rendezvouskurses waren es noch 1,5 % – genug um die Geschwindigkeit noch um 33 m/s zu verändern – nicht viel. Gemini hatte Manövriertreibstoff für 222 m/s an Bord. Zwar kann man mit beliebig viel Zeit in jedem Fall das CSM erreichen – doch die Vorräte in der Aufstiegsstufe waren begrenzt. Auch hier lag der Schlüssel in einer genauen Kenntnis des Landeorts und einer präzisen Einhaltung des Startzeitpunktes und aufstiegsbahn. Auch hier wäre eine Landung “irgendwo” sehr kontraproduktiv gewesen.

Schade ist eine schöne Story, aber eben nur eine Story.

15 thoughts on “Ein Rätsel um Apollo 10?

  1. Nun ja, Eugene Cernan ist bekanntlich ein Spaßvogel. So hat er ja auch über diese und die nachfolgende Mission gesagt: „Wir wussten, dass Neil in der Lage war, auf dem Mond zu landen. Wir wussten nur nicht, ob er den Mond überhaupt finden würden, also sind wir hingeflogen und haben eine dicke weiße Linie gezogen.“ Neil Armstrongs Kommentar dazu: „Und das muss ich mir seit 40 Jahren anhören.“

  2. Aber das allergrößte Rätsel ist doch:
    Hat Apollo überhaupt stattgefunden? Oder gab es den Mondausflug nur in den Trickstudios?
    Man sollte überhaupt mal hinterfragen, wieviel Mondgestein denn tatsächlich da ist.

  3. @Armin: Worin soll das Rätsel bestehen? Es gibt glaubwürdige Augenzeugen sowohl auf dem Mond als auch in den Bodenstationen, Mondgestein, das von einer Heerschar internationaler Geologen unter die Lupe genommen wurde, Funkprotokolle und -peilungen sowie haufenweise Fotos und Filme. Dem gegenüber stehen haltlose Verdächtigungen und Mutmaßungen, die sich beim ersten kritischen Blick als haltlos erweisen. Zudem wurden viele dieser „Fragen“ von Leuten gestellt, die offenkundig ein finanzielles Interesse an der Aufrechterhaltung der Mondlandungsverschwörungstheorie haben.

  4. @Ruhri:
    Die Augenzeugen auf dem Mond würde ich mal gerne kennenlernen.
    Vor Kurzen flog eine gefälschte Mondprobe in einem Museum in Holland auf. Jahrzehnte lang wurde den Besuchern vorgegaukelt, es handele sich Mondgestein.

    Ich möchte hier aber keine Diskusion darüber entfachen, dazu gibt es geeignetere Seiten im Weltnetz.

  5. @Armin: Beeil dich – das sind alles ältere Herren um die 80. Falls es klappen sollte, sei aber respektvoll! Buzz Aldrin hat schon mal einem Pesudo-Reporter eine gescheuert und Ed Mitchell hat demselben Mann in den Allerwertesten getreten. Grund: Eklatanter Mangel an Respekt und galoppierende Dummheit. Übrigens verlangt dieser Typ, Bart Sibrel, von den Astronauten, dass sie ihm auf eine Bibel schwören, wirklich und wahrhaftig auf dem Mond gelandet zu sein. Damit sollte das Thema für ihn durch sein, denn Mitchell HAT vor besagtem Tritt geschworen.

    Der falsche Mondstein lag nun nicht gerade in einem geologischen Museum und wurde selbstverständlich vorher nie von Geologen untersucht, denn die hätten es natürlich sofort gewusst. Das Exemplar stammt aus dem Nachlass eines ehemaligen Ministerpräsidenten, der als Herkunft die große PR-Welttournee von Armstrong, Aldrin und Collins angegeben hatte. Während dieser Reise sind aber niemals Steine verteilt worden. Leider kann man den Politiker nun nicht mehr fragen, was er sich dabei gedacht hat. Als Beweis für eine gefälschte Mondlandung ist dieser Stein jedenfalls völlig ungeeignet.

    Und da du selber schon von den geeigneteren Seiten gesprochen hast – hier sind ein paar:

    http://www.mondlandung.pcdl.de
    http://www.apollo-projekt.de
    http://www.clavius.info

  6. Bernd, hier muss ich Deiner Analyse leider mal widersprechen: Aus den Angaben, die Du aus dem press kit der NASA zitierst, geht eindeutig hervor, dass die Aufstiegsstufe von Apollo 10 „short fueled“ war. Und das wussten auch die Astronauten, und so war 1000% sichergestellt, dass die nicht doch auf dumme Gedanken kommen. Alle anderen von Dir aufgeführten Probleme – Ansteuerung eines geeigneten Landeplatzes, Rückkehr zur Kommandokapsel etc. pp. – sind zwar ebenfalls durchaus relevant, würden ein waghalsiges Team (a la „wir schaffen es doch“) möglicherweise nicht von einem verrückten Versuch abhalten.

    Die Landung an sich wäre mit der dank fehlendem Treibstoff in der Aufstiegsstufe insgesamt leichteren Mondlandefähre von Apollo 10 sogar mit deutlich höheren Reserven als bei Apollo 11 möglich gewesen. Man hätte also etliche Minuten lang in niedriger Höhe auf der Suche nach einem guten Landeplatz schweben können, und nicht nur eine Minute lang wie bei Apollo 11. Nur hätte es dann eben keinen Weg zurück mehr gegeben.

    Kai

  7. Und wie kommst Du auf die Vermutung das das Team waghalsig ist? Gibt es da in den anderen Missionen der Astronauten bei Gemini und Apollo Anhaltspunkte? Vielleicht bist Du auch nur auf einen Joke von Cernan hereingefallen….

    Wie ich schon ausführte gibt es auch ganz einfache logische Gründe für weniger Treibstoff in der Decent stage- Warum sollte man eine Stufe befüllen und zum Mond schleppen wenn man sie nicht einsetzt? Vor allem sollte ja das Rendezvous in der Mondumlaufbahn erprobt werden. Wenn dieses nicht klappt, dann braucht das CSM zusätzlichen Treibstoff um mit dem LM zu koppeln. Treibstoff der vorhanden ist wenn man nicht eine volle decent Stufe zum Mond transportiert.

  8. Kurzfassung zur mathematisch-physikalischen Widerlegung von Apollo 11 und N

    1. Nach Sternfeld (1959) sollen nur zwei ca. 14-Tageskonstellationen und ein 60-Tageszenario existieren, um den Mond mit einem künstlichen Raumflugkörper von der Erde aus zu erreichen und auf der Erde wieder zu landen. Unabhängig von den theoretischen Fakten und Details von Sternfeld, benötigte der Forschungssatellit SMART I, der Ende September 2003 gestartet wurde, 49 Tage bis auf die Mondebene und fünf Monate bis die Sonde in die Mondumlaufbahn einmündete. Und die im Dezember 2013 erfolgreich verlaufende Mondexpedition der chinesischen Sonde Chang`e-3 bewies bestechend, dass man mindestens 14 Tage zur Bewältigung der Distanz von der Erde zum Mond benötigt. Damit wäre Apollo 11 bereits eindrucksvoll empirisch widerlegt, weil ein vermeintliches 8-Tagesregime, das angeblich mit Apollo 11 praktiziert und exerziert wurde, astrophysikalisch theoretisch und empirisch überhaupt nicht existiert!

    2. Die kosmische Strahlung, die auf die Astronauten innerhalb der 8 Tage eingewirkt hätte, wäre absolut infaust gewesen! Denn: Sie hätten je nach gewählter Modellrechnung eine tödliche Strahlendosis von mindestens 11 Sv bis 26 Sv inkorporiert. wenn man in diesem Zusammenhang an die hochenergetische Teilchendichte im Kosmos und an den Partikelstrom der Sonne mit der Solarkonstante von 8,5*1015 MeV/m²*s denkt. Die Astronauten hätten den Flug zum Mond und zurück in jedem Falle nicht überlebt.

    3. Es fehlten insgesamt über 163 t Raketentreibstoff, um von der Erde zum Mond und von dort wieder zurück zur Erde auf der von der NASA vorgegebenen schleifenförmigen Flugbahn zu gelangen. Ferner hätte die Treibstoffmenge und die damaligen Treibstoffparameter eine Mondladung und erst recht einen Start vom Mond unter den vormaligen Bedingungen unmöglich gemacht. Alleine für den Übergang von der elliptischen Flugbahn in Mondnähe wären für das Abbremsen des CSM LM mit insgesamt 45,3 t Masse von den 2,3 km/s auf 1,7 km/s für die Mondumlaufbahn [2,72 hoch (0,6:2,6 )-1]*45,3 t =(1,26 -1)*45,3 t= 0,26*45,3 ≈ 12 t Treibstoff erforderlich gewesen! Mit den restlichen drei Tonnen wäre eine Mondlandung nicht mehr möglich gewesen und ein Start vom Mond ebenso wenig! Auf dem Mond hätte LM keine 14 t, sondern 15-8=7 t!

    4. Die Rekonstruktion des Kommandomoduls mit einer von der NASA vorgegebenen Höhe von 3,23 m und einem Durchmesser von 3,9 m, woraus im Endeffekt nur ein Gesamtvolumen von rund 12,9 m³ resultieren kann, ergab, dass nach Abzug des deklarierten Innenvolumens von 6,23 m³ das Volumen der Außenzelle der Kommandokapsel lediglich ca. 6,7 m³ hätte umfassen können. Bei einer Masse von 5,9 t hätte die Dichte der Kommandokapsel damit nur bei ca. 0,9 liegen müssen. Dies hätte nicht einmal Papier oder Pappe „leisten können“! Eine weitere mathematische Optimierung ergab dann, dass die Außenzelle nur aus einer 2,5 cm starken Aluminiumschicht hätte bestehen können – ohne Hitzeschild. Legt man die Hälfte der Gesamtmasse von 5,9 t für ein Hitzeschild zugrunde, dann hätte der Hitzschild nur aus 2 mm starkem Stahl bestehen können. Ein Kommentar dazu erübrigt sich nahezu: Das Kommandomodul wäre in der Erdatmosphäre mit einer theoretisch berechneten Bremstemperatur von mindestens 45.000 K wie eine Sternschnuppe verglüht!

    5. Bereits in einer ersten Betrachtungsphase bei der Rekonstruktion der Mondlandefähre entsprechend den NASA-Parametern nach Abzug der vermeintlichen ca. MTr= 10,8 t in Rechnung gestellten Treibstoffmasse von der Startmasse mit Mo=15 t der Mondlandefähre verbleiben lediglich nur noch 4,2 t an Rüstmasse, die bereits mit der Materialrekonstruktion der Kabine (ca. 1,1 t), von Teilen der Außenzelle (ca. 1,3 t), und der deklarierten Zuladung (ca. 1,7 t), ohne Berücksichtigung des Gewichtes der Astronauten mit ihren Raumanzügen (400 kg) , der Masse für die Tanks und für die beiden Haupttriebwerke der Mondlandefähre (…) mit 600 kg weit überschritten wird. Insgesamt fehlten über 3 t Konstruktionsmasse, wie von der NASA ursprünglich angegeben und wie mit der Gesamtrekonstruktion des Lunamoduls von Apollo 11 eindrucksvoll und überzeugend belegt werden konnte.

    6. Der von der NASA deklarierte Schub von 44,4 kN und 15,6 kN der absteigenden und aufsteigenden Stufe stimmt nicht mit dem theoretisch errechneten Schub überein. Es bestehen hier signifikante Differenzen! (absteigende Stufe: S= m*ve= 16,8 kg/s*2560 m/s ≈ 43 kN und aufsteigende Stufe: S= 5,9 kg/s*2560 m/s=15,1 kN).

    7. Zudem wäre die Mondlandefähre mit einer Geschwindigkeit von 215 m/s auf dem Mond aufgeprallt und zerschellt, da die damaligen Treibstoffparameter, wie die effektive Ausströmgeschwindigkeit von 2560 m/s und das Masseverhältnis der absteigenden Stufe von 15 t zu 6,8 t nur eine maximale Brennschlussgeschwindigkeit von 2025 m/s zuließen [vB=ve*ln (Mo: ML)=2560 m/s*ln(15: 6,8)=2560 m/s*0,79 = 2025 m/s]. Zieht man davon die 570 m/s, die durch die Mondgravitation verursacht werden ab, so kommt man lediglich auf eine resultierende Geschwindigkeit von 1455 m/s. Es hätte also von den technisch-physikalischen Parametern her, gar keine Mondlandung stattfinden können!
    Es ist anderseits nahezu müßig, noch zu erwähnen, dass die aufsteigende Stufe nur eine resultierende Brennschlussgeschwindigkeit von rund 1500 m/s hätte erzielen können und somit nicht in den Orbit gelangt wäre, da in diesem Falle eine Geschwindigkeitsdifferenz zur Orbitgeschwindigkeit von 170 m/s bestanden hätte.

    8. Weiterhin ist das Pendelverhalten der Fahne auf dem Mond äußerst verräterisch! Denn die Pendelperiode T, die sich physikalisch mit der Pendellänge l (l=0,7 m) und der Gravitationsbeschleunigung g (g= 9,81) zu

    T=2*π*√ l : g (1)

    errechnet, müsste auf dem Mond

    T= 6,28 *√ 0,7 m : 1,6 m/s² ≈ 4,2 s (2)

    betragen. In den TV-Filmdokumentationen beträgt die Periodendauer aber nahezu 2 s, so wie eben auf der Erde. Die exakte Berechnung der Periodendauer für die Erde ergibt präzise

    T= 6,28*√ 0,7 m/9,81 ≈ 1,7 s. (3)

    Dieser zeitliche Unterschied von 2,5 s ist gravierend! Außerdem müsste sich auf dem Mond eine leicht gedämpfte, periodische Schwingung ergeben, da auf dem Mond keine Atmosphäre vorhanden ist. Die wahrzunehmende Schwingung ist aber fast aperiodisch. Ergo: Die Dreharbeiten erfolgten also eindeutig auf der Erde!

    9. Die mechanische Instabilität der Mondlandefähre hätte eine intakte Mondlandung unmöglich gemacht! Jeder Mensch auf unseren Planeten hat bestimmt schon einmal einen missglückten Raketenstart gesehen, wenn die Rakete bereits einige Meter vom Starttisch abgehoben hat und die Triebwerke dann versagen und keine Leistung mehr erbringen. Infolgedessen bewegt sich die Rakete den physikalischen Gesetzen der Schwerkraft entsprechend wieder in Richtung der Startplattform und kippt dann aufgrund der mechanischen Instabilität einfach um, weil sich der Masseschwerpunkt gravierend verändert hat. Dies wäre auch das Schicksal der Mondlandefähre von Apollo 11 gewesen, weil kurz vor der Landung eine absolute Instabilität der Fähre bestanden hätte! Denn: Ganz grob gerechnet, hätte die aufsteigende Stufe kurz vor der Landung auf dem Mond noch ca. 5 t an Masse besessen und die absteigende Stufe hätte aufgrund des Treibstoffverbrauchs von 8 t lediglich nur noch rund 2 t an Rüstmasse gehabt. Da der Schwerpunkt der Landefähre kurz vor der Landung der Fähre auf dem Mond exakt bei 2,10 m über die Düsen gelegen haben muss, würden sich die Drehmomente wie 2,5 zu 1 bis 3: 1 verhalten haben. Damit hätte ein absolut instabiles mechanisches System vorgelegen! Jede noch so kleinste Erschütterung, wie Vibrationen durch das Triebwerk oder Druckschwankungen der ausströmenden Gase in der Düse des Triebwerkes hätten die Mondlagefähre einfach umkippen lassen! Eine Mondlandung wäre zwar „geglückt“, aber eine Rückkehr vom Mond wäre damit unmöglich gewesen. Da aber alle Akteure von Apollo 11 glücklicherweise das imaginäre Abenteuer überlebt haben, kann messerscharf geschlussfolgert werden, dass keine Mondlandung stattgefunden hat.
    Die Lösung des physikalischen Problems liegt darin, dass der Schwerpunkt einer Landefähre einfach auf Höhe der Düsen des Triebwerkes liegen muss, so wie die Chinesen dies im Dezember 2013 realisieren und praktizierten.

    P.S. Übrigens hatte der Autor den skeptischen Gedanken zur Instabilität der Mondlandefähre zur Mondlandung bereits vor mehr als 45 Jahren ganz spontan für ca. 1 s gehegt gehabt!

    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen, im Januar 2015

  9. Es wurde auch schon berechnet, daß Hummeln nicht fliegen können. Trotzdem fliegen sie!

    zu 1.
    Jeder der auch nur die Grundlagen der Bahnmechanik verteht, kann nachweisen daß diese Behauptung einfach nur Unfug ist.

    zu 2.
    Selbst wenn diese Berechnung korrekt wäre, sitzen die Astronauten in einer Kapsel (Strahlenabschirmung!), nicht im freien Weltraum. Und warum will die NASA wieder zum Mond fliegen, wenn das gar nicht möglich ist?

    zu 3.
    Dabei wird nur völlig ignoriert, daß sich die Masse ständig verrignert, im gleichem Maße wie der Treibstoff verbrannt wird. Man sollte wenigstens die physikalischen Grundgesetze verstehen, bevor man anfängt zu rechnen.

    zu 4.
    Erst einmal: Woher stammen denn diese Zahlen? Bei einem Durchmesser von 3,91m und einer Höhe von 3,23m hätte ein Kegel ein Volumen von 12,9279 Kubikmetern. Und ein Kegelstumpf wie die Apollo-Kapsel noch mehr. Um das nachzurechnen reichen die Mathe-Kenntnisse der 10. Klasse. Das hier genannte Innenvolumen ist nur das vobn der Besatzung nutzbare. Übrigens wurden die Apollo-Kapseln auch später noch im Erdorbit eingesetzt, bei Skylab und der Kopplung mit einem Sojus-Raumschiff. Aber das war natürlich auch alles gefälscht. 😉

    zu 5.
    Wo kommen diese Werte her, und was enthalten die einzelnen Posten genau?

    zu 6.
    Oftmals werden solche Werte gerundet, und dann auch noch die Umrechnung von imperialen in SI-Einheiten. Dabei besteht durchaus die Möglichkeit, daß vor und nach der Umrechnung gerundet wird. Und so groß sind die Abweichungen nun wirklich nicht. Signifikant sieht anders aus.

    zu 7.
    Die Umlaufbahn ist quer zur Gravitation, die Geschwindigkeiten müssen also vektoriell addiert werden. Und dann reicht es nicht nur, es sind auch noch Reserven drin.

    zu 8.
    Die Formel gilt unter der Voraussetzung, daß die gesamte Pendelmasse in einem Punkt konzentriert ist. Bei einer Fahne definitiv nicht der Fall.

    zu 9.
    Schon mal was von Steuerdüsen gehört? Bei der ersten Stufe einer Rakete (mit einem Triebwerk, vergleichbar mit der Mondlandefähre) werden diese von der Turbopumpe des Haupttriebwerks versorgt, und wenn das Haupttriebwerk ausfällt fallen auch die Steuerdüsen aus.
    Die Triebwerke der Mondlandefähre hatten aber Druckgasförderung. Dadurch können sie auch nach dem Abschalten des Haupttriebwerks noch die Lage stabilisieren.

    Noch eine Frage zum Schluß: Wenn es keine Mondlandung gab, wo kommen dann die nachweislich nicht von der Erde stammenden Bodenproben her?

  10. Lass es. Herr Marquardt WILL sich selbst glauben.
    Mit der Definition von Wissenschaft, nämlich daß ich meine eigenen Thesen immer und immer wieder kritisch in Zweifel ziehe um eine hohe Relevanz meiner These zu erlangen kann er nichts anfangen.
    Er ist von sich selbst beieeindruckt, dass er so viele bunte Zahlen und Formeln eigearbeitet hat, daß reicht ihm.
    Das diee Formeln nicht zum eigentlichen Problem passen, interessiert ihn garnicht.

    Bernd

  11. @Bernd: hast du die entsprechende Stelle der Wikipedia schon editiert oder regst du dich wie Viele nur über Falsches in der Wikipedia auf ohne es zu korrigieren? Zum Anderen kann es natürlich auch sein das er das in diesem Interview tatsächlich gesagt hat, das die Stufe nur Teilgefüllt war scheint ja wohl auch so gewesen zu sein.

  12. Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

    Albert Einstein

  13. @Manuel

    Nachdem ich mehrmals im Voyager Artikel den fehlerhaften Eintrag, dass die Raumsonde einen RCA 1802 als Prozessor nutzte gestrichen habe und das jedesmal wiederhergestellt wurde korrigiere ich da nichts mehr in fachartikeln.

  14. Hallo,
    ich lese gerade das Buch von Gene Cernan „The last man on the moon“ und da
    schreibt er auch explizit das das LM 4 (also das das Apollo 10 mit hatte)
    zu schwer für die Landung war.

    Ulli

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